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– Motorrad-Kommunikation –

Auf dem Motorrad im Gespräch bleiben

Motorrad-Kommunikationsanlagen werden immer beliebter, auch wenn die Anwendung der teilweise komplexen Funktionen Übung erfordert. Vor dem Kauf sollten die gewünschten Anwendungen analysiert und die frei verfügbaren Dokumentationen (Internet) beachtet werden.

Der eine fährt Motorrad, um in Ruhe mit voller Konzentration dem schönen Hobby nachzugehen. Der andere genießt es, in der Gruppe den Sprachansagen des Navigationsgerätes folgend schöne Landschaften zu durchstreifen und dabei die Eindrücke dem Beifahrer und den Begleitern auf den anderen Maschinen mitzuteilen. Manche Motorradfahrer/-innen müssen auch unterwegs telefonisch erreichbar sein, und würden das Motorradfahren ganz aufgeben, wenn sie nicht angerufen werden könnten. Es gibt die unterschiedlichsten Motive für den Einsatz einer Motorrad-Kommunikationsanlage. Die meisten, die moderne Motorradkommunikationsanlagen ausprobiert, regelmäßig eingesetzt und sich mit ihr intensiver befasst haben, sind von ihnen überzeugt, manche sind richtig begeistert.
„Motorrad-Kommunikationsanlagen? Super Sache, wenn es funktioniert“. Diese kurze, prägnante Stellungnahme eines Motorradfahrers zu der Frage, wie er seine Motorrad-Kommunikationsanlage im Ganzen beurteilt, bringt die Ambivalenz der Erfahrungen auf den Punkt. Die Nutzung moderner, überwiegend bluetooth-basierter Motorradkommunikationsanlagen kann einerseits begeistern, andererseits auch – zumindest anfangs – sehr komplex sein. Fehlbedienungen und Fehlfunktionen sind dann nicht ausgeschlossen. Besonders der hohe Funktionsumfang, der vielfach in kleinen Gehäusen mit wenigen Bedientasten integriert ist, macht eine intensive Beschäftigung mit den Dokumentationen erforderlich. Nur die ganz einfachen Systeme lassen sich von Anfang an intuitiv zuverlässig bedienen.


  • Funk- und Bluetooth-Technik (BT-Technik)
    Neben den klassischen, relativ weitreichenden lizenzfreien Funktechniken wie PMR (Private Mobile Radio) kommt seit zehn Jahren zunehmend die ursprünglich für die Nahfeldkommunikation im Computerbereich entwickelte Bluetooth-Technik zum Einsatz. Durch entsprechend höhere Sendeleistungen ersetzt diese Technik nicht nur die klassischen Kabel, mit denen die Helmheadsets mit Telefon, Navigationssystem oder MP3-Player verbunden werden, sondern auch die Funkverbindung zwischen den Fahrern verschiedener Fahrzeuge. Die Reichweite von BT-Systemen der Klasse 1 bei einer maximalen Leistung von 100 mW liegt bei ca. 100 m. Trotzdem geben die meisten Hersteller derartiger BT-Systeme Reichweiten von mehreren 100 m bis 2 km an. Bei den durchgeführten Praxisversuchen zur Reichweitenbestimmung mit einem Cardo G9x wurden unter günstigen Rahmenbedingungen mit Sichtkontakt Reichweiten von ca. 300 m mit eingeklappter, und knapp 600 m mit ausgeklappter Antenne ermittelt.

  • Vor- und Nachteile von Funk- und Bluetooth-Technik (Fernbereich)
    AspektKlassischer Funk (PMR 446)Bluetooth
    Anzahl der NetzteilnehmerTheoretisch unbegrenzte Netzteilnehmerzahl ohne Pairing möglich. Es sind lediglich gleiche Kanalkennungen erforderlichTeilnehmerzahl meist auf vier (Konferenzschaltung) oder zehn begrenzt. Netzteilnehmer müssen gepairt werden.
    Kompatibilität von Geräten unterschiedlicher MarkenDie Verbindung ist unabhängig von der Marke der beteiligten GeräteKompatibilität zwischen Systemen verschiedener Marken ist meist begrenzt oder erfordert besondere Maßnahmen
    ReichweiteReichweite bis ca. 5 km, unter sehr günstigen Bedingungen bis zu 10 kmReichweiten laut Herstellerangaben bis maximal 2 km, in der Praxis haben sich bei Sichtkontakt Reichweiten von 300 bis 600 m ergeben
    StörungenBei geschickter Kanalkodierung sind Funkverbindungen relativ unempfindlich gegenüber StörungenVerbindung braucht möglichst Sichtkontakt
    Gesprächsführung/BetriebsartGesprächsführung nur im Halbduplex-Verfahren (Wechselbetrieb)Gesprächsführung auch im Vollduplex-Verfahren (Konferenzschaltung mit bis zu vier Teilnehmern)
    Gesprächsführung ohne VOXOhne VOX-Funktion muss PTT-Taste während des Redens gedrückt bleibenSprachverbindung bleibt nach Tastendruck bestehen, solange gesprochen wird. Dadurch komfortable Gesprächsführung
    TonqualitätRelativ schlechte TonqualitätInnerhalb der Reichweite (sehr) gute Tonqualität
    VernetzungsmöglichkeitStandardmäßig keine Verbindung mit anderen Geräten wie Smartphone oder Navigationsgerät möglich. Funkgerät kann allerdings als Teil eines BT-Netzes eingebunden werdenVielfältige Vernetzung der unterschiedlichsten Geräte möglich. Damit ergibt große Kombinationsvielfalt verschiedener Funktionen
    KostenRelativ günstig (ca. 100 € für Doppelset, zwei Helme)Relativ teuer (ca. 80 bis 300 € für Einzelset, ein Helm)

  • Kabel/Stecker-Systeme und Bluetooth-Technik
    Ein entscheidender Unterschied zwischen einfachen, kostengünstigen Funksystemen mit Stecker-Kabel-Verbindung und teureren Bluetooth-Anlagen ergibt sich aus dem Umstand, dass bei jedem Aufsetzen des Helmes der Stecker zwischen Funkanlage und Headset verbunden werden muss. Im Gegensatz dazu stellt sich die Bluetooth-Verbindung nach dem erstmaligen Koppeln üblicherweise automatisch her. Für die meisten ist dieser Komfortvorsprung der Bluetooth-Technik Grund genug, sich für diese moderne Technik zu entscheiden.
    Die Elektronikkomponenten der BT-Anlagen müssen allerdings am oder im Helm untergebracht werden. Hierfür gibt es unterschiedliche Lösungen, auch wenn nicht alle Helme in gleicher Weise geeignet sind.
    Ein einfaches Headset mit kompaktem Stecker für die Kabel-Funkanlagen lässt sich in jedem gängigem Helm unterbringen, es ist keine besondere Befestigung erforderlich. Auch lässt sich der Stecker bei Nichtbenutzung gut unter dem Helmkragen verstecken.
    Kabel-Stecker- oder Bluetooth-Verbindungen haben je nach Einsatz, Vorliebe und Budgets ihre Berechtigung. Nachfolgend die Vor- und Nachteile beider Verbindungsarten.

  • Vor- und Nachteile von Kabel/Stecker-Systemen gegenüber Bluetooth-Technik (im Nahbereich)
    AspektKabel/Stecker-SystemeBluetooth-Anlage am Helm
    An- und Unterbringung am HelmKabel und Stecker lassen sich immer nach außen führen, unabhängig vom HelmmodellSelbst Universalgeräte lassen sich nicht an allen Helmmodellen anbringen, es entscheiden die Form der Helmschale, Sonnenblendenmechanik, Verbindung zwischen Helmschale und Helmkragen. Alternativ können an das Helmmodell angepasste Geräte verwendet werden.
    StörempfindlichkeitGeringe Störempfindlichkeit von außen, dadurch grundsätzlich höhere Betriebs- und Übertragungssicherheit (bei Verwendung hochwertiger Stecker-Komponenten)Betriebs- und Übertragungssicherheit wird von Umgebungsbedingungen beeinflusst. Im Nahbereich relativ unempfindlich gegen Störungen, wenn sich nur die gewünschten Verbindungen aufbauen
    Alltaganwendung Anschaulichkeit und StörungsbeseitigungAuch von Laien einfach zu nutzen und ggf. reparierbarGgf. Anpassung der Software erforderlich, durch Laien nicht durchführbar
    AnpassbarkeitStarre, unveränderbare LogikDurch Software(-Updates) veränderbare Logik und Funktionalität
    Komfort der BedienungUnkomfortabel, da bei jeder Anwendung Stecker bedient werden müssen.Komfortabel, da im Idealfall automatischer Verbindungsaufbau (vorherige Koppelung erforderlich)
    Sonstiger KomfortKabel erfordern ggf. zusätzlichen Platz und schränken die Bewegungsfreiheit ein, bei schneller Fahrt kann Kabel flatternUnauffällige Komponenten mit geringem Platzbedarf, keine Einschränkung der Bewegungsfreiheit
    VerschleißMechanische Komponenten verschleißanfälligKein Verschleiß, keine Alterung
    Kostenwegen Einfachheit meist günstigerKompakte Elektronikkomponenten erforderlich, deswegen teurer
    Einfluss auf Tragekomfort des Helmes Kein Einfluss, Helm lediglich etwas schwererJe nach An- und Unterbringungen der Anlage aerodynamische und aeroakustische Nachteile bei höheren Geschwindigkeiten, Helm wird schwerer, Bewegungsfreiheit des Kopfes kann eingeschränkt werden

Die Qualität unserer Verbraucherschutztests wird umfassend und zuverlässig abgesichert. Die Qualitätssicherung umfasst alle Maßnahmen, die der Schaffung, Sicherung und Verbesserung der Qualität dienen. Wir legen deshalb höchste Maßstäbe bei unserer Arbeit an. Mehr


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