Elektro-Kombis: Das Angebot wächst langsam

Wanted! Elektro-Kombis wie der neue Peugeot e-308 SW
Wanted! Elektro-Kombis wie der neue Peugeot e-308 SW© Peugeot

Elektro-Kombis versprechen nicht nur lokal emissionsfreies Autofahren, sondern auch stets genügend Platz für alle Eventualitäten. Der Überblick über das aktuelle und zukünftige Modellangebot.

  • Bisher gibt es nur zwei E-Kombis

  • Ab 2023 kommen Kombi-Konkurrenten

  • SUVs sind für viele eine Alternative

Elektro-Kombis: Nur zwei Modelle

MG5: Der E-Kombi bietet 479 bis 1367 Liter Kofferraumvolumen © MG

Kombis mit Elektroantrieb sind im aktuellen Fahrzeugangebot der Hersteller fast nicht vorhanden. Es gibt aktuell nur den MG5 – und nominell noch den Porsche Taycan Turismo. Aber der Porsche ist sicherlich nicht das Auto, das Interessenten suchen, die bislang einen VW Passat Variant, einen Audi Avant oder einen BMW Touring gefahren sind. Das Angebot ist daher mehr als überschaubar, aber es wird wachsen. Mitte des Jahres 2023 dürfen wir den Opel Astra Sports Tourer als Elektroversion erwarten. Parallel sollte auch der Technik-Bruder aus dem Stellantis-Konzern, der Peugeot e-308 SW erhältlich sein. Als Antrieb dient beiden ein neuer Elektromotor mit 115 kW (156 PS) und 260 Nm Drehmoment. Die Reichweite soll bei etwa 400 Kilometern liegen.

Stellantis greift an: E-Kombis von Opel und Peugeot

Kommt Mitte 2023: Opel Astra-e, auch als Kombi "Sportstourer" © Opel

Damit bietet der Autokonzern Stellantis gleich zwei neue Elektrokombis an. Deren 54 kWh große Lithium-Ionen-Batterie hat eine neue chemische Zusammensetzung mit 80 Prozent Nickel, 10 Prozent Mangan, 10 Prozent Kobalt. Der durchschnittliche Energieverbrauch des kompakten e-308 soll laut Peugeot nur 12,7 kWh pro 100 Kilometer betragen. Erreicht werden soll der außergewöhnlich niedrige Wert durch Gewichtoptimierung des Fahrzeugs, Reduzierung der Reibungsverluste und durch besonders energiesparende Reifen.
Laut Peugeot gibt es des Weiteren einen dreiphasigen On-Board-Charger mit einer Leistung von 11 kW, die maximale Ladeleistung an einer öffentlichen DC-Ladestation beträgt 100 Kilowatt. Für die Fahrzeug-Mittelklasse will Peugeot dann noch den e-408 mit einer Kombiversion nachschieben.

E-Kombis deutscher Premiumhersteller

Der Audi A6 e-tron: Baldiger elektrischer Edel-Transporter aus Ingolstadt © AUDI AG

Die Premiumkombis deutscher Hersteller lassen noch ein wenig auf sich warten. Der Audi A6 e-tron und der "Passat"-Ersatz VW ID.7 folgen erst im Jahr 2024. Nur der BMW i5 könnte möglicherweise 2023 das Angebot bereichern. Offiziell will BMW die Kombiversion aber nicht bestätigen. Mercedes verweist bei der Frage nach Elektro-Kombis auf Fahrzeuge wie den schon erhältlichen Mercedes EQB, den Ende 2022 erscheinenden EQS SUV und den im Frühjahr 2023 startenden EQE SUV. Diese Modelle böten, so Mercedes, eine Menge Platz, Komfort, Praktikabilität, dazu aber auch noch eine erhöhte Sitzposition und eine leichte bis mittlere Geländegängigkeit. Man werde schauen, wie sich die Nachfrage nach Kombis in Mitteleuropa entwickele, im Rest der Welt seien sie ohnehin ein absolutes Randthema. Soll heißen: Kombis braucht es in Zukunft vielleicht gar nicht mehr.

Dilemma für Kunden: Kombi oder SUV?

Mercedes EQE SUV: Der bessere Kombi? © Mercedes

Denn der Verweis auf die Beliebtheit und das reichhaltige Angebot an SUVs macht ein gewisses Dilemma für die Kaufinteressenten deutlich: Muss es wirklich (wieder) ein Kombi sein? Oder kann ich meine persönlichen Bedürfnisse genauso gut mit einem (elektrischen) SUV befriedigen? Eine allgemeine Antwort darauf gibt es nicht. Interessenten müssen immer im konkreten Fall entscheiden – und die erhältlichen Modelle Detail für Detail miteinander vergleichen.

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