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Der ADAC

Der Škoda Karoq im Test: Das kann der kleine Bruder des Kodiaq

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Skoda

Im ADAC Autotest muss der Škoda Karoq als Benziner und Diesel beweisen, was er kann. Dazu technische Daten und Preise des Kompakt-SUV. Gesamturteil: Note 2,3 und 2,4. Plus: Ergebnisse im Euro-NCAP-Crashtest

  • Der Škoda Karoq ist der Nachfolger des Yeti

  • 4,38 Meter lang auf Basis des VW Tiguan

  • Bequemer Einstieg, komfortable Sitze, einfache Bedienung

  • Der Grundpreis liegt bei 23.063 Euro

Fahrzeuge der Gattung SUV sind gefragt wie nie zuvor. Abgesehen von Ferrari gibt es kaum einen Hersteller, der aktuell kein solches Modell anbietet oder entwickelt. Ständig kommen neue "Sport Utilitiy Vehicles" im Segment der Kompaktwagen auf den Markt. Die Palette reicht vom Seat Ateca über den Citroën C5 Aircross bis hin zum Toyota RAV4. Und eben dem Škoda Karoq.  

Den Karoq als kleinen Bruder des Škoda Kodiaq hat der ADAC als Benziner und als Diesel getestet. Mit 4,38 Metern Länge ist er ein SUV der Kompaktklasse im Baukasten des VW-Konzerns. Obwohl zehn Zentimeter kürzer als der VW Tiguan, liefert er insgesamt ein mehr als ordentliches Platzangebot.

In das Gepäckabteil passen immerhin 430 Liter, gemessen bis unter das Abdeckrollo. Wird mehr Stauraum benötigt, lassen sich die Rücksitze standardmäßig nur umklappen. Will man sie verschieben oder ganz herausnehmen, muss das Sitzsystem Varioflex (Aufpreis: 555 €) als Extra geordert werden.

Wie von Škoda gewohnt, hat der Karoq Sinn für Details. An der Windschutzscheibe gibt es einen Kartenhalter, für den Fond lässt sich eine Halterung fürs Tablet bestellen (48 Euro). Sogar der Kofferraum überzeugt mit witzigen Extras für den Alltag. So kann die Beleuchtung etwa als Taschenlampe fungieren, es stehen drei kleine Staufächer für Krimskrams zur Verfügung und an den Seiten ist je eine Schiene mit zwei verschiebbaren Haken zum Anhängen von Einkaufstüten befestigt.

Die optionale Anhängerkupplung lässt sich per Knopfdruck aus- und einklappen, die Heckklappe öffnet sich elektrisch oder per Fußbefehl (wenn keine Hand frei ist), im Fond gibt es eine 230-Volt-Steckdose (185 Euro) und das Abdeckrollo hebt sich automatisch beim Öffnen der Heckklappe. Außerdem kann man die Beifahrersitzlehne umklappen (77 Euro), um besonders lange Gegenstände im Innenraum zu transportieren. In Sachen Variabilität trumpft der Škoda Karoq wie ein Familien-Van mit Bestnoten auf.

Die Bedienung ist weitgehend problemlos

Vorn sitzt man, wie von einem SUV erwünscht, leicht erhöht und sehr bequem. Die Beinfreiheit reicht für bis zu 1,90 Meter große Menschen aus. Und im Fond fühlen sich zwei ebenso lange Zeitgenossen wohl, vorne wie hinten ist die Kopffreiheit üppig.

Die als Extra erhältlichen digitalen Anzeigen (380 Euro) im Cockpit sind – nach dem Muster des Technologievorreiters Audi – individuell konfigurierbar. Sämtliche Bedienelemente scheinen am rechten Platz. Mit zwei kleinen Ausnahmen: Statt der umständlichen Plus-Minus-Touchscreen-Tasten für die Lautstärke wäre ein Drehknopf besser.

Darüber hinaus fehlt eine Direkttaste, mit der man die Navigationskarte auf den Bildschirm holt. Alternativ gibt es dafür Lautstärkeregler am Lenkrad und eine Sprachsteuerung für das Navi. Hinter dem Steuer tut sich die neue Welt des VW-Konzerns auf.

Praktisch ist es, eine Stadt durch einfachen Fingertipp auf der Karte als neues Navigationsziel einzugeben. Und die Zwei-Finger-Funktion zum Vergrößern oder Verkleinern des Kartenmaßstabs macht die Bedienung kinderleicht. Die Anbindung eines Smartphones empfiehlt sich per Apple CarPlay oder Android Auto. Dass sich Škoda bei der Klimatisierung für altmodische Knöpfe und Tasten entschieden hat, ist übrigens kein Fehler – nicht nur mit Blick auf die ältere Kundschaft. So muss man sich nicht durch Menüs quälen, nur um das Gebläse anzuschalten.

Technisches Highlight: Der 1,5-l-Benziner

Ein technisches Highlight der Motorenpalette ist der 1,5-Liter-Turbobenziner (1.5 TSI) des Testwagens, der 150 PS leistet und mit einer Zylinderabschaltung (ACT) aufwartet. Das System arbeitet insofern perfekt, als dass der Fahrer nicht bemerkt, wenn der Wagen zwei der vier Zylinder abschaltet. Was ohnehin nur dann geschieht, wenn man lediglich im Verkehr dahinrollt.

Das Einsparpotenzial durch die ACT-Technik lässt sich nicht genau beziffern. Doch Fakt ist, dass der Verbrauch im ADAC Ecotest mit 6,9 Litern Super pro 100 Kilometer nicht sonderlich niedrig ausfällt. Der CO-Ausstoß auch bei hohem Tempo auf der Autobahn) wirkt sich ebenso wie die niedrigen Partikelemissionen positiv aufs Gesamtergebnis aus, das sich auf drei von
fünf möglichen Sternen summiert. Fahrleistungen und Durchzugskraft des 1.5 TSI sind prima. Leichte Punktabzüge gibt es bei der Laufkultur. Grund: Der Vierzylinder wird oberhalb von 3000 Umdrehungen etwas rau und laut.

Ausgewogene Federung, kräftige Bremsen

Das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG für 1901 Euro Aufpreis) ist gut abgestuft und schaltet prinzipiell geschmeidig. Doch ab und zu kommt es beim Zurückschalten zu einem leichten Ruckeln, das auch auftritt, wenn man zu heftig anfährt. Ebenfalls im grünen Bereich liegt das Urteil über die Fahreigenschaften des Škoda Karoq: Die Federung ist ausgewogen, der Wagen völlig unkritisch im Fahrverhalten, die Bremsen sind kräftig, die Lenkung arbeitet zielgenau.

Auch der 150-PS-Diesel verbraucht zuviel

Allradantrieb ist beim Karoq aktuell an den stärkeren TDI mit 150 PS in Verbindung mit DSG gekoppelt. Im ADAC Test fuhr der SUV mit dem speziell unter Last etwas rau und nicht gerade gefällig klingenden Zweiliter-Aggregat die Gesamtnote 2,4 ein. Der Turbodiesel zieht bei Bedarf druckvoll durch und erweist sich damit als angemessene Motorisierung für den Karoq. Punktabzüge gibt es auch hier beim Verbrauch, der auch angesichts des Gewichts von gut 1,6 Tonnen mit 6,7 Litern Diesel je 100 Kilometer zu hoch ausfällt. Bei der Schadstoff-Wertung ist gerade noch ein gutes Ergebnis drin, letztendlich reicht es auch beim Selbstzünder so eben für drei von fünf Sternen im Ecotest.

Karoq mit guter Sicherheitsausstattung

Euro NCAP-Crastest: Der Karoq bekommt 5 Sterne

Der Škoda Karoq erreicht volle 5 Sterne im Euro-NCAP-Crashtest. Der Kompakt-SUV ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorne und hinten ausgestattet. Vorne sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, der Fahrer wird zusätzlich durch einen Knieairbag geschützt. Der Insassenschutz für Erwachsene ist gut, das Verletzungsrisiko ist gering bis sehr gering.

Allerdings enttäuscht die Kindersicherheit: Beim 6-Jährigen sind die Belastungen für Oberkörper und Nacken im Frontcrash mittel bis hoch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar, für den Beifahrersitz sind ISOFIX-Anbindungspunkte optional erhältlich. Der Karoq ist serienmäßig mit einem Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten ausgestattet.

Glanzpunkte setzt der Karoq bei der Sicherheit. Škoda bietet für ihn an aktiven Sicherheitssystemen so gut wie alles, was man in dieser Klasse bekommen kann. Allerdings kostet vieles Aufpreis. Ein Notbremsassistent mit Kollisionswarnung samt Personenerkennung ist aber immer an Bord.

Seit Sommer 2020 bündeln die Assistenzsystem-Pakete Traveller und Traveller Plus noch mehr der elektronischen Helfer – vom prädiktiven und adaptiven Abstandsassistenten, einer verbesserten Version der Verkehrszeichenerkennung über den adaptiven Spurhalteassistenten mit Baustellenerkennung bis hin zum an das DSG gekoppelten Stau- und Notfallassistenten. Allerdings sind dafür auch 848 beziehungsweise 1842 Euro extra fällig. Für die Basisversion namens Active werden die Pakete nicht angeboten.

Neu beim Karoq sind auch die optionale Drei-Zonen-Climatronic für die Version Style (243 Euro) und die digitale Sprachassistentin Laura, USB-C-Anschlüsse ersetzen die bisherigen USB-A-Ports.

Fazit

Das ADAC Urteil für den Benziner und den Diesel fällt mit der Gesamtnote 2,3 und 2,4 gut aus: Der Škoda hat überzeugt, auch wenn der Verbrauch niedriger ausfallen dürfte. Sein Preis-Leistungs-Verhältnis ist prima. Der Karoq empfiehlt sich als verlässlicher Kumpel: immer solide, komplett alltagstauglich und – zum Glück – ohne Überraschungen.

Hier können Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Škoda Karoq 1.5 TSI (Benziner) als PDF herunterladen
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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Škoda Karoq 2.0 TDI 4x4 (Diesel) als PDF herunterladen
PDF, 885 KB
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Technische Daten (Herstellerangaben)Škoda Karoq 1.5 TSI ACT Style DSGŠkoda Karoq 2.0 TDI SCR Style 4x4 DSG

Motor

4-Zyl.-Turbobenziner, 1498 cm³, 110 kW/150 PS, 250 Nm bei 1500 U/min

4-Zyl.-Turbodiesel, 1968 cm³ , 110 kW/150 PS, 340 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

8,6 s auf 100 km/h, 203 km/h Spitze

9,2 s auf 100 km/h, 195 km/h Spitze

Verbrauch

5,2 l Super/100 km, 120 g CO₂/km

4,9 l Diesel/100 km, 130 g CO₂/km

Maße

L 4,38 / B 1,84 / H 1,60 m

L 4,38 / B 1,84 / H 1,60 m

Leergewicht / Zuladung

1393 kg / 536 kg

1591 kg / 582 kg

Kofferraum

521 – 1630

521 – 1630

Preis

30.881 Euro, Baureihe ab 23.063 Euro

36.320 Euro

ADAC Messwerte (Auszug)Škoda Karoq 1.5 TSI ACT Style DSG Škoda Karoq 2.0 TDI SCR Style 4x4 DSG

Überholvorgang 60-100 km/h

5,2 s

6,1 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,3 m

36,6 m

Wendekreis

10,9 m

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

6,9 l Super/100 km, 189 g CO₂/km (well-to-wheel)

6,7 l Diesel/100 km, 212 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

725 km

820 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,1 dB (A)

67,2 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1460 / 478 kg

1640 / 592 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

430 / 1020 / 1600 l

360 / 730 / 1350 l

ADAC TestergebnisŠkoda Karoq 1.5 TSI ACT Style DSGŠkoda Karoq 2.0 TDI Style 4x4 DSG

Karosserie/Kofferraum

2,3

2,3

Innenraum

2,2

2,2

Komfort

2,4

2,3

Motor/Antrieb

2,0

2,0

Fahreigenschaften

2,3

2,6

Sicherheit

1,8

1,8

Umwelt/EcoTest

2,8

3,5

Gesamtnote

2,3

2,4

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Das hat uns gefallen: Gute Fahrleistungen. Variabler Innenraum. Gute Verarbeitung. Viele praktische Ausstattungsdetails. Viele Sicherheitssysteme lieferbar. Kräftige Bremsen.        

Das hat uns nicht gefallen: Bei hohen Drehzahlen etwas raue Motoren.