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Elektro-Motorräder: Die große Marktübersicht

Motorradreihe von Energica
Knalliges Design, leiser Antrieb: Elektromotorräder des italienischen Herstellers Energica ∙ © Energica/Marcello Mannoni

Während die Zahl der Elektroautos auf dem deutschen Markt stetig zunimmt, ist das Angebot an Elektromotorrädern noch überschaubar. Wir zeigen die interessantesten E-Bikes, die in Deutschland bereits erhältlich sind. Plus: Welche Maschinen demnächst bei den Händlern stehen.

  • Nur zwei große Marken haben ein E-Motorrad im Programm

  • US-Hersteller Zero mit größter Modellvielfalt

  • Reichweite bei vielen Modellen noch begrenzt

Noch sind rein elektrisch angetriebene Motorräder auf Deutschlands Straßen Exoten, denn viele Fahrer scheuen wegen der begrenzten Reichweite den Umstieg auf ein Elektrobike. Doch viele kleine Hersteller vertrauen auf die Weiterentwicklung der Akku-Kapazitäten und setzen auf elektrische Modelle.

Bei den Größen der Motorradbranche sieht es an der Elektrofront hingegen eher mau aus – zumindest was leistungsstarke Maschinen angeht. BMW und andere Zweirad-Hersteller beschränken sich beim E-Antrieb vorerst auf Roller. Nur Harley Davidson und KTM haben bislang Elektromotorräder im Portfolio, auch wenn diese unterschiedlicher nicht sein könnten.

Die Livewire geht mit Verspätung live

2018 präsentierte Harley Davidson auf der Mailänder Motorradmesse EICMA einen rein elektrischen Powercruiser. Die Livewire sollte 2019 auf den Markt kommen, doch dann bremsten Probleme mit der Lade-Architektur und ein vorübergehender Produktionsstopp den Konzern aus Milwaukee aus. Nun soll die Harley auch in Deutschland endlich zu haben sein.

Knapp 33.000 Euro sind ein stolzer Preis, doch die Livewire bietet viel E-Motorrad fürs Geld. Sieben verschiedene Fahrmodi sind wählbar, in drei Sekunden erreicht die Harley 100 km/h. Für Sicherheit sorgen ABS und ein voll einstellbares Fahrwerk. Einzig bei der Reichweite knausert das Dickschiff noch: Maximal 158 Kilometer gibt der Hersteller an. Dafür ist die Batterie im Schnellladeverfahren in nur 40 Minuten wieder zu 80 Prozent aufgeladen.

Hier lesen Sie einen ausführlichen Fahrbericht zur Harley Davidson Livewire.

Lautlos durchs Gelände mit KTM

Bereits seit 2014 hat KTM die Freeride E im Programm. Die Weiterentwicklung der kompromisslos geländegängigen Enduro heißt Freeride E-XC. Der Elektromotor verfügt über 18 kW/24,5 PS und bietet drei verschiedene Fahrmodi: Economy, Enduro und Cross. Eine Akkuladung genügt laut Hersteller für 90 Minuten Fahrspaß auch in hartem Gelände. Der Preis für die Freeride E-XC liegt knapp unter 8000 Euro.

Schwedenstahl für Retro-Fans

Im Mai 2020 will die Firma Regent Motorcycles aus Schweden ihr erstes Elektromotorrad auf den Markt bringen. Die schlicht No.1 genannte Maschine ist ein optischer Leckerbissen und lehnt sich an das Design von Motorrädern wie der Yamaha SR 500 an. 18-Zoll-Speichenräder, verchromte Schutzbleche und der große Rundscheinwerfer sorgen für Retro-Optik, die Sitzbank taugt für zwei Personen.

Im Doppelschleifen-Rahmen der No.1 sitzt kein Motor, sondern ein Akku mit 80 Ah, der eine Reichweite von bis zu 150 Kilometern ermöglichen soll. Der Antrieb der No.1 hat 20 PS und sitzt als Radnabenmotor im Hinterrad. Gar nicht Retro sind die LED-Beleuchtung und das digitale Cockpit mit großem Touchscreen. Kostenpunkt der schönen Schwedin: knapp 10.500 Euro.

Elektro-Streetfighter aus Modena

Seit einigen Jahren bietet auch die italienische Firma Energica E-Motorräder an. Die weiterentwickelte Modellpalette, die der Hersteller aus Modena auf der letzten EICMA präsentierte, ist die im Schnitt reichweitenstärkste auf dem Markt. Die sehr großen 21,5-kWh-Batterien packt Energica in sportlich gezeichnete Naked Bikes. Im Stadtverkehr sollen die Eva Ribelle, die Eva EsseEsse9 und die Ego damit bis zu 400 Kilometer weit kommen. Die Höchstgeschwindigkeit der 145 PS starken Maschinen gibt Energica mit 200 km/h an. Bei Autobahntempo schmilzt die Reichweite allerdings auf knapp 180 Kilometer. Die Preise für die sportlichen Streetfighter beginnen bei rund 21.000 Euro.

US-Pionier Zero hat die größte Modellvielfalt

Der kalifornische Hersteller Zero gilt als Vorreiter in Sachen Elektromobilität auf zwei Rädern. Zero konstruiert schon seit 2006 Elektromotorräder und bietet derzeit die größte Auswahl an Modellen. Von der Reise-Enduro DS über die Naked Bikes Zero S und SR bis hin zur Supermoto FXS verfügen sämtliche Maschinen über einen Rahmen aus Aluminium. Die Antriebsaggregate liefert die Firma Perm Motor aus dem Schwarzwald.

Die Zero SR/F ist das aktuellste Modell und kostet ab 20.490 Euro. Dafür bekommen interessierte Biker 110 PS, 200 km/h Höchstgeschwindigkeit und 190 Nm Drehmoment. Das Rapid Charge System der SR/F lässt sich auf 3 kW, 6 kW, 9 kW oder 12 kW einstellen. Damit kann das Motorrad mit der jeweiligen Leistung an jeder Typ-2-Ladestation laden, und der Akku ist im besten Fall in 60 Minuten zu 95 Prozent voll.

Hier finden Sie einen ausführlichen Fahrbericht der Zero SF/R.

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