Green NCAP 2024: Die Ökobilanz von 64 aktuellen Automodellen

Ein Honda beim Green NCAP Juli 22 auf dem Prüfstand
Green-NCAP-Messung: Der Honda HR-V auf dem ADAC Prüfstand© Green Euro NCAP

In Sachen Umwelt haben es Autokäufer jetzt etwas leichter: Green NCAP bewertet die Umweltfreundlichkeit von Autos. Die ersten 64 Modelle im Test.

  • Fünf Sterne für Newcomer Ora, BYD, MG, Nio, XPeng

  • Benziner und Diesel schneiden schwach ab

  • Mit interaktivem Tool: Lebenszyklusanalyse (LCA)

  • Plus: Liste mit 61 Modellen von 2020/21

Die Initiative Green NCAP (New Car Assessment Programme) bewertet seit 2019 die Umweltfreundlichkeit von Pkw nach einheitlichen und zukunftsorientierten Standards – nach dem Vorbild des ADAC Ecotests. Schwerpunkte für die Green-NCAP-Sternewertung sind die Schadstoffemissionen, der Kraftstoff- bzw. Energieverbrauch und die klimaschädlichen Treibhausgase.

Was ist Green NCAP?

Green NCAP Logo
Green NCAP ist eine Initiative von Euro NCAP© Green NCAP

Green NCAP ist eine Initiative von Euro NCAP, eine Organisation, die seit Jahren die Sicherheitsstandards von Autos testet und bewertet. Der ADAC ist Mitglied im internationalen Testkonsortium und überprüft auf seinen Anlagen seit zwei Jahrzehnten die Sicherheit von Pkw. Vergleichbares soll nun bei der Umweltfreundlichkeit von Autos geschaffen werden. Der ADAC bringt sich mit seinen langjährigen Erfahrungen aus dem ADAC Ecotest intensiv in der Green-NCAP-Arbeitsgruppe ein. Ausführliche Informationen zum Projekt und den Test- und Bewertungsverfahren finden Sie auch auf der Green-NCAP-Homepage*.

Die bei Green NCAP durchgeführten Testprozeduren teilen sich auf in einen Teil mit Abgasmessungen im Labor und einen Teil mit Abgasmessungen auf der Straße (RDE, Real Driving Emissions). Bei den Labortests werden neben den Standard-Abgaskomponenten Kohlenmonoxid (CO), Kohlenwasserstoffe (HC), Stickoxide (NOₓ), Partikelanzahl (PN10) und Partikelmasse (PM) auch nicht limitierte Schadstoffe wie Ammoniak (NH₃) und Lachgas (N₂O) gemessen und bewertet.

Neues Test- und Bewertungsverfahren

Technik im Kofferraum eines Autos beim Green NCAP Juli 22
Das PEMS-Messgerät für die RDE-Straßenfahrten im Lynk & Co 01© Green Euro NCAP

2022 wurden für die Labortests verschärfte Prozeduren entwickelt, basierend auf dem aktuellen Abgasmessverfahren WLTP (Worldwide harmonized Light-Duty Test Procedure) und dessen neuem Prüfzyklus WLTC (Worldwide harmonized Light-Duty Test Cycle), im Fall von Green NCAP WLTC+ genannt, weil er u.a. mit dem vom ADAC Ecotest übernommenen Autobahnzyklus BAB130 über die gesetzlichen Anforderungen hinausgeht.

Neu ist seit 2022 ein zweistufiger Ansatz für die Tests. Dreimal müssen alle Testautos auf den Prüfstand und einmal auf die Straße. Nur die Autos, die in diesen Basistests in jeder der drei Kategorien mindestens 3,5 von 10 Punkten und zudem im Durchschnitt mindestens 5 Punkte holen, müssen sich auch noch vier weiteren Tests stellen, um die Robustheit ihrer guten Leistung unter Beweis zu stellen.

Dann trennt ein WLTC-Zyklus bei minus 7 Grad Celsius die Spreu vom Weizen: Nur Fahrzeuge mit einer äußerst robusten Abgasnachbehandlung haben eine Chance, diesen Test zu bestehen. Zudem geht es noch drei weitere Male auf die Straße. Eine hohe Zuladung und sportliche Fahrweise sowie Tests mit möglichst sparsamer Fahrweise oder auch eine Stausimulation runden die zweite Teststufe 2022 ab.

Und ganz wichtig: Ab diesem Jahr zählen auch die Treibhausgasemissionen, die für die Bereitstellung der Energie (also Kraftstoff, Gas, Wasserstoff oder elektrischer Strom) anfallen (Well-to-Wheel-Basis WTW).

Schon seit Anfang 2022 neu sind die zusätzlichen Ergebnisse der Lebenszyklusanalyse (Life Cycle Assessment, LCA), in denen die tatsächlichen Umweltauswirkungen der Autos über ihre gesamte Lebensdauer ermittelt werden. Diese Beurteilungen fließen zwar (noch) nicht in die Sternewertung ein, sind aber für die Fahrzeuge bei Green NCAP* einzeln abrufbar.

Ökocheck 2024: 64 Modelle im neuen Test

Nach dem neuen Green-NCAP-Verfahren wurden bisher 64 Modelle getestet, darunter 37 Benzinermodelle (zehn davon mit Mild-Hybridantrieben, fünf mit Voll-Hybridantrieb, zwei als Plug-in-Hybrid sowie ein Flex-Fuel-Modell), sieben Dieselmodelle und 20 Elektrofahrzeuge.

Das Ergebnis ist wie beim Euro-NCAP-Crashtest eine einfach nachvollziehbare Bewertung mit bis zu fünf Sternen (Bestwertung) für jedes Auto. Zusätzlich zur Sternebewertung werden Fahrzeuge nach den Schadstoffen (Clean Air Index), dem Kraftstoff-/Energieverbrauch (Energy Efficiency Index) sowie den Treibhausgasen (Greenhouse Gases) bewertet. Alle Detailergebnisse sind auch über die Homepage des Green NCAP* abrufbar.

Green NCAP: Drei Elektroautos ganz vorn

Ein Audi beim Green NCAP Juli 22 auf dem Pruefstandt
Auch fünf Sterne im Test: Audi Q4 e-tron© Green Euro NCAP

20 Fahrzeuge im Testfeld konnten sich bisher die vollen fünf Sterne sichern – alle mit Elektroantrieb: Der Dacia Spring setzt dabei mit 9,9 Punkten neue Maßstäbe und erreicht das beste Ergebnis, gefolgt vom BYD Dolphin, Hyundai Ioniq 6 und Tesla Model 3 mit je 9,8 Punkten. Der Ora Funky Cat mit den bisher gemessenen geringsten Ladeverlusten, der BYD Atto 3 und der Tesla Model S folgen mit je 9,7 Punkten.

Audi Q4 e-tron, BMW i4, Nio eT7, Renault Mégane E-Tech, Cupra Born, Nissan Ariya und VW ID.5 erzielen je 9,6 Punkte, negativ fallen bei ihnen ebenfalls die hohen Verbräuche bei kalten minus 7 Grad Celsius auf, beim Audi zusätzlich im Autobahntest. MG 4, MG 5, Smart #3 und XPeng G9 folgen mit je 9,5 Punkten. Der Hyundai Ioniq 5 erzielt 9,4 Punkte. Abstriche gibt es auch bei ihm für die hohen Verbräuche im Autobahnzyklus und bei minus 7 Grad Celsius.

Mit 9,0 Punkten erreicht auch der erste getestet E-Transporter, der Renault Kangoo E-Tech, fünf Sterne. Auffällig ist seine geringe Ladeeffizienz mit einem Wirkungsgrad von nur 84 Prozent zwischen Netz und Batterie.

Reine Benziner meist im Mittelfeld

Green NCAP Juli 22
Nur ein Stern: Das SUV Genesis GV70 mit seinem Benzinmotor© Green Euro NCAP

Die reinen Benzinfahrzeuge sammeln sich im Mittelfeld. Nur der Genesis GV70 als schweres SUV mit starkem Motor sowie der Ford Ranger Pick-up rutschen in der Bewertung ab und erreichen nur einen Stern. Besonders der hohe Kraftstoffverbrauch und der CO₂-Ausstoß belasten die Bewertung dabei sehr. Knapp besser mit 1,5 Sternen schneidet der Subaru Outback ab. Vor allem ein hoher Verbrauch und zu viel CO₂-Emissionen kosten den stark motorisierten Allrad-Kombi viele Punkte.

Bestes Benzinermodell im Test ist der Toyota Aygo X mit drei Sternen. Sein Kraftstoffverbrauch ist stark von der Fahrweise abhängig und liegt zwischen drei und sieben Litern pro 100 Kilometer. Das Abgasreinigungssystem arbeitet überwiegend gut, Optimierungen bei der Partikelreduzierung sowie bei kalten Umgebungstemperaturen könnten das Ergebnis weiter verbessern.

Die gleichen Schwächen zeigt der Škoda Fabia 1.0. Auch er erzielt insgesamt drei Sterne und überzeugt mit einem niedrigen Kraftstoffverbrauch zwischen 3,9 und 6,0 l/100 km. Drei Sterne auch für den Kamiq 1.0 aus dem Hause Škoda mit Abstrichen bei beim CO₂-Ausstoß. Ebenfalls drei Sterne gibt es für den VW T-Roc, der mit 8,0 Punkten den höchsten Clean-Air-Index aller Benzinfahrzeuge erreicht, die Green NCAP bisher getestet hat. Abstriche gibt es allerdings durch den hohen Kraftstoffverbrauch.

Ebenfalls drei Sterne erzielt der Kia Picanto 1.0, der deutliche Schwächen bei den Partikelemissionen aufweist sowie einen hohen CO₂-Ausstoß insbesondere im Autobahnzyklus.

Trotz aerodynamisch ungünstigem Aufbau sichern sich der Volkswagen Caddy und der Renault Kangoo mit jeweils 2,5 Sternen solide Bewertungen. Der Kangoo weist dabei vor allem eine sehr gute Abgasreinigung auf. Abstriche muss der Testwagen hingegen bei den Treibhausgasen hinnehmen. Der VW Caddy kann ausgeglichener in den drei Testkategorien punkten. Am meisten Probleme hat der Wolfsburger dabei mit Verbräuchen zwischen 7 und 8 Litern pro 100 Kilometer und ebenfalls hohen CO₂-Emissionen.

Der Konkurrent Ford Tourneo Connect erreicht mit dem getesteten Automatikgetriebe nur zwei Sterne, mit Schaltgetriebe wäre ein ähnliches Ergebnis wie beim Caddy zu erwarten.

Der Seat Ibiza 1.0 TSI erzielt ebenfalls 2,5 Sterne und zeigt Verbesserungspotenzial bei der Abgasreinigung sowie beim Verbrauch, insbesondere unter anspruchsvolleren Bedingungen. Ebenfalls nur 2,5 Sterne ernten VW Touran, Volvo XC40, Mercedes T-Class und Dacia Sandero Stepway. Abstriche gibt es bei diesen Modellen insbesondere durch den hohen Kraftstoffverbrauch. Der BMW X1 sDrive mit 2,5 Sternen zeigt ein gutes Abgasverhalten, deutliche Abstriche gibt es jedoch bei den CO₂-Emissionen.

Der Peugeot 208 als reiner Benziner kommt auf zwei Sterne. Dem Franzosen gelingt vor allem die Reinigung von Partikeln eher mäßig. Bei den CO₂-Emissionen schneidet er ähnlich schlecht ab wie die anderen Autos mit Verbrennungsmotor. Ebenfalls zwei Sterne erzielt der DS4 mit deutlichem Verbesserungspotenzial bei Emissionen und Verbrauch, insbesondere im Autobahnzyklus

Der Ford Puma Flexifuel ist das erste Modell im Test, das sowohl mit Benzin als auch mit Ethanol (E85) betrieben werden kann. Drei Sterne mit E85 und 2,5 Sterne im Benzinbetrieb zeigen den positiven Einfluss von Ethanol auf die Treibhausbilanz.

Diesel mit Verbesserungspotenzial

Sieben Dieselmodelle sind im bisherigen Testfeld vertreten: Als Beste erreichen hier der BMW 220d, der Mercedes E 300d 4matic und der Opel Mokka 1.5 drei Sterne. Der Mercedes erzielt dabei mit 9,3 Punkten das bisher beste Ergebnis eines Verbrenners beim Clean-Air-Index, Abstriche gibt es jedoch beim Kraftstoffverbrauch und den CO₂-Emissionen. Deutliches Verbesserungspotenzial gäbe es beim Opel bei den NOₓ-Emissionen bei kalten Temperaturen sowie bei Kurzstreckenfahrten. Der BMW weist hohe N₂O-Emissionen auf, was zu Abstrichen beim Greenhouse-Gas-Index führt.

Der Genesis G70 Shooting Brake schafft im Vergleich zu seinem SUV-Pendant immerhin zwei Sterne. Doch auch der lange und flache Aufbau hat stark mit CO₂-Emissionen zu kämpfen. Zudem wird bei zwei der Tests im Labor zu viel N₂O ausgestoßen, was die Gesamtbewertung für Treibhausgase schrumpfen lässt. Zwei Sterne auch für den Audi A6 Quattro: Auffällig sind hier insbesondere die hohen NOₓ-Emissionen im Autobahnzyklus, Abstriche auch durch den hohen Kraftstoffverbrauch.

Der Land Rover Range Rover D350 erreicht lediglich 1,5 Sterne. Dem relativ guten Abschneiden bei den Abgasemissionen steht ein hoher Kraftstoffverbrauch gegenüber. Der Hyundai Staria als Siebensitzer bekommt nur einen Stern. Besonders der hohe CO₂-Ausstoß belastet die Bewertung sehr, in der Kategorie für Treibhausgase holt der schwere Van daher keine Punkte.

Nicht alle Voll-Hybride sind sehr sauber

Die Marke Lynk & Co tritt mit dem Modell 01 als Plug-in zum ersten Mal bei Green NCAP an und holt respektable 3,5 Sterne. Auffällig sind lediglich erhöhte Partikel sowie Probleme mit CO₂-Emissionen. Das zweite Testfahrzeug mit Plug-in ist der Mazda CX-60. Mit deutlichen Abstrichen bei der Abgasnachbehandlung und dem hohen Kraftstoffverbrauch/CO₂-Emissionen erzielt er lediglich 2,5 Sterne.

Mit dem Austral von Renault, dem HR-V von Honda, dem Yaris Cross von Toyota, dem Hyundai Tucson und dem Dacia Jogger traten zudem die ersten Voll-Hybride an. Seine 3-Sterne-Bewertung verdankt der HR-V vor allem einer guten Abgasreinigung, die im Schnitt fast drei Viertel der Punkte holt. Schwächen leistet sich das SUV hingegen beim Verbrauch und den Autobahntests.

Der Toyota liegt auf ähnlichem Niveau, bietet aber noch Verbesserungspotenzial bei den Partikelemissionen. Auch der Renault könnte bei der Abgasreinigung sowie den CO₂-Emissionen im Autobahnzyklus und bei minus 7 Grad Celsius besser abschneiden. Auf ähnlichem Niveau liegt auch der Dacia Jogger. Der Hyundai Tucson weist dagegen deutliche Schwächen im Abgasverhalten und einen hohen Kraftstoffverbrauch auf. Er erreicht daher nur zwei Sterne.

Mild-Hybride: Nur geringer Effekt

Auch zehn Mild-Hybridmodelle sind bei Green NCAP vertreten: Alfa Romeo Tonale, BMW 2 Active Tourer, Ford Fiesta, Ford Focus, Kia Sportage, Hyundai Bayon und Mercedes C180 mit einem 48-V-System sowie Fiat 500, Mitsubishi ASX und Nissan Qashqai mit kleinem 12-V-System. Mit 2,5 Sternen schneiden die Modelle von Alfa, Ford, Hyundai, Mitsubishi und Nissan dabei nicht besser ab als der Renault Kangoo oder VW Caddy, die jeweils gänzlich ohne Hybridsystem an den Start gehen.

Partikel gehören zu den größten Problemen des Bayon, sowohl auf dem Prüfstand als auch auf der Straße. Bei der Energieeffizienz kann das Mild-Hybridsystem etwas helfen. Der Focus zeigt ebenfalls Schwächen im Abgasverhalten, insbesondere bei niedrigen Temperaturen und unter Last. Ebenso der Fiesta, der insbesondere bei den Ammoniak-Emissionen NH₃ deutliche Schwächen aufzeigt.

Der Mercedes und der Nissan zeigten dagegen ein ausgewogenes Abgasverhalten, aber Schwächen im Kraftstoffverbrauch. BMW 2 Active Tourer und Fiat 500 schneiden mit drei Sternen etwas besser ab. Seine 3-Sterne-Bewertung verdankt der BMW vor allem einer guten Abgasreinigung, Abstriche gibt es insbesondere durch den hohen Verbrauch in Autobahntests. Beim Fiat 500 könnte ein Partikelfilter eine deutliche Verbesserung im Abgasverhalten liefern

Der Kia Sportage erreicht lediglich zwei Sterne. Auch hier gibt es Abstriche durch das schlechtere Abgasverhalten bei kalten Umgebungstemperaturen und im Autobahnzyklus sowie durch den hohen Kraftstoffverbrauch.

Abrufbar: Die Lebenszyklusanalyse (LCA)

Um die Klimawirkung der verschiedenen Antriebsarten ehrlich beurteilen zu können, müssen aber alle relevanten Energieaufwendungen über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs berechnet werden. Dazu gehören die Treibhausgasemissionen, die bei Fahrzeugherstellung und -recycling entstehen, und alle Emissionen, die bei der Bereit- und Herstellung des Kraftstoffs oder Stroms frei werden (Well-to-Tank) sowie bei der Fahrzeugnutzung (Tank-to-Wheel).

Neben Kohlendioxid (CO₂), das vor allem bei der Verbrennung fossiler Energieträger anfällt, sind auch Methanemissionen (CH₄), die beispielsweise bei der Förderung von Erdgas entstehen, und Lachgas (NO) aus dem Anbau von Biomasse relevant.

Green NCAP hat jetzt in einem ersten Schritt die geschätzten Gesamtlebenszyklus-Treibhausgasemissionen und den Primärenergiebedarf für alle getesteten Autos berechnet. Für die vergleichende Betrachtung wird eine nominelle Fahrzeuglebensdauer von 16 Jahren und eine Gesamtfahrleistung von 240.000 Kilometern angenommen. Die Berechnungen basieren auf der aktuellen Prognose über den sich ändernden durchschnittlichen Energiemix der EU-Staaten.

Für jedes der getesteten Modelle werden die Prozesskette und das Ergebnis in einem individuellen LCA-Factsheet* zusammengefasst.

Ausgezeichnet: Der LCA-Award

Im Oktober 2023 wurde zum ersten Mal der neue Life Cycle Assessment Award vergeben. Der LCA-Award wird nur an die ab 2022 getesteten 5-Sterne-Fahrzeuge verliehen, die zu den besten LCA-Performern gehören. Derzeit sind dies Fahrzeuge mit Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus von maximal 120 g CO₂eq/km, basierend auf der Green-NCAP-LCA-Methode und festgelegten europäischen Durchschnittswerten.

Der LCA-Award konnte bisher an fünf Modelle vergeben werden:

  • Dacia Spring: 87,9 g CO₂eq/km

  • Ora Funky Cat: 112,9 g CO₂eq/km

  • Tesla Model 3: 115,1 g CO₂eq/km

  • Renault Mégane E-Tech: 118,4 g CO₂eq/km

  • MG 5: 118,6 g CO₂eq/km

Alle Ergebnisse sind abrufbar unter greenncap.com/european-lca-results*.

2024 erfolgt eine Aktualisierung der für die Lebenszyklusanalyse verwendeten Hintergrunddaten. Die Vergabe des LCA Assessment Award für weitere Testfahrzeuge wird bis dahin zurückgestellt.

Neu: Die interaktive LCA-Plattform

Um den Verbrauchern die Möglichkeit zu bieten, die tatsächlichen Umweltauswirkungen eines Fahrzeugs während seines gesamten Lebenszyklus zu verstehen, wurde eine interaktive LCA-Plattform* entwickelt.

Mithilfe des Tools können die Verbraucher den Energiebedarf und die Treibhausgasemissionen eines Fahrzeugs über den gesamten Lebenszyklus ermitteln und verschiedene Modelle und Antriebsarten miteinander vergleichen. Dabei können die Vergleichsparameter an die lokalen und persönlichen Gegebenheiten angepasst werden, hierzu zählen jährliche Fahrleistung und Strommix. Je nach Bedarf und Bedingungen können bis zu drei Fahrzeugmodelle miteinander verglichen werden.

Das LCA-Tool bietet auch die Möglichkeit, den ökologischen Fußabdruck des Fahrzeugs in verschiedenen europäischen Ländern zu untersuchen, und zeigt die Vorteile eines höheren Anteils an erneuerbarem Strom auf.

Durch die Anbindung an die ADAC Autodatenbank stützt sich die interaktive LCA-Plattform auf eine große Datenbank mit über 30.000 Modellen, für die eine "eigene LCA" berechnet werden kann. Für die von Green NCAP getesteten Fahrzeuge kann zusätzlich die LCA auf Basis der realistischeren Kraftstoff- und/oder Energieverbrauchswerte aufgezeigt werden.

Das Tool richtet sich an Verbraucher, die die Nachhaltigkeit ihres Fahrzeugs im Zusammenhang mit ihrem Wohnort und ihrer langfristigen Nutzung in Betracht ziehen, sowie an Wissenschaftler, Industrie und Gesetzgeber und stellt einen echten Schritt in Richtung eines globalen Umweltbewusstseins in Bezug auf klimaschädliche Emissionen und die Lebenszyklusenergie dar, die für die Herstellung umweltfreundlicher und nachhaltiger Fahrzeuge erforderlich ist.

Die deutsche Version der interaktiven LCA-Plattform ist auf dieser Green-NCAP-Website* verfügbar.

Wichtig zu wissen

Aktuell berücksichtigt die Ökobilanz von Green NCAP die relevantesten Umweltaspekte. Andere Umweltwirkungen von Schadstoffemissionen wie NOₓ, SO₂, Feinstaub und deren Folgewirkungen wie Versauerung, Ozonbildung und Toxizität für den Menschen werden jedoch nicht erfasst.

Auch die Lebenszyklus-Auswirkungen eines Verkehrssystems auf den Wasserbedarf, die Verschmutzung des Wassers oder des Bodens, der Flächenverbrauch und Lärm werden noch nicht in die Bewertung einbezogen.

Hier finden Sie noch detailliertere Informationen zum Green NCAP-Test
PDF, 277 KB
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So sauber waren die Modelle 2020/21

Wegen des geänderten Test- und Bewertungsverfahrens sind frühere Testergebnisse nicht direkt mit denen der aktuell getesteten Fahrzeuge vergleichbar. Doch aussagekräftig sind deren Resultate natürlich trotzdem.

Fachliche Beratung: Andrea Gärtner, Luis Kalb, ADAC Technikzentrum

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