Audi A6 e-tron: E-Limousine soll 700 km Reichweite haben

der Audi A6 e-tron von vorne bei Sonnenuntergang
Neues Licht am Horizont: Der Audi A6 e-tron verspricht 700 Kilometer Reichweite ∙ © Audi

Mit dem e-tron GT bietet Audi bereits ein 800-Volt-Elektroauto an, dessen Technik von Porsche stammt. Jetzt zeigen die Ingolstädter den Audi A6 e-tron als Eigenentwicklung

  • 800-Volt-Architektur mit 350 kW/476 PS

  • Geplant: Über 700 Kilometer Reichweite

  • Bis zu 270 kW Ladeleistung möglich

Auf der Automesse in Shanghai gibt Audi mit dem Konzeptfahrzeug A6 e-tron Ausblick auf seine nächste Evolutionsstufe batterieelektrisch angetriebener Modelle. Die Studie ist Vorbote der sogenannten „Premium Plattform Electric“, kurz PPE, die mit großen Batterien und 800-Volt-Architektur außerordentliche Reichweiten ermöglicht. Im Fall A6 e-tron versprechen die Ingolstädter über 700 Kilometer mit einer Akkuladung – und schließen damit reichweitentechnisch zum Mercedes EQS auf.

PPE-Architektur mit 800 Volt Spannung

der Audi A6 e-tron von hinten bei Sonnenuntergang
Viel Platz, viel Komfort, viel Reichweite: Audi A6 e-tron ∙ © Audi

Vorreiter beim 800-Volt-System ist der Porsche Taycan. Auch Hyundai hat angekündigt, mit dem Ioniq 5 auf 800 Volt nachzuziehen, so wie auch der Kia EV6 von der koreanischen Konzernschwester mit einer doppelt hohen Spannungslage als bisher üblich arbeitet.
Mit seiner 4,96 Meter langen Karosserie ist der A6 e-tron in etwa so lang wie die aktuelle A6-Limousine. Beim Design handelt es sich jedoch um eine Weiterentwicklung der Formensprache der Baureihe. Die Außenhaut zeichnet sich zudem durch einen aerodynamischen Feinschliff aus, der für einen cw-Wert von lediglich 0,22 sorgt.

Unter anderem zeigt das Konzept eine neue Scheinwerfer-Technik: Am Heck gibt es ein durchgehendes Lichtband aus OLED-Elementen, die individuelle und dynamische Lichtinszenierungen erlauben. Andere Leuchteinheiten in den Flanken dienen dazu, Warnsignale oder Blinker auf den Asphalt zu projizieren. Schließlich lassen sich mit den LED-Matrix-Scheinwerfern sogar Inhalte von Videospielen „in Kinoqualität“ an Wände projizieren.

10 Minuten laden für 300 Kilometer Reichweite

der Audi A6 e-tron von vorne
Flach und rund: Luftwiderstandsbeiwert von 0,22 ∙ © Audi

Ob Ladepausen damit kurzweiliger werden? Die sollen ohnehin kurz ausfallen, denn bis zu 270 kW Ladeleistung wird die neue Elektroplattform verdauen können. Im Fall des A6 e-tron könnte der Akku so Strom für 300 Kilometer in 10 Minuten aufnehmen – und das wäre wirklich zukunftsweisend. Im Fall des geduckt konstruierten A6 e-tron liegt die üppig dimensionierte 100-kWh-Batterie relativ nah am Boden. Auf PPE-Basis soll es zu einem späteren Zeitpunkt allerdings auch im B- und C-Segment Modelle mit Hochbodenstruktur geben.

Der Innenraum des A6 e-tron soll geräumig ausfallen und seinen Insassen hinten viel Beinfreiheit bieten. Zudem gibt es keinen Kardantunnel. Auf Allradantrieb müssen Kunden künftig dennoch nicht verzichten, denn auf PPE-Basis lassen sich ein- oder zweimotorige Antriebssysteme realisieren. Letztere sind in der Lage, auf Vorder- und Hinterachse gleichermaßen einzuwirken. Kleinere und effizientere Modelle erhalten lediglich einen Heckmotor.

Marktstart: Wohl erst Ende 2022

der Audi A6 e-tron von der Seite im Stand
Fast fünf Meter lang und 800 Nm stark ∙ © Audi

Im Fall des zweimotorigen A6 e-tron liegt die Gesamtleistung bei 350 kW/476 PS und 800 Newtonmeter Drehmoment. Laut Audi wird eine solche Performance-Variante den Sprint auf 100 km/h in weniger als 4 Sekunden schaffen. Basismodelle auf PPE-Basis mit einem Motor sollen den Sprint in unter sieben Sekunden schaffen. Für viel Fahrkomfort im A6 e-tron sorgt eine Luftfederung. Adaptivdämpfer lassen auf Wunsch aber auch ein hohes dynamisches Fahrverhalten zu.

Wann genau der A6 e-tron auf den Markt kommen wird, lässt Audi noch offen. Ende 2022 verspricht der Autobauer erste Serienmodelle auf PPE-Basis, die dann Fahrzeugen verschiedener Segmente als Basis dienen wird.

Text: Mario Hommen/SP-X

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