Mit dem Motorrad durch Frankreich

Ein Motorrad fährt auf einer Strasse durch einen Gebirgslandschaft
Welche Regeln sind beim Fahren mit dem Motorrad in Frankreich zu beachten? ∙ © Shutterstock/Andrii Lutsyk

Vor einer Fahrt mit dem Motorrad ins Ausland sollte man sich über die bestehenden Verkehrsregelungen und Besonderheiten informieren.

  • Das Tragen von Motoradhandschuhen ist Pflicht

  • Besondere Tempolimits für Fahranfänger

  • Es muss eine Warnweste mitgeführt werden

Wir haben hier die wichtigsten Fragen zu den Motorradregelungen in Frankreich für Sie zusammengestellt.

Um welche Krafträder geht es?

In Frankreich wird zwischen folgenden Fahrzeugen unterschieden:

  • Kleinkraftrad (cyclomoteur): zweirädriges Fahrzeug mit einem Hubraum von maximal 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h.

  • Leichtmotorrad (motocyclette légère): Motorrad, dessen Hubraum 125 ccm nicht übersteigt und dessen Leistung maximal 11 kW beträgt

  • Motorrad (motocyclette): zweirädriges Fahrzeug mit einem Hubraum über 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h.

Spezielle Vorschriften für Helme

Für alle Fahrer und Beifahrer von Krafträdern (auch Trikes und Quads) besteht Helmpflicht. Bei Verstößen ist zusätzlich zur Geldbuße auch noch die Sicherstellung des Kraftrades möglich. Helme müssen entweder der französischen Norm NF S72-305 oder der ECE-Regelung Nr. 22.04 bzw. 22.05 entsprechen und mit zusätzlichen reflektierenden Aufklebern/Markierungen versehen sein. Die Regelungen gelten grundsätzlich auch für ausländische Verkehrsteilnehmer.

Darf ein Sozius mitfahren?

Das Fahren mit einem Sozius ist nur gestattet, wenn das Fahrzeug mit einer entsprechenden Sitzgelegenheit für den Beifahrer ausgestattet ist.

Wie schnell darf man fahren?

Kleinkrafträder (cyclomoteurs) dürfen die technisch höchstzulässige Geschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten.

Für die übrigen Motorräder gelten folgende Geschwindigkeitsbeschränkungen: Innerorts 50 km/h, außerorts auf Landstraßen mit je einer Fahrspur in jede Richtung ohne bauliche Trennung 80 km/h, ansonsten 90 km/h (bei Nässe 80 km/h), auf Schnellstraßen 110 km/h (bei Nässe 100 km/h), auf Autobahnen 130 km/h (bei Nässe 110 km/h).

Fahranfänger, die ihren Führerschein noch keine zwei Jahre besitzen, dürfen auf Autobahnen maximal 110 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und auf den übrigen Straßen außerorts höchstens 80 km/h fahren.

Unseren Bußgeldrechner für Verstöße im Ausland finden Sie hier.

Was gilt auf der Autobahn?

Kleinkrafträdern (cyclomoteurs) ist die Benutzung von Autobahnen verboten. Die Mindestgeschwindigkeit auf französischen Autobahnen beträgt 40 km/h. Unter normalen Umständen (kein Stau, gute Sichtweite, keine Niederschläge) darf die linke Spur nur mit einer Mindestgeschwindigkeit von 80 km/h befahren werden.

Darf man mit Beiwagen fahren?

Das Fahren von Motorrädern mit Beiwagen ist erlaubt, sofern die Zulassungsbescheinigung dies vorsieht.

Muss eine Warnweste dabei sein?

Seit 1.1.2016 müssen auch Krafträder eine Warnweste mitführen. Ansonsten drohen Geldbußen von mindestens 90 Euro.

Müssen Handschuhe getragen werden?

Seit dem 20. November 2016 besteht in Frankreich für Motorradfahrer die Pflicht Handschuhe zu tragen. Die Handschuhe müssen der Norm entsprechen und mit einem CE-Zeichen versehen sein. Diese Bestimmung gilt auch für ausländische Motorradfahrer. Bei Zuwiderhandlung muss mit einer Geldbuße gerechnet werden.

Was gilt bei Stau?

Was in Deutschland verboten ist, war in einigen französischen Departements versuchsweise bis zum 31.1.2021 erlaubt: Das Vorbeischlängeln von Motorradfahrern an langsamen Fahrzeugkolonnen.

Die Regelung galt im Großraum Paris (Region Ile-de-France) sowie in einzelnen Departements auf Autobahnen und sonstigen Straßen, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit mindestens 70 km/h beträgt.

Seit dem 1.2.2021 gilt diese Regelung aber nicht mehr und das Durchschlängeln ist nicht mehr erlaubt.

Peter Jaklin
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Stefan Königer
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