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Der ADAC

Volvo XC40 T5 Twin Engine: Das kann der Plug-in-Hybrid

Front- und Seitenansicht des Volvo XC40 stehend
Der Volvo XC40 T5 soll im Premium-Segment punkten ∙ © Volvo

Der Volvo XC40 macht Audi Q3, BMW X1 und Mercedes GLA Konkurrenz. Im ADAC Test zeigt der "Recharge T5" als Plug-in-Hybrid-Version, was sie kann. Plus: Crashtest, technische Daten, Preise.

  • Der Kompakt-SUV von Volvo konkurriert mit Audi Q3 und BMW X1

  • Inneneinrichtung und Design wirken leicht und stylisch

  • Die Fahrleistungen sind gut, beim ADAC Ecotest ist noch Luft nach oben

Mit seinem kantigen Profil und den LED-Scheinwerfern mit T-Leuchten ("Thors Hammer") sieht der XC40 aus wie ein typischer Volvo-SUV – nur eben ein bisschen kleiner. Doch die Details machen den Unterschied beim optischen Gesamteindruck: Ein nach innen gewölbter Kühlergrill, dessen Wölbung auch die Fahrzeugflanke großflächig aufnimmt, und vor allem das zweifarbig abgesetzte Dach sorgen für eine Leichtigkeit, die den größeren Geschwistern abgeht.

Der Innenraum ist fast schon extravagant

Cockpit des Volvo XC40
Das Interieur des XC40 wirkt auf Lifestyle getrimmt ∙ © Volvo

Das Interieur wirkt trotz der bekannten Volvo-Elemente etwas mehr auf Lifestyle getrimmt: Mehr Farbe, mehr verspielte Elemente wie die Lüftungsklappen, und die Flanke des Armaturenbretts wölbt sich ähnlich ungewohnt nach innen wie der Kühlergrill draußen – mal was Anderes. Schön anzuschauen ist auch der hochformatige Touchscreen im Tablet-Stil, der im Zentrum der Armaturentafel sitzt. Allerdings ist seine Bedienlogik extrem gewöhnungsbedürftig: Es gibt nur eine Home-Taste, alles andere versteckt sich in zahllosen Menüebenen.

Einfach nur pfiffig sind dagegen die eingebauten "Simply-clever"-Ideen, normalerweise eine Skoda-Domäne. Die Ablagefächer in den vorderen Türen sind so groß wie bei keinem anderen Auto in diesem Segment, weil der dort üblicherweise verbaute Lautsprecher hinters Cockpit verschwand. Insgesamt liefert der Volvo XC40 zum Premiumpreis eine Verarbeitung auf hohem Niveau.

Überall gibt es Haken zum Taschenaufhängen, unter dem großen Mittelkonsolen-Fach mit integriertem Mülleimer wird das Smartphone induktiv aufgeladen und die Kreditkarte hat ein verstecktes Fach. Digitalradio und die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto sind in der getesteten Version R Design-Linie ebenso serienmäßig wie ein Navi mit Echtzeit-Verkehrsinformation.

Auf 4,43 Metern Länge erstaunlich viel Platz

Seitenansicht des Volvo XC40
Trotz seiner Kompaktheit bietet der XC40 viel Platz im Innenraum ∙ © Volvo

Mit seinen 4,43 Metern Länge und zwei Metern Breite steht der Volvo auf der kompakten Modular-Architektur CMA, die zusammen mit Geely in China entwickelt wurde. Ihr Vorteil: Trotz der Kompaktheit viel Platz im Innenraum. Vorn können sogar Personen bis 1,95 Metern Größe und hinten bis 1,90 Meter gut sitzen, wie die ADAC Messungen ergeben haben. Leider lässt sich die Rückbank nicht wie beim Konkurrenten VW Tiguan in Längsrichtung verschieben.

Mit vom ADAC gemessenen 320 Liter Volumen (Werksangabe: 460 Liter) ist der Kofferraum von klassenüblicher Größe. Die Kofferraumklappe öffnet recht weit, so dass sich auch knapp über 1,90 Meter große Personen nicht den Kopf stoßen. In das optionale, schlüssellose Zugangssystem ist auch der Kofferraum integriert. Die Klappe öffnet automatisch, wenn man den Schlüssel bei sich trägt und den Fuß unter die Stoßstange hält.

Im ADAC Ausweichtest recht flott

Beim ADAC Ausweichtest kann der XC40 mit einem sicheren Fahrverhalten überzeugen. Dank kräftiger, aber gezielter ESP-Eingriffe folgt das Plug-in-Modell erstaunlich präzise den Lenkbefehlen des Fahrers und lässt sich problemlos durch den Parcours dirigieren. Allgemein nimmt der Kompakt-SUV Kurven zwar mit deutlicher Wankneigung, aber dank der optionalen 20- Zoll-Bereifung des Testwagens erstaunlich flott.

Positiv schneiden auch die Bremsen ab. Gemessene 35,7 Meter Bremsweg sind ordentlich. Für den Plug-in sind keine Fahrwerksoptionen verfügbar. Gegenüber den anderen Ausstattungsvarianten hat der R Design aber eine straffere Dämpfung.

Die Fahrleistungen des Plug-in-Hybrid sind gut

Volvo XC40 an der Ladesäule
Nur mit konsequentem Laden macht die aufwendige Technik des Plug-in Sinn ∙ © Volvo

Der XC40 T5 Twin Engine erledigt den Zwischenspurt von 60 auf 100 km/h in flotten 4,6 Sekunden und auch das Einfädeln beim Abbiegen in den fließenden Verkehr gelingt zügig. Besonders angenehm ist die spontane Reaktion auf Gasbefehle dank kurzem E-Boost, der die Trägheit des Verbrenners überspielen kann. Fahrspaß kann man definitiv haben, gerade im Power-Modus.

Der Dreizylinder-Turbomotor leistet für sich 180 PS und entwickelt maximal 265 Nm Drehmoment und wird von einem Elektromotor am Doppelkupplungsgetriebe unterstützt, der 82 PS und maximal 160 Nm Drehmoment bereitstellt. Bei ausreichend geladener Batterie und moderater Leistungsanforderung kann der Elektromotor den Vortrieb auch alleine besorgen. Zum Mitschwimmen im Verkehr reicht seine Leistung, die elektrische
Höchstgeschwindigkeit gibt Volvo mit 125 km/h an, darüber schaltet sich der Verbrenner zu.

Die serienmäßig verbaute Siebengang-Automatik reagiert recht flott und meistens situationsgerecht. Der Schaltkomfort ist gut, das Doppelkupplungsgetriebe schaltet oft sogar etwas geschmeidiger als die in anderen XC40-Varianten erhältliche Achtgang-Wandlerautomatik.

Die aufwendige Technik des Plug-in-Hybriden macht nur dann Sinn, wenn sie entsprechend ihrer Vorteile gegenüber reinen Verbrennern eingesetzt wird. Die Elektronik im Volvo steuert die beiden Antriebe je nach Anforderung geschickt, um möglichst niedrige Verbräuche zu erzielen. Dabei ist es wichtig, mit aktivierter Navigation zu fahren, damit das Auto weiß, wie es seinen Stromvorrat einteilen soll.

Nur 33 Kilometer elektrische Reichweite

Startet man mit voll geladener Batterie, sind im Elektrozyklus des ADAC Ecotest rund 33 Kilometer elektrische Reichweite drin, ehe sich der Verbrenner zuschaltet. Der Stromverbrauch liegt dann bei 29,6 kWh/100 km (inkl. Ladeverluste) - für ein reines Elektroauto wäre das sehr viel, aber selbst für einen Plugin-Hybriden ist das kein Ruhmesblatt.

Mit leerer Batterie, also im Hybrid-Modus, ergibt sich ein Benzinverbrauch von durchschnittlich 7,6 Litern Super pro 100 Kilometer. Innerorts liegt der Benzin-Konsum bei 6,2, auf der Landstraße bei 6,9 und auf der Autobahn bei recht hohen 9,6 Litern je 100 Kilometer. Im ADAC Ecotest gibt es dafür nur 17 von maximal 60 möglichen Punkten. Kombiniert man die elektrische Strecke mit der Hybrid-Strecke, verbraucht der XC40 Twin Engine auf 100 Kilometer 7,0 kWh Strom und 5,7 Liter Super.

Fast volle Punktzahl bei den Emissionen

Der Partikelausstoß liegt in allen Betriebszuständen unter den Grenzwerten. Auch die
Emissionen anderer Schadstoffe wie NOx und CO liegen auf sehr niedrigem Niveau. Fährt der XC40 Twin Engine im Hybrid-Modus, bekommt er fast volle Punktzahl für seine niedrigen
Schadstoffemissionen. Abzüge gibt es, weil im ADAC Ecotest auch die Schadstoffwerte bei der Stromerzeugung mit einbezogen werden. Unterm Strich kommt der Plug-in-Antrieb auf 60 Punkte, die nur für drei von fünf Sternen im Ecotest genügen.

Fazit: Wer den XC40 selten bis gar nicht an die Steckdose hängen will bzw. kann, sollte lieber zum Diesel greifen.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Volvo XC40 T5 Twin Engine R Design als PDF herunterladen
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Volvo XC40 T5 Twin Engine: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Volvo XC40 T5 Twin Engine R Design

Motor

3-Zylinder-Turbobenziner plus E-Motor, 192 kW/261 PS, 1477 cm³, 425 Nm bei 1500 U/min

Fahrleistungen

7,3 s von 0 auf 100 km/h, Spitze 205 km/h

Verbrauch (WLTP)

2,0 l Super und 15,9 kWh/100 km, CO₂-Ausstoß: 46 g/km

Maße

L 4,43 / B 1,86 / H 1,65 m

Kofferraum

460 - 1336 l

Preis

ab 50.786,55 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Volvo XC40 T5 Twin Engine R Design

Überholvorgang 60-100 km/h

4,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,7 m

Wendekreis

11,7 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest (well-to-wheel)

5,7 l Super und 7,0 kWh Strom/100 km / 198 g CO₂/km

Reichweite

665 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1820 / 470 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

320 / 715 / 1265 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisVolvo XC 40 T5 Twin Engine

Karosserie/Kofferraum

2,5

Innenraum

2,4

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

1,7

Fahreigenschaften

2,5

Sicherheit

1,4

Umwelt/EcoTest

3,0

Gesamtnote

2,3

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Volvo XC40: 5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Euro NCAP-Bewertung-Volvo XC40
Erfüllungsgrad in Prozent: Ergebnisse Euro NCAP-Crashtest Volvo XC40 ∙ © ADAC e.V.

Der Volvo XC40 erreicht volle 5 Sterne und übertrifft die erforderlichen Punktzahlen deutlich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, der Fahrer wird weiter durch einen Knieairbag geschützt.
Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder überwiegend gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für einige gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar, ISOFIX-Anbindungen sind für den Beifahrersitz optional erhältlich. Die Crashtests wurden mit dem integrierten Kindersitzsystem von Volvo durchgeführt.

Der XC40 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und aktivem Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Das IntelliSafe-System überwacht über eine kombinierte Kamera-Radar-Einheit den Bereich vor dem Fahrzeug. City Safety ist ab vier km/h bis zur Höchstgeschwindigkeit aktiv, warnt optisch und akustisch vor Kollisionen und bremst im Notfall selbsttätig. Wer teilautonom fahren will, kann das, zahlt aber – wie bei der Konkurrenz – Aufpreis.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

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Text: Thomas Kroher, Rudolf Huber