Australien: Alles zu Impfungen, Einreise und giftigen Tieren

Zwei Kängurus sitzen an einem Strand am Meer
Down Under: Exotische Tiere wie Kängurus und eindrucksvolle Natur machen Australien zu einem beliebten Reiseziel ∙ © iStock.com/Benedetta Barbanti

Was Sie über Impfungen und Einreisebestimmungen und die medizinische Versorgung in Australien wissen müssen.

  • Standard-Impfungen vor der Reise überprüfen

  • Australien ist malariafrei

  • Wichtige Medikamente gehören in die Reiseapotheke

Infos zu Corona und Australien

Corona hat Auswirkungen auf viele Urlaubspläne – auch in Australien. Hier gibt es Informationen:

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Impfungen und Einreisebestimmungen für Australien

Für die direkte Einreise aus Deutschland sind in Australien keine Impfungen vorgeschrieben. Eine gültige Schutzimpfung gegen Gelbfieber müssen Sie nur dann nachweisen, wenn Sie sich innerhalb der letzten zehn Tage vor Einreise in einem Land aufgehalten haben, in dem man sich theoretisch hätte infizieren können.

Nehmen Sie die Reise zum Anlass, Ihren allgemeinen Impfschutz bei einem Arzt überprüfen zu lassen. Jeder Reisende sollte über die für Deutschland empfohlenen Standard-Impfungen verfügen, insbesondere über eine aktuelle Impfung gegen Tetanus (Wundstarrkrampf), Diphtherie, Pertussis (Keuchhusten), Masern und eine Grundimmunisierung gegen Poliomyelitis (Kinderlähmung). Personen über 60 Jahren wird empfohlen, sich gegen Pneumokokken (Lungenentzündung) impfen zu lassen.

Impf-Empfehlungen für Urlaub in Australien

Je nach Reisezeit ist es empfehlenswert, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Bleiben Sie länger im Land oder reisen Sie unter einfachen Bedingungen, etwa mit Zelt und Rucksack, sollten Sie zusätzlich folgende Impfungen in Betracht ziehen: Hepatitis A, Hepatitis B, Tollwut, Japanische Enzephalitis (nur Torres-Inseln Dezember – Juni). Die Kosten für diese Impfungen können erheblich sein, deshalb sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung klären, was diese übernimmt.

Australien ist malariafrei.

Giftige Tiere in Australien: Schlangen, Spinnen & Co.

Sydney mit Harbour Bridge und Oper aufgenommen aus der Luft
Die Harbour Bridge in Sydney verbindet Nord- und Südküste der Stadt ∙ © iStock.com/Yiran An

Der Kontinent gilt als Heimat der giftigsten und gefährlichsten Tiere der Welt. Dazu gehören Spinnen, Schlangen und Quallen. Teilweise können auch Haie und Krokodile Urlaubern gefährlich werden. Urlauber sollten daher unbedingt Warnhinweise befolgen und bei Bedarf zügig medizinische Hilfe in Anspruch nehmen.

Von Oktober bis Juni ist Quallensaison: Die fußballgroße Würfelqualle "Seewespe" findet man dann an flachen Sandstränden der nordaustralischen Küste, vor allem zwischen Broome in Western Australia und Gladstone in Queensland. Das Meerestier gehört zu den gefährlichsten Tieren Australiens. Wer mit den bis zu drei Meter langen Tentakel in Berührung kommt, kann innerhalb weniger Minuten schwere Vergiftungserscheinungen entwickeln, im schlimmsten Fall Atemstillstand und Herzversagen erleiden.

Ebenfalls an den nördlichen und östlichen Küsten Australiens kommen die nur wenige Zentimeter große Qualle "Irukandji" und die "Portugiesische Galeere" vor. Wer mit einem dieser Tiere in Kontakt gekommen ist, kann ebenfalls heftige Symptome entwickeln: starke Schmerzen oder Herz-Kreislaufprobleme.

Bei Quallenverletzungen empfiehlt ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer:

  • Wasser verlassen: Versuchen Sie, ruhig zu bleiben. Wenn Sie im Wasser etwas sehen, das einer bläulichen Plastiktüte ähnelt, entfernen Sie sich möglichst mit dem Wind davon. Halten Sie unbedingt großen Abstand zu dem Tier.

  • Nesselzellen entfernen: Suchen Sie an Land die verletzten Stellen nach verbliebenen Resten der Nesselfäden ab. Benutzen Sie Pinzette, Hölzchen, Taschenmesserspitze, Muschelsplitter oder andere Hilfsmittel, um Tentakelreste sanft von der Haut abzuheben. Befallene Haut vorsichtig dünn mit feuchtem Sand bedecken, trocknen lassen, mit Scheckkarte oder Hölzchen abschaben. Danach mit reichlich Salzwasser spülen. Häufig finden sich an der Nord- und Nordostküste Australiens neben Warnschildern auch große Flaschen mit Haushaltsessig. Er hilft bei Verletzungen durch Würfelquallen.

  • Schmerzen lindern: Nun kann das betroffene Hautgebiet mit Eis gekühlt werden. Dieses sollte zur Vorsicht in eine Plastiktüte gegeben werden und nicht direkt mit der Haut in Kontakt kommen. Auch Salben gegen Sonnenbrand (nicht Sonnenmilch oder -creme!) können jetzt aufgetragen werden. Bei besonders starken Schmerzen sind Schmerzmittel wie Ibuprofen angezeigt.

  • Ärztliche Hilfe: Suchen Sie einen Arzt auf, wenn die Hautreizungen nach einigen Stunden nicht abklingen.

Gesundheits-Tipps für Fernreisen

ADAC Reisemediziner Dr. Klaus Schäfer nennt wichtige Vorsichtsmaßnahmen:

  • Auf langen Flügen und Fahrten Bewegungsübungen machen, pro Stunde einen Becher Wasser oder Saft trinken, keinen Alkohol. Infos zu Thrombose

  • Hände oft mit Seife waschen, nicht an Stoffhandtüchern trocknen. Für Empfindliche: Desinfektionsmittel mitnehmen

  • Landestypisches essen, auf Dinge wie Salat, Speiseeis, Mayonnaise verzichten. Dampfend heiße Mahlzeiten bevorzugen, an Straßenständen frisch aus dem Öl oder Sud. Teller nicht leer kratzen. Früchte (lieber nicht von Straßenständen) mit eigenen sauberen Händen schälen. Nur aus industriell verschlossenen Flaschen mit intakten Sicherungsringen trinken

  • Stiche vermeiden, zu jeder Tageszeit. Mit Schuhen und Kleidung möglichst viel Haut bedecken. Schutzmittel streng nach Vorschrift anwenden. Mehr zum Schutz vor Mücken

  • Von (Haus-)Tieren fernhalten

  • Baden nur im Meer und im gechlorten Pool. Sonnenbrand vermeiden

  • Nicht selbst fahren, wenn man mit dem Verkehr in einem Land nicht vertraut ist

  • Keine ungeschützten Intimkontakte, europäische Kondome mitbringen

  • Bei Fieber, Grippegefühl, Durchfall länger als drei Tage (oder blutig) zum Arzt gehen. Auch kleine Wunden sehr sorgfältig versorgen

Weitere Infos erhalten ADAC Mitglieder vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter Tel. 089 76 76 77 oder auf den ADAC Reisemedizin-Seiten.

Medizinische Versorgung in Australien

Die medizinische Versorgung in Australien entspricht westeuropäischem Niveau.

Reisemedizinischer Informationsservice des ADAC

Kontaktieren Sie immer zuerst den Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC, wenn Sie medizinische Behandlung benötigen. Adressen von Ärzten und Krankenhäusern in der Region erhalten Sie unter Tel. +49 89 76 76 77, Fax +49 89 76 76 36 77 und reisemedinfo@adac.de.

Das gehört in die Reiseapotheke

Nehmen Sie auf Reisen immer eine eigene Reiseapotheke mit. Medikamente, die regelmäßig eingenommen werden, sollten Sie sicherheitshalber in doppelter Menge dabei haben und auf Hand- und Check-in-Gepäck verteilen.

Infos und ein Formular zur Medikamentenmitnahme im Urlaub finden Sie hier.

Vorschläge für eine gute Grundausstattung: Wunddesinfektionsspray, Pflaster und Verbandsmaterial, Mittel gegen Schmerzen, Fieber, Insektenstiche, Reisekrankheit, Durchfall, Erbrechen, Verstopfung, Erkältungskrankheiten.

Infos zur Reiseapotheke lesen Sie hier.

Reisemedizinische Beratung beim Arzt

Eine sinnvolle reisemedizinische Beratung muss immer individuell auf Reiseland, -zeit und -stil sowie auf den Reisenden selbst abgestimmt sein. Vor Reisen in Länder mit problematischen medizinischen und hygienischen Verhältnissen, Reisen mit Kindern oder während der Schwangerschaft sowie Reisen von Personen mit Vorerkrankungen ist die rechtzeitige Beratung – etwa vier bis sechs Wochen vor Reisebeginn – durch einen reise- oder tropenmedizinisch erfahrenen Arzt besonders wichtig.

Wichtig: Auslandskrankenversicherung

Wer nach Australien reist, sollte unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Medizinische Leistungen im Ausland sind oft deutlich teurer als in Deutschland. Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland dürfen im Ausland entstandene Kosten jedoch nur nach der deutschen Gebührenordnung erstatten. Kosten für einen Krankenrücktransport werden nicht übernommen.

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Mehr Infos zur Reisemedizin

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Der ADAC Auslandskrankenschutz bietet Kostenerstattung für medizinisch notwendige Heilbehandlungen im Ausland. Dazu Organisation und Kostenübernahme von Hilfeleistungen bis hin zum Krankenrücktransport. Weitere Vorteile: Privatpatientenstatus und freie Wahl unter den Krankenhäusern im Ausland.

Hier gibt es weitere Infos zum ADAC Auslandskrankenschutz.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

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