BMW X7: Der Mega-SUV im Fahrbericht

Der BMW x7 auf einer Strasse durch die Berge von der Seite
Auffällige Front: BMW X7 mit mächtiger Niere und schmalen Scheinwerfern ∙ © BMW

Bei BMW war die Nische des großen Luxus-SUV lange unbesetzt. Doch jetzt füllt der mehr als fünf Meter lange X7 diese Lücke. Testfahrt, Motoren, technische Daten, Bilder, Video und Preise

  • Auf 5,15 Metern Länge bis zu sieben Sitze und Platz satt

  • Der Konkurrent von Mercedes GLS und Range Rover wird in den USA gebaut

  • Die Preisliste startet bei 90.800 Euro

Big ist bei den Geländewagen für viele noch immer beautiful. Deshalb geht BMW mit dem X7 gegen Erfolgsmodelle wie Mercedes GLS oder Range Rover in Stellung. 5,15 Meter lang und mindestens 90.800 Euro teuer, liegt er rund 25 Zentimeter und gut 15.000 Euro über einem BMW X5, mit dem er sich die technische Basis teilt.

"Wir sind zwar nicht die Ersten", räumt Sebastian Sauerbrei aus der Entwicklung ein. "Aber wir kommen jetzt mit einem Auto, das wir mit Fug und Recht als echten BMW bezeichnen können und das keine Kompromisse macht." In seinen ersten beiden Jahren wurde der X7 in Deutschland nur je knapp 1800 Mal verkauft – aber die Hauptmärkte liegen ja sowieso in seinem Herkunftsland USA und in China.

Hoher Komfort, dritte Sitzreihe und viel Platz

die Heckansicht des BMW X7 Models von 2018
Mittels Luftfederung kann der X7-Fahrer die Bodenfreiheit erhöhen ∙ © BMW

Während die Designer die Brücke zum Siebener mit einem betont noblen Ambiente schlagen, musste sich Fahrwerksexperte Sauerbrei einige technischen Kniffe einfallen lassen: So lässt die Hinterradlenkung den Wagen handlicher und agiler wirken, die aktive Wankstabilisierung hält den Aufbau im Lot, und die an beiden Achsen montierte, adaptive Luftfederung kann nach Wunsch weich oder beinhart eingestellt werden. Zugleich bietet sie in fünf Stufen zusammen acht Zentimeter Verstellweg und kann so einen Kniefall zum Aussteigen machen oder den Wagen im Gelände aufbocken. 

Die Sieben steht nicht nur für Prestige und Komfort, sondern auch für die Zahl der Sitzplätze. Und der X7 hat als erster BMW-SUV eine dritte Reihe, die ihren Namen verdient. Während die immer an Bord ist und nach dem etwas mühsamen Zustieg überraschend viel Platz bietet, kann man in der zweiten Reihe zwischen zwei Einzelsitzen oder einer durchgehenden Bank wählen. Dazu gibt es immer eine voll elektrische Verstellung

Genügend Bewegungsfreiheit auf allen Plätzen – da muss man beim Kofferraum Einschränkungen hinnehmen, zumindest bei voller Bestuhlung. Dann passen hinter die wie beim X5 horizontal geteilte Klappe nur noch magere 326 Liter. Doch wenn Reihe drei im Wagenboden verschwindet, sind es schon 750 Liter und wenn alle Sitze flachliegen, wird der X7 mit 2120 Litern zum Lastenträger.

Die Fahrleistungen des BMW X7 überzeugen 

Das volldigitale Cockpit ist serienmäßig mit zwei je 12,3 Zoll großen Bildschirmen ausgestattet, bedient wird per Touchscreen, Dreh-Drücksteller, Lenkradtasten, Gestensteuerung oder über den Sprachassistenten, der sich mit "Hey BMW" starten lässt. Technik-Updates werden via Internet eingespielt.

Öffnen, verschließen und starten lässt sich der Nobel-SUV per Smartphone. Optional sind Extras wie ein noch helleres Laserlicht, das bis zu 600 Meter vor dem Fahrzeug ausleuchtet, das Premium-Soundsystem von Bowers&Wilkins oder eine Integral-Aktivlenkung.

BMW X7: Mega-SUV mit starken Motoren

Im Angebot sind drei Motoren, zwei davon mit drei Liter Hubraum und sechs Zylindern in Reihe, einer mit acht Töpfen und 4,4 Litern Hubraum. Der Benziner X7 40i bringt es auf 333 PS und 450 Nm, kommt in 6,3 Sekunden auf Tempo 100, erreicht 243 km/h und verbraucht im Mittel 10,1 Liter.

Wie sein Selbstzünder-Pendant namens 40d sorgt eine leichte Hybridisierung mit elf elektrischen Extra-PS für Durchzugskraft und akzeptable Verbrauchswerte. Beim Diesel-X7 geht es um 340 PS, 700 Nm, 6,1 Sekunden, 245 km/h und 7,7 Liter. Und wer noch eins drauflegen möchte, der greift zum nicht hybridisierten M50i, der auf 539 PS und 750 Nm kommt, die gut 2,5 Tonnen Gewicht in 4,7 Sekunden auf Tempo 100 bringt, als einziger 250 km/h schafft und mit nicht wirklich zeitgemäßen 12,3 Litern angegeben wird.

Den V8 bekamen anfangs nur die Amerikaner, die Russen und die Chinesen, vom Zwölfzylinder, der ein echtes Alleinstellungsmerkmal im Luxus-SUV-Segment wäre, ist gar keine Rede. Während man das vielleicht noch verstehen kann, ist eine andere Lücke in der Motorenpalette völlig unverständlich: Anders als bei der 7er-Limousine fehlt der Plug-in-Hybrid, der den negativen Beitrag des XL-Kastens zum Flottenverbrauch reduzieren könnte, und vor allem auf den wichtigsten Märkten in den USA und China schon fast schon ein "Must have" ist.

Diese Motoren stehen zur Auswahl

BMW X7

xDrive 40i

xDrive 40d

M50i

Motor

Sechszylinder-Turbobenziner, 2998 cm³, 240 kW/333 PS, 450 Nm bei 1600 U/min

Sechszylinder-Turbodiesel, 2993 cm³, 250 kW/340 PS, 700 Nm bei 1750 U/min

Achtzylinder-Turbobenziner, 4395 cm³, 390 kW/530 PS, 750 Nm bei 1800 U/min

Fahrleistungen

6,3 s auf 100 km/h, 243 km/h Spitze

6,1 s auf 100 km/h, 245 km/h Spitze

4,7 s auf 100 km/h, 250 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

10,1 - 10,8 l Super/100 km, 231 - 247 g CO₂/km

7,7 - 8,3 l Diesel/100 km, 167 - 173g CO₂/km

12,3 - 12,8 l Super/100 km, 280 - 292 g CO₂/km

Maße

L 5,15 / B 2,00 / H 1,81 m

L 5,15 / B 2,00 / H 1,81 m

L 5,15 / B 2,00 / H 1,81 m

Gewicht

2435 kg

2545 kg

2565 kg

Preis

90.800 €

90.900 €

116.900 €

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.

Text: Thomas Geiger