Kia EV9: Dieser Elektro-SUV zeigt Größe

ADAC Redakteur Jochen Wieler hat sich den EV9 angeschaut und fragt sich: Wer möchte diese Räder wechseln?
ADAC Redakteur Jochen Wieler hat sich den EV9 angeschaut und fragt sich: Wer möchte diese Räder wechseln?© Kia

Kia prescht mächtig voran bei der Elektromobilität und stellt ein neues E-Auto nach dem anderen vor. Ende 2023 kommt das größte Modell: Der Elektro-SUV Kia EV9. Erste Infos, Bilder, Daten.

  • Großer Elektro-SUV kommt 2023

  • Hersteller verspricht 540 Kilometer Reichweite

  • Sieben Sitze auf knapp fünf Metern Länge

Ja werden die jetzt größenwahnsinnig bei Kia? Sieht fast so aus. Waren die bisherigen Elektromodelle Kia Soul und Niro noch sehr bescheiden in der Kompaktklasse unterwegs und der EV6 in der Mittelklasse, kommt nun dieser Mega-SUV.

EV9 wird die Serienversion Ende 2023 heißen, doch bereits jetzt gibt der Hersteller einen ersten Ausblick mit dem hier vorgestellten Concept EV9. Und schon die Studie sieht ziemlich mächtig aus! Riesige 22-Zoll-Räder füllen große und markant gestaltete Radhäuser, die Karosse wirkt ziemlich kastenförmig und dürfte Land-Rover-Defender-Fahrern, Fans der kultigen Mercedes G-Klasse oder des GLS mit Sicherheit beeindrucken.

Auf fast fünf Metern Platz wie im Van

Mit 4,93 Metern Länge, 2,05 Meter Breite und 1,79 Meter Höhe hat der Kia zwar nicht ganz die Statur des Mercedes GLS (Länge 5,20 Meter), doch bei den inneren Werten sollte er mithalten können. Denn auch der Kia glänzt durch einen riesigen Innenraum und bis zu sieben Sitzplätzen, so dass er durchaus als Van-Ersatz durchgeht.

Das sehr clean gehaltene Lounge-artige Interieur der Studie sieht zwar toll aus, doch das Serienfahrzeug wird weit konventioneller ausgestattet sein. In der Studie darf man zumindest noch davon träumen, die erste Sitzreihe um 180 Grad drehen zu können, und die zweite als Tisch zu verwenden.

Auch die gegenläufig öffnenden Türen ohne B-Säule sind ein netter Gag, der den Innenraum noch größer erscheinen lässt und den Zugang erleichtert. Aber das können wir gleich wieder vergessen, schon im Hinblick auf enge europäische Parkhäuser, die ein so weites Öffnen der Türen gar nicht erst zulassen würden.

Sitze aus Recycling-Flaschen, Haube mit Solarzellen

Clean, hochwertig, elegant: Das Cockpit der EV9-Studie © Kia

Denkbar sind höchstens das scheinbar frei schwebende Instrumentenpaneel – sieht richtig gut aus! – und das große Glasdach. Gesetzt sind ein "veganes Leder", also ein Kunstleder, das mit Holzfasern vermischt wird, Sitze aus Recycling-Plastikflaschen und der Bodenbelag aus alten Fischernetzen. Ob die Solarzellen im oberen Teil der Motorhaube wirklich kommen? Wir glauben nicht so ganz daran, schließlich könnten sie ohnehin nicht viel zum Befüllen der wahrscheinlich ziemlich großen Antriebsbatterie beitragen.

Elektro-SUV mit 540 km Reichweite

Die dürfte nicht weniger als 100 kWh Kapazität haben, sonst wären die rund 540 Kilometer Reichweite, die der Hersteller verspricht, nur schlecht zu schaffen. Motorleistung, Ladeleistung oder Verbrauch? Dafür ist es noch zu früh. Nur so viel verrät Kia jetzt schon: Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h soll in rund fünf Sekunden erfolgen. Das lässt einen sehr kräftigen Elektroantrieb vermuten, Allradantrieb ist ohnehin Standard.

All die Daten und die Größe des Fahrzeugs deuten schon darauf hin: Eigentlich ist der Kia EV9 für den amerikanischen Markt gemacht. Hierzulande wirkt er doch ein bisschen zu mächtig – es sei denn die endgültige Version ändert sich noch einmal komplett. Aber davon ist nicht auszugehen. Für Europa bzw. Deutschland dürften die Stückzahlen daher auch eher überschaubar ausfallen.

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