Hepatitis A und B: Das sollten Reisende wissen

Die Leberentzündungen Hepatitis A und B werden durch Viren hervorgerufen. Wie Sie sich schützen können, insbesondere auf Reisen.
Hepatitis A: Infektionsrisiko durch Nahrungsmittel
Hepatitis B wird von Mensch zu Mensch übertragen
Impfstoffe schützen
Hepatitis A: Vorsicht bei Meeresfrüchten
Das Hepatitis-A-Virus befällt bei einer Infektion Leberzellen, wo es sich vermehrt. Die Viren werden über den Darm ausgeschieden, kommen über Trinkwasser und Nahrung oder durch direkten Kontakt (Schmierinfektion) in den nächsten Wirtsorganismus und haben die Chance, sich dort erneut zu vermehren.
Die Viren sind sehr widerstandsfähig gegen hohe wie niedrige Temperaturen und gegen viele Substanzen in Desinfektionsmitteln. Da die Viren häufig mit Abwässern ins Meer gelangen, sind Meeresfrüchte wie Muscheln mögliche Infektionsquellen.
Zum Schutz gegen Hepatitis A sollte man nur aus industriell verschlossenen Flaschen trinken und möglicherweise belastete Nahrungsmittel meiden (auch Früchte oder Salate, die mit Leitungswasser gewaschen sind). Nahrungsmittel, insbesondere Meeresfrüchte, sollten nur gut durchgegart gegessen werden.
Eine Impfung gegen Hepatitis A wird für Reisen mit erhöhtem Infektionsrisiko empfohlen. Prüfen Sie vor dem Urlaub die aktuellen Empfehlungen des Auswärtigen Amts und lassen Sie sich bei Bedarf in einer Praxis für Tropen- und Reisemedizin beraten.
Symptome bei Hepatitis A
Wer an Hepatitis A erkrankt, merkt anfangs meist wenige Symptome. Man fühlt sich krank, hat möglicherweise leichtes Fieber und wechselnde Beschwerden im Bauchraum über einen Zeitraum von wenigen Tagen bis zu gut einer Woche. Bei einer Gelbfärbung von Haut oder Augen (Ikterus), dunklem Urin, sehr hellem Stuhl oder starken Oberbauchbeschwerden sollten Betroffene zeitnah ärztlichen Rat suchen.
Zu den beschriebenen allgemeinen Beschwerden kommt in dieser Phase oft ein Jucken an Händen und Füßen oder sogar am ganzen Körper. Bei manchen Betroffenen hält die Gelbfärbung nur wenige Tage, bei anderen mehrere Wochen lang an.
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Hepatitis A heilt meist vollständig aus
Höchstens einer von tausend Erkrankten stirbt an einer schweren Verlaufsform von Hepatitis A. Praktisch alle anderen werden wieder ganz gesund. Bei Kindern fällt meist gar nicht auf, dass eine Infektion stattgefunden hat. Hat man die Erkrankung überstanden, ist man lebenslang immun.
Gegen das Hepatitis-A-Virus gibt es keine gezielte antivirale Therapie. Behandelt werden die Beschwerden. Betroffene sollten die kranke Leber nach Möglichkeit schonen – durch Ruhe, Verzicht auf Alkohol und fettarme Kost. Bei schweren Symptomen ist eine medizinische Behandlung, mitunter im Krankenhaus, erforderlich.
Hepatitis B: Weltweit verbreitet
Die Virusinfektion Hepatitis B ist weit verbreitet. Es gibt Anzeichen dafür, dass bis zu einem Drittel der Weltbevölkerung zumindest schon einmal Kontakt mit dem Erreger hatte. Das Hepatitis-B-Virus wird nur dann von Mensch zu Mensch übertragen, wenn infektiöses Material (meist Blut oder Blutbestandteile) über Verletzungen der Haut oder die Schleimhaut Zugang zum neuen Wirt bekommt.
Zu den Risikogruppen zählen unter anderem Drogenabhängige, medizinisches Personal sowie Männer, die Sex mit Männern haben. Aber auch bei der Geburt kann es zur Übertragung kommen, so dass manche Menschen praktisch ihr gesamtes Leben mit dem Virus im Körper verbringen. Eine Ansteckung kann zum Beispiel auch bei Tätowierungen erfolgen.
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Symptome bei Hepatitis B
Eine Hepatitis-B-Infektion ist anfangs ebenfalls nicht von anderen Virusinfektionen wie einer Grippe zu unterscheiden. Nur etwa jeder dritte Infizierte wird überhaupt erkennbar krank.
Einige Tage nach dieser Anfangsphase, die durch Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl, Gliederschmerzen, Übelkeit und ähnliche Symptome gekennzeichnet ist, färbt sich die Haut gelb, der Urin wird dunkel und der Stuhl blass. Die bis dahin bestimmenden Beschwerden werden nun eher leichter. Bis alle Krankheitszeichen verschwunden und auch die Laborwerte wieder normal sind, vergehen oft mehrere Monate.
Hepatitis B häufiger chronisch
Bei etwa jedem hundertsten Infizierten verläuft die Erkrankung jedoch so explosionsartig, dass sie tödlich endet, wenn nicht eine transplantierte Leber die Funktion des weitgehend zerstörten ursprünglichen Organs übernimmt.
Während Hepatitis A fast nie chronisch wird, ist der Anteil der Infektionen, die über Jahre nicht ausheilen, beim B-Virus höher: 3 bis 5 Prozent bei Erwachsenen und etwa 90 Prozent bei Neugeborenen. Häufig kommt es zu jahrelang fortschreitender Zerstörung von Leberzellen und einem narbigen Umbau des Organs, der Leberzirrhose. In einigen Fällen droht sogar eine Krebserkrankung.
Medikamente gegen Hepatitis B
Neben allgemein leberschonenden Maßnahmen wie bei Hepatitis A können bei Hepatitis-B-Erkrankungen, die nicht von selbst ausheilen, Medikamente helfen. Antivirale Medikamente können die Vermehrung der Viren langfristig unterdrücken und das Risiko für Leberzirrhose und Leberkrebs senken.
Ob und wann eine Behandlung nötig ist, hängt unter anderem von der Virusmenge, Leberwerten und individuellen Risikofaktoren ab. Eine vollständige Heilung gelingt bisher nur selten.
Hepatitis-Impfung kann schützen
Die Schutzimpfung gegen Hepatitis B wird heute in vielen entwickelten Ländern schon f ür Kleinkinder empfohlen. Sie schützt auch gegen Hepatitis D, da sich diese Hepatitis-D-Viren nur bei Menschen vermehren, die mit Hepatitis B infiziert sind. Gegen Hepatitis A wiederum sollte man sich vor allem impfen lassen, wenn man in Regionen mit niedrigen Hygienestandards reist.
Auch ein Impfstoff, der gegen beide Krankheiten wirkt, steht zur Verfügung. Die Impfungen gegen Hepatitis A und B schützen jedoch nicht vor den selteneren Formen Hepatitis C (Ansteckung vor allem durch infiziertes Blut) und Hepatitis E (u.a. durch unzureichend gegartes Fleisch).
Weitere Infos erhalten ADAC Mitglieder vom Reisemedizinischen Informationsdienst des ADAC unter 089 76 76 77. Auch online finden Sie umfangreiche Informationen zu reisemedizinischen Themen.
Wichtig: Auslandskrankenversicherung
Wer ins Ausland reist, sollte unbedingt eine private Auslandskrankenversicherung abschließen. Gesetzliche Krankenkassen in Deutschland dürfen im Ausland entstandene Kosten nur nach der deutschen Gebührenordnung erstatten. Kosten für einen Krankenrücktransport werden nicht übernommen.
Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.