Mercedes EQE SUV: Wie effizient ist das Elektro-SUV?

Reichweitenstark und gegen Aufpreis mit beachtlichen Features: Das neue Mercedes EQE SUV
Reichweitenstark und gegen Aufpreis mit beachtlichen Features: Das neue Mercedes EQE SUV© Jeep

Mercedes hat sein erstes elektrisches SUV der oberen Mittelklasse vorgestellt: Das neue EQE SUV übernimmt die technische Finesse der EQE Limousine. Und auch deren Effizienz? Alle Infos zu Reichweite, Leistung und zur starken AMG-Version.

  • Effizient getüftelt: Große Batterie für hohe Reichweite, schnelles DC-Laden

  • Optional: Kino-Innenraum und Hinterachslenkung

  • AMG-Version mit 687 PS

Auch in Stuttgart stehen alle Zeichen auf Elektro: Bis Ende des Jahrzehnts möchte Mercedes auf eine vollelektrische Produktpalette umsteigen, und schon jetzt findet man bei Daimler eine erheblich größere Auswahl an E-Modellen als etwa beim Dauerkonkurrenten BMW. Mit dem neuen EQE SUV besetzt Mercedes nun auch die obere Mittelklasse. Der neue Ableger steht der EQE Limousine in Sachen Komfort in nichts nach, hat aber ein paar Ideen an Bord, um mehr Effizienz aus dem Antrieb zu kitzeln.

Mercedes EQE SUV: Effiziente Batterie mit hoher Leistung

Das EQE SUV behält das eher runde und glatte Design der EQE Limousine bei, ist aber um 12 Zentimeter kürzer © Mercedes

Das EQE SUV ist nach dem EQS, dem EQE und dem EQS SUV das vierte Mercedes-Modell, das auf der gleichen Plattform konzipiert wurde. Die SUV-Version nutzt dabei auch die gleiche 90,6-kWh-Batterie wie die EQE Limousine. Das sorgt auch für identische Leistungen der Motoren, die auf Vorder- und Hinterachse aufgeteilt sind: 215 kW/ 292 PS beim hinterradgetriebenen EQE 350+ und dem Allradmodell EQE 350 4Matic bzw. 300 kW/ 408 PS beim EQE 500 4Matic.

Der Verbrauch des SUVs ist allerdings höher als bei der Limousine, die im ADAC Test noch auf starke Werte kam. Das liegt natürlich vor allem am höheren Gewicht: Der Verbrauch des EQE 350+ soll zwischen 18,5 kWh und 22,5 kWh auf 100 Kilometer liegen. Zum Vergleich: Der Audi e-tron verbraucht 21,9 kW/100 Kilometer, beide Modelle liegen also in etwa gleich auf. Allerdings ist zum einen die von Mercedes angegebene Streuung der Verbrauchswerte recht hoch. Und wie die Werte in der Praxis ausfallen, wird sich noch zeigen. Gerade bei E-Autos ergibt sich oft ein anderes Bild.

Um den dicken Brocken EQE SUV effizienter zu machen, wurde viel getüftelt. Ein neuer Radspoiler verbessert die Aerodynamik, mit der gegen Aufpreis erhältlichen „Airmatic“-Funktion lässt sich das Auto bei hoher Geschwindigkeit durch Knopfdruck absenken. 20 Millimeter senkt sich das Fahrzeug dann näher zur Fahrbahn, was den Luftwiderstand insgesamt verringert. Außerdem optimiert: Die Wärmepumpe nutzt die Abwärme von E-Motor und Batterie für die Heizung des Innenraums. Dadurch wird Strom für die Klimaanlage gespart und steht für die Reichweite zur Verfügung.

Mercedes EQE SUV: Hohe Reichweite und 170-kW-Laden

Mit den beiden verfügbaren Allradversionen kann es in den Kurven auch mal schneller zugehen © Mercedes

Und die kann sich sehen lassen. Zwar kommt das SUV nicht an die sehr guten Werte der Limousine – die Allradversion EQE 350 kommt auf 580 Kilometer – heran, die vergleichbare SUV-Allradversion soll mit einer Akkuladung aber immer noch 459 bis 558 Kilometer weit fahren können. Auch wenn diese Spanne abermals sehr groß ist, wäre schon der niedrigste Wert deutlich höher als die vom e-tron versprochenen 338 Kilometer. Das EQE SUV erreicht damit etwa die Werte des eine Klasse unterhalb angesiedelten Genesis Electrified GV70 (455 Kilometer).

An Schnellladesäulen ist das Laden mit 170 kW möglich, ebenfalls ein guter Wert. 220 Kilometer Reichweite soll man damit in nur 15 Minuten nachfüllen können. An normalen Ladesäulen sind gegen Aufpreis 22 kW möglich, ansonsten muss man sich mit durchschnittlichen 11 kW zufriedengeben. Praktisch: Mit eingeschaltetem Navi heizt das Auto die Batterie vor dem Erreichen der angepeilten Ladesäule auf die optimale Temperatur vor, so dass die volle Ladeleistung genutzt werden kann.

Beim Mercedes EQE SUV gibt es vieles nur gegen Aufpreis

Der gegen Aufpreis erhältliche Hyperscreen sorgt für ein 141 Zentimeter breites Displayband © Mercedes

Um dem gehobenen Anspruch der Kundschaft gerecht zu werden, setzt Mercedes im Cockpit voll auf Multimedia. Der sogenannte Hyperscreen verbindet drei Bildschirme miteinander und schafft so ein 141 Zentimeter breites Bildschirmband. Und auch der Beifahrer bekommt sein eigenes 12,3-Zoll-Display, auf dem er dann Sudoku spielen oder einen Film anschauen kann. Und selbst bei einem Thriller besteht kein Ablenkungspotenzial für die Fahrerin oder den Fahrer: Das Auto erkennt, wenn der Blick vom Fahrersitz auf das ganz rechte Display fällt und dunkelt den Bildschirm automatisch ab.

Dieses Kino-Erlebnis gibt es allerdings nur gegen Aufpreis, genauso wie die praktische Hinterachslenkung, die den Wendekreis des SUV von 12,3 Meter auf 10,5 Meter verkleinert. Das EQE SUV ist im Vergleich zum EQE 12 Zentimeter kürzer, dennoch nimmt der Kofferraum 100 Liter mehr auf. Dank zusätzlicher Hinterachslenkung (Aufpreis) dürfte der EQE SUV so handlich sein wie ein deutlich kleineres Fahrzeug.

Mercedes-AMG EQE SUV: 687 PS haben ihren Preis

Mercedes EQE SUV: Die Falte an der Seite ist etwas tiefer geworden und das Dach 18 Zentimeter höher © Mercedes

Wie bei der Limousine wird auch dem EQE SUV ein sportlicher AMG-Partner an die Seite gestellt. Es ist das erste vollelektrische SUV von Mercedes-AMG und liefert wie gewohnt exorbitante Leistungswerte: Der AMG EQE 43 kommt auf 350 kW/ 476 PS, der AMG EQE 53 gar auf 505kW/687 PS. Beide kommen serienmäßig mit Allradantrieb und Hinterachslenkung, der EQE 53 hat zusätzlich noch eine separat aktivierbare Boostfunktion, die das SUV in 3,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h bringen soll. Ein schier grotesker Wert, gerade in Anbetracht der 2,7 Tonnen Gewicht.

Wenig verwunderlich, dass sich diese Daten auch auf den Verbrauch und die Reichweite auswirken. Die liegt bei der 53er-Version nur noch bei 375 bis 470 Kilometern. Es ist zumindest fraglich, ob diese Fixierung auf Motorperformance mit dem ökologischen Wandel der Branche und der Elektrostrategie von Mercedes im Speziellen überhaupt in Einklang zu bringen ist.

Mercedes EQE SUV: Markstart und Preise

Genaueres über den Preis hat Daimler noch nicht verkündet. Mit Blick auf den Preis der EQE Limousine kann man aber von einem Preis ab ca. 75 000 Euro ausgehen, als Marktstart ist Mitte 2023 angesetzt.

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