Von Moskitonetz bis Repellent: Schutz vor Mücken auf Reisen

Mücken können gefährliche Krankheiten übertragen. Wie Sie sich am besten gegen die Insekten schützen – nicht nur auf Reisen in tropischen Ländern.
Gefahr von Krankheiten wie Malaria und Dengue-Fieber
Viele Stechmückenarten sind auch tagsüber aktiv
Kleidung, Netze und Mückenmittel schützen
Mückenstiche am besten vermeiden
Mücken können Infektionskrankheiten wie Malaria übertragen. Vor allem in Risikogebieten sollten Sie deshalb Mückenstiche vermeiden. Wer beispielsweise in Malariagebieten nach Dämmerungsbeginn nicht mehr ins Freie geht, senkt die Übertragungsgefahr für die Krankheit ganz erheblich.
Allerdings gibt es auch zahlreiche Stechmückenarten, die tagsüber aktiv sind und Krankheiten wie etwa Dengue-Fieber übertragen können. Mückenschutz wird auch in europäischen Reiseländern immer wichtiger, da einige Krankheiten übertragende Arten wie etwa die tagaktive asiatische Tigermücke zunehmend auch hier auftreten – begünstigt unter anderem durch den Klimawandel und globale Handelsketten.
Mückenschutz mit der richtigen Kleidung
Den besten Schutz gegen Stiche bietet eine Kombination aus mehreren Maßnahmen. Dazu gehört die richtige Kleidung: am besten hell, nicht zu locker gewebt, an den Öffnungen dicht abschließend, aber nicht hauteng anliegend. Vor allem sollte sie möglichst viel Körperoberfläche bedecken.
Es empfiehlt sich deshalb, auch einen Hut (eventuell mit Moskitonetz), geschlossene Schuhe und Socken zu tragen. Da Mückenstiche besonders in heißen Ländern riskant sind, sollten Reisende diese Bekleidungsratschläge trotz Hitze beachten.
Das Imprägnieren der Kleidung, etwa mit Mitteln, die den Wirkstoff Permethrin enthalten, hilft zusätzlich. Das Insektizid verhindert bei der Anwendung auf Textilien, dass Insekten sich zum Stich setzen.
Welche Mückenschutzmittel wirken?
Die meisten wissenschaftlichen Informationen gibt es zu den Wirkstoffen Icaridin und DEET (Diethyltoluamid), die in zahlreichen Mückenmitteln enthalten sind. Beide halten eine Vielzahl von Insekten auf Distanz und wirken laut Einschätzung vieler Reisemediziner auch in den Tropen zuverlässig.
Anders als DEET greift Icaridin Lacke und Kunststoffe nicht an – das kann z.B. bei Kunstfasern in Mückennetzen wichtig sein. Es verursacht weniger Hautreizungen und ist daher auch für Kinder besser geeignet. Weitere erwiesenermaßen wirksame Chemikalien sind Dimethylphtalat (DMP) und Insect Repellent (IR) 3535 (EBAAP/Ethylbutylacetylaminopropionat, auch für Kinder geeignet).
Mückenspray richtig auftragen
Jede Hautstelle, die nicht von stichdichter Kleidung bedeckt ist, sollten Reisende mit Mückenabwehrmitteln behandeln. Vor dem Kauf ist es wichtig, sich zu informieren, wogegen das jeweilige Mittel in welcher Konzentration wie lange wirkt.
Die Mittel sollten – egal ob als Spray, Gel und Creme – eine gute Viertelstunde nach dem Sonnenschutz und nur auf intakte Haut (nicht auf Sonnenbrand und Wunden) aufgetragen werden.
Was tun gegen Mücken im Zimmer?
In Innenräumen helfen vor allem mechanische Lösungen:
Fliegengitter an Fenstern und Türen verhindern, dass Mücken überhaupt ins Zimmer gelangen
Moskitonetze schützen während des Schlafs – besonders in Risikogebieten
Verdampfer oder Steckdosengeräte mit Insektiziden können einzelne Mücken bekämpfen. Sparsam verwenden, besonders mit Kindern
Ventilatoren oder Klimaanlagen können zusätzlich helfen, da viele Mücken kühle Luft und Luftbewegung meiden
Wie dicht sollte ein Moskitonetz sein?
Auch wenn engmaschige Mückennetze die Luftzirkulation behindern, sollte eine Maschenweite von 1 bis 1,2 Millimeter nicht überschritten werden. In Gegenden, in denen mit Gnitzen, Sandmücken und Kriebelmücken zu rechnen ist, wird sogar zu 0,6 Millimetern geraten.
Auch hier hilft es, das Moskitonetz zusätzlich zu imprägnieren. Es gibt auch Netze, die bereits vom Hersteller mit insektenabwehrenden Mitteln behandelt sind. Egal, welche Netzform (Zelt-, Kasten- oder Tunnelnetz): Wichtig ist, dass das Netz so angebracht werden kann, dass Sie es im Schlaf nicht berühren.
Das Anliegen des Netzes am Körper kann notfalls auch mit einigen Kissen und Decken verhindert werden. Das Moskitonetz sollte immer unter die Matratze gesteckt werden.
Eigenes Mückennetz mitnehmen?
Ein eigenes mitgebrachtes Netz erspart insbesondere bei Rundreisen die aufwendige Kontrolle von Hotelnetzen auf schadhafte Stellen. Kunststoffnetze sind leichter als solche aus Baumwolle.
Wenn Reisende die Wahl haben, sollten sie sich für ein Hotelzimmer mit Fliegengittern entscheiden. Besseren Mückenschutz bietet auch ein Zimmer mit Klimaanlage. Diese sollte kühl eingestellt sein, weil viele Stechmücken das nicht mögen.
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Wie wirksam sind Mückenstecker?
Einzelne Tiere in Räumen kann man natürlich einfach erschlagen, aber nie mit der bloßen Hand. Breiter wirksam sind Räucherspiralen zum Anzünden oder Verdampfer für die Steckdose, die in aller Regel das für Menschen praktisch unschädliche Permethrin enthalten.
Trotzdem sollten sie bei chronischen Atemwegserkrankungen und in den Schlafzimmern von kleinen Kindern sehr zurückhaltend eingesetzt werden. Im Freien fallen den Geräten leider auch unschädliche Insekten zum Opfer.
Wie gut helfen Hausmittel gegen Mücken?
Als natürlicher Mückenschutz wird beispielsweise Kokosöl gehandelt. Tatsächlich können die darin enthaltenen Fettsäuren eine leichte abschreckende Wirkung haben. Allerdings ist der Schutz deutlich schwächer und kürzer als bei geprüften Wirkstoffen wie DEET oder Icaridin. Für Regionen mit erhöhtem Infektionsrisiko reicht Kokosöl als Mückenschutz nicht aus.
Wirkt Lavendel gegen Mücken?
Auch Lavendel gilt als klassisches Hausmittel gegen Mücken und andere Insekten. Der Duft kann Ungeziefer in gewissem Maß fernhalten, etwa im Garten oder auf dem Balkon. Für die Haut oder als alleinige Schutzmaßnahme ist Lavendel jedoch nur begrenzt wirksam und muss häufig erneuert werden. Für Reisen oder exponierte Situationen ist ein medizinisch getestetes Repellent deutlich zuverlässiger.
Helfen Kerzen gegen Mücken?
Spezielle Duftkerzen, zum Beispiel mit Citronella (Zitronella), können in unmittelbarer Umgebung Mücken teilweise vertreiben. Der Effekt ist jedoch örtlich begrenzt und stark von Wind und Umgebung abhängig. Bei starkem Mückenaufkommen bieten sie keinen ausreichenden Schutz.
Viele Insekten saugen Blut. Diese Informationen gelten deshalb nicht nur für Mücken, sondern auch für Stechfliegen, Zecken, Wanzen und Läuse.
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