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Elektroautos im Winter: Wie weit reicht der Akku?

E-Golf im Winter
Hoffentlich gut geladen: Bei Kälte steigt der Strombedarf ∙ © Shutterstock/Olexandr Panchenko

Im Winter benötigen Elektroautos deutlich mehr Energie als im Sommer: Innenraum, Heck- und Frontscheiben müssen zusätzlich beheizt werden, eventuell auch Sitze, Lenkrad und der Akku. Doch wie wird davon die Reichweite beeinflusst? Und wie kann man den Energieverbrauch optimieren?

Die Fahrer von Elektroautos wissen es: Bei zunehmender Geschwindigkeit nimmt die Reichweite des Fahrzeugs überproportional ab. Der Grund: Bei höherer Geschwindigkeit wird aufgrund der Reibungsverluste oder des Windwiderstands mehr Energie verbraucht als bei niedrigerer.

Bei kalten Temperaturen wird jedoch noch zusätzlich Energie für die Heizung des Innenraums und gegebenenfalls auch für die Batterieheizung benötigt. Für den Fahrer ein Dilemma: Denn fährt man wie gewohnt langsam, um Energie zu sparen, braucht man für eine bestimmte Strecke mehr Zeit – und damit verbraucht auch die Heizung für dieselbe Strecke mehr Energie als bei höherer Geschwindigkeit.

Die Folge: Wird geheizt, sinkt – rein prozentual gesehen – die Reichweite bei niedrigeren Geschwindigkeiten deutlich stärker als bei höheren. Allerdings gilt: Je größer die Batteriekapazität eines Elektroautos ist, desto weniger fällt der Reichweitenverlust aufgrund der Heizung ins Gewicht.

Beispiel Mitsubishi Electric Vehicle (i-MIEV)

Was bedeutet dies nun konkret? Wie groß die Reichweitenverluste bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten und Außentemperaturen sind, hat der ADAC gemeinsam mit den Kollegen vom österreichischen Automobilclub ÖAMTC untersucht. Testfahrzeug war ein Mitsubishi Electric Vehicle (i-MIEV).

Das Fazit: Im Stadtverkehr (bei 30 bis 50 km/h) muss man bei einer Außentemperatur von 0 Grad im Vergleich zu milden 20 Grad mit Reichweitenverlusten von bis zu 50 Prozent rechnen. Bei höheren Geschwindigkeiten z. B. auf Autobahnen und Landstraßen (bei 100 km/h) reduziert sich die Einbuße auf rund 10 Prozent. Allerdings ist hier die Reichweite – wie oben ausgeführt – schon von Haus aus geringer als im Stadtverkehr.

Bei eisiger Kälte von minus 20 Grad werden die prozentualen Heizungsverluste noch einmal erheblich stärker – im Stadtverkehr betragen sie hier bis zu 65 Prozent, bei 100 km/h steigen sie auf 20 Prozent.

Allgemein gilt, dass Elektroautos je nach Fahrszenario und Außenbedingungen im Winter zwischen 10 und 30 Prozent, im Extremfall bis zu 50 Prozent mehr Energie verbrauchen - die Reichweite reduziert sich entsprechend.

Die Vorteile einer elektrischen Heizung

Nach dem Antrieb ist die Heizung der größte zusätzliche Energieverbraucher im Winter. Während der Aufheizphase benötigt diese modellabhängig in der Spitze bis zu 7 Kilowatt Leistung. Um die gewünschte Wohlfühltemperatur zu halten, ist dann durch Regelung weniger Heizleistung nötig.

Mit einem Elektroauto können Sie ohne Probleme auch einen Stau im Winter problemlos überstehen - zur Not auch über Nacht, wenn die Batterie nicht kurz vor Reserve steht.

Weitere Vorteile von Elektroautos im Winter? Sie werden durch die direkte Verwendung von Heizelementen sehr schnell warm und besitzen meist standardmäßig eine Standheizung, mit der das Auto vorgewärmt und die Scheiben abgetaut werden können.

So sparen Sie Heizenergie

  • Handhaben Sie die Innenraumheizung sensibel und stellen Sie sie gegebenenfalls etwas niedriger ein. Verwenden Sie auch die Sitzheizung, die körpernah wirkt und deswegen spürbar weniger Energie benötigt.

  • Bei sehr kalten Temperaturen empfiehlt es sich, das Elektroauto möglichst in einer Garage abstellen, um ein Auskühlen der Batterie zu reduzieren.

  • Den Innenraum vorheizen, solange das Elektroauto mit der Ladeeinrichtung verbunden ist. Dann kommt die Heizenergie aus dem Stromnetz und nicht aus der Antriebsbatterie. Dies kann häufig in den Fahrzeugeinstellungen oder - noch einfacher - per App aus der Ferne programmiert bzw. gestartet werden.

Doch das sollten Sie aber beachten

  • Energie sparen darf niemals auf Kosten der Sicherheit gehen! So müssen alle Scheiben stets eis- und beschlagfrei sein. Und auch beim Licht (z. B. in der Dämmerung) darf keinesfalls gespart werden.

  • Planen Sie im Winter auch für ihre gewohnten Stammstrecken eine ausreichende Reichweitenreserve ein.

  • Einige Hersteller bieten ihre E-Autos optional auch mit einer Wärmepumpe an, mit der die Batterieenergie deutlich effizienter zum Heizen genutzt werden kann. Ist die Reichweite im Winter ein relevantes Kriterium, empfehlen wir beim Kauf eines Elektroautos darauf zu achten, dass das Fahrzeug über eine Wärmepumpe verfügt.

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