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Der ADAC

Toyota RAV4 im Test: So sparsam ist der Hybrid-SUV

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Die fünfte Generation des Kompakt-SUV Toyota RAV4 geht eigene Wege: Den Benziner hat Toyota gestrichen, statt eines Diesels gibt es eine Hybrid-Version. Der ADAC hat sie getestet. Bilder, Video, Daten, Preise, Verbrauch, Crashtest

  • Den neuen Toyota RAV 4 gibt es nur noch als Hybrid und Plug-in-Hybrid 

  • Die Preise starten bei 33.133,11 Euro fürs Basismodell mit 218 PS und Frontantrieb

  • Besseres Platzangebot, Kameraspiegel, mehr Assistenzsysteme

  • ADAC Testnote 2,2 für den RAV4 Hybrid 

Mit dem ersten RAV4, der als kleines Spaßauto 1994 auf den Markt kam, hat die aktuelle Version nichts mehr zu tun. Mit 4,60 Metern Länge reiht er sich nahtlos in die Riege der kompakten SUV à la VW Tiguan und Ford Kuga ein – und empfiehlt sich daher auch als Familienauto. Wie gut der neue RAV4 wirklich ist, musste die 218 PS starke Hybridversion mit Frontantrieb im ADAC Test beweisen. 

Runde Formen sind beim RAV4 offenbar out: "Polygonal Design" nennt Toyota das extravagante Spiel mit Flächen, Ecken und Kanten. Gegen Aufpreis wird das Dach in Kontrastfarbe lackiert – dadurch wirkt das 1,69 Meter hohe Fahrzeug flacher und gestreckter und nicht so massig wie manch anderer SUV.

RAV4 Innenraum: Viel Platz, großer Kofferraum

Weil die Räder nun drei Zentimeter weiter auseinander stehen als zuvor, haben die Insassen deutlich mehr Bewegungsfreiheit. Selbst langbeinige Mitfahrer finden auf der Rückbank immense Platzverhältnisse vor: Ist der Vordersitz auf eine 1,85-Meter-Person eingestellt, reicht die Beinfreiheit hinten immer noch für zwei Meter große Mitfahrer. Die Sitzposition ist bequem, die Sitzhöhe in der niedrigsten Stellung 58 Zentimeter über dem Boden – der Ein- und Ausstieg fällt dadurch angenehm komfortabel aus. Dass der RAV4 nicht wie Konkurrent Tiguan mit einer verschiebbaren Rückbank aufwarten kann, ist daher kein wirkliches Manko. Eine dritte Sitzreihe vermisst man im Grunde auch nicht, zeigt sich doch beim Mitstreiter Honda CR-V, dass sie nicht mehr als eine Strafbank ist und ein kompakter SUV eben kein Kleinbus sein kann.

Trotz gleicher Fahrzeuglänge hat auch der Kofferraum zugelegt. Er fasst nun laut Toyota 79 Liter mehr und nimmt urlaubstaugliche 580 Liter auf, umgeklappt 1690. Die ADAC Messwerte können das nicht ganz bestätigen, aber gemessene 470 bis 1590 Liter (ohne Hohlräume und doppelten Boden) sind für diese Fahrzeugklasse immer noch ein sehr guter Wert.

Das Raumwunder ist auch nötig – schließlich muss der RAV4 in die Lücke springen, die die eingestellte Familienlimousine Avensis hinterlassen hat. Zwar ist der Toyota Camry wieder nach Deutschland zurückgekehrt, aber den gibt es nur als Stufenhecklimousine und nicht als Kombi.

Testverbrauch des Hybrid: 5,6 l/100 km

Ein Dieselmotor ist für den RAV4 nicht vorgesehen. Und auch der 2,0-Liter-Benziner mit 175 PS ist inzwischen aus den Preislisten verschwunden. Schließlich entschieden sich mehr als 90 Prozent der Käufer für den Hybrid. Der leistet mit Frontantrieb stolze 218 PS, als Allradversion AWD-i mit Elektromotor an der Hinterachse sogar 222. Der ADAC hat die Variante mit Frontantrieb getestet.

An Kraft mangelt es dem Japaner also nicht: Auf unseren Testfahrten wirkte der Antrieb sehr souverän. Auf Tempo 100 beschleunigt der frontgetriebene RAV4 in flotten 8,4 Sekunden (Allrad: 8,1). Ein Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h ist nach nur 4,8 Sekunden abgehakt, was sich beim Überholen auf der Landstraße auszahlt. Auf der Autobahn gehört der RAV4 Hybrid allerdings nicht zu den Schnellsten: Hier ist die Höchstgeschwindigkeit bei 180 km/h begrenzt.

Dem Spritverbrauch sollte das zuträglich sein. Toyota betont, den Autobahnverbrauch der Hybridversion im Vergleich zum alten Modell um einen Liter gesenkt zu haben. Das war überfällig, erwies sich doch das Vorgängermodell als recht trinkfreudig. Im ADAC Ecotest betrug der Verbrauch auf der Autobahn unzeitgemäße 9,4 Liter.

Und das aktuelle Modell? Ist wesentlich sparsamer. Obwohl der Hybridantrieb auf der Autobahn seine Vorteile kaum ausspielen kann – der Elektromotor unterstützt hauptsächlich beim Anfahren, Tempo halten und sanftem Beschleunigen – liegt der Autobahn-Testverbrauch bei 8,0 Litern Super je 100 Kilometer. Also 1,4 Liter unter dem alten Modell. In der Stadt hat der Hybridantrieb den größten Einspareffekt: Gemessene 3,6 Liter Super/100 km sind top. Insgesamt kommt der RAV4 Hybrid auf einen Testverbrauch von guten 5,6 Litern im Schnitt. Wegen ordentlicher Abgaswerte gibt es vier von fünf möglichen Sternen im ADAC Ecotest.

Die Bandbreite beim Verbrauch ist also recht groß, was auch daran liegt, dass der RAV4 als konventioneller Hybrid nur kurze Strecken rein elektrisch bewältigen kann. Dass sein Motor Toyota-hybridtypisch beim Gasgeben wegen des stufenlosen Getriebes aufheult, lässt den Fahrer das Gaspedal schnell wieder lupfen und lieber entspannt dahingleiten.

Bis zu 80 Prozent der Kraft geht beim knapp 3000 Euro teureren AWD auf die Hinterachse, ein "Trail Mode" verteilt das Drehmoment zwischen den Rädern. Vorteil bei Offroad-Fahrten: 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit und kürzere Überhänge als beim Vorgänger. Beim Fahren auf der Straße zeigt der Toyota einen annehmbaren Federungskomfort, kann bei flotter Serpentinenfahrt fahrdynamisch aber nicht mit flacheren Pkw mithalten. Das zeigt sich auch beim ADAC Ausweichtest, den der RAV4 ordentlich, aber mit merklicher Seitenneigung absolviert.

Modernes Cockpit, neueste Assistenzsysteme

Die fünfte RAV4-Generation kommt mit besseren Assistenzsystemen und einer umfangreicheren Serienausstattung. Schon die günstigste Ausstattungslinie hat LED-Scheinwerfer, Klimaautomatik, Alufelgen und einen automatischen Notbremsassistenten an Bord. Ohnehin ist der RAV4 ein Musterbeispiel an serienmäßiger, aktiver Sicherheitsausstattung. Ein Notbremsassistent mit Abstandswarner ist Serie, bis 80 km/h können auch Fahrradfahrer und Fußgänger erkannt werden. Selbst ein Geschwindigkeitslimiter, ein Tempomat und ein adaptiver Geschwindigkeitsassistent sind dabei.

Von der Frontkamera erkannte Tempolimits können für den Tempomat übernommen werden. Zudem warnt der RAV4 ab der getesteten Ausstattungslinie auch vor Autos im toten Winkel und vor Querverkehr beim Rückwärtsfahren. Ein Spurhalteassistent und ein Müdigkeitswarner sind auch an Bord.

Innen nimmt der RAV4 die kantige Form der Außengestaltung auf und setzt auf gerade Linien und ordentliche Bedienbarkeit. So hat der Sieben-Zoll-Touchscreen nicht nur berührungsempfindliche Flächen, sondern auch acht feste Tasten am Rand, mit denen zielsicher und direkt in verschiedene Menüs gesprungen werden kann.

Interessant: Ab der Ausstattungslinie "Club" ist ein digitaler Innenspiegel an Bord (nicht im Testwagen), der sich vom gewöhnlichen Rückspiegel in einen Bildschirm verwandeln kann. Dieser zeigt ein sehr weitwinkliges Kamerabild vom Geschehen hinter dem Auto und erweitert das Blickfeld dadurch enorm. Besonders Sinn macht die Technik, wenn zum Beispiel die Sicht nach hinten durch große Fondinsassen oder bis unters Dach geladenes Gepäck eingeschränkt wird.

Aber sie hat auch einen Nachteil: Wie weit andere Autos entfernt sind, ist anfangs nur schwer einzuschätzen. Räumlich sieht man mit einem gewöhnlichen Spiegel besser.

SUV: Schon gefahren und bewertet

Welche aktuellen SUVs gibt es sonst noch? Der ADAC hat viele unter die Lupe genommen:

Fazit

Unter dem Strich ist der RAV4 ein solider SUV, der aber seinen Preis hat: Der Basis-Hybrid kostet 33.133,11 Euro und in der getesteten Business-Ausstattung 37.032,27 Euro. Für die Allradversion, die erst ab der zweiten Ausstattungsstufe namens Comfort angeboten wird, verlangt Toyota ab 38.884,37 Euro.

Die neue Plug-in-Variante mit einer Systemleistung von 306 PS und einer rein elektrischen Reichweite von 75 Kilometern laut WLTP-Norm kostet mindestens 46.292,77 Euro – abzüglich der aktuellen Fördersumme für Plug-in-Hybride.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Toyota RAV4 2.5 Hybrid als PDF herunterladen
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Toyota RAV 4 Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Toyota RAV4 Hybrid 4x2 (getestete Version)Toyota RAV4 Plug-in-Hybrid

Antrieb

Vierzylinder-Hybrid-Benziner, 2487 cm³, 160 kW/218 PS Systemleistung, Drehmoment: 221 Nm bei 3600 U/min

Vierzylinder-Benziner, 2487 cm³, 136 kW/185 PS, E-Motoren 134 kW/182 vorne, 40 kW/54 PS hinten, 225 kW/306 Systemleistung, System-Drehmoment: k. A.

Fahrleistungen

8,4 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze

6,0 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze

Verbrauch

nach WLTP 5,5 l Super/100 km, 126 g CO₂/km

nach NEFZ 1,2 l Super/100 km, 16,6 kWh/100 km, 26 g CO₂/km

Maße

L 4,60 / B 1,86 / H 1,69 m (m. Dachreling)

L 4,60 / B 1,86 / H 1,69 m (m. Dachreling)

Kofferraum

580 – 1690 l

490 – 1604 l

Leergewicht

1590 kg

1910 kg

Preis

ab 33.133,11 Euro

ab 46.292,77 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Toyota RAV4 Hybrid 4x2

Überholvorgang 60-100 km/h

4,8 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,4 m

Wendekreis

11,7 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,6 l Super/100 km , 153 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

980 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,5 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1645 / 490 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

470 / 885 / 1590 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisToyota RAV4 Hybrid 4x2

Karosserie/Kofferraum

2,5

Innenraum

2,3

Komfort

3,0

Motor/Antrieb

1,9

Fahreigenschaften

2,6

Sicherheit

1,7

Umwelt/Ecotest

2,1

Gesamtnote

2,2

Das hat uns gefallen: Sehr gutes Platzangebot. Niedriger Verbrauch. Viele Assistenzsysteme serienmäßig.

Das hat uns nicht gefallen: Beifahrersitz nicht höhenverstellbar. Hoher Grundpreis. Schlechte Versicherungseinstufung. Bei hohen Drehzahlen dröhnender Motor.

Crashtest: Toyota RAV4 mit 5 Sternen

Der Toyota RAV4 erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die dafür erforderlichen Punktwerte deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorn und hinten ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags und ein Knieairbag für den Fahrer verbaut.

Der Insassenschutz ist sehr gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Beifahrerairbag ist deaktivierbar. Der RAV4 ist unter anderem mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet.

Hier finden Sie die Detailergebnisse zum Crashtest des Toyota RAV4.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

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