Haushaltsunfall in Corona-Zeiten

Erhöhte Gefahr bei Arbeiten im Haushalt, bei der Kinderbetreuung und im Homeoffice. 

26.01.2021
Sturz vom Hocker - Haushaltsunfall
30% der Unfälle passieren im Haushalt.
*Quelle: Unfallstatistik der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin 2015
Bereits im “normalen” Alltag passieren täglich sehr viele Unfälle zu Hause, nämlich gut 30%* aller Unfälle. 

Sturzverletzungen, z.B. beim Fensterputzen oder durch einen Sturz von der Treppe sowie Schnitt- und Stichverletzungen stellen eine der häufigsten Unfälle im Haushalt überhaupt dar.

Aufgrund von Ausgangssperren, Schul- und Kita-Schließungen, Arbeiten im Homeoffice und Quarantäne, verlagert sich derzeit fast unser gesamtes Leben in die eigenen vier Wände. Dadurch erhöht sich die Gefahr von Unfällen zu Hause. Denn viele Menschen sind dort unachtsam und schwerwiegende Unfälle können passieren.

Eine erhöhte Unfallgefahr im Lockdown besteht besonders für die Bereiche Haushalt, Heimwerken, Multitasking, Kinderbetreuung und Homeoffice.

Wie können Sie vorsorgen, damit auch in dieser Ausnahmesituation nichts Schlimmes passiert? Wir haben dazu Informationen für Sie zusammengestellt:

Haushaltsunfall - So können Sie vorsorgen

Im Lockdown sind die meisten Mitglieder eines Haushalts ständig zu Hause. Die Arbeit im Haushalt, sei es Waschen, Kochen oder Putzen nimmt dadurch zu und somit auch die Unfall- und Verletzungsgefahr. Darauf sollten Sie achten:
  • Beseitigen Sie Stolperfallen: Denn die meisten Haushaltsunfälle sind Sturzunfälle.
    Vor Allem Treppen oder Teppiche können gefährlich werden. Wenn man zum Beispiel einen sperrigen Gegenstand die Treppe herauf oder herunter trägt, werden Stufen schnell übersehen, weil die Sicht versperrt ist.
    Gerade auch im Homeoffice lauern Fallen. Das Esszimmer wird zum Büro und schnell stolpert man über herumliegende Kabel oder Gegenstände. Beachten Sie, dass Sie diese stets gut verstauen.  
    Im Wohnraum verstreutes Spielzeug wird auch oft zur Stolperfalle. Der Großteil des Spielzeugs sollte daher im Kinderzimmer verbleiben. Für das Spielen in den Wohnräumen können Sie mit Ihren Kindern feste Spielbereiche, wie z.B. Spielecken vereinbaren. 
  • Verwenden Sie eine stabile Leiter: Wer etwas aus höhergelegenen Regalen holt, eine Glühbirne wechselt oder die Fenster putzen will, sollte dafür unbedingt eine stabile Leiter verwenden. Sessel, Tische und Betten sind nämlich nicht für den Aufstieg geeignet und sind häufige Unfallquellen.
  • Feuerschutz: Überprüfen Sie Ihre Feuerlöscher und Rauchwarnmelder regelmäßig auf ihre Funktionstüchtigkeit.
  • Achten Sie auf scharfe Messer. Besonders die Klingen von Mixern oder sonstigen Küchenhelfern, die zum Zerkleinern dienen, sind extrem scharf. Achten Sie beim Schneiden und Spülen darauf. Passen Sie auch beim Ausräumen des Besteckkorbes der Spülmaschine auf. Große Messer und andere scharfe Gegenstände sollten so eingeräumt werden, dass die scharfe oder spitze Seite von zugreifenden Händen abgewandt ist.

Heimwerken boomt mit Corona – Aber die Unfallgefahr steigt

Viele von uns nutzen die Quarantäne oder Corona bedingte Freizeit, um die eigenen vier Wände auf Vordermann zu bringen und verletzen sich dabei zum Teil erheblich.

Oft handelt es sich um Heimwerker-Amateure, die jetzt durch waghalsige Projekte ihre Gesundheit riskieren. Denn nicht selten geht durch mangelhafte Vorbereitung etwas schief und es gibt z.B. böse Schnittverletzungen oder Stürze. Fehlende Schutzkleidung, unsachgemäße Nutzung von Werkzeugen und unzureichende Tritthilfen sind hier die häufigsten Gefahrenquellen. Auch Selbstüberschätzung und zu wenig Konzentration können zu Unfällen führen.

So vermeiden Sie Unfälle beim Heimwerken:
  • Planen Sie ausreichend Zeit für Ihr Projekt ein. Hektisches Arbeiten ist für die Ausführung und auch für Ihre Nerven nicht förderlich.
  • Informieren Sie sich über alle notwendigen Schritte und planen Sie sorgsam. Legen Sie nicht einfach los.
  • Achten Sie auf die richtige Schutzkleidung, wie Handschuhe, Schutzbrillen oder Helm.
  • Verwenden Sie gutes, passendes Werkzeug.

Die Unfallgefahr „Multitasking“

Für viele Eltern bedeuten die Kita- und Schulschließungen auch ein Spagat zwischen Kinderbetreuung, Haushalt, Home-Schooling und -Office. Durch die Überlastung steigt die Unachtsamkeit und somit auch die Unfallgefahr. Vieles wird überhastet, gleichzeitig oder im müden Zustand erledigt. Da der Mensch aber nur sehr begrenzt “multitaskingfähig” ist, ist die Unfallgefahr in dieser Sondersituation auch für Eltern besonders hoch.

Unsere Empfehlung für Sie:
  • Entwickeln Sie ein Bewusstsein für die möglichen Gefahren im eigenen zu Hause.
  • Erledigen Sie Hausarbeiten nicht überhastet, nehmen Sie sich ausreichend Zeit. Wenn die Zeit gerade nicht vorhanden ist, fragen Sie sich, ob die Erledigung wirklich unbedingt notwendig ist oder verschoben werden kann.
  • Erledigen Sie Eines nach dem Anderen und setzen Sie Prioritäten.
    Beenden Sie z.B. Ihre Arbeit im Home-Office, während Sie das Mittagessen zubereiten. Denn ein Hin- und Herspringen zwischen verschiedenen Aufgaben kann für Sie oder Ihre Kinder gefährlich werden.
  • Strukturieren Sie Ihren Tag, das hilft gegen Chaos, gibt Sicherheit und stärkt in Stresssituationen. Passen Sie Ihre Tagesstruktur an die aktuelle Situation an.
  • Machen Sie einen Plan. Durch geplantes Handeln hat man das Gefühl, einer Situation nicht hilflos ausgeliefert zu sein, sondern diese aktiv zu gestalten.

Tun Sie sich etwas Gutes:
  • Sorgen Sie für Ausgleich, gehen Sie an die frische Luft und bewegen Sie sich.
  • Machen Sie beim Arbeiten zwischendurch Dehn- und Streckübungen. Improvisierte Home-Office Plätze sind oft ergonomisch nicht optimal. Das führt schnell zu Schulter- und Kopfschmerzen.
  • Legen Sie genügend Pausen ein und halten diese strikt ein um abzuschalten und Ihren Stresslevel zu senken.
  • Planen Sie vielleicht ein Highlight pro Tag, auf das Sie sich freuen können.

Kinderbetreuung im Lockdown – Vorsichtsmaßnahmen gegen Unfälle 

Auch auf die Jüngsten im Haushalt gilt es auf zu passen. Durch die Kita- und Schulschließungen sollten Eltern Ihre Kinder mehr denn je im Auge haben. Denn schlimme Unfälle, wie Verbrennungen, Stürze, Vergiftungen usw. passieren leider - besonders bei Kleinkindern - sehr schnell.

Diese Maßnahmen können helfen, Unfälle zu vermeiden:
  • Lassen Sie trotz der schwierigen Umstände niemals die Kinder in Räumen mit geöffneten Fenstern unbeaufsichtigt. Entfernen Sie Kletterhilfen wie Sessel oder Couch vor Fenstern.
  • Verstauen Sie Plastiksäcke sowie Putzmittel, Medikamente, Kosmetika und Alkohol sicher außerhalb der Reichweite von Kindern.
  • Beenden Sie Ihre Arbeit im Home-Office, wenn Sie kochen und kleine Kinder im Haushalt leben. Heiße Speisen, die unbeaufsichtigt auf dem Herd stehen, sind eine ernst zu nehmende Gefahrenquelle.
  • Bringen Sie Pfannen, Toaster oder Wasserkocher, auch noch nachdem sie bereits abgeschaltet wurden außer Reichweite. Verwenden Sie am Herd stets die hinteren Platten und drehen Pfannenstiele und Kochtopfgriffe nach hinten. Achten Sie darauf, dass keine Kabel herunterhängen, an denen Kinder ziehen könnten.
  • Achten Sie auf kindersichere Steckdosen und bauen Sie Treppenschutzgitter ein.
  • Sichern Sie Schranktüren, dass die Kleinsten sie nicht mehr öffnen können.

Unfall im Homeoffice – Ein Arbeitsunfall?

Das Büro haben viele Menschen aufgrund der Corona-Pandemie schon seit Monaten nicht mehr betreten und arbeiten im Homeoffice.
Doch was ist eigentlich, wenn im häuslichen Umfeld ein Unfall passiert? Wann ist es ein Arbeitsunfall und wann nicht? Wann tritt die gesetzliche Unfallversicherung ein?

Grundsätzlich gilt: Ein Unfall infolge einer versicherten Tätigkeit ist ein Arbeitsunfall und steht damit unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Unfälle im Homeoffice gelten aber nur im sehr engen Rahmen als Arbeitsunfall. Dies ist lediglich der Fall, wenn Arbeitnehmer während des Unfallzeitpunkts eine arbeitsbezogene Beschäftigung ausüben oder in Zusammenhang damit einen Betriebsweg zurücklegen.

Das bedeutet konkret in Beispielen:

  • Sie fallen während der Arbeitszeit die Treppe hinunter und verletzen sich dabei, weil Sie im Erdgeschoss die unterbrochene Internetverbindung überprüfen wollen, die sie für die dienstliche Kommunikation benötigen:
    Dieser Unfall wäre über die gesetzliche Unfallversicherung versichert.
  • Sie fallen hingegen die Treppe hinunter, weil Sie eine private Paketsendung entgegennehmen wollen: Dieser Unfall wäre nicht gesetzlich versichert.
Denn eigenwirtschaftliche - das heißt private - Tätigkeiten sind auch im Büro grundsätzlich nicht gesetzlich unfallversichert, also auch nicht im Homeoffice. So sind z.B. Wege zur Toilette oder zur Nahrungsaufnahme in der Küche gelten als eigenwirtschaftliche Tätigkeiten und sind damit im Home-Office nicht versichert. Stürzt oder stolpert man also dort, ist dies kein Arbeitsunfall mehr. Diese Fälle wären nur über eine private Unfallversicherung abgedeckt.

Was, wenn doch ein Unfall passiert?

Sollte trotz aller Vorsichtmaßnahmen mal etwas passieren, bewahren Sie Ruhe und rufen ggf. Hilfe. In schlimmeren Fällen den Notruf 112.
Sorgen Sie rechtzeitig vor und informieren sich über die Vorteile einer privaten Unfallversicherung. Im Fall der Fälle sind Sie somit finanziell abgesichert, denn Unfälle zu Hause, bei der Durchführung einer privaten Tätigkeit sind grundsätzlich nicht über die gesetzliche Unfallversicherung abgedeckt.

Was leistet eine private Unfallversicherung?

Krankenhaustagegeld, finanzielle Sofortleistungen und Invaliditätsleistungen bei schweren Unfällen helfen, finanzielle Versorgungslücken zu schließen. Aber nach einem Unfall kommt es nicht allein aufs Geld an: Denn viele Menschen können nach einem schweren Unfall ihren Alltag nicht mehr selbstständig meistern oder brauchen Hilfe bei der Verarbeitung des Geschehenen. Eine individuelle, persönliche Betreuung für die versicherte Person und ihre Familie ist daher ebenfalls sehr wichtig.

Welche Leistungen bei einer privaten Unfallversicherung sind wichtig?

  • Hohe Invaliditätssumme, um im Ernstfall Einkommensverluste und weitere finanzielle Folgen abzufangen.
  • Weltweiter Schutz
  • Professionelle und individuelle Betreuung während des ganzen Heilungsprozesses.
Tipp Icon

Unser Angebot für Sie:

Die private Unfallversicherung des ADAC, der ADAC Unfallschutzbietet sowohl finanzielle als auch persönliche Unterstützung – weltweit und rund um die Uhr bei Unfällen in der Freizeit, im Haushalt, Verkehr, Beruf und auf Reisen.
Das ADAC Betreuungsteam steht Ihnen während der gesamten Genesungszeit mit Hilfe und Rat zur Seite und organisiert unter anderem Erstmaßnahmen nach einem Unfall, vermittelt psychologische Hilfe und Pflegepersonal. 
Der ADAC Unfallschutz bietet ein ausgezeichnetes, attraktives Preis/-Leistungsverhältnis.
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