18 Kindersitze im Test: Zwei Modelle fallen durch

4.11.2019

Im aktuellen Test wurden 18 neue Kindersitze auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Beim Crash überzeugen alle, doch zwei Modelle fallen wegen eines zu hohen Schadstoffgehalts durch. Die Ergebnisse.

Kindersitztest 2019
Gut, wenn der Kindersitz leicht zu befestigen ist
  • 12 Modelle sind "gut", vier "befriedigend"
  • Keine Ausfälle beim Crashverhalten
  • Zwei Sitze mit zu hohem Schadstoffgehalt

Die Ergebnisse

 

Hersteller/Modell Preis (€)  Isofix  Note
bis ca. 1,5 Jahre

 

   
Swandoo Albert + i-Size Base 450 ja 1,6
Swandoo Albert 250 1,7
Bugaboo Turtle + Base 400 ja 1,8
Peg Perego Primo Viaggio i-Plus 229 1,8
Jané Koos i-Size R1 + iPlatform 370 ja 1,9
Bugaboo Turtle 259 2,0
Jané Koos i-Size R1 210 2,0
Jané iMatrix + iPlatform 400 ja 2,3
Hauck iPro Baby 140 4,8
Hauck iPro Baby + iPro Base 290 ja 4,8
bis ca. vier Jahre      
Joie i-Spin 360 350 ja 1,8
Hauck iPro Kids + iPro Base 300 ja 2,8
bis ca. 12 Jahre      
Joie Verso
250 ja 3,1
ca. 1 bis 4 Jahre      
Besafe iZi Kid X3 i-Size 560 ja 1,8
ca. 1 bis 12 Jahre      
GB Everna Fix 270 ja 2,4
Nania Racer SP 59 3,1
ca. 4 bis 12 Jahre      
Renolux Renofix 169 ja 1,9
Britax Römer Kidfix² S 199 ja 3,1

Notenschlüssel: 0,5 - 1,5: "sehr gut"; 1,6 - 2,5: "gut"; 2,6 - 3,5: "befriedigend"; 3,6 - 4,5: "ausreichend"; 4,6 - 5,5: "mangelhaft".

Weil die Testprozedur und die Bewertung zwar regelmäßig an den Stand der Technik angepasst, die Ergebnisse aller seit 2015 getesteten Produkte aber direkt vergleichbar sind, finden Sie eine große Auswahl weiterer Kindersitze und deren Testergebnisse auf der Übersichtsseite der ADAC Kindersitztests.


Die Einzelprüfungen

Zoom-In
crashtest kindersitz
Test Frontalaufprall mit BeSafe iZI Kid X3 i-size

Erfreulich: 16 Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich und werden mit "befriedigend" oder besser bewertet. Es gab aber auch zwei Ausreißer, die aufgrund ihres hohen Schadstoffgehalts abgewertet wurden.

Der Schutz beim Frontal- und Seitenaufprall wird beim BeSafe iZi Kid X3 i-Size (für Kinder von ca. 1 bis 4 Jahren) jeweils mit "sehr gut" benotet; er erhält damit die beste Sicherheitsbewertung aller seit 2015 getesteten Sitze.

Kein Sitz scheitert im Frontalaufpralltest, aber der Hauck iPro Baby mit iPro Base ist sehr nahe an seiner Belastungsgrenze. Er hält den Dummy zwar noch zurück, löst sich beim Test aber teilweise von seiner Isofix-Basis. Wenn er ohne Basis mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, bietet er einen besseren Schutz beim Unfall.

Auch bei den Seitenaufprall-Versuchen gab es keine bösen Überraschungen, denn keines der getesteten Modelle weist verdeckte Schwächen auf. Lediglich der Britax Römer Kidfix² S kann für Kinder über 1,25 Meter auch ohne Rückenstütze verwendet werden und bietet dann – für jeden erkennbar – keinen Seitenaufprallschutz. Eine Verwendung ohne Rückenstütze ist deshalb nicht zu empfehlen, zumal dieser Sitz für Kinder bis 1,50 Meter mit Lehne sogar einen sehr guten seitlichen Schutz bietet.

Zwei Sitzmodelle werden in diesem Vergleichstest mit "mangelhaft" bewertet. Der Grund ist der hohe Schadstoffgehalt, der zur Abwertung des ADAC-Urteils führt: Die Bezugsstoffe des Hauck iPro Baby und des Hauck iPro Baby + iPro Base enthalten Naphthalin, das im Verdacht steht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben. Der Messwert liegt dabei jeweils über dem im Dokument "AfPS GS 2014:01 PAK" für Spielzeug geltenden Grenzwert.

 

Tipp Icon

Tipps zum Kindersitz-Kauf      

  • Wichtig ist, mit Kind und Auto beim Fachhandel vorzufahren, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf auszuprobieren.
  • Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können z.B. lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Achten Sie darauf, dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine Schale mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenstütze kann es vorkommen, dass sich der Gurt nicht mehr selbstständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. Probieren Sie dann ein anderes Modell aus.
  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. Kindersitze mit Stützfuß) können nicht in allen Autos montiert werden. Diesen Produkten liegt eine Typliste bei, mit der man überprüfen kann, ob das Produkt im eigenen Fahrzeug verwendet werden darf.
  • Beachten Sie auch immer die Hinweise und Angaben in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes und im Handbuch des Fahrzeugs

Text: Thomas Kroher. Fachliche Beratung: ADAC Technik Zentrum/Andreas Ratzek. Fotos: Simon Katzer; ADAC

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