Langstreckenfahrzeuge für wenig Geld

Familie belädt ihr Autos mit Koffern
Mit dem Auto auf große Reise: Dann sollte das Familienauto langstreckentauglich sein ∙ © iStock.com/skynesher

Auf längeren Reisen sollte das Auto so komfortabel wie möglich sein. Dafür braucht es nicht zwingend ein Luxusfahrzeug: Mit diesen noch erschwinglichen Fahrzeugen lassen sich auch lange Strecken gut bewältigen. Der ADAC Test nennt Stärken und Schwächen.

  • Gute Langstreckenfahrzeuge auch bis 40.000 Euro zu haben

  • Breites Spektrum vom VW Golf bis zum Peugeot 508

  • Es kommt auf bequeme Sitze und hohen Fahrkomfort an

Wer regelmäßig lange Stecken fährt, weiß wie schön es ist, ein komfortables Fahrzeug zu fahren. Autos der oberen Mittelklasse ("Businessklasse") wie der BMW 5er, die Mercedes E-Klasse oder der Audi A6 oder auch Oberklasseautos wie die Mercedes S-Klasse sind dafür natürlich prädestiniert und machen das Reisen sehr angenehm. Aber sie sind sehr teuer und kommen für die meisten daher nicht infrage. Doch es gibt auch günstigere Modelle, die für lange Strecken gut geeignet sind.

Langstreckenautos: Diese Kriterien müssen sie erfüllen

Aus den aktuell vom ADAC getesteten Fahrzeugen haben sich neun Modelle unter 40.000 Euro herauskristallisiert, die die Kriterien als Langstreckenfahrzeug besonders gut erfüllen, aber auch umweltfreundlich sind (mindestens drei Sterne im ADAC Ecotest) und mindestens 600 Kilometer ohne Tankstopp schaffen.

Zudem müssen sie im ADAC Autotest in folgenden Punkten, die ein Langstreckenfahrzeug auszeichnen, gut abschneiden:

  • Note Komfort im ADAC Autotest: max. 2,5

  • Note Sitze im ADAC Autotest: max. 2,5

  • Note Innengeräusch im ADAC Autotest: max. 2,8

  • Note Fahrleistungen im ADAC Autotest: max. 2,5

  • Note Langstrecke im ADAC Autotest: max. 2,5

Diese neun Autos punkten mit hoher Langstreckentauglichkeit:

Alle Autos für Vielfahrer im Detail:

Sportlich und agil: BMW 118d Sport Line Steptronic

Front- und Seitenansicht eines fahrenden BMW 118
Der BMW überzeugt mit komfortablem Fahrwerk und fein schaltender Automatik ∙ © BMW

Die dritte Generation der kleinsten BMW-Baureihe bringt mehr Neuerungen mit, als auf den ersten Blick zu sehen ist. Äußerlich ist der getestete BMW 118d Sport Line Steptronic ein typischer BMW. Unter dem Blech aber fand eine Revolution statt, denn die Motoren sind nun quer eingebaut – mit der Folge, dass nur noch Drei- und Vierzylinder unter die Haube passen. Hinzu kommt der Umstieg auf Frontantrieb.

Das hat Vorteile: Da der Antrieb im Auto weniger Platz einnimmt, steht mehr für die Insassen und das Gepäck zur Verfügung – auch wenn der 1er in diesem Punkt an den Klassiker VW Golf noch nicht heranreicht. So können vorn selbst große Menschen bequem sitzen, hinten reicht der Platz immerhin aus.

Die Größe des Kofferraums geht in Ordnung, Kombi-Verhältnisse darf man freilich nicht erwarten. Aber das Ladeabteil ist auf Wunsch mit einer dreigeteilten Rücksitzlehne variabel gestaltbar.

Unterwegs wird schnell klar, dass sich BMW spürbar Mühe gegeben hat, den Umstieg auf Frontantrieb zu erleichtern. So bleibt der BMW ein agiles Auto und fahrdynamisch einwandfrei.

Sehr gut gefällt der doppelt aufgeladene Vierzylinder, der seine Leistung ausgesprochen gleichmäßig und nachdrücklich abgibt. Die Laufkultur geht in Ordnung, der Verbrauch ebenso, wodurch sich eine hohe Reichweite ergibt. Als 150 PS starker 118d reicht die Leistung vollkommen aus, um Autobahnetappen zügig zurückzulegen.

Das Fahrwerk mit optionaler adaptiver Dämpfung kann auch beim Komfort eine gute Vorstellung abliefern. Bei den Assistenten bietet BMW im 1er so gut wie alles an, was aktuell in der Kompaktklasse verfügbar ist. Die ganze Technik hat aber leider auch ihren Preis, bei etwa 33.000 Euro geht es für einen nackten 118d los.

Komfort pur: Citroën C5 Aircross BlueHDi 180 EAT8

Front- und Seitenansicht eines fahrenden Citroen C5 aircros
Gelungener Fahrkomfort und großzügige Platzverhältnissen sind die Stärken des C5 ∙ © Citroen

Citroën besinnt sich beim C5 Aircross auf alte Tugenden und legt den Schwerpunkt auf Komfort. Dazu passt der laufruhige Zweiliter-Diesel nur allzu gut. Auch die Achtgang-Wandlerautomatik versucht mit möglichst weichen Schaltvorgängen den gediegenen Fahreindruck zu unterstützen – das klappt zumindest meistens. Die "Advanced Comfort" genannte Komfortoffensive betrifft aber hauptsächlich Fahrwerk und Sitze. Neu entwickelte Federelemente in den Dämpfern sorgen dafür, dass das Fahrwerk Unebenheiten gekonnt ausgleicht, auch wenn der Fahrkomfort nicht ganz an den einer Luxuslimousine heranreicht. Im Konkurrenzumfeld kann es sich aber sehen lassen.

Und die Sitze sind einfach bequem. Allein durch diese Auslegung eignet sich der Citroën für Langstrecken besonders gut. Hinzu kommt, dass er im Fond mit großzügigen Platzverhältnissen punktet und auf der Rückbank drei Kindersitze möglich sind. So kann eine Familie auch mit drei Kleinkindern im Citroën bequem verreisen.

Wer Sportlichkeit sucht, ist hier definitiv an der falschen Adresse: Der C5 Aircross ist ein Statement hin zum Komfort, im Gegensatz zu anderen SUVs, die oft sportlich sein wollen.

Design versus Platz: Mercedes CLA 200 Shooting Brake

Front- und Seitenansicht eines fahrenden Mercedes CLA Shooting Brake
Federungskomfort und umfangreiche Sicherheitsausstattung machen den CLA zum guten Reisebegleiter ∙ © Mercedes

Die Neuauflage des kompakten CLA ist auch wieder als Kombi auf dem Markt. Der CLA Shooting Brake basiert technisch auf der aktuellen A-Klasse, was er spätestens beim Blick auf das Armaturenbrett nicht verhehlen kann. Das Cockpit mit seinem durchgezogenen Display sieht modern aus, die Bedienbarkeit lässt seit dem Wegfall des Dreh-Drück-Stellers allerdings zu wünschen übrig. Gleiches gilt für das Raumangebot, zumindest hinter der ersten Sitzreihe. Hier wird deutlich, dass die Designer bei der Entwicklung des CLA Shooting Brake das Sagen hatten.

Der Zustieg in den Fond wird durch die stark nach hinten abfallende Seitenlinie erschwert, die für einen Kombi immens hohe Ladekante macht das Be- und Entladen des Kofferraums mit schweren Gegenständen zum Kraftakt. Ganz klar: Besonders praktisch ist der Wagen nicht, aber eben langstreckentauglich.

Unter der Haube des Testwagens CLA 200 Shooting Brake steckt der 1,3 Liter große Turbobenziner, der trotz des kleinen Hubraums stattliche 163 PS leistet und bis zu 250 Nm entwickelt. Der kleine Benz war im ADAC Autotest mit dem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe ausgestattet, das seine Arbeit unauffällig und gut verrichtet. Die Fahrleistungen sind gut, der Verbrauch fällt dank diverser Spritspartechniken wie etwa der Zylinderabschaltung mit gemessenen 6,7 l/100 km nicht zu hoch aus.

Punkten kann der Benziner bei den Emissionen, die sich auf durchgehend niedrigem Niveau befinden. Für noch weniger Verbrauch und eine noch höhere Reichweite empfiehlt sich eine der zwei Dieselvarianten 180 d oder 200 d, die beide ebenfalls unter dem Einstiegspreis von 40.000 Euro bleiben.

Das Optionsfahrwerk mit adaptiven Dämpfern zählt zu den komfortabelsten der Klasse, die Fahrsicherheit ist tadellos.

Dynamisch: Peugeot 508 2.0 BlueHDi 160 Allure EAT8

Front- und Seitenansicht eines fahrenden Peugeot 508
Dynamisches Fahrverhalten, ausgewogener Federungskomfort, aber schlechte Rundumsicht beim Peugeot ∙ © Peugeot

Wenn es um ein ideales Langstreckenauto geht, ist der Peugeot 508 wahrscheinlich nur bei den wenigsten in der Auswahl. Dabei hat er einiges zu bieten: Als BlueHDi 160 hat der Franzose einen sehr sauberen, kräftigen und laufruhigen Dieselmotor an Bord. Mit 5,6 Litern Diesel pro 100 Kilometer schlägt er auch beim Verbrauch nicht über die Stränge, trotz über 1,6 Tonnen Gewicht, Automatikgetriebe und üppiger Ausstattung. Deswegen und mithilfe des 55 Liter fassenden Tanks ergibt sich eine Reichweite von beachtlichen 980 Kilometern.

In Verbindung mit dem Achtgang-Wandlerautomaten hinterlässt der Diesel das klar harmonischere Bild als der ebenfalls getestete 1,6-Liter-Turbobenziner. Selbstzünder und Automatikgetriebe arbeiten gekonnt zusammen. Dazu passt auch das ausgewogene Options-Fahrwerk mit adaptiven Dämpfern, das der Limousine zu unerwarteten dynamischen Qualitäten verhilft und trotzdem guten Komfort bietet.

Die äußere Erscheinung des aktuellen 508 passt sehr gut zum Fahreindruck. Front und Heck bieten neue Akzente und wirken alles andere als langweilig. Die Rücklichter als dreidimensional angeordnete LED-Lichtelemente sind nicht nur Show, sie erfüllen mit ihrer Anpassung der Helligkeit an Witterungsverhältnisse auch einen Sicherheitszweck. Die schlechte Rundumsicht ist aber ein Manko.

Ganz im Stil eines viertürigen Coupés verfügen die Türen über rahmenlose Fenster. Das Platzangebot hinten ist allerdings durch die flache Dachlinie entsprechend eingeschränkt. Diese sorgt für eine geringe Kopffreiheit auf der Rückbank. Vorn haben dagegen selbst große Erwachsene genug Platz.

Die große Heckklappe ist praktisch, der Kofferraum damit gut nutzbar. Das modern gestaltete Cockpit macht optisch einiges her, in die Steuerung der zahlreichen Funktionen muss man sich jedoch erst einmal einarbeiten. An den nach oben und nach vorn versetzten Instrumenten scheiden sich die Geister, letztlich muss der Käufer für sich entscheiden, ob das gefällt oder nicht.

Wandelbar: Škoda Karoq 2.0 TDI SCR Style 4x4 DSG

Front- und Seitenansicht eines fahrenden Skoda Karoq
Der Škoda Karoq bietet selbst vier Erwachsenen mit entsprechend Gepäck angemessen Platz ∙ © Skoda

Der Erfolg des Karoq kommt nicht von ungefähr, das kompakte SUV bietet viele gute Eigenschaften. Neben der allgemeinen Beliebtheit von SUV sprechen speziell für den Karoq zunächst einmal seine moderaten Außenmaße, denn die kompakte Länge von 4,40 Metern erleichtert die Parkplatzsuche. Trotzdem bietet er innen angemessen Platz, selbst vier Erwachsene mit entsprechendem Gepäck kommen gut unter.

Optional gibt es die Varioflex-Sitze hinten: Drei separate Sitze lassen sich einzeln verschieben und ihre Lehnenneigung lässt sich einstellen. Benötigt man den mittleren nicht, kann er ausgebaut und die beiden äußeren Plätze etwas nach innen versetzt werden – dann hat man hinten auch zur Seite fürstlich Bewegungsfreiheit, was vor allem auf längeren Strecken zu viert eine Wohltat darstellt. Der optional variable Innenraum macht den Škoda zum Verwandlungskünstler.

Es sind die zahlreichen kleinen, praktischen Details, die diesen wie auch alle anderen Škodas auszeichnen: Es gibt zum Beispiel Halteelemente für den Kofferraumboden mit Klettverschlussbefestigung oder die stabilen, versetzbaren Haken an Schienen oben seitlich im Kofferraum. Viele Sicherheits- und Assistenzsysteme sind gegen Aufpreis lieferbar.

Die Verarbeitung ist einwandfrei und sorgfältig. Außerdem sind viele Kunststoffe mit weichem Überzug versehen.

Das komfortabel abgestimmte Fahrwerk passt gut zum unaufgeregten Charakter des Karoq und überzeugt auch auf langen Strecken. Leider kann der bekannte 150 PS TDI nicht so recht punkten. Zwar sind sein Ansprechverhalten und seine sehr gleichmäßige Leistungsabgabe einwandfrei, die nur mäßige Laufkultur begeistert aber weniger: Er ist recht laut und überträgt zu deutlich Vibrationen ins Lenkrad.

Der Verbrauch liegt beim mit Allrad und Automatik ausgestatteten Testwagen mit einem Ecotest-Durchschnitt von 6,7 l/100 km zwar nicht sonderlich niedrig, die Reichweite kann sich mit 820 Kilometern aber trotzdem sehen lassen. Wer Allrad nicht unbedingt braucht, sollte darauf verzichten, denn dann dürfte auch der Verbrauch deutlich sinken. Leider muss man dann zum Handschalter greifen, weil es das DSG nur in Verbindung mit 4x4 gibt.

Langstreckenmeister: Škoda Octavia 2.0 TDI Combi

Front- und Seitenansicht eines fahrenden Skoda Octavia Combi
Der Škoda Octavia glänzt durch ein gutes Platzangebot vorn und hinten sowie einen gut nutzbaren Kofferraum ∙ © Skoda

Der erste Octavia Combi kam tatsächlich schon vor 60 Jahren auf den Markt – damals waren 47 PS und vier Meter Außenlänge völlig ausreichend in der Mittelklasse. Die 2020 auf den Markt gekommene, in der VW-Zeitrechnung vierte Generation des Octavia ist da freilich auf einem anderen Niveau. Nicht nur waren 222 km/h Höchstgeschwindigkeit vor 60 Jahren absolutes Spotwagenniveau, auch wäre ein 150-PS-Auto mit über 1,5 Tonnen Leergewicht im ADAC Ecotest nicht auf einen Verbrauch von 4,9 Litern Diesel gekommen und hätte trotz nur 45 Liter fassendem Tank keine 915 Kilometer Reichweite erzielt. Damit ist der Škoda ein echter Langstreckenmeister.

Gute Werte, die der Octavia mit seiner Škoda-typischen Raumausnutzung kombiniert: Wenige Hersteller schaffen es, so viel Platz aus einer Mittelklasse-Karosserie herauszuholen. Der Kofferraum ist groß genug für alle Herausforderungen des Alltags – die umklappbaren Rücksitzlehnen benötigt man wohl selten.

Zudem bietet natürlich auch der Octavia viele clevere Details, wie einen Regenschirm im Türfach, Eiskratzer im Tankdeckel oder allerhand Ordnungs- und Organisationslösungen für den großen Kofferraum.

In Sachen Materialqualität liegt der Octavia im guten Durchschnitt der Fahrzeugklasse. Die Verarbeitung ist weitgehend tadellos, das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmt: Kaum ein Auto dürfte in dieser Preisklasse so geeignet sein für die Langstrecke wie der Octavia Combi. Dass er bei Vertretern äußerst beliebt ist, dürfte ein guter Beweis für diese These sein.

Passt immer: VW Golf 2.0 TDI

Front- und Seitenansicht eines fahrenden VW Golf
Nichts zu meckern beim VW Golf: angenehme Lenkung, toller Fahrkomfort, moderne Assistenten ∙ © Volkswagen

Nach wie vor ist der Golf und mit ihm die achte Generation das wichtigste, weil meistverkaufte VW-Modell in Deutschland. Der Golf 8 ist ganz vorn dabei, wenn es um tollen Fahrtkomfort, ein ausgewogenes Fahrwerk und eine gefühlvolle Lenkung geht. Auch der getestete Dieselmotor des Golf 2.0 TDI läuft geschmeidig, bei Bedarf kräftig und trotzdem sparsam sowie sauber. Im Ecotest reichen ihm in Kombination mit dem verbesserten Doppelkupplungsgetriebe 4,8 l/100 km, ein guter Wert.

Der Platz im Innenraum ist für vier Erwachsene und ihr Gepäck angemessen, auf den vorderen Plätzen kann man die guten Sitze genießen, auf der Fahrerseite gibt es sogar eine Massagefunktion.

Zur Wahrheit gehört aber auch, dass VW an einigen Stellen gespart hat. Hier und da fällt das auf (z.B. VW-unwürdige Abdeckungen auf den 12-V-Steckdosen), aber es sind auch neue Details hinzugekommen, die praktische Vorteile bringen (z.B. beleuchtete Türgriffe außen).

Die Bedienung ist im Gegensatz zum Vorgänger deutlich komplizierter geworden, denn Schalter und Knöpfe wurden zum Großteil durch Touchflächen ersetzt, und vieles ist in die Menüs des Touchscreens gewandert. Die verbleibenden Tasten sind weitgehend als Sensortasten ohne haptisches Feedback ausgelegt.

Forderungen an die Hersteller


In den letzten Jahren beobachtet der ADAC, dass gerade Autos der Mittelklasse häufig mit sehr kleinen Tanks ausgeliefert werden. Nur gegen Aufpreis lassen sich die Tanks teilweise erweitern.

In Mittelklasseautos hält der ADAC ein Tankvolumen von etwa 60 Litern für angemessen. In Verbindung mit sparsamen Dieselmotoren ergeben sich so Reichweiten von über 1000 Kilometern.

Zugkräftiges Langstreckenauto: VW Tiguan 2.0 TDI

Front- und Seitenansicht eines fahrenden VW Tiguan
Camper aufgepasst: Der Tiguan hat einen großzügigen, variablen Innenraum und eine hohe Anhängelast ∙ © Volkswagen

Global gesehen hat der Tiguan dem Golf inzwischen den Rang abgelaufen und ist mittlerweile der weltweit meistverkaufte Volkswagen. Zur Mitte des Modellzyklus haben die Wolfsburger den Kompakt-SUV überarbeitet. Optisch erinnert die Front an den Golf 8, die restliche Karosserie blieb weitgehend unangetastet. Im Innenraum hat sich ebenfalls wenig getan. Größte Neuerung ist die neugestaltete Klimabedieneinheit, die wie das neue Multifunktionslenkrad in der R-Line-Ausstattung nicht mehr auf konventionelle Tasten und Drehregler setzt, sondern auf berührungssensitive Bedienflächen. Leider stellt diese Entwicklung aufgrund der Gefahr von Fehlbedienungen sowie der stärkeren Verkehrsablenkung wie bereits im neuen Golf einen Rückschritt dar.

Ansonsten ist der Tiguan nach wie vor ein sehr ausgewogenes SUV, dem man kaum etwas vorwerfen kann. Das Fahrwerk zählt besonders in Kombination mit den adaptiven Dämpfern des Testwagens zu den komfortabelsten seiner Klasse, das Platzangebot für Insassen und Gepäck ist großzügig und das Sicherheitsniveau hoch.

Der beliebte 2.0 TDI mit 150 PS sorgt für ein souveränes Fahrgefühl bei gleichzeitig moderatem Verbrauch. Die NOx-Werte des TDI-Evo liegen dank der zweistufigen Harnstoffeinspritzung (Twindosing) in allen Fahrsituationen auf sehr niedrigem Niveau – auch auf der Straße.

Somit bekommt der Kunde mit dem überarbeiteten Tiguan einen sehr gelungenen SUV, dem man abgesehen von der ablenkungsintensiven Bedienung und dem relativ hohen Preis nur wenig vorwerfen kann. Alles in allem daher ein sehr gut für lange Strecken geeignetes Auto , das zudem noch eine hohe Anhängelast aufweist. Das könnte insbesondere für Camper interessant sein.

Genug Platz für Familien: VW Touran 2.0 TDI

Front- und Seitenansicht eines fahrenden VW Touran
Für den großen Familienausflug perfekt: Der Touran bietet Platz für bis zu sechs Kindersitze ∙ © Volkswagen

Der Van als Karosserieform mit viel Platz im Innenraum trotz kompakter Außenmaße hatte vor 20 Jahren seine Blütezeit. Mittlerweile hat ihm der SUV den Rang abgelaufen. Dabei macht ein Van quasi alles besser als ein SUV: mehr Platz innen, besser nutzbarer Kofferraum, weniger Verbrauch. Den Beweis tritt der VW Touran an. Mit knapp 4,50 Metern Länge ist er noch kompakt genug, um mit ihm einen Parkplatz in der Stadt zu finden. Nach dem Einparken steigt dann aber mitunter eine siebenköpfige Familie aus. Sogar sechs Kindersitze gleichzeitig sind möglich – Voraussetzung ist natürlich die optionale dritte Sitzreihe, die mit Isofix und i-Size aufwartet.

Die erwachsenen Familienmitglieder freuen sich über die problemlose Bedienung des klar strukturierten Cockpits sowie das sichere und agile Fahrverhalten. Gerade in Verbindung mit dem 150 PS und 340 Nm starken Diesel bringt der Touran richtig Fahrspaß.

Lässt man es gediegen angehen, kann man vor allem mit dem optionalen, adaptiven Fahrwerk auch komfortabel dahinrollen und auf langen Strecken das hohe Komfortniveau genießen.

Das Doppelkupplungsgetriebe spielt bei jeder Gangart meist gut mit – es gibt den Touran aber auch als Handschalter. Der Verbrauch im ADAC Ecotest liegt mit dem getesteten Doppelkuppler bei 6 Litern Diesel pro 100 Kilometer.

Objektive Gründe gibt es kaum, die gegen den Touran sprechen: Er macht seine Sache einfach gut. Wer auf langen Reisen erhöhten Platzbedarf hat, nicht dem SUV-Trend hinterherschwimmen will und Wert auf variablen Stauraum bei kompakten Außenmaßen legt, sollte sich den Touran genauer ansehen. Zumindest, und das ist dann eben doch ein "kleines" Manko, wenn man sich den VW leisten kann. Der 2.0 TDI kostet schon knapp 40.000 Euro in der Basis.

Fazit: Gute Langstreckenautos für wenig Geld

Zum Preis von bis zu 40.000 Euro gibt es einige Autos, die sich als Langstreckengleiter besonders gut eignen. Es muss also nicht immer die obere Mittelklasse oder noch mehr sein.

Dank niedrigem Verbrauch und hohen Reichweiten sind Dieselmotoren besonders gut geeignet. Leistungen um die 150 PS sind für zügiges Vorankommen auch auf schnellen Autobahnetappen vollkommen ausreichend.

Ein Automatikgetriebe erweist sich spätestens dann als wohltuend, wenn im Stau oder Stop-and-go-Verkehr gefahren werden muss oder aber Fahrerassistenzsysteme ihr Potenzial voll ausspielen sollen.

Tipps des ADAC

  • Für ein Langstreckenauto sind bequeme Sitze, ein niedriger Innengeräuschpegel und hoher Federungskomfort entscheidend. Bei der Probefahrt sollte auf diese Dinge besonders geachtet werden.

  • Dieselmotoren sind für lange Strecken und zügige Autobahnetappen besonders gut geeignet. Der sparsame Verbrauch sorgt für hohe Reichweiten, und das kräftige Drehmoment bringt kräftigen Durchzug im mittleren Drehzahlbereich.

  • Ein Automatikgetriebe entlastet den Fahrer, und Assistenzsysteme wie ein Abstandsregeltempomat können erst durch ein Automatikgetriebe ihre Vorteile voll ausschöpfen.

  • Adaptive Fahrwerke verhelfen auf Knopfdruck zu besonders komfortabler oder sportlicher Abstimmung. Außerdem passen sie die Dämpfungscharakteristik der jeweiligen Fahrsituation an. Besonders auf langen Strecken kann ein solches Fahrwerk spürbar mehr Komfort bieten.

ADAC Test: Das sind die besten Autos für Pendler