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Der ADAC

BMW X5: Wie gut ist der Premium-SUV?

weißer BMW X5 von 2018 fahrend
Neuer BMW X5: Am auffälligsten an der Front ist die riesige Niere ∙ © BMW

Der neue BMW X5 ist etwas größer geworden, sieht besser aus, bietet bis zu sieben Personen Platz und einige technische Highlights. Wie schlägt er sich im ADAC Test? Bilder, Daten, Preise, Crashtest-Ergebnis

  • 4,92 m lang: Platz für bis zu sieben Personen

  • Leistung satt: Die Motoren leisten bis zu 625 PS

  • Hohes Preisniveau: Der X5 kostet mindestens 66.700 Euro

  • Im ADAC Test: Der X5 30d und der Plug-in 45e

Irgendwie sieht er anders aus als seine Vorgänger. Der neue BMW X5 wirkt länger, schlanker, die Motorhaube präsenter. Ein Blick in die Daten-Tabelle zeigt jedoch: Eigentlich ist hier (fast) alles beim Alten geblieben. Mit 4,92 Metern Außenlänge ist er nur ein paar Zentimeter größer geraten, auch die restlichen Proportionen wurden kaum verändert.

Ist das mutlos? Nicht unbedingt. Schließlich gehört der X5 mit mehr als zwei Millionen verkauften Autos seit 1999 zu BMWs erfolgreichsten Modellen – warum sollte man also alles anders machen? Auch die restliche X-Familie läuft gut, die mittlerweile sieben Mitglieder vom X1 bis zum X7 umfasst.

Luxus-SUV mit Laserlicht und Sternenhimmel

Woran also liegt der frische optische Auftritt? Erstens am verlängerten Radstand und den damit verbundenen knackigeren Überhängen. Das lässt die Karosserie gestreckter, die Motorhaube länger erscheinen. Vorne mündet die neue Pracht dazu in einer übergroßen, dominanten Niere zwischen LED- oder optionalen Laser-Scheinwerfern. Zweitens haben die Designer scharfe Bügelfalten eingezogen, vor allem eine "Charakterlinie" (bis zu den Heckleuchten, welche die Flanke schnittiger wirken lässt.

Auch im Interieur hat sich einiges getan: Hier ist der X5 von einem SUV zu einem Luxusgefährt mutiert. Edle Hölzer und Leder lassen keinen Zweifel daran, dass man beispielsweise amerikanische und chinesische Kunden aus ihren Limousinen in den SUV locken möchte. Für europäischen Geschmack dagegen könnten die (optionalen) Glas-Applikationen etwa am Automatik-Wahlhebel oder der aus 15.000 LEDs bestehende Sternen-Dachhimmel à la Rolls-Royce etwas zu viel des Guten sein.

High-Tech-Fans freuen sich indes über das voll digitale Cockpit und das damit korrespondierende große Touch-Display in der Mittelkonsole. Erstmals setzt BMW hier sein neues Betriebssystem OS7 ein. Es erlaubt eine sehr freie Konfiguration von Kacheln, auch lassen sich sekundäre Informationen – wie der Titel des laufenden Songs – rechts in den virtuellen Drehzahlmesser einblenden.

Gestensteuerung ist gewöhnungsbedürftig

Bedienen lässt sich das alles redundant per Berührung, Dreh- und Drücktaste, Sprache oder – nach wie vor etwas gewöhnungsbedürftig – Gesten. Konkurrent Audi setzt bei seinen Modellen A6A7 und A8 ausschließlich auf Touchscreens und hat den Dreh-Drücksteller mittlerweile entsorgt.

Die Sprachsteuerung lässt sich durch das Kommando "Hey BMW" (oder einen eigens gewählten Befehl) aktivieren und versteht auch natürliche Sprache. Das heißt, man muss sich nicht an fest vorgegebene Kommandos halten und auch Dialekte werden von der Spracherkennung verstanden.

Das BMW-Bediensystem zählt nach wie vor zu den besten auf dem Markt, auch wenn der immer größere Funktionsumfang den Gewöhnungsaufwand und die Handhabung erschweren. Es dauert mitunter, ehe man manche Einstellung in den Tiefen der Untermenüs findet.

Kaum Worte verlieren braucht man zum Platzangebot. Es ist gigantisch, und selbst hinten wird es erst für Personen über 1,95 Metern Körpergröße enger. Den X5 gibt es gegen Aufpreis auch als Siebensitzer. Ist der SUV mit der dritten Sitzreihe ausgestattet, lassen sich zudem die Lehnen der zweiten Reihe elektrisch in der Neigung verstellen und die Sitze um bis zu 80 mm in Längsrichtung verschieben.

Und wie sieht es nun mit der Kernkompetenz der Bayerischen Motorenwerke aus – dem Fahren? Hier die beruhigende Antwort: Besser denn je. Die bisher aufpreispflichtige Luftfederung bringt der X5 jetzt serienmäßig mit. Das bedeutet dank der integrierten Wank-Stabilisierung hohe Kurventempi, sowie eine weite Spreizung der Abstimmung.

So kann man im X5 so komfortabel unterwegs sein, wie man es eben von einem großen, teuren Auto erwartet, das die Aufgaben einer Limousine übernehmen will. Leise, nahezu ohne Motor- oder Reifengeräusch, fast schon Mercedes-mäßig abgekoppelt von der Umwelt und Straßen-Unebenheiten, gleitet der im US-Werk Spartanburg gebaute Bayer über den Asphalt.

SUV: Schon gefahren und bewertet

Welche aktuellen SUVs gibt es sonst noch? Der ADAC hat viele unter die Lupe genommen:

Im ADAC Test: Der Diesel 30d

Zum ADAC Test trat der Diesel 30d mit 265 PS an. Mehr braucht es nicht, schließlich hat der 3-Liter-Sechszylinder wenig Mühe, den 2,2-Tonnen-Koloss zu beschleunigen. Nur 6,5 Sekunden vergehen beim Sprint auf 100 km/h, die Spitze liegt bei 230 km/h. Gekrönt wird der gute Eindruck des Motors von einer perfekt abgestimmten Automatik und niedrigen Schadstoffwerten. Beim Verbrauch von 7,9 Litern Diesel im ADAC Ecotest zeigt sich, dass ein großer SUV eben kein Kleinwagen ist, aber auch nicht übermäßig säuft.

Wohnwagen- und Bootsbesitzer können ebenfalls mit diesem Diesel gut leben, schließlich hat bereits der 30d eine Anhängelast von 3,5 Tonnen. Und auch die Gelände-Fähigkeiten haben die Münchner gesteigert; erstmal gibt es sogar ein Off-Road-Paket. Mit variabler Bodenfreiheit, Bergab-Automatik und schnell reagierender Kraftverteilung meistert der X5 mittelschweres Gelände nahezu mühelos und ohne viel Zutun des Fahrers.

Würden nicht die Dienstwagen-Regeln vieler Unternehmen einen SUV ausschließen, könnte BMWs Neuer zur ernsthaften Konkurrenz der 5er-Reihe geraten. Er ist moderner, trägt mehr High-Tech an Bord wie erstmal eine elektrische Bremse ("Brake-by-Wire"), die kein Pulsieren beim ABS-Einsatz mehr kennt – dieses erschreckt bisher bei Vollbremsungen manchen ungeübten Fahrer so, dass er wieder den Fuß vom Pedal nimmt. 

Nicht unbedingt praktisch, aber ein Prunkstück deutscher Ingenieurskunst: Die zweigeteilte, elektrisch bewegte Ladeklappe – und das selbständig surrende optionale E-Rollo zur Abdeckung, inklusive hochfahrender Trennwand zum Passagierraum, erst recht.

Der BMW X5 kann automatisch rückwärts fahren

Ein noch verblüffenderes Extra ist ein neues Assistenz-System, das die Armada der bisherigen ergänzt: Die automatische Rückfahr-Funktion. Für diese merkt sich der Wagen die jeweils letzten gefahrenen 50 Meter. Auf Druck am Touchscreen lenkt er sie völlig selbstständig zurück, nur dosiert Gas geben muss der Fahrer noch selber.

Sehr praktisch ist das etwa beim Herausfahren aus einer engen Garage, oder wenn man sich im Urlaub in einer Sackgasse eines italienischen Dorfes festgefahren hat. Braucht man das alles? Natürlich nicht. Es ist kein Must-Have, aber sehr nette Nice-to-haves. Wie der ganze BMW X5.

Technische Daten (Herstellerangaben)BMW X5 xDrive 30d

Motor

Reihen-Sechszylinder-Turbodiesel, 2993 cm³, 195 kW/265 PS, 620 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

6,5 s auf 100 km/h, 230 km/h Spitze

Verbrauch

6,0 – 6,8 l Diesel/100 km, 158 – 179 g CO₂/km

Maße

L 4,92 / B 2,00 / H 1,75 m

Kofferraum

650 – 1860 l

Preis

70.800 Euro

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

4,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,2 m

Wendekreis

12,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

7,9 l Diesel/100 km , 250 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

1010 km

Innengeräusch bei 130 km/h

65,9 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

2240 / 620 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

400 / 775 / 1555 l

ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,2

Karosserie/Kofferraum

2,4

Innenraum

1,7

Komfort

1,7

Motor/Antrieb

1,3

Fahreigenschaften

2,9

Sicherheit

1,5

Umwelt/EcoTest

3,5

Das hat uns gefallen: Hohe Verarbeitungsqualität. Gute Serienausstattung. Kräftiger und kultivierter Dieselmotor. Hervorragende Automatik. Geringe Schadstoffemissionen.

Das hat uns nicht gefallen: Schwächen beim ADAC Ausweichtest. Teuer in Anschaffung und Unterhalt. Schlechte Rundumsicht.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW X5 xDrive 30d Steptronic als PDF herunterladen
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Im ADAC Test: Der Plug-in-Hybrid X5 45e

Unter der Haube unseres Testwagens BMW X5 xDrive45e iPerformance steckt eine Systemleistung von 394 PS – kombiniert aus einem Reihensechszylinder-Turbobenziner mit 286 PS und einem Elektromotor mit zusätzlichen 113 PS. Das maximale System-Drehmoment von beachtlichen 600 Nm wird dem Allradantrieb über eine 8-Gang-Automatik zur Verfügung gestellt.

Die Fahrleistungen sprechen (trotz des hohen Gewichts von über 2,5 Tonnen) für sich: Der Plug-in-Hybrid schiebt nachdrücklich an, so dass der Sprint von 0 auf 100 km/h in rasanten 5,6 Sekunden beendet ist. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 235 km/h und im elektrischen Fahrbetrieb ist erst bei 140 km/h Schluss.

Für lange rein elektrische Touren ist der Plug-in-Hybrid mit dem 21,58-kWh-Batteriesystem aber nicht ausgelegt, da schnelle Zwischenladungen nahezu unmöglich sind. Denn das Laden des X5 45e entpuppt sich als zähe Angelegenheit: Durch die maximale Ladeleistung von 3,7 kW ist eine leere Batterie ist nach frühestens 6,8 Stunden aufgeladen – und an einer haushaltsüblichen Steckdose vergehen sogar 10,6 Stunden.

Nur ein Stern im ADAC Ecotest!

Die gespeicherte Energie wiederum verpufft aufgrund des hohen Stromverbrauchs von 41 kWh/100 km (elektrischer Fahrbetrieb im ADAC Ecotest) innerhalb von 62 Kilometern. In Kombination mit den 69 Litern des Benzintanks ergibt sich allerdings eine theoretische Reichweite von durchaus langstreckentauglichen 700 Kilometern.

Im ADAC Ecotest schneidet der X5 45e insgesamt mit 23 Punkten und gerade einmal einem von fünf Sternen schlecht ab. Hier zeigt sich, dass das „E” am Ende des Nummernschilds zumindest nicht unter Effizienz-Gesichtspunkten vergeben wird. Für den X5 als Plug-in-Hybrid werden ab 77.300 Euro fällig und selbst der Unterhalt geht ins Geld.

Denn auch wenn sich finanzielle Vorteile durch das Förderprogramm Elektromobilität und bei der Kfz-Steuer ergeben: Die reduzierte Versteuerung bei Privatnutzung von Firmenwagen entfällt allerdings aufgrund des zu hohen Fahrzeugpreises.

Ohnehin fallen die Preise für die ganze Modellreihe wie immer selbstbewusst aus. So kostet das Basismodell xDrive 25d mit 231 PS bereits 66.700 Euro und der von uns getestete X5 xDrive 30d steht mit 70.800 Euro in der Liste. Der xDrive 40i kommt auf 72.300 Euro und das 625 (!) PS starke Flaggschiff M Competition sogar auf 141.400 Euro.

Technische Daten (Herstellerangaben)BMW X5 xDrive 45e xLine Steptronic

Motor


Plug-in-Hybrid (Turbobenziner/Elektro), 2998 cm³, 290 kW/394 PS, 600 Nm bei 1 U/min

Batteriekapazität

21,58 kWh

Fahrleistungen

5,6 s auf 100 km/h, 235 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

1,2 l Super/100 km, 39 g CO₂/km

Maße

L 4,92 / B 2,00 / H 1,75 m

Kofferraum

500 – 1720 l

Leergewicht / Zuladung

2510 / 640 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

720 / 2700 kg

Garantie

Keine

Preis

ab 77.300 €

ADAC Messwerte (Auszug)BMW X5 xDrive 45e xLine Steptronic

Überholvorgang 60-100 km/h

3,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,2 m

Wendekreis l / r

12,4 / 12,6 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

5,4 l Super/100 km + 20,9 kWh/100 km, 264 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

*

Reichweite

700 km

Innengeräusch bei 130 km/h

64,6 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

2515 / 635 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

400 / 805 / 1585 l

ADAC TestergebnisBMW X5 xDrive 45e xLine Steptronic

Karosserie/Kofferraum

2,4

Innenraum

1,7

Komfort

1,7

Motor/Antrieb

1,2

Fahreigenschaften

2,7

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

4,7

Gesamtnote

2,4

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

Das hat uns gefallen: Hohe Verarbeitungsqualität, gute Komfort- und Sicherheitsausstattung, kräftiger Antrieb, hervorragende Automatik

Das hat uns nicht gefallen: Hoher Verbrauch, geringe elektrische Reichweite, lange Ladezeiten, keine Anhängelasten mit 22-Zoll-Bereifung zulässig

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum BMW X5 xDrive 45e xLine Steptronic als PDF herunterladen
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5 Sterne im Euro NCAP-Crashtest

Der BMW X5 erreicht volle 5 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern und Kopfairbags in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut, für die zweite Sitzreihe sind sie optional erhältlich. Der Fahrer wird zusätzlich durch einen Knieairbag geschützt, der im Test aber mangelhaft agierte. Optische und akustische Gurtwarner arbeiten für alle drei Sitzreihen.

Der Insassenschutz ist noch gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder weitgehend mittel bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung, für den Beifahrersitz sind sie nicht erhältlich. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der X5 ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und automatischem Speed-Limiter serienmäßig ausgestattet. Der Notbremsassistent überzeugt durch herausragende Leistungen. 

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP/ADAC

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Text: Marcus Efler, Thomas Kroher