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Der ADAC

Testfahrt im VW e-Up: Sonderangebot mit Liefer-Engpass

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Volkswagen

Der erneuerte VW e-Up ist dank der Umweltprämie zum absoluten E-Auto-Schnäppchen geworden – wegen der großen Nachfrage ist er aktuell aber nicht bestellbar. Testfahrt, Daten, Bilder.

  • Nach Abzug der Förderprämie ein Schnäppchen

  • Reichweite: 260 Kilometer mit 32-kWh-Batterie

  • Ideales Stadtauto mit 83 PS

  • Manko: Nur drei Sterne im Crashtest

Ein praktisches Stadtauto war der VW Up! mit seinen gerade einmal 3,60 Metern Länge schon immer. Doch gerade die Elektroversion galt lange Zeit als eher unattraktiv: Der Stromer war rund zweieinhalbmal so teuer wie der vergleichbare Benziner – und nach höchstens 160 Kilometern hatte der 18,7-kWh-Akku seinen Strom verbraucht. Im Winter und bei schneller Fahrt auch deutlich früher.

Gute Reichweite in der Stadt

Das unbefriedigende Preis-Leistungsverhältnis hat sich erledigt. Der Grundpreis wurde um fast 5000 auf 21.421 Euro gesenkt und aufgrund neuer E-Auto-Förderung ist der e-Up jetzt ein absolutes Schnäppchen. Wenn man ihn denn bekommt – wegen zu großer Nachfrage hat VW den kleinen Stromer "temporär aus dem Bestellprogramm genommen". Die Lieferzeit lag zwischenzeitlich bei 16 Monaten. Aktuell (Stand Oktober 2020) werden die bestellten Fahrzeuge abgearbeitet. Wann der Konfigurator wieder geöffnet wird – das lässt man in Wolfsburg offen.

Der Run auf den kleinsten VW ist nachvollziehbar. Denn der Akku des e-Up hat 32,3 kWh Kapazität und ermöglicht nach realitätsnaher WLTP-Norm 260 Kilometer Reichweite. Zwar musste sich der aktuelle Elektro-Up! noch nicht dem ausführlichen ADAC Test unterziehen. Doch ein baugleicher Seat Mii electric wurde bereits getestet. Seine Reichweite im ADAC Ecotest: 215 Kilometer bei gemischter Fahrt, in die auch ein Autobahnanteil inkludiert ist. Für ein vornehmlich als Stadtauto genutztes Fahrzeug ist das o.k.

In der Stadt macht der e-Up richtig Spaß. Dank 212 Newtonmetern Drehmoment aus dem Stand verblüfft das Elektroauto sogar die Pizza-Boten auf ihren Vespas an der Ampel. Jenseits städtischen Tempos mischt der Elektro-Up auch noch munter mit, selbst wenn 11,9 Sekunden von null auf 100 km/h nicht allzu sportlich sind. Gefühlt geht es aber angemessen zügig voran – wer es darauf anlegt, bringt in der Kurve sogar die Reifen zum Quietschen.

Ladedauer mit 40 kW: rund eine Stunde

Die Straßenlage ist tadellos und zum guten Eindruck trägt auch das weniger synthetische Bremsgefühl als bisher bei. Die Rekuperation (Energierückgewinnung) lässt sich in vier Stufen einstellen, allein mit dem Strompedal wie etwa der Nissan Leaf ist der e-Up aber nicht zu verzögern. Die Bremse braucht es nach wie vor.
Wer gelassen fährt, wird normalerweise meist nur die Ladesäule im Büro oder daheim benötigen, doch auch eine Schnellladefunktion ist optional an Bord. Via CCS-Stecker zieht der kleine Wolfsburger an Schnellladesäulen bis zu 40 kW. Eine 80-Prozent-Ladung wäre dann laut VW in rund einer Stunde erledigt.

Auch die Ausstattung hat zugelegt. Ab Werk an Bord ist ein Radio mit Bluetooth-Schnittstelle und eine solide Docking-Station für das Smartphone. Das fungiert als zentrales Infotainment-System im Up. Per serienmäßiger "maps + more"-App und optionaler "We Connect"-App lässt sich damit sogar das Laden starten, stoppen und programmieren. Sehr praktisch: Auch Heizung und Klimaanlage können per App ferngesteuert werden. Das ist sinnvoll, wenn der e-Up an der Ladeleine hängt und der Innenraum vor dem Start vorklimatisiert werden soll.

Weil die Batterie nach wie vor komplett im Unterboden untergebracht ist, gibt es keinerlei Einschränkungen beim Platzangebot. Für 3,60 Meter Länge ist der e-Up denn auch recht geräumig, sieht man einmal vom bescheidenen Kofferraum (251 bis 941 Liter) einmal ab.

Renault Zoe: Mehr Reichweite, mehr Leistung

Der Renault Zoe wurde überarbeitet. Der Elektro-Kleinwagen hat eine neue Batterie und ein komplett neues Innenleben bekommen. So wappnet er sich gegen Konkurrenten wie Peugeot e-208, Opel Corsa-e und VW ID. 3.

Testfahrt, Daten, Bilder

Schlecht: Der City-Notbremsassistent wurde gestrichen

Was der Up allerdings nicht bieten kann, ist die Armada an radar- und sensorgestützten Assistenzsystemen, wie sie etwa der eine Klasse größere und wertiger verarbeitete VW Polo bietet. Denn der kleinste Volkswagen steht noch auf einer alten Plattform, die den Einsatz von Abstandsregler und Co nicht zulässt. Immerhin spendiert VW dem e-Up nun einen aktiven Spurhalteassistenten. Schlecht: Die City-Notbremsfunktion musste dafür aber weichen, weil die Kamera nicht beides bieten kann. Erst der Nachfolger des Up wird hier besser ausgerüstet sein.

Enttäuschende Note beim Crashtest

Der VW e-Up erreicht wegen der fehlenden Notbremsfunktion nur 3 Sterne. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko für Erwachsene und Kinder ist mittel bis sehr gering. Der e-Up ist mit einem aktiven Spurhaltesystem serienmäßig ausgestattet. Die Hochvolttechnik wird beim Crash automatisch abgeschaltet, die Antriebsbatterie bleibt unbeschädigt.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Fazit: Der Elektro-Up wäre ein tolles Stadtauto

Dank der Umweltprämie stellt der e-Up jetzt ein absolutes Schnäppchen-Angebot für den City-, Pendel- oder Zweitwageneinsatz dar. Konkurrenz kommt allerdings aus dem eigenen Haus – derzeit aber nur theoretisch. Zwar sind Škoda Citigo e iV und Seat Mii electric baugleich und zum Teil noch billiger. Doch auch für sie gilt aktuell ein Bestellstopp. Bei Škoda taucht der Kleine nicht ein mal mehr in der Modellübersicht auf. Und bei Seat heißt es: "Der Mii electric ist sehr gefragt – und wird 2020 nicht mehr verfügbar sein."

Technische Daten (Herstellerangaben)VW e-Up

Motor

Elektromotor, 61 kW/82 PS, 210 Nm bis 2800 U/min

Batteriekapazität (netto)

32,3 kWh

Reichweite nach WLTP

260 km

Fahrleistungen

11,9 s auf 100 km/h, 130 km/h Spitze

Verbrauch

12,7 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

Maße

L 3,56 / B 1,65 / H 1,48 m

Kofferraum

251 – 941 l

Preis

ab 21.421 € (abzüglich Umweltprämie)

Text mit Material von SP-X