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VW e-Up: Der Elektro-Kleinwagen im Fahrbericht

gelber VW e-Up fahrend von vorne
VW e-Up: Erkennbar an den LED-Lichtklammern an der Stoßstange ∙ © Volkswagen

Volkswagen hat sein kleinstes Elektroauto e-Up rundum erneuert. Mit deutlich mehr Reichweite und günstigerem Preis könnte er zum E-Auto-Bestseller werden. Testfahrt, Daten, Bilder.

  • Grundpreis auf 21.975 Euro gesenkt

  • Reichweite: 260 km mit 32-kWh-Batterie

  • Ideales Stadtauto mit 83 PS

  • Nur drei Sterne im Crashtest

Ein praktisches Stadtauto war der VW Up mit seinen gerade einmal 3,60 Metern Länge schon immer. Doch gerade die Elektroversion galt bisher als eher unattraktiv: Der Stromer war rund zweieinhalbmal so teuer wie der vergleichbare Benziner – und nach höchstens 160 Kilometern hatte der 18,7-kWh-Akku seinen Strom verbraucht. Im Winter und bei schneller Fahrt auch deutlich früher.

Reichweite: In der Stadt sind 300 km drin

Das unbefriedigende Preis-Leistungsverhältnis hat sich nun erledigt. Der Grundpreis wurde um fast 5000 auf 21.975 Euro gesenkt, mit E-Auto-Förderung kostet der e-Up dann weniger als 18.000 Euro. Und dafür gibt es noch eine deutlich vergrößerte Batterie: Der Akku hat nun 32,3 kWh Kapazität und ermöglicht nach realitätsnaher WLTP-Norm nun 260 Kilometer Reichweite. Unsere ersten Testfahrten im überwiegend städtischen Bereich belegen: Es geht sogar noch mehr.

Im zügigen Stadt- und Landstraßenbetrieb hat der e-Up laut Bordcomputer gerade einmal 9,5 kWh verbraucht, wenn auch ohne Einsatz der serienmäßigen Klimaautomatik. Reichweiten von rund 300 Kilometer sind in diesem Umfeld also durchaus realistisch. Erst bei flotter Fahrt auf der Autobahn – bei 130 km/h wird abgeregelt – gehen die Verbrauchswerte Richtung 18 kWh. Aber das ist ja nicht die Domäne des Kleinen.

In der Stadt macht der e-Up richtig Spaß. Dank 212 Newtonmetern Drehmoment aus dem Stand verblüfft das Elektroauto sogar die Pizza-Boten auf ihren Vespas an der Ampel. Jenseits städtischen Tempos mischt der Elektro-Up auch noch munter mit, selbst wenn 11,9 Sekunden von null auf 100 km/h nicht allzu sportlich sind. Gefühlt geht es aber angemessen zügig voran – wer es darauf anlegt, bringt in der Kurve sogar die Reifen zum Quietschen.

Ladedauer mit 40 kW: rund eine Stunde

Die Straßenlage ist tadellos, und zum guten Eindruck trägt auch das weniger synthetische Bremsgefühl als bisher bei. Die Rekuperation (Energierückgewinnung) lässt sich in vier Stufen einstellen, allein mit dem Strompedal wie etwa der Nissan Leaf ist der e-Up aber nicht zu verzögern. Die Bremse braucht es nach wie vor.
Wer gelassen fährt, wird normalerweise meist nur die Ladesäule im Büro oder daheim benötigen, doch auch eine Schnellladefunktion ist optional an Bord. Via CCS-Stecker zieht der kleine Wolfsburger bis zu 40 kW an Schnellladesäulen. Eine 80-Prozent-Ladung wäre dann laut VW in rund einer Stunde erledigt.

Auch die Ausstattung hat zugelegt. Ab Werk an Bord ist ein Radio mit Bluetooth-Schnittstelle und eine solide Docking-Station für das Smartphone. Das fungiert als zentrales Infotainment-System im Up. Per serienmäßiger "maps + more"-App und optionaler "We Connect"-App lässt sich damit sogar das Laden starten, stoppen und programmieren. Sehr praktisch: Auch Heizung und Klimaanlage können per App ferngesteuert werden, wenn der e-Up an der Ladeleine hängt.

Weil die Batterie nach wie vor komplett im Unterboden untergebracht ist, gibt es keinerlei Einschränkungen beim Platzangebot. Für 3,60 Meter Länge ist der e-Up denn auch recht geräumig, sieht man einmal vom bescheidenen Kofferraum (251 bis 941 Liter) einmal ab.

Renault Zoe: Mehr Reichweite, mehr Leistung

Der Renault Zoe wurde überarbeitet. Der Elektro-Kleinwagen hat eine neue Batterie und ein komplett neues Innenleben bekommen. So wappnet er sich gegen Konkurrenten wie Peugeot e-208, Opel Corsa-e und VW ID. 3.

Testfahrt, Daten, Bilder

Schlecht: Der City-Notbremsassistent wurde gestrichen

Was der Up allerdings nicht bieten kann, ist die Armada an radar- und sensorgestützten Assistenzsystemen, wie sie etwa der eine Klasse größere und wertiger verarbeitete VW Polo bietet. Denn der kleinste Volkswagen steht noch auf einer alten Plattform, die den Einsatz von Abstandsregler und Co nicht zulässt. Immerhin spendiert VW dem e-Up nun einen aktiven Spurhalteassistenten. Schlecht: Die City-Notbremsfunktion musste dafür aber weichen, weil die Kamera nicht beides bieten kann. Erst der Nachfolger des Up wird hier besser ausgerüstet sein.

Enttäuschende Note beim Crashtest

Der VW e-up! erreicht wegen der fehlenden Notbremsfunktion nur 3 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene und Kinder ist mittel bis sehr gering. Der e-up! ist mit einem aktiven Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Die Hochvolttechnik wird beim Crash automatisch abgeschaltet, die Antriebsbatterie bleibt unbeschädigt.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © Euro NCAP


Fazit: Vor allem dank des stark verbesserten Preis-Leistungs-Verhältnisses stellt der e-Up jetzt ein wirklich brauchbares Angebot für den City-, Pendel- oder Zweitwageneinsatz dar. Konkurrenz für den e-Up kommt allerdings aus dem eigenen Haus. Škoda Citigo e iV und Seat Mii electric sind baugleich und ein paar hundert Euro billiger. 

Technische Daten (Herstellerangaben)VW e-Up
MotorElektromotor, 61 kW/82 PS, 210 Nm bis 2800 U/min
Batteriekapazität (netto)32,3 kWh
Reichweite nach WLTP260 km
Fahrleistungen11,9 s auf 100 km/h, 130 km/h Spitze
Verbrauch12,7 kWh/100 km, 0 g CO₂/km
MaßeL 3,56 / B 1,65 / H 1,48 m
Kofferraum251 – 941 l
Preisab 21.975 € (abzüglich Umweltprämie)

Text: Peter Weißenberg/SP-X