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Der ADAC

Nissan Qashqai im ADAC Test: Ohne ernsthafte Schwächen

grauer Nissan Qashqai faehrt auf Strasse
Der Nissan Qashqai gehört zu den beliebtesten SUV in Deutschland ∙ © Nissan

Der Nissan Qashqai gehört zu Deutschlands beliebtesten SUVs. Zu Recht? So schlägt sich der Kompakt-SUV im ADAC Test. Plus: Technische Daten, Verbrauch, Bilder, Preise 

  • Neuer 1,3-Liter-Benziner ist kräftig, sehr sauber, aber mäßig sparsam

  • Das Aggregat ist nicht mit Allradantrieb zu haben

  • Konkurrenten: Seat Ateca, Peugeot 3008, Hyundai Tucson, Kia Sportage 

Bei der letzten Modellpflege hat Nissan unter anderem die Benziner-Palette seines beliebten Kompakt-SUV Qashqai überarbeitet: Die alten 1.2er- und 1.6er-Triebwerke (85 kW/115 PS und 120 kW/163 PS) wurden entsorgt, und an ihre Stelle trat ein neuer 1,3-Liter-Vierzylinder in zwei Ausbaustufen. Der gleiche Motor arbeitet bereits bei Renault in Scénic und Captur – und auch in der Mercedes A-Klasse.

Qashqai: Benziner mit 140 und 160 PS  

grauer Nissan Qashqai faehrt auf Strasse
Die Einstiegsversion des Nissan Qashqai 1.3 DIG-T ist 103 kW/140 PS stark ∙ © Nissan

Allradantrieb ist für die neuen Benziner allerdings nicht vorgesehen. Die 4x4-Technik bleibt weiterhin dem großen Diesel mit 110 kW/150 PS vorbehalten. Erhältlich sind die Benziner ab 21.240,67 Euro, die stärkere Version mit Sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe gibt es ab 29.151,09 Euro. Wer schalten möchte, ist mit der 140 PS starken Einstiegsversion bestens bedient, doch die getestete 160-PS-Version macht ihre Sache noch ein bisschen besser. Der Vierzylinder-Benziner legt gute Manieren an den Tag.

Testverbrauch: 7,1 l/100 km

Bei der Leistungsentfaltung merkt man aber, dass der Ottomotor seine Kraft mit wenig Hubraum erzeugen muss und dementsprechend stark aufgeladen ist. Die Folge ist ein merklich verzögertes Ansprechen, insbesondere bei niedrigen Touren. Hat der Turbomotor erst einmal Ladedruck aufgebaut, gibt er seine Leistung recht homogen ab. Verbrauch im ADAC Ecotest: 7,1 Liter Super auf 100 Kilometer. Kein Rekordwert, aber umso erfreulicher ist, dass die Schadstoffe im Abgas sehr niedrig ausfallen. 

Die Doppelkupplungs-Automatik überzeugt nur bei gemächlicher Fahrt. Ist man sportlicher unterwegs, agiert sie weniger souverän und wird hektisch. Und beim Anfahren sollte man gefühlvoll das Gaspedal bedienen, sonst kuppelt das Getriebe entweder zu abrupt ein und es geht mit einem Ruck los. Bei zu zartem Gasfuß setzt sich der Wagen dagegen nur widerwillig in Bewegung. 

Viel Platz, durchschnittlicher Federungskomfort

grauer Nissan Qashqai faehrt auf Strasse
Auf nur 4,40 Metern Länge bietet der Qashqai erstaunlich viel Platz ∙ © Nissan

Beim ADAC Ausweichtest liefert der Qashqai eine etwas durchwachsene Vorstellung ab; er ist voll auf Sicherheit getrimmt und bremst den SUV schon früh rigoros ein. Das führt kurzzeitig zu starkem Untersteuern. Schleudern oder gar Kippen wird jedoch sicher verhindert. Fahrdynamisch kommt hier aber keine Freude auf, der Japaner geht auf Nummer sicher und wird damit auch ungeübten Fahrern gerecht. Top: lediglich 33,1 Meter Bremsweg bei einer Vollbremsung aus 100 km/h.

Der Federungskomfort fällt beim Qashqai eher durchschnittlich aus. Besonders in der Stadt wirkt die Federung steifbeinig, was sich bei zunehmendem Tempo aber bessert.

Trotz nur 4,40 Meter Außenlänge bietet der Qashqai erstaunlich viel Platz. Sind die Vordersitze für 1,85 Meter große Menschen eingestellt, haben auf den Rücksitzen knapp 1,95 Meter große Personen Platz. Die Variabilität der Sitzplätze beschränkt sich auf das geteilte Umklappen der Rücksitzlehnen; verschiebbare Sitze hinten, wie sie zum Beispiel ein VW Tiguan bietet, gibt es leider nicht.

SUV: Schon gefahren und bewertet

Welche aktuellen SUVs gibt es sonst noch? Der ADAC hat viele unter die Lupe genommen:

Infotainment mit Navigationssystem 

Display eines Nissan Qashqai
Auch eine Smartphone-Anbindung ist im Nissan Qashqai an Bord ∙ © Nissan

Das Nissan-Connect-System mit Sieben-Zoll-Touchscreen (der immer noch von einigen Plastik-Tasten flankiert wird) unterstützt die Smartphone-Anbindung über Apple CarPlay und Android Auto, worüber sich problemlos navigieren lässt. Wer lieber auf ein fest eingebautes Navi setzt, kann auf das neue TomTom-System mit verbesserter Zieleingabe, 3D-Kartendarstellung und Echtzeit-Verkehrsdaten (für fünf Jahre kostenlos) zurückgreifen. Praktisch: Kartenupdates erfolgen Over-the-air und können vom Nutzer direkt im Auto heruntergeladen werden.

Noch mehr Komfort bietet die neue Door-to-Door-Navigation: Über eine spezielle Smartphone-App kann man das Reiseziel schon zu Hause eingeben und an den Qashqai senden. Umgekehrt lässt sich beim Parken der Fahrzeugstandort im Handy speichern, damit man sein Auto schnell wiederfindet.

Mittlerweile hat Nissan dem Erfolgs-SUV auch sein aus dem Elektroauto Leaf bekanntes Fahrerassistenzsystem für teilautomatisiertes Fahren namens ProPilot spendiert; ab der Ausstattungsstufe N-Tec ist es serienmäßig an Bord. Es umfasst einen intelligenten Stau-Assistenten mit Stop-&-Go-Funktion, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage und weitere elektronische Helfer.

Der Qashqai überzeugt mit guter Ergonomie. Das Lenkrad ist ausreichend weit verstellbar, die meisten Knöpfe und Schalter sind nach Funktionen gruppiert (z. B. Klimatisierung und Infotainment) und komplett beleuchtet, nur die Drehrädchen der Lüftungsdüsen und die Lichtschalter am Dachhimmel bleiben dunkel. Die klassischen analogen Instrumente ergänzt ein farbiges Display in der Mitte, dort werden alle zusätzlich verfügbaren Informationen und Einstellungsmöglichkeiten angezeigt. Die Ablesbarkeit ist tags wie nachts einwandfrei.

Fazit: Keine ernsthaften Schwächen

Unter dem Strich bekommt man mit dem Qashqai einen gut ausgestatteten Kompakt-SUV, der zwar kaum Glanzlichter setzen kann, sich aber auch keine ernsthaften Schwächen leistet.

Hier können sie den ausführlichen Testbericht zum Nissan Qashqai 1.3 DIG-T N-Connecta DCT als PDF herunterladen
PDF, 785 KB
PDF ansehen

Nissan Qashqai: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)1.3 DIG-T/140 PS1.3 DIG-T/160 PS (Werte in Klammern mit DCT) Getestete Version

Motor

1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 103 kW/140 PS, 240 Nm bei 1600 U/min

1,3 Liter Vierzylinder-Turbobenziner, 118 kW/160 PS, 260 Nm (270 Nm) bei 2000 U/min

Fahrleistung

10,9 s auf 100 km/h, 193 km/h Spitze

8,9 (9,9) s auf 100 km/h, 200 (200) km/h Spitze

Verbrauch

5,3 l Super/100 km, 122 g CO₂/km

5,3 (5,4) l Super/100 km, 122 (123) g CO₂/km

Kofferraum

430 bis 1598 l

430 bis 1598 l

Maße

L 4,39 / B 1,81 / H 1,59 m

L 4,39 / B 1,81 / H 1,59 m

Preis

ab 21.240,67 Euro

ab 27.493,95 (29.151,09) Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Nissan Qashqai 1.3 DIG-T/160 PS

Überholvorgang 60-100 km/h

5,5 s

Bremsweg aus 100 km/h

33,1 m

Wendekreis

11,4 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

7,1 l Super/100 km , 194 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

775 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,8 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1405 / 480 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

365 / 740 / 1325 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisNissan Qashqai 1.3 DIG-T/160 PS

Karosserie/Kofferraum

2,7

Innenraum

2,3

Komfort

2,8

Motor/Antrieb

2,1

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

2,5

Umwelt/EcoTest

2,6

Gesamtnote

2,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Umfangreiche Komfort- und Sicherheitsausstattung. Gutes Platzangebot. Kurzer Bremsweg.        

Das hat uns nicht gefallen: Erhöhter Verbrauch. Kein Abbiegelicht zu haben. Kein Allradantrieb für die Benziner verfügbar.

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