Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Vorbereitung zur Motorrad-HU

TÜV-Termin wird im Kalender eingetragen
Alle zwei Jahre steht für Motorräder und Motorroller die Hauptuntersuchung an ∙ © stock.adobe.com/ghazii

Motorräder und Motorroller müssen alle zwei Jahre zur Hauptuntersuchung. Wer vor der Fahrt zu einer der autorisierten Prüforganisationen sein Fahrzeug selbst checkt, kann sich vor unliebsamen Überraschungen schützen sowie Zeit und Geld sparen.

Fristen für die Haupt- und Nachuntersuchung beachten

Wer beim ersten Anlauf die Plakette nicht bekommt, hat bekanntlich einen Monat Zeit, die gefundenen Mängel zu beseitigen. Mit dem Prüfbericht muss das Fahrzeug innerhalb dieser Frist zur Nachuntersuchung, bei der die Mängelbehebung im Vordergrund steht. Wer länger wartet, muss erneut die komplette Hauptuntersuchung absolvieren und noch einmal die vollen Kosten zahlen. In einer Sache haben Sie allerdings keinen Nachteil zu erwarten, wenn
Sie den HU-Termin verpasst haben: Die Plakette wird nicht auf den ursprünglichen Prüftermin zurückdatiert.  

Wer sich Stress mit der anstehenden Hauptuntersuchung sparen will, zu der für Motorräder auch die Abgasuntersuchung gehört, der sollte sich im Internet eine der Checklisten der entsprechenden Prüforganisationen wie TÜV, GTÜ oder Dekra für die Motorrad-Hauptuntersuchung herunterladen. Schließlich kann (fast) jeder Fahrzeugbesitzer damit Mängel vor der Hauptuntersuchung finden und rechtzeitig beheben oder beheben lassen.

Die „Hitliste“ der Mängel

Bei der HU achten Prüfer neben verschleißbedingten Mängeln auch auf solche, die durch Unwissenheit bei Wartung und Umbauten am Motorrad entstanden sind. Laut Statistik der Motorrad-Hauptuntersuchungen der Dekra liegen bei der Mängelverteilung nach Baugruppen die lichttechnischen Einrichtungen mit 59 Prozent vor der Baugruppe Achsen, Räder, Reifen (30 Prozent). Bremsanlage (19) sowie Fahrgestell/Rahmen (17) folgen. Ganz vorne steht somit die Beleuchtung. Fehlfunktionieren an Scheinwerfern und Leuchten sowie an Kontrolllämpchen oder nicht intakte Leuchtengehäuse oder erblindete Reflektoren sollte nicht erst der Prüfingenieur feststellen. Ebenso müssen die Hupe und die Kennzeichenbeleuchtung funktionieren. Am Heck muss ein Rückstrahler montiert sein

Problemfälle Antrieb, Lichtanlage und Reifen

Ebenfalls ein Fall für den Check durch den Fahrzeughalter ist der Antriebsstrang. Drohendes Reißen oder Herausspringen der Kette stellen ein sehr hohes Sicherheitsrisiko dar. Daher ist eine regelmäßige Prüfung unumgänglich. Darin sollte auch das Kettenrad eingeschlossen sein. Bei den Bremsanlagen lagen abgenutzte Bremsbeläge an der Spitze, zu wenig Bremsflüssigkeit sowie stark abgenutzte oder schadhafte Bremsscheiben und schwergängige Hebel folgten.

Lichtanlage: Blinker und Scheinwerfer

Seit einiger Zeit ist der Trend zu Miniblinkern und Zusatzscheinwerfern zu beobachten. Dabei sollte immer geprüft werden, ob in den Gläsern das EG-Prüfzeichen (ein E, gefolgt von einer Ziffer zwischen 1 und 16 und einer zusätzlichen Zahlenkolonne) vorhanden ist: Dieses EG-Prüfzeichen dokumentiert, dass Blinker oder Scheinwerfer typgeprüft sind und daher die gesetzlichen Anforderungen erfüllen. Alle lichttechnischen Einrichtungen mit Typprüfung
dürfen am Fahrzeug ohne zusätzliche Anbauabnahme montiert werden. Der Anbau muss allerdings den gesetzlichen Bestimmungen (StVZO bzw. EG-Vorschriften) entsprechen. Wer sein Fahrzeug gerne lichttechnisch umgestalten möchte, sollte sich die entsprechenden Passagen in den Bau- und Betriebsvorschriften der StVZO und der EG-Verordnungen gründlich durchlesen. 

Reifengröße, -bauart und Profiltiefe

Motorradreifen haben für die Fahrsicherheit des Bikes große Bedeutung. In jüngster Zeit haben sich hierbei Änderungen der gesetzlichen Vorschriften ergeben. Während bis vor wenigen Jahren sogenannte Reifenfreigaben oder auch Unbedenklichkeitserklärungen der Fahrzeug- und Reifenhersteller bedeutsam waren, wird für Reifen, die nach 2018 gefertigt wurden, eine neue Regelung angewendet. Motorräder, die über eine EU-Typgenehmigung verfügen, dürfen demnach mit allen Reifen gefahren werden, die die vorgeschriebene Reifenspezifikation, also Dimension, Bauart, Tragfähigkeit und Speedindex erfüllen und über eine E-Kennzeichnung verfügen. Trotz dieser neuen Freiheit bei der Produktauswahl sollte jeder Motorradhalter schon aus eigenem Interesse nur solche Reifenmodelle auswählen, für die passende Service-Informationen der Reifenhersteller vorliegen.

Mehr Informationen zu Reifenkennzeichnungen und sonstige gesetzlich relevante Vorschriften zu Motorradreifen finden Sie hier.   

Allgemeiner Zustand des Fahrzeugs

Auch bei der Vorführung eines Motorrades zur Hauptuntersuchung ist der erste Eindruck mit entscheidend für die spätere Gesamtbewertung. Das Fahrzeug sollte deswegen in einem möglichst gepflegten Zustand sein.

Ungeachtet des ersten Eindrucks werden Undichtigkeiten an Motor (Öl und ggf. Kühlflüssigkeit), Federelementen oder Bremsanlagen grundsätzlich beanstandet. Auch die Auspuffanlage muss für eine gültige Abgasuntersuchung bis auf die Endöffnung vollkommen dicht sein. Mindestens ebenso wichtig sind einwandfreie Gelenkstellen am Fahrwerk. Hierzu zählen die Lager am Lenkkopf, der Schwinge und der Räder. Die Feder-Dämpfer-Elemente
müssen frei beweglich sein. Der Rahmen darf nicht verformt und die Lenkanschläge müssen unbeschädigt sein.

Alle nicht serienmäßigen Anbauteile müssen über eine Betriebserlaubnis mit entsprechender Kennzeichnung verfügen oder in die Fahrzeugpapiere eingetragen sein. Dies gilt z.B. für nicht serienmäßige Bremsleitungen, Bremshebel, Lenker und Lenkerhalterungen oder auch Zubehörauspuffanlagen. Ausgenommen hiervon sind üblicherweise lediglich Sturzbügel und Gepäckträger.

Barbara Kasper
Kontakt

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?