Sicher im Auto: 26 Kindersitze im ADAC Vergleichstest

25.5.2021

Im aktuellen Test wurden 26 verschiedene Kindersitze in puncto Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Alle Daten und Ergebnisse sowie nützliche Tipps zum Einkauf – und die empfehlenswerten Modelle der Vorjahre.

Die aktuellen Testergebnisse Frühjahr 2021

  • Im Test: 26 Kindersitze in allen Größen

  • Fünf Modelle fallen durch

  • Einige betroffene Hersteller bessern nach

Kurz-Info

Egal ob Babyschale, integraler oder nicht-integraler Kindersitz: Das Ergebnis des aktuellen Vergleichstests ist insgesamt erfreulich. 18 der getesteten Sitze erreichen das ADAC Urteil „gut“ und drei Modelle erhalten ein „befriedigend“. Damit übertreffen diese Sitze die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich. Man merkt, dass die höheren Anforderungen des Verbraucherschutztests schon bei ihrer Entwicklung berücksichtigt wurden.

Allerdings mussten in diesem Vergleichstest auch fünf Sitzmodelle mit "mangelhaft" bewertet werden: Ein Modell fiel beim Crashtest durch, vier Modelle wurden wegen gefährlicher Schadstoffe abgewertet.

Babyschalen 

Crashtest Frontcrash mit Kindersitz Chicco Kiros
Die Babyschale Chicco Kiros löst sich von der Isofix-Basis 

Die Babyschale Chicco Kiros i-Size + Kiros i-Size Base löst sich beim Frontalaufpralltest von der Isofix-Basis und fliegt nahezu ungebremst nach vorne. Das Kind ist deshalb bei einem schweren Unfall einem hohen Verletzungsrisiko ausgesetzt. Die mangelhafte Bewertung des Frontalaufpralltests führt direkt zur Abwertung des ADAC Urteils.

Vier Sitzmodelle scheitern an den strengen Kriterien der Schadstoffprüfung und werden deshalb abgewertet:

  • Die Bezugsstoffe vom Besafe iZi Go Modular X1 i-Size (mit und ohne iZi Modular i-Size Base) und vom Swandoo Marie 2 enthalten Naphthalin, das im Verdacht steht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben.
  • Die untersuchte Probe vom Osann Oreo 360 erhält den Weichmacher DPHP, der die Schilddrüse und den Hormonhaushalt beeinflussen kann.

 

Tipp Icon

Sitzerhöher nur im Notfall

Einfache Sitzerhöhungen ohne Rückenstütze sind allenfalls als Notbehelf für etwas größere Kinder zu empfehlen. Sie bieten keinen Seitenaufprallschutz, Gurt und Kind werden nicht optimal zueinander positioniert. Der Gesetzgeber hat die Sicherheitsdefizite durch die fehlende Rückenstütze ebenfalls erkannt und deshalb deren Anwendung eingeschränkt. Neue Sitzmodelle ohne Rückenstütze dürfen seit Februar 2017 nur noch für Kinder über 1,25 Meter (ab ca. 7 Jahre) zugelassen und genutzt werden. Vor Februar 2017 erteilte Genehmigungen von Sitzen behalten aber bis auf Weiteres ihre Gültigkeit.

Vor dem Kauf eines Kindersitzes sollten sich Eltern über das Angebot informieren, dabei helfen die Ergebnisse dieses Kindersitztests und auch die der Vorjahre. Die Ergebnisse aus dem letzten Jahr sind direkt mit den aktuellen Ergebnissen vergleichbar, alle seit 2015 „gut“ und „befriedigend“ bewertete Sitze können immer noch empfohlen werden.

Nicht jeder Kindersitz passt gleich gut in alle Autos – und auch die persönlichen Vorlieben von Eltern und Kindern unterscheiden sich. Deshalb sollte der Kauf eines Kindersitzes nicht „blind“ erfolgen. Vielmehr sollten das eigene Fahrzeug und das Kind mit zum Geschäft genommen werden, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf ausprobieren zu können. Auf was Sie dabei achten müssen, lesen Sie in den Kauftipps nach den Tabellen.

Autor: Thomas Kroher. Fachliche Beratung: Andreas Ratzek, ADAC Technik Zentrum

Tipp Icon

So wird der ADAC Kindersitztest gemacht

Wollten Sie schon immer mal wissen, was und wer hinter dem Kindersitztest steckt? Dann blicken Sie doch mal hinter die Kulissen: Im ADAC Inside "Der Kindersitztest-Ingenieur Andreas Ratzek" erfahren Sie, wie der Test organisiert und durchgeführt wird.

Aktuelle Testergebnisse Frühjahr 2021

Filter

Altersklasse

Altersklassen

Montage

In welche Richtung soll der Kindersitz befestigt werden können?

Sie können den Kindersitz in Fahrtrichtung oder entgegen der Fahrtrichtung (als Reboarder) befestigen. Manche Kindersitze bieten beide Befestigungsmöglichkeiten.

Mit welcher Mechanik soll der Kindersitz befestigt werden?

Die meisten Autos haben eine Isofix-Halterung, um den Kindersitz zu befestigen. Ist dies nicht der Fall, befestigen Sie den Sitz mit dem Sicherheitsgurt. Achten Sie bei der Auswahl auch auf die Gegebenheiten im Zweitwagen oder bei Ausflügen in anderen Autos.

Preis in € (ca.)

Wie hoch ist Ihr Budget für den Kindersitz?

Stellen Sie mit dem Schieberegler Ihr Budget ein oder geben Sie konkrete Werte in die beiden Felder ein.

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ADAC Urteil

Welche ADAC-Urteile möchten Sie berücksichtigen?

  • Altersklasse
  • Montage
  • Preis
  • ADAC Urteil

Die getesteten Modelle

Hersteller / Modell Testjahr Preis in € (ca.) Größe Gewicht Isofix ADAC Urteil
Sicherheit
(Gewichtung 50%)
Bedienung
(Gewichtung 40%)
Ergonomie
(Gewichtung 10%)
Schadstoffe
(Gewichtung 0%)
Verarbeitung und Reinigung
(Gewichtung 0%)
Altersklasse
2021 700 61cm bis 125cm 10,0 kg ja
2,2
1,6
2,6
3,0
1,0
2,5
4) bis ca. 7 Jahre Axkid One
2021 800 40cm bis 125cm 10,3 kg ja
2,1
1,6
2,6
2,9
1,0
2,5
4) bis ca. 7 Jahre Axkid One+
2021 259 40cm bis 75cm 4,5 kg nein
2,0
1,3
2,8
1,9
1,0
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Babyzen Yoyo iZi Go Modular X1 i-Size by Besafe
2021 490 40cm bis 75cm 4,5 kg ja
1,7
1,3
2,0
2,2
1,0
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Babyzen Yoyo iZi Go Modular X1 i-Size by Besafe + iZi Modular i-Size base
2021 259 40cm bis 75cm 4,5 kg nein
5,5
1,3
2,8
1,9
5,5
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Besafe iZi Go Modular X1 i-Size
2021 490 40cm bis 75cm 4,5 kg ja
5,5
1,3
2,0
2,2
5,5
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Besafe iZi Go Modular X1 i-Size + iZi Modular i-Size base
2021 247 76cm bis 150cm 11,2 kg ja
2,8
2,9
2,6
1,9
1,0
2,4
5) bis ca. 12 Jahre Britax Römer Advansafix M i-Size
2021 300 40cm bis 78cm 5,0 kg nein
2,3
2,3
2,5
1,6
1,6
1,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Chicco Kiros i-Size
2021 420 40cm bis 78cm 5,0 kg ja
5,5
5,5
1,9
1,8
1,6
1,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Chicco Kiros i-Size + Kiros i-Size base
2021 300 76cm bis 150cm 9,0 kg ja
2,0
2,1
1,9
1,8
1,0
1,7
5) bis ca. 12 Jahre Cybex Pallas G i-Size
2021 220 100cm bis 150cm 6,3 kg ja
1,8
1,8
1,8
2,0
1,0
1,7
5) bis ca. 12 Jahre Cybex Solution S i-Fix
2021 170 100cm bis 150cm 5,5 kg ja
1,9
1,9
1,9
2,1
1,0
2,0
5) bis ca. 12 Jahre Joie i-Traver
2021 350 40cm bis 85cm 6,1 kg ja
1,8
1,9
1,8
1,9
1,0
1,4
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Maxi-Cosi Marble
2021 159 45cm bis 75cm 3,2 kg nein
1,8
1,3
2,5
1,6
2,2
1,9
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Tinca
2021 330 45cm bis 75cm 3,2 kg ja
1,7
1,5
1,9
1,8
2,2
1,9
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Tinca + Tinca Base
2021 268 40cm bis 105cm 14,1 kg ja
4,6
2,5
2,8
2,4
4,6
1,9
3) bis ca. 4 Jahre Osann Oreo 360°
2021 440 45cm bis 105cm 15,9 kg ja
2,8
2,7
2,9
2,0
2,8
1,9
3) bis ca. 4 Jahre Peg Perego Primo Viaggio 360
2021 279 40cm bis 87cm 5,6 kg nein
2,4
1,2
3,3
1,6
3,1
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Peg Perego Primo Viaggio Lounge
2021 420 40cm bis 87cm 5,6 kg ja
1,7
1,4
2,2
1,7
3,1
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Peg Perego Primo Viaggio Lounge + i-Size base
2021 229 100cm bis 150cm 7,6 kg ja
2,0
2,0
1,9
1,9
1,6
1,8
5) bis ca. 12 Jahre Recaro Mako Elite 2
2021 279 - 9,1 kg ja
2,6
2,5
2,7
2,0
1,0
2,2
5) bis ca. 12 Jahre Recaro Tian Elite
2021 239 - 4,8 kg nein
2,3
1,8
2,8
2,0
2,2
2,2
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Silver Cross Simplicity Plus
2021 440 - 4,8 kg ja
1,7
1,6
1,8
2,1
2,2
2,2
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Silver Cross Simplicity Plus + Simplifix Isofix base
2021 289 40cm bis 75cm 4,5 kg nein
2,0
1,3
2,8
1,9
1,0
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Stokke iZi Go Modular X1 i-Size by Besafe
2021 520 40cm bis 75cm 4,5 kg ja
1,7
1,3
2,0
2,2
1,0
2,3
1) bis ca. 1 Jahr Stokke iZi Go Modular X1 i-Size by Besafe + iZi Modular i-Size base
2021 500 40cm bis 105cm 15,8 kg ja
4,6
2,0
2,8
2,0
4,6
2,9
3) bis ca. 4 Jahre Swandoo Marie 2
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0,6 bis 1,5
sehr gut
1,6 bis 2,5
gut
2,6 bis 3,5
befriedigend
3,6 bis 4,5
ausreichend
ab 4,6
mangelhaft

Tipps für den Kauf

Tipp Icon

Tipps zum Kindersitz-Kauf      

  • Eltern sollten sich vor dem Kauf über das Angebot informieren. Dabei helfen die Ergebnisse dieses Kindersitztests und auch die der Vorjahre. Vorab muss man auch prüfen, ob der in Frage kommende Kindersitz im eigenen Auto montiert werden darf.

  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. Kindersitze mit Stützfuß) können nicht in allen Autos montiert werden. Diesen Produkten liegt eine Typliste bei, mit der man überprüfen kann, ob das Produkt im eigenen Fahrzeug verwendet werden darf.
  • Nach dem „i-Size“-Standard (UN Reg. 129) zugelassene Kindersitze können auf allen Fahrzeugsitzen mit „i-Size“-Freigabe montiert werden (Kennzeichnung am Fahrzeugsitz, Beschreibung im Handbuch des Fahrzeugs).
  • Isofix-Kindersitze mit Top Tether können nur in Fahrzeugen verbaut werden, die über die erforderlichen Befestigungspunkte verfügen. Erst seit November 2014 müssen neue Pkw mit Top-Tether-Verankerungspunkten ausgestattet sein.
  • Wichtig ist, mit Kind und Auto beim Fachhandel vorzufahren, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf auszuprobieren.
  • Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können z.B. lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Achten Sie darauf, dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine Schale mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenstütze kann es vorkommen, dass sich der Gurt nicht mehr selbstständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. Probieren Sie dann ein anderes Modell aus.
  • Wenn der Kindersitz häufig ein- und ausgebaut werden soll oder wenn man ein zweitüriges Fahrzeug (z.B. ein Cabrio) besitzt, gewinnen Gewicht und Abmessungen des Kindersitzes an Bedeutung. Zweigeteilte Kindersitze (bestehend aus Sitzschale und Isofix-Station) bieten diesbezüglich Vorteile beim Einbau, können aber meist nicht zur Seite gedreht werden, um das Hineinheben und Anschnallen von kleineren Kindern zu erleichtern.
  • Beachten Sie auch immer die Hinweise und Angaben in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes und im Handbuch des Fahrzeugs.

Methodik

Produktauswahl

Zielrichtung des alljährlichen ADAC Kindersitztests ist, das Angebot möglichst umfassend darzustellen. Die Vielzahl an Modellen erfordert allerdings eine Vor-Auswahl - sie erfolgt entsprechend Marktbedeutung und Innovativität in Abstimmung mit unseren Testpartnern. Gerade Neuheiten bringen manchmal Probleme: Entsprechend des hohen Testaufwandes arbeiten wir mit ca. sechs Monaten Vorlaufzeit. Waren die Produkte nicht rechtzeitig bzw. frühzeitig im Handel beschaffbar, können sie erst im Folgejahr getestet werden. "Nachtests" lassen sich wegen des damit verbundenen hohen Aufwands leider nicht durchführen. Auch Sitze, bei welchen Modifizierungen bevorstehen, können nicht bzw. erst in späteren Tests berücksichtigt werden. Modelle, die im Test der Vorjahre mit dabei waren und nicht verändert wurden, werden nicht nochmals getestet - die zurückliegenden Testergebnisse sind hier weiterhin gültig und werden von uns auch zur Verfügung gestellt. Es muss aber beachtet werden, dass bis 2011 keine Schadstoffprüfung erfolgte. Die Ergebnisse sind somit nicht direkt vergleichbar!
Ab 2015 wurde eine neue Testkarosserie und auch ein neues Seitencrashtestverfahren verwendet. Die Ergebnisse ab 2015 sind deshalb mit den vorherigen nicht direkt vergleichbar, denn die Anforderungen sind leicht erhöht.
Ab 2020 wurden sowohl die Testdurchführung als auch die Testauswertung dem Stand der Technik angepasst. Die Änderungen im Test führen dazu, dass die aktuellen Ergebnisse nicht direkt mit denen der Vorjahre vergleichbar sind. Referenzversuche haben gezeigt, dass die Unterschiede nicht besonders groß sind, so dass „sehr gut“, „gut“ und „befriedigend“ bewertete Kindersitze aus den Vorjahren weiterhin empfohlen werden können.
Die Produkte werden anonym am Markt eingekauft.

Testverfahren

Die Kindersitze wurden auf ihre Sicherheit beim Frontalaufprall mit 64 km/h und beim Seitenaufprall mit 50 km/h geprüft. Mit einem Prüfschlitten, auf dem seit 2020 eine fünftürige VW Polo VI-Karosserie montiert ist (ab 2007 bis einschließlich 2010 Opel Astra, ab 2011 bis einschließlich 2014 VW Golf VI, ab 2015 bis einschließlich 2019 VW Golf VII), simulierten die Tester mit dem zugehörigen Verzögerungspuls aus den Euro NCAP Front-Offset-Crash einen Frontalunfall. Beim Seitencrash werden die Kindersitze in Anlehnung an die UN Reg. 129 auf einer Testbank mit einer beim Aufprall eindringenden Fahrzeugtüre montiert. Die Prüfungen liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen der Kindersitz-Prüfnormen UN Reg. 44 und UN Reg. 129.
Die Belastungswerte wurden für jedes Kindersitz-Modell mit unterschiedlich großen Dummies ermittelt, ggf. in Sitz- und Ruhestellung. Zusätzlich geprüft wurde der Gurtverlauf, die Größenanpassung, die Standfestigkeit auf dem Fahrzeugsitz, die Kopfabstützung und ab 2011 die Ergonomie des Kindersitzes (Platzangebot, Sitzposition und Platzbedarf im Fahrzeug). Für die Bewertung vom Sitzeinbau kommen aktuelle Fahrzeugmodelle (Ford Fiesta, VW T-Cross und Citroen Berlingo) zum Einsatz. Die Bewertung der Gefahr der Fehlbedienung wurde angepasst, dabei wurden auch die Ergebnisse der „Studie zur Verwendung von Kinderschutzsystemen“[1] vom GDV (Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V.) berücksichtigt. Seit 2011 werden alle Teile, mit denen das Kind in Kontakt kommt (Bezug), auf Schadstoffe untersucht. In Anlehnung an die GS-Prüfung "REACH"-Richtlinie und Ökotex 100 werden der Gehalt von PAK's, Phthalaten, Flammschutzmitteln, Phenolverbindungen, Organozinn-Verbindungen, AZO-Farbstoffe und Schwermetalle geprüft und bewertet.

Testkriterien

Das "ADAC Urteil" ergibt sich aus den Ergebnissen in den Kriterien "Sicherheit" und "Bedienung/Ergonomie" sowie "Schadstoffgehalt"

Testkriterium Gewichtung in Prozent 
Sicherheit  50                    
Schutz beim Frontalaufprall mit 64 km/h  40                    
Schutz beim Seitenaufprall mit 50 km/h  40                    
Gurtverlauf, Größenanpassung  10                    
Standfestigkeit  10                    
Bedienung
Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist.
40                    
Möglichkeiten der Fehlbedienung  40
An-/Abschnallen des Kindes  20                    
Ein-/Ausbau des Sitzes  20
Umbau des Sitzes  10
 Bedienungsanleitung  8
 Reinigung/Verarbeitung  2
Ergonomie
Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist
10
Platzangebot im Sitz  40
Platzbedarf im Fahrzeug  20                    
Sitzposition für Kind  20
Komfort (Polsterung, Sicht)  20
ADAC Urteil
Für das ADAC Urteil wurden die drei wichtigsten Kriterien Sicherheit, Bedienung und Ergonomie herangezogen. Ein erhöhter Schadstoffgehalt führt zur Abwertung
100

ADAC Bewertungsschema

Die Bewertung und Wichtung der Einzelkriterien erfolgt wie bisher. Die Abwertungseffekte wurden aber neu nach folgenden Kriterien definiert:

Abwertungseffekte Sicherheit:
  • Ist die Bewertung im Frontal- oder Seitenaufprall schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Sicherheit.
  • Eine mangelhafte Bewertung im Frontal- oder Seitenaufprall schlägt direkt auf die Note Sicherheit durch.
  • Ist die Bewertung der Sitzkonstruktion schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Sicherheit.
Abwertungseffekte Bedienung:
  • Ist die Bewertung der Fehlbedienungsgefahr, des Anschnallens des Kindes oder des Sitzeinbaus schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Bedienung.
  • Eine mangelhafte Bewertung der Fehlbedienungsgefahr, des Anschnallen des Kindes oder des Sitzeinbaus schlägt direkt auf die Note Bedienung durch.
Abwertungseffekte ADAC Urteil:
  • Ist die Bewertung der Sicherheit oder der Bedienung schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung des Gesamturteils.
  • Ist die Bewertung des Schadstoffgehalts schlechter als „befriedigend“, führt dies zu einer graduellen Abwertung des Gesamturteils.
  • Eine mangelhafte Bewertung der Sicherheit, der Bedienung, oder des Schadstoffgehalts schlägt direkt auf das Gesamturteil durch.

Deckt ein Sitz mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ab, so werden diese getrennt getestet. Für die Bewertung wird das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde, herangezogen. Ein Sitz, der für mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ausgelegt ist, muss dem größer werdenden Kind während der gesamten Gebrauchszeit maximale Sicherheit bieten.

Warum dürfen Kindersitze, die das Urteil „mangelhaft“ haben, verkauft werden?

Höhere Anforderungen beim ADAC Kindersitztest als bei der amtlichen Zulassung

Die amtliche Zulassung von Kindersitzen sind in der UN Reg. 44 und der 129 geregelt. Sitze nach UN Reg. 44/01 und /02 dürfen nicht mehr eingesetzt werden.

Während die amtliche Zulassung eine Mindestanforderung darstellt, werden beim ADAC Kindersitztest schon seit Jahren deutlich höhere Anforderungen gestellt. So werden z.B. beim Front- und Seitencrash die Bedingungen wie bei einem Fahrzeugcrash nach Euro NCAP gesetzt. Demgegenüber erfolgt bei der Zulassungsprüfung nach UN Reg. 44/04 bis heute noch kein Seitencrashtest, den der ADAC aufgrund hoher Verletzungsrisiken schon seit dem Jahr 2001 zusätzlich durchführt und immer wieder auch für die amtliche Zulassung gefordert hat. Aus diesem Grund ist bei einer Abwertung beim ADAC Kindersitztest die Zulassung für den Kindersitz dennoch gültig, und er darf weiterhin verkauft und verwendet werden. Für die neue UN Reg. 129 "i-Size" ist das Bestehen des Seitencrashs Zulassungsvoraussetzung. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass Kindersitze mit dem ADAC Urteil "mangelhaft" sehr schnell vom Markt verschwinden und die Hersteller umgehend verbesserte Produkte anbieten. Das ist ein Erfolg des ADAC Verbraucherschutzes.

Die wichtigsten Unterschiede beim ADAC Kindersitztest gegenüber der Zulassung nach UN Reg. 44 und 129 (Werte in Klammern) sind:

  • Frontcrash in Fahrzeugkarosserie mit 64 km/h (auf Prüfsitzbank mit 50 km/h)
  • Seitencrash auf Prüfsitzbank mit 50 km/h (für Kindersitze nach der neuen i-Size Norm UN Reg. 129 Zulassungsvoraussetzung)
  • neueste Q-Dummygeneration (bisher P-Dummies, bei "i-Size" Q-Dummies)
  • Strengere Prüfung der Schadstoffbelastung des Bezuges

Der ADAC Kindersitztest hat sich bei Verbrauchern und auch bei den Herstellern international etabliert - nicht zuletzt durch die hohen Anforderungen. Der Seitencrashtest ist deshalb so wichtig, da im Seitenbereich nur eine geringe Knautschzone zur Verfügung steht und das Verletzungsrisiko dadurch deutlich höher ist als bei den häufigeren Frontalkollisionen.

Hersteller-Adressen für Kindersitze

Hersteller-Adressen, 72,65 KB

Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Kindersitztest, 68,82 KB

Fotos: ADAC/Ralph Wagner, ADAC/Test und Technik

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