Japanische Enzephalitis: alles über Symptome, Risikogebiete und Impfung

Rückseite der Frau streckt sich im Bett nach dem Aufwachen, Happy begrüßt neuen Tag mit warmem Sonnenlicht.
Vor allem nachtaktive Moskitos in subtropischen Reiseländern sind Überträger der Japanischen Enzephalitis. Ein Moskitonetz sollte deshalb zur Grundausstattung jedes Reisenden gehören © iStock.com/TongTa

Die Japanische Enzephalitis tritt vor allem in asiatischen Ländern auf. Wann eine Impfung sinnvoll ist und weitere Infos zu der Viruserkrankung.

  • Nachtaktive Stechmücken übertragen die Viruskrankheit

  • Schwere Krankheitsverläufe sind selten

  • Impfung beugt Infektionen vor

Die Japanische Enzephalitis ist eine Form der Gehirnentzündung (Enzephalitis), die von Viren ausgelöst wird. Die Erkrankung tritt vor allem in Südostasien, weiten Teilen von Indien, Korea, Japan, China, dem Westpazifik und Nordaustralien auf – nicht nur im ländlichen Raum, sondern auch am Rand von Ballungszentren.

Überträger: Nachtaktive Stechmücken

Das Japanische-Enzephalitis-Virus (JEV) befällt Schweine und Wildvögel. Vor allem dämmerungs- und nachtaktive Stechmücken der Gattung Culex übertragen den Erreger von den infizierten Tieren auf den Menschen. Ein hohes Risiko für Infektionen besteht vor allem dort, wo Mücken optimale Bedingungen zum Brüten finden und wo gleichzeitig viele Schweine oder wilde Vögel leben (z. B. Reisfelder, Sümpfe, Schweinezucht). Die Hauptsaison der Übertragung unterscheidet sich von Region zu Region. In (sub)tropischen Gebieten findet sie hauptsächlich während der Regenzeit, in gemäßigten Regionen während des Sommers statt. Denn wenn es warm und feucht ist, können sich die Mücken besonders gut vermehren.

Meist keine klinischen Symptome

Die Inkubationszeit (also die Zeit zwischen dem Stich einer infizierten Mücke und dem Ausbruch der Erkrankung) ist sehr unterschiedlich. Es kann 5 bis 15 Tage dauern, bis sich erste, grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopf- oder Gliederschmerzen zeigen. Die meisten Menschen spüren aber nichts von der Virusinfektion.

Schwerer Krankheitsverlauf selten

Bei einem von 250 Infizierten kann es im weiteren Krankheitsverlauf zu einer schweren Enzephalitis kommen. Typische Anzeichen sind:

  • Nackensteifigkeit (Meningismus)

  • Verwirrtheit

  • Verhaltensänderungen

  • Lähmungen

  • Krampfanfälle

  • Bewusstseinsstörungen

Etwa ein Drittel der von einer schweren Enzephalitis Betroffenen stirbt an dieser Krankheit. Ein weiteres Drittel leidet an bleibenden Spätfolgen wie neurologischen Schädigungen (z. B. Bewegungsstörungen), Verhaltensauffälligkeiten oder intellektuellen Problemen.

Nur Symptomlinderung möglich

Impfbuch mit Spritze
Wer in Risikogebiete reist oder sich dort länger aufhält, für den bietet eine Impfung gegen das Virus der Japanischen Enzephalitis guten Schutz© imago images/Future Image

Aktuell gibt es keine Medikamente, die speziell gegen die Japanische Enzephalitis wirken, oder eine Therapie, mit der die Krankheit heilbar wäre. Milde Verläufe heilen von selbst aus – zumal Infizierte in den allermeisten Fällen gar keine Symptome haben. Treten doch Symptome auf, können diese lediglich gelindert werden (z. B. durch krampflösende Mittel, Schmerzmittel etc.). Bei schweren Krankheitsverläufen ist in der Regel eine Behandlung auf der Intensivstation nötig. Die Folgen können dauerhafte Schädigungen des Nervensystems und sogar der Tod sein.

Wer in Risikogebiete reist oder sich dort länger aufhält, für den bietet eine Impfung gegen das Virus der Japanischen Enzephalitis guten Schutz. Zwei Impfdosen sind für die Grundimmunisierung nötig.

Impfung schützt

Die Ständige Impfkommission empfiehlt die Impfung generell allen Personen, die sich während der Übertragungszeit in Endemiegebieten aufhalten, besonders bei:

  • Reisen in aktuelle Ausbruchsgebiete

  • Längeren Aufenthalten (mehr als 4 Wochen)

  • Wiederholten Aufenthalten für kurze Zeit

  • Aufenthalten in der Nähe von Reisfeldern oder einer Schweinezucht

Der in Deutschland zugelassene Impfstoff ist ein sogenannter Totimpfstoff, der inaktivierte Viren enthält. Diese können sich nicht vermehren und den Körper krank machen. Das Immunsystem erkennt sie aber als fremd und bildet Antikörper dagegen. Da bei Totimpfstoffen die Immunantwort etwas schwächer ausfällt, müssen sie in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden. Es ist sinnvoll, die Impfung bei Reisemedizinerinnen oder Reisemedizinern durchführen zu lassen. Sie können ausführlich beraten und weitere Tipps zu Vorsorgemaßnahmen geben.

Grundimmunisierung und mögliche Nebenwirkungen

Der Impfstoff gegen die Japanische Enzephalitis ist bereits für Kinder ab dem Alter von zwei Monaten zugelassen. Für eine Grundimmunisierung sind zwei Dosen nötig, Kinder, jünger als drei Jahre, erhalten die halbe Impfdosis. Je nachdem, wie schnell ein Impfschutz benötigt wird, stehen zwei Impfschemata zur Verfügung:

  • Standardimpfschema: Abstand zwischen den zwei Dosen beträgt vier Wochen

  • Schnellimpfschema (nur für Erwachsene zwischen 18 und 65 Jahren): Abstand zwischen den zwei Dosen beträgt eine Woche

Die Grundimmunisierung sollte unabhängig vom Impfschema etwa eine Woche vor dem Aufenthalt in einem Endemiegebiet abgeschlossen sein. Mehr als 93 Prozent der Geimpften sind dann gegenüber dem Erreger immun. Falls nötig, kann nach 12 bis 24 Monaten eine Auffrischung erfolgen. Eine weitere Auffrischung empfiehlt das Robert Koch-Institut zehn Jahre nach der ersten Auffrischungsimpfung.

Allgemein gilt die Impfung als gut verträglich. Am häufigsten können folgende Nebenwirkungen auftreten:

  • Erwachsene: Kopfschmerzen, Muskelschmerzen, Schmerzen und Empfindlichkeit an der Injektionsstelle, Müdigkeit

  • Kinder: Fieber, Durchfall, grippeähnliche Erkrankungen, Reizbarkeit und Reaktionen an der Injektionsstelle (Rötung, Schmerzen und Empfindlichkeit)

Das kostet die Impfung

Die Kosten für eine Impfung gegen Japanische Enzephalitis liegen bei etwa 90 Euro pro Impfdosis. Wie auch bei anderen Reiseimpfungen sollten Sie vorab mit Ihrer Krankenversicherung abklären, was diese übernimmt. Bei Reisen aus beruflichen Gründen zahlt in der Regel die Krankenkasse.

Moskitonetze schützen zusätzlich

Reisende, die sich in Endemiegebieten aufhalten, sollten auf ausreichenden Mückenschutz achten (z. B. durch Moskitonetze über dem Bett, Schutzgitter vor den Fenstern, schützende Kleidung und Mückenmittel) – sowohl tagsüber, vor allem aber in der Dämmerung und nachts. Denn dann sind die übertragenden Mücken besonders aktiv.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Autorin: Kathrin Rothfischer