Kia e-Soul: Prima Ergebnisse im ADAC Test

Kia e-Soul: Cooler Kasten in der Länge eines VW Golf ∙ Durch Anklicken des Vorschaubildes mit dem Play-Button werden Sie auf die Internetseite von YouTube weitergeleitet. Für deren Inhalte und Datenverarbeitung ist der jeweilige Seitenbetreiber verantwortlich. ∙ Bild: © Kia

Der Kia e-Soul soll mit großem Akku 452 Kilometer weit kommen. Im Test musste er beweisen, wie gut er wirklich ist. Ergebnisse, Daten, Bewertungen

  • Im ADAC Test: Die starke Version mit 150 kW/204 PS und 64-kWh-Akku

  • Technik: Note 2,1. Ecotest: Vier von fünf Sternen

  • Alle Infos zum Update fürs Modelljahr 2023

Ein E-Auto kommt gut an, wenn es nicht allzu teuer ist und eine ordentliche Reichweite aufweist. Zwar gibt es beim e-Soul wie beim e-Niro auch einen kleineren Akku mit 39,2 kWh für 276 Kilometer Reichweite, aber der größere Akku ist einfach das attraktivere Angebot. Für die flüssig gekühlte Lithium-Ionen-Polymer-Batterie mit 64 kWh verspricht der Hersteller eine Normreichweite von bis zu 452 Kilometern

Wie weit er wirklich kommt und was er sonst noch kann, musste der Kia e-Soul im ADAC Test beweisen. Der Testwagen mit dem größeren Akku kostet 3400 Euro mehr und ist die deutlich praxistauglichere Version. Außerdem ist der Fahrspaß um einiges größer, denn die Motorleistung beträgt hier statt 110 kW/136 PS immerhin 150 kW/204 PS. Das maximale Drehmoment gibt der Hersteller mit 395 Nm an. 

Mit 150 kW/204 PS macht der e-Soul viel Spaß

Mit 4,20 Metern Länge ist der e-Soul etwas kürzer als ein VW Golf © Kia

Diese enorme, fast lautlose Kraft macht aber nicht nur Spaß, sie ist auch ein Garant für sicheres Überholen auf der Landstraße. Wer einen mit 60 km/h vor sich fahrenden Lkw hinter sich lassen möchte, ist in nur 3,6 Sekunden auf 100 km/h. Ein kurzer energischer Gasstoß, wenn frei ist, genügt. Klar verleitet so viel Leistung grundsätzlich immer wieder mal zum schnellen Fahren – aber dann lernt man genauso schnell, dass das die Reichweite erheblich reduziert. Und so verfällt man dann gern wieder in den entspannten Cruiser-Modus – die angemessenste Art, ein Elektroauto zu bewegen. ADAC Urteil über den Antrieb: eine glatte Note eins.  

Test Kia e-Soul: Wie weit reicht der 64-kWh-Akku?

Der 2023er Kia e-Soul mit neu platziertem Logo © Kia

Im ADAC Messzyklus mit eigens definierten Geschwindigkeiten für Stadt-, Überland- und Autobahnfahrten (inklusive 200 Kilogramm Zuladung an Bord) schafft der Kia e-Soul eine Reichweite von 390 Kilometern, in der Stadt sind sogar mehr als 480 Kilometer drin. Wobei man beachten muss, dass der Wert im Winter, wenn der Innenraum beheizt werden muss, um einiges niedriger ausfällt. Die Heizung bzw. die Klimaanlage ist bei allen Elektroautos ein Bauteil, das relativ viel Energie benötigt. Energie, die dann nicht mehr für den Motor zur Verfügung steht.

Abhilfe schafft eine Wärmepumpe, die es inzwischen nur noch in Kombination mit dem größeren Akku gibt. In den neu benannten Versionen Titan und Silber kostet sie 1000 Euro extra, in Gold und Platin ist sie serienmäßig installiert. Ein Vorheizsystem für die Batterie haben alle Versionen an Bord.

Trotzdem ist es natürlich wichtig, mit der Energie hauszuhalten, vorausschauend zu fahren und die Rekuperation gut zu nutzen. Wie viel Bremsenergie in elektrische Energie zurückgewonnen wird, kann der Fahrer über Schaltwippen am Lenkrad beeinflussen und dadurch auch "elektrisch bremsen". Zieht man den Hebel links vom Lenkrad länger, kann man den Soul auch ohne Einsatz der herkömmlichen Bremsen zum Stillstand bringen. Zudem orientiert sich das Fahrzeug am vorausfahrenden Verkehr, um automatisch maximal energieeffizientes Bremsen zu gewährleisten – oder möglichst weit zu rollen.

Kia Soul: Elektroauto mit 100 kW Ladeleistung

Markant: Der Kia e-Soul hebt sich auch von hinten von der Masse ab © Kia

Das Fahren mit dem e-Soul ist so einfach wie mit einem Autoscooter auf der Kirmes. Einfach den Drehknopf in der Mittelkonsole auf "D" drehen und Gas geben. Schon gleitet der Elektrowagen mühelos und geräuscharm dahin – wenn es sein muss sogar recht sportlich. Die Version mit großem Akku und 204 PS sprintet in 7,9 Sekunden auf 100 km/h, die schwächere 136-PS-Variante mit kleinem Akku braucht 9,9 Sekunden.
Und die Lademöglichkeiten? An der Front befindet sich eine kleine Klappe, hinter der sich ein konventioneller Typ-2-Anschluss und ein Schnellladeanschluss für den CCS-Stecker-Standard verbergen. Letzterer ist serienmäßig und erlaubt an einer entsprechend ausgerüsteten Autobahn-Ladesäule eine Ladeleistung von maximal 100 kW, so dass der große Akku in knapp 60 Minuten auf 80 Prozent kommt.

Hilfreich ist ein optionaler, 3-phasiger Onboard-Charger, der für 700 Euro eine Ladeleistung von 10,5 kW für Wechselstrom (AC) Säulen bereitstellt, ansonsten ist bei 7,4 kW Schluss. Eine Vollladung (0 - 100 Prozent) würde damit über neun Stunden dauern.

Testverbrauch: 18,8 kWh/100 km

Im Elektrozyklus des ADAC Ecotest wurde ein durchschnittlicher Stromverbrauch von 18,8 kWh pro 100 Kilometer ermittelt – inklusive der Ladeverluste bei 1-phasiger Ladung mit 32 Ampere. Um die 64-kWh-Batterie einmal komplett zu laden, werden 73,9 kWh benötigt. Der e-Soul gehört damit zu den Effizienteren unter den Elektroautos, sowohl was den Verbrauch, als auch was die Ladeverluste angeht. Den fünften Stern im Ecotest verpasst der e-Soul denkbar knapp um einen Punkt.

Die Sicherheits- und Assistenzausstattung des Stromers ist quer durch alle Ausstattungs-Versionen sehr umfangreich. Es gibt eine Kollisionswarnung, ein Notbremssystem samt Personenerkennung und einen Spurhalteassistenten mit Warnfunktion oder Lenkungseingriff.

Ein Geschwindigkeitsbegrenzer ist Serie, ebenso die aktive Geschwindigkeitsregelung ACC. Überdies umfasst die Spirit- (jetzt Platin-)Ausstattung einen Stauassistenten sowie ein Head-up-Display. Warum ausgerechnet die Verkehrszeichenerkennung per Kamera nicht verfügbar ist, bleibt wohl Kias Geheimnis; dem Fahrer werden nur Limits aus den Kartendaten angezeigt. Der Spurwechselassistent umfasst auch den Ausparkassistenten, der mit den Radar-Sensoren am Heck den kreuzenden Verkehr überwacht und beim Rückwärtsausparken vor Gefahren warnt.

Zum Modelljahr 2023 wurde die Assistenz-Flotte noch einmal ausgebaut, ausstattungsabhängig kommen etwa ein Autobahnassistent, ein aktiver Totwinkelassistent mit Lenk- und Bremseingriff, ein intelligenter Geschwindigkeitsassistent und ein Ausstiegswarner sowie ein erweiterter Frontkollisionswarner mit Radfahrer-Erkennung, Abbiegefunktion und Querverkehrs-Erkennung dazu.

Eine App zeigt den Ladezustand der Batterie

Außerdem kommt ab der Version Silber das Telematiksystem namens UVO zum Einsatz, das den Nutzer unter anderem mit Echtzeitinformationen zu Ladestationen versorgt und es ermöglicht, das Laden zu programmieren. Der aktuelle Ladezustand lässt sich über eine App für Android- und Apple-Smartphones verfolgen. Praktisch auch, das sich über das Handy Navi-Ziele wählen und direkt zum Auto ins Navi schicken lassen.

Moderner Innenraum mit Digitalanzeigen

Der Innenraum des e-Soul präsentiert sich aufgeräumt und im Modelljahr 2023 mit diversen verbesserten Details, die Bedienung klappt weitgehend intuitiv. Die Bordcomputer-Informationen werden nun auf dem mittig am Armaturenbrett montierten, 10,25 Zoll großen Navigationsbildschirm angezeigt statt wie bisher im Kombiinstrument. Selbiges besteht aus einem zentralen Farbdisplay, das seitlich von kleineren, halbrunden Displays flankiert wird, die damit eine klassische Rundinstrumentenoptik andeuten.

In Sachen Platzangebot muss sich der e-Soul nicht verstecken: Auch hinten sitzt es sich für dieses Fahrzeugformat bis zu einer Körpergröße von 1,95 Metern recht kommod und auch das Kofferraumvolumen mit 310 bis 1205 Litern (nach ADAC Messmethodik) kann als alltagstauglich bezeichnet werden. Weil die Batterie im Unterboden sitzt, schränkt sie das Platzangebot nicht ein.

Zudem bringt der e-Soul auch noch eine von vielen E-Auto-Fans sehnlich erwünschte Fähigkeit mit: Die stärkere Version ist jetzt serienmäßig für 100 Kilo Stützlast ausgelegt und kann deshalb mit einer Anhängerkupplung ausgerüstet werden, die zum Beispiel den Transport von E-Bikes auf dem "Haken" ermöglicht. Eine Anhängelast ist aber leider nicht freigegeben.

Kia e-Soul: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Kia e-Soul (64 kWh) Spirit (jetzt Platin)

Motor/Antrieb

Elektromotor (PSM) an der Vorderachse, 150 kW/204 PS, 395 Nm Drehmoment

Fahrleistungen

7,9 s auf 100 km/h, 167 km/h Spitze

Verbrauch

15,7 kWh/100 km, 0 g CO₂/km

Maße

L 4,20 / B 1,80 / H 1,60 m

Kofferraum

315 bis 1339 l

Leergewicht / Zuladung

1757 / 423 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

Garantie

7 Jahre /150.000 km

Preis

ab 51.490 €*

* Stand Oktober 2022

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Kia e-Soul (64 kWh)

Überholvorgang 60-100 km/h

3,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,6 m

Wendekreis

11,3 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

18,8 kWh/100 km , 103 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

390 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1745 / 435 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

310 / 670/ 1205 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Kia e-Soul (64 kWh)

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,4

Komfort

2,8

Motor/Antrieb

1,0

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

2,0

Umwelt/Ecotest

1,6

Gesamtnote

2,1

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt/Ecotest werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

Das hat uns gefallen: Gute Fahrleistungen. Gutes Platzangebot vorn. Praxistaugliche Reichweite. Umfangreiche Ausstattung. 7 Jahre Garantie. Hohe aktive Sicherheit.

Das hat uns nicht gefallen: Teilweise einfache Materialien im Innenraum. Kein Anhängerbetrieb möglich. Hoher Anschaffungspreis.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Kia e-Soul als PDF herunterladen
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