Mit dem Motorrad durch Frankreich

16.10.2019

Sie möchten eine Tour durch Frankreich mit dem Motorrad machen? Hier finden Sie Informationen für Ihre Reise.

Verkehrsrecht in Frankreich
Welche Regeln sind beim Fahren mit dem Motorrad in Frankreich zu beachten? (Foto:©iStock.com/Espiegle)
  • Versuchsweise Testphase für das Durchschlängeln im Stau in einigen Departements
  • Das Tragen von Motoradhandschuhen ist Pflicht
  • Für Fahranfänger gelten besondere Geschwindigkeitsbeschränkungen

 

Um welche Krafträder geht es? 

Kleinkraftrad (cyclomoteur): zweirädriges Fahrzeug mit einem Hubraum von maximal 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit von maximal 45 km/h.
Leichtmotorrad (motocyclette légère): Motorrad, dessen Hubraum 125 ccm nicht übersteigt und dessen Leistung maximal 11 kW beträgt
Motorrad (motocyclette): zweirädriges Fahrzeug mit einem Hubraum über 50 ccm und einer Höchstgeschwindigkeit über 45 km/h.

Besteht eine Helmpflicht?

Für alle Fahrer und Beifahrer von Krafträdern (auch Trikes und Quads) besteht Helmpflicht. 

Darf ein Sozius mitfahren? 

Das Fahren mit einem Sozius ist nur gestattet, wenn das Fahrzeug mit einer entsprechenden Sitzgelegenheit für den Beifahrer ausgestattet ist.

Wie schnell darf man fahren? 

Kleinkrafträder (cyclomoteurs) dürfen die technisch höchstzulässige Geschwindigkeit von 45 km/h nicht überschreiten.
 
Für die übrigen Motorräder gelten folgende Geschwindigkeitsbeschränkungen: innerorts 50 km/h, außerorts 80 km/h, auf Schnellstraßen 110 km/h (bei Nässe 100 km/h), auf Autobahnen 130 km/h (bei Nässe 110 km/h).
 
Fahranfänger, die Ihren Führerschein noch keine zwei Jahre besitzen, dürfen auf Autobahnen maximal 110 km/h, auf Schnellstraßen 100 km/h und auf den übrigen Straßen außerorts höchstens 80 km/h fahren.
 

Was gilt auf der Autobahn?

Kleinkrafträdern (cyclomoteurs) ist die Benutzung von Autobahnen verboten. Die Mindestgeschwindigkeit auf französischen Autobahnen beträgt 40 km/h. Unter normalen Umständen (kein Stau, gute Sichtweite, keine Niederschläge) darf die linke Spur nur mit einer Mindestgeschwindigkeit von 80 km/h befahren werden.

Darf man mit Beiwagen fahren?

Das Fahren von Motorrädern mit Beiwagen ist erlaubt, sofern die Zulassungsbescheinigung dies vorsieht. 

Muss eine Warnweste dabei sein?

Seit 1.1.2016 müssen auch Krafträder eine Warnweste mitführen. Ansonsten drohen Geldbußen von mindestens 90 Euro. 

Müssen Handschuhe getragen werden?

Seit dem 20. November 2016 besteht in Frankreich für Motorradfahrer die Pflicht Handschuhe zu tragen. Die Handschuhe müssen der Norm entsprechen und mit einem CE-Zeichen versehen sein. Diese Bestimmung gilt auch für ausländische Motorradfahrer. Ansonsten droht eine Geldbuße.

Was gilt bei Stau?

Was in Deutschland verboten ist, ist seit 1.2.2016 ist in einigen französischen Departements versuchsweise erlaubt: Das Vorbeischlängeln von Motorradfahrern an langsamen Fahrzeugkolonnen.
Die Neuregelung wird für den Großraum Paris (Region Ile-de-France) sowie die Departements Bouches-du Rhône, Gironde und Rhône eingeführt und ist bis zum 31.1.2020 befristet.
Sie gilt nur auf Autobahnen und sonstigen Straßen, auf denen die zulässige Höchstgeschwindigkeit mindestens 70 km/h beträgt – jedoch nicht im Baustellenbereich oder bei ganz oder teilweiser eis- oder schneebedeckter Fahrbahn.
 
Motorradfahrer dürfen auf Fahrbahnen mit zwei oder mehr Fahrstreifen in jede Richtung zwischen ununterbrochenen Fahrzeugkolonnen durchfahren, wenn hierfür ausreichend Platz vorhanden ist. Für den vorbeifahrenden Motorradfahrer gilt zudem eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Außerdem muss das Vorbeifahren beispielsweise durch blinken angezeigt werden.

 

Text: Juristische Zentrale