Benziner oder Elektro? Beim Mercedes CLA ist die Antwort klar

Der Mercedes CLA soll die Elektro-Speerspitze von Mercedes sein: Mit kurzer Ladezeit, höchster Energieeffizienz und super Reichweite. Wie sich der elektrische CLA im Test macht und wie sich der Hybrid-Benziner im Vergleich dazu schlägt.
Hoher Fahrkomfort, eingeschränktes Platzangebot
350 EQ 4MATIC: Testverbrauch von 14,8 kWh/100 km
Plus: So sparsam ist der Hybrid-Benziner
CLA: Cleverster Mercedes aller Zeiten

Mercedes gibt für den aktuellen CLA 8,3 Teraflops als mögliche Rechenleistung an. Bis zu 450 Millionen einzelne Rechenoperationen pro Sekunde führen die Chips aus. Zum Vergleich: Der Computer der ersten Mondlandefähre konnte 40.000 Anweisungen pro Sekunde bewältigen. Entsprechend nennt Mercedes den neuen CLA "das cleverste Auto, das wir je gebaut haben". Ob sich das auch beim Fahren auszahlt, zeigt der ADAC Test.
Die Basis dafür ist das selbst entwickelte Betriebssystem (MB.OS). Der CLA arbeitet zudem mit künstlicher Intelligenz von Google Gemini und ChatGPT. Derart intelligent und mit einem hocheffizienten Elektroantrieb ausgerüstet, scheint der CLA fit für die Zukunft zu sein.
CLA mit 800-Volt-System
Extrem aufwendig ist der Elektroantrieb des neuen Mercedes CLA entwickelt worden. Es gibt 800-Volt-Technik für schnelles Laden, ein Zweigang-Getriebe für niedrigen Autobahnverbrauch, und natürlich sind die E-Motoren selbst auf niedrigen Verbrauch getrimmt. Zudem garantiert ein serienmäßiges Luft-Wärmepumpensystem das Konditionieren der Akkuzellen. Auch die Karosserie wurde sehr aerodynamisch gestaltet (cW-Wert 0,21). Gute Voraussetzungen für niedrigen Verbrauch.
Bei den Zellen des 85-kWh-Akkus handelt es sich um prismatische Hardcase-Zellen, deren Graphit-Anoden mit Silizium vermischt worden sind. Dieser Akku kommt in den Modellen 250+ und 350 4MATIC zum Einsatz. Der kleinere 58-kWh-Akku arbeitet mit einer kostengünstigeren Lithium-Eisenphosphat-Chemie (LFP), bietet nur maximal 200 kW DC-Schnellladefähigkeit und ist lediglich im Basismodell CLA 200 EQ verbaut.
Im Test: Reichweite von 672 Kilometern

Der aktuell getestete, elektrische CLA 350 4MATIC (Allrad) erzielte im seit 2026 gültigen ADAC Messzyklus einen Verbrauch von 14,8 kWh pro 100 Kilometer und eine Reichweite von 672 Kilometern. Damit ist der Elektro-Mercedes ausgesprochen sparsam. Selbst kleinere und leichtere Modelle hatten bisher kein so gutes Verhältnis zwischen Leistung und Effizienz zu bieten. Zumal dieser Verbrauchswert auch die Ladeverluste beinhaltet (3-phasig, 16 A).
Der vordere Motor wird beim Allradmodell übrigens nur zugeschaltet, wenn besonders viel Kraft vonnöten ist: beim starken Beschleunigen, beim Anfahren am Berg oder auch beim Ziehen eines Anhängers. Für den CLA 350 4MATIC sind übrigens 1,8 Tonnen Anhängelast erlaubt.
Dank eines Zweigang-Getriebes mit einer größeren Übersetzungsstufe kann der hintere Motor des elektrischen CLA auch bei höheren Geschwindigkeiten effizient betrieben werden. Die Insassen merken davon meist nichts. Nur wenn besonders viel Leistung abgefragt wird, ist eine kleine Zugkraftunterbrechung zwischen 110 und 120 km/h zu spüren. Nichts Dramatisches, für ein Elektroauto aber durchaus ungewöhnlich.
AMG-Fans sollen im späteren Verlauf des Modellzyklus ihre Spaßmaschine bekommen. Mercedes plant nämlich ein Sportmodell des CLA. Die Marschrichtung zeigt der AMG GT Viertürer mit seinen Axialflussmotoren. Die Technik soll auch in den AMG-CLA kommen, wenngleich deutlich entschärft.
In 10 Minuten 270 Kilometer nachladen

Dank 800-Volt-Technik und einer maximalen Ladeleistung von 320 kW verspricht Mercedes einen Ladehub von 10 auf 80 Prozent in 22 Minuten. Im Test schaffte der CLA 350 4MATIC maximal 296 kW an Ladeleistung, über die gesamte Ladedauer waren es im Schnitt 169 kW.
Da die Ladeleistung bis 35 Prozent SoC aber mit über 200 kW anliegt, ist das Aufladen auf Reisen schnell erledigt: Nach 10 Minuten hat man genug Strom für etwa 270 Kilometer nachgeladen. Man trinkt einen Kaffee, und weiter geht's. Eine Ladeplanung für die Reise wird übrigens automatisch vom Navigationssystem vorgenommen, deren Ziel-Ladepunkte nach persönlichen Filtern (Bezahlsystem, Verfügbarkeit, Ladeleistung u.a.) angesteuert werden können.
Aber, auch das muss man wissen: Das 800-Volt-Akkusystem des Mercedes CLA EQ kann nur an DC-Säulen geladen werden, die auch 800 Volt ausgeben. Einige ältere DC-Ladesäulen sind auf 400 Volt begrenzt. Hier lädt der CLA überhaupt nicht. Abhilfe schafft ein Feature, das Mercedes seit 2026 in der Aufpreisliste anbietet: Wer 1200 Euro extra berappt, kann auch an alten 400-Volt-Säulen aufladen. Diese Preispolitik sollte Mercedes aber schnellstens aufgeben.
Zur Vortemperierung des Akkus sowie zur Klimatisierung der Fahrgastzelle nutzt der Mercedes CLA eine sogenannte Multi-Source-Wärmepumpe. Sie geht laut Hersteller nicht mehr den Umweg über einen Wasserkreis und kann drei Energiequellen parallel nutzen: die Abwärme des elektrischen Antriebs und der Batterie sowie die Umgebungsluft. Energieersparnis: rund ein Drittel im Vergleich zur bisherigen Technik.
Aus Effizienzgründen erfolgen nahezu alle Verzögerungsvorgänge über die Rekuperationsbremse. Selbst im ABS-Regelfall oder bei vereister Fahrbahn kann mit bis zu 200 kW rekuperiert, also Energie zurückgewonnen werden.
Mercedes CLA EQ im Detail


