18 Kindersitze im Test: Zwei Modelle fallen durch

4.11.2019

Im aktuellen Test wurden 18 neue Kindersitze auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Beim Crash überzeugen alle, doch zwei Modelle fallen wegen eines zu hohen Schadstoffgehalts durch. Die Ergebnisse.

Kindersitztest 2019
Gut, wenn der Kindersitz leicht zu befestigen ist

Die aktuellen Testergebnisse 2019

  • 12 Modelle sind "gut", vier "befriedigend"
  • Keine Ausfälle beim Crashverhalten
  • Zwei Sitze mit zu hohem Schadstoffgehalt

Fazit

crashtest kindersitz
Test Frontalaufprall mit BeSafe iZI Kid X3 i-size

Erfreulich: 16 Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich und werden mit "befriedigend" oder besser bewertet. Es gab aber auch zwei Ausreißer, die aufgrund ihres hohen Schadstoffgehalts abgewertet wurden.

Der Schutz beim Frontal- und Seitenaufprall wird beim BeSafe iZi Kid X3 i-Size (für Kinder von ca. 1 bis 4 Jahren) jeweils mit "sehr gut" benotet; er erhält damit die beste Sicherheitsbewertung aller seit 2015 getesteten Sitze.

Kein Sitz scheitert im Frontalaufpralltest, aber der Hauck iPro Baby mit iPro Base ist sehr nahe an seiner Belastungsgrenze. Er hält den Dummy zwar noch zurück, löst sich beim Test aber teilweise von seiner Isofix-Basis. Wenn er ohne Basis mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, bietet er einen besseren Schutz beim Unfall.

Auch bei den Seitenaufprall-Versuchen gab es keine bösen Überraschungen, denn keines der getesteten Modelle weist verdeckte Schwächen auf. Lediglich der Britax Römer Kidfix² S kann für Kinder über 1,25 Meter auch ohne Rückenstütze verwendet werden und bietet dann – für jeden erkennbar – keinen Seitenaufprallschutz. Eine Verwendung ohne Rückenstütze ist deshalb nicht zu empfehlen, zumal dieser Sitz für Kinder bis 1,50 Meter mit Lehne sogar einen sehr guten seitlichen Schutz bietet.

Zwei Sitzmodelle werden in diesem Vergleichstest mit "mangelhaft" bewertet. Der Grund ist der hohe Schadstoffgehalt, der zur Abwertung des ADAC-Urteils führt: Die Bezugsstoffe des Hauck iPro Baby und des Hauck iPro Baby + iPro Base enthalten Naphthalin, das im Verdacht steht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben. Der Messwert liegt dabei jeweils über dem im Dokument "AfPS GS 2014:01 PAK" für Spielzeug geltenden Grenzwert.

Aktuelle Testergebnisse 2019

Filter

Altersklasse

Altersklassen

Montage

In welche Richtung soll der Kindersitz befestigt werden können?

Sie können den Kindersitz in Fahrtrichtung oder entgegen der Fahrtrichtung (als Reboarder) befestigen. Manche Kindersitze bieten beide Befestigungsmöglichkeiten.

Entgegen der Fahrtrichtung
In Fahrtrichtung

Mit welcher Mechanik soll der Kindersitz befestigt werden?

Die meisten Autos haben eine Isofix-Halterung, um den Kindersitz zu befestigen. Ist dies nicht der Fall, befestigen Sie den Sitz mit dem Sicherheitsgurt. Achten Sie bei der Auswahl auch auf die Gegebenheiten im Zweitwagen oder bei Ausflügen in anderen Autos.

Entgegen der Fahrtrichtung
In Fahrtrichtung

Preis in € (ca.)

Wie hoch ist Ihr Budget für den Kindersitz?

Stellen Sie mit dem Schieberegler Ihr Budget ein oder geben Sie konkrete Werte in die beiden Felder ein.

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AdacUrteil

Welche ADAC-Urteile möchten Sie berücksichtigen?

  • Altersklasse:
  • Montage:
  • Preis in € (ca.):
  • AdacUrteil:

Die getesteten Modelle

Hersteller / Modell Preis in € (ca.) Größe Gewicht Isofix AdacUrteil
Sicherheit
(Gewichtung 50%)
Bedienung
(Gewichtung 40%)
Ergonomie
(Gewichtung 10%)
Schadstoffe
(Gewichtung 0%)
Verarbeitung & Reinigung
(Gewichtung 0%)
Altersklasse
430 0cm bis 0cm 13,4 kg ja
3,8
3,9
3,2
2,0
2,5
5) bis ca. 12 Jahre Apramo All Stage
219 40cm bis 86cm 2,9 kg nein
2,0
1,8
2,3
2,9
2,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Avionaut Pixel
400 40cm bis 86cm 2,9 kg ja
2,1
1,9
2,4
2,9
2,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Avionaut Pixel + IQ base
275 0cm bis 87cm 5,0 kg nein
2,4
1,8
3,0
1,0
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Baby Jogger City Go i-Size
455 0cm bis 87cm 5,0 kg ja
2,3
2,4
2,4
1,0
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Baby Jogger City Go i-Size + i-Size base
560 61cm bis 105cm 14,5 kg ja
1,8
1,1
2,5
1,0
2,0
3) bis ca. 4 Jahre Besafe iZi Kid X3 i-Size
570 61cm bis 105cm 8,1 kg ja
2,0
1,6
2,5
1,0
3,0
3) bis ca. 4 Jahre Besafe iZi Modular RF i-Size + iZi Modular Base
300 0cm bis 0cm 11,0 kg ja
2,3
2,3
2,3
1,0
2,9
5) bis ca. 12 Jahre Britax Römer Advansafix IV R
80 0cm bis 0cm 3,9 kg nein
2,1
2,6
1,4
1,6
1,9
5) bis ca. 12 Jahre Britax Römer Adventure
230 0cm bis 0cm 7,3 kg ja
1,7
1,7
1,7
1,0
2,0
5) bis ca. 12 Jahre Britax Römer Kidfix III M
199 0cm bis 0cm 7,3 kg ja
3,1
3,4
2,3
1,6
2,0
5) bis ca. 12 Jahre Britax Römer Kidfix² S
350 0cm bis 0cm 7,4 kg nein
3,6
1,9
4,3
1,6
2,5
4) bis ca. 7 Jahre Britax Römer Max-Way Plus
259 40cm bis 85cm 4,4 kg nein
2,0
1,7
2,2
2,6
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Bugaboo Turtle
400 40cm bis 85cm 4,4 kg ja
1,8
1,7
1,9
2,6
1,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Bugaboo Turtle + Base
400 40cm bis 78cm 5,7 kg ja
5,5
5,5
2,1
1,6
2,0
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Chicco Oasys i-Size Bebecare + i-Size Base
260 45cm bis 87cm 5,1 kg nein
1,7
1,4
2,1
1,0
2,4
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Cybex Cloud Z i-Size
460 45cm bis 87cm 5,1 kg ja
1,8
1,6
2,1
1,0
2,9
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Cybex Cloud Z i-Size + Base Z
520 45cm bis 105cm 7,4 kg ja
2,1
1,9
2,4
1,0
2,7
3) bis ca. 4 Jahre Cybex Sirona Z i-Size + Base Z
520 45cm bis 105cm 7,4 kg ja
1,9
1,5
2,4
1,0
2,7
3) bis ca. 4 Jahre Cybex Sirona Z R i-Size + Base Z
270 0cm bis 0cm 12,4 kg ja
2,4
2,4
2,4
1,0
2,0
5) bis ca. 12 Jahre GB Everna Fix
140 40cm bis 85cm 5,1 kg nein
4,8
2,0
2,9
4,8
2,8
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Hauck iPro Baby
290 40cm bis 85cm 5,1 kg ja
4,8
3,8
2,7
4,8
2,8
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Hauck iPro Baby + iPro Base
300 40cm bis 105cm 8,9 kg ja
2,8
2,6
2,8
1,0
2,8
3) bis ca. 4 Jahre Hauck iPro Kids + iPro Base
350 0cm bis 0cm 13,7 kg ja
3,1
3,5
2,3
1,0
1,9
3) bis ca. 4 Jahre Heyner Multifix Twist
199 40cm bis 75cm 4,5 kg nein
2,0
2,0
2,1
1,0
2,0
1) bis ca. 1 Jahr Inglesina Darwin i-Size
400 40cm bis 75cm 4,5 kg ja
2,3
2,6
1,9
1,0
2,0
1) bis ca. 1 Jahr Inglesina Darwin i-Size + Darwin i-Size Base
400 40cm bis 83cm 5,4 kg ja
2,3
2,3
2,5
1,0
3,4
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Jané iMatrix + iPlatform
210 40cm bis 83cm 4,0 kg nein
2,0
1,4
2,6
1,0
2,5
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Jané Koos i-Size R1
370 40cm bis 83cm 4,0 kg ja
1,9
1,8
2,0
1,0
2,5
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Jané Koos i-Size R1 + iPlatform
350 40cm bis 105cm 13,9 kg ja
1,8
1,7
1,9
1,0
1,5
3) bis ca. 4 Jahre Joie i-Spin 360
250 0cm bis 0cm 9,5 kg ja
3,1
2,8
3,2
1,0
1,8
5) bis ca. 12 Jahre Joie Verso
420 40cm bis 70cm 5,9 kg ja
1,5
1,2
1,7
1,0
1,4
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Jade + 3wayFix
450 67cm bis 105cm 7,6 kg ja
2,3
2,4
2,1
1,0
1,8
3) bis ca. 4 Jahre Maxi-Cosi Pearl Pro i-Size + 3wayFix
230 45cm bis 75cm 4,4 kg nein
1,7
1,5
1,9
1,6
1,5
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Pebble Pro i-Size
430 45cm bis 75cm 4,4 kg ja
1,8
1,7
1,8
1,6
1,5
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Pebble Pro i-Size + 3wayFix
410 45cm bis 75cm 4,4 kg ja
1,8
1,8
1,8
1,6
1,5
1) bis ca. 1 Jahr Maxi-Cosi Pebble Pro i-Size + FamilyFix One
300 0cm bis 0cm 12,4 kg ja
2,7
3,0
2,0
1,0
1,5
5) bis ca. 12 Jahre Maxi-Cosi Titan Pro
230 0cm bis 0cm 10,9 kg ja
4,6
2,3
2,0
4,6
1,4
3) bis ca. 4 Jahre Maxi-Cosi TobiFix
350 0cm bis 0cm 4,7 kg nein
2,7
1,9
3,2
1,0
1,8
3) bis ca. 4 Jahre Nachfolger Hy5.1 TT
50 0cm bis 0cm 3,1 kg nein
2,3
2,5
2,1
2,2
2,2
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Nania Beone SP
59 0cm bis 0cm 3,9 kg nein
3,1
3,2
2,7
1,6
2,4
5) bis ca. 12 Jahre Nania Racer SP
450 40cm bis 105cm 15,1 kg ja
2,2
2,0
2,5
1,0
1,7
3) bis ca. 4 Jahre Nuna Norr
229 40cm bis 87cm 4,7 kg nein
1,8
1,4
2,2
2,2
1,8
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Peg Perego Primo Viaggio i-Plus
370 40cm bis 87cm 4,7 kg ja
1,6
1,4
1,8
2,2
1,8
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Peg Perego Primo Viaggio i-Size + i-Size Base
350 71cm bis 105cm 7,5 kg ja
2,5
2,7
2,4
1,7
1,5
3) bis ca. 4 Jahre Peg Perego Viaggio FF105 + i-Size Base
169 0cm bis 0cm 8,4 kg ja
1,9
2,1
1,7
1,0
2,5
5) bis ca. 12 Jahre Renolux Renofix
120 0cm bis 0cm 5,8 kg ja
2,4
3,0
1,5
1,0
1,8
5) bis ca. 12 Jahre Safety 1St Road Fix
250 40cm bis 85cm 5,1 kg nein
1,7
1,5
2,0
1,0
1,4
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Swandoo Albert
450 40cm bis 85cm 5,1 kg ja
1,6
1,6
1,7
1,0
1,4
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Swandoo Albert + i-Size Base
289 40cm bis 78cm 4,9 kg nein
1,9
1,8
1,9
1,6
1,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Uppababy Mesa i-Size
540 40cm bis 78cm 4,9 kg ja
1,9
2,0
1,8
1,6
1,7
2) bis ca. 1 1/2 Jahre Uppababy Mesa i-Size + i-Size Base
Zum Vergleich hinzufügen
0,6 bis 1,5
1,6 bis 2,5
2,6 bis 3,5
3,6 bis 4,5
ab 4,6

Alle Testergebnisse

Alle Ergebnisse

Nachfolgend finden Sie alle Testergebnisse der Jahre 2015 bis heute.

Tipps für den Kauf

Tipp Icon

Tipps zum Kindersitz-Kauf      

  • Wichtig ist, mit Kind und Auto beim Fachhandel vorzufahren, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf auszuprobieren.
  • Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können z.B. lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.
  • Achten Sie darauf, dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.
  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine Schale mit separater Basis montieren.
  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenstütze kann es vorkommen, dass sich der Gurt nicht mehr selbstständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. Probieren Sie dann ein anderes Modell aus.
  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. Kindersitze mit Stützfuß) können nicht in allen Autos montiert werden. Diesen Produkten liegt eine Typliste bei, mit der man überprüfen kann, ob das Produkt im eigenen Fahrzeug verwendet werden darf.
  • Beachten Sie auch immer die Hinweise und Angaben in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes und im Handbuch des Fahrzeugs

Methodik

Produktauswahl

Zielrichtung des alljährlichen ADAC Kindersitztests ist, das Angebot möglichst umfassend darzustellen. Die Vielzahl an Modellen erfordert allerdings eine Vor-Auswahl - sie erfolgt entsprechend Marktbedeutung und Innovativität in Abstimmung mit unseren Testpartnern. Gerade Neuheiten bringen manchmal Probleme: Entsprechend des hohen Testaufwandes arbeiten wir mit ca. sechs Monaten Vorlaufzeit. Waren die Produkte nicht rechtzeitig bzw. frühzeitig im Handel beschaffbar, können sie erst im Folgejahr getestet werden. "Nachtests" lassen sich wegen des damit verbundenen hohen Aufwands leider nicht durchführen. Auch Sitze, bei welchen Modifizierungen bevorstehen, können nicht bzw. erst in späteren Tests berücksichtigt werden. Modelle, die im Test der Vorjahre mit dabei waren und nicht verändert wurden, werden nicht nochmals getestet - die zurückliegenden Testergebnisse sind hier weiterhin gültig und werden von uns auch zur Verfügung gestellt. Es muss aber beachtet werden, dass bis 2011 keine Schadstoffprüfung erfolgte. Die Ergebnisse sind somit nicht direkt vergleichbar!
Ab 2015 wurde eine neue Testkarosserie und auch ein neues Seitencrashtestverfahren verwendet. Die Ergebnisse ab 2015 sind deshalb mit den vorherigen nicht direkt vergleichbar, denn die Anforderungen sind leicht erhöht.
Die Produkte werden anonym am Markt eingekauft.

Testverfahren

Die Kindersitze wurden auf ihre Sicherheit beim Front- und Seitenaufprall geprüft. Mit einem Prüfschlitten, auf dem eine fünftürige VW Golf VI-Karosserie montiert war (bis 2011 Opel Astra), simulierten die Tester jeweils einen Frontalaufprall mit 64 km/h und einen Seitenaufprall mit 50 km/h. Seit 2015 ist es eine Golf VII-Karosserie und beim Seitencrash wird eine Eindringung der Tür in Anlehnung nach UN ECE Reg. 129 simuliert. Die Prüfungen liegen deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen der Kindersitz-Prüfnorm UN ECE Reg. 44.
Die Belastungswerte wurden für jedes Kindersitz-Modell mit unterschiedlich großen Dummies ermittelt, ggf. in Sitz- und Ruhestellung. Zusätzlich geprüft wurde der Gurtverlauf, die Größenanpassung, die Standfestigkeit auf dem Fahrzeugsitz, die Kopfabstützung und ab 2011 die Ergonomie des Kindersitzes (Platzangebot, Sitzposition und Platzbedarf im Fahrzeug). Einbauversuche und statische Prüfungen erfolgten jeweils in einem zwei- und viertürigen, aktuellen Fahrzeug und in einem Van. Neu ab 2011 ist eine Schadstoffprüfung von allen Teilen, mit denen das Kind in direkten Kontakt kommt (Bezug). In Anlehnung an die GS-Prüfung "REACH"-Richtlinie und Ökotex 100 werden der Gehalt von PAK's, Phthalaten, Flammschutzmitteln, Phenolverbindungen, Organozinn-Verbindungen, AZO-Farbstoffe und Schwermetalle geprüft und bewertet.

Testkriterien

Das "ADAC Urteil" ergibt sich aus den Ergebnissen in den Kriterien "Sicherheit" und "Bedienung/Ergonomie sowie "Schadstoffgehalt"

Testkriterium Gewichtung in Prozent 
Sicherheit  50                    
Schutz beim Frontalaufprall mit 64 km/h  40                    
Schutz beim Seitenaufprall mit 50 km/h  40                    
Gurtverlauf, Größenanpassung  10                    
Standfestigkeit  10                    
Bedienung
 Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist.
40                    
Möglichkeiten der Fehlbedienung  40
An-/ Abschnallen des Kindes  20                    
Ein-/ Ausbau des Sitzes  20
Umbau des Sitzes  10
 Bedienungsanleitung  8
 Reinigung/Verarbeitung  2
Ergonomie
 Einbauversuche mit Kindern und Dummys auf dem Beifahrersitz, dem äußeren Rücksitz und dem mittleren Rücksitz, falls der Kindersitz dafür zugelassen ist
10
Platzangebot im Sitz  40
Platzabedarf im Fahrzeug  20                    
Sitzposition für Kind  20
Komfort (Polsterung, Sicht)  20
Reinigung/ Verarbeitung
Subjektive Beurteilung durch mehrere Prüfpersonen
-
 Reinigung 50
Verarbeitung   50
ADAC Urteil
Für das ADAC Urteil wurden die drei wichtigsten Kriterien 
Sicherheit, Bedienung und Ergonomie herangezogen. Ein erhöhter Schadstoffgehalt führt zur Abwertung
100

ADAC Bewertungsschema

Die Bewertung und Wichtung der Einzelkriterien erfolgt wie bisher. Die Abwertungseffekte wurden aber neu nach folgenden Kriterien definiert:

Abwertungseffekte Sicherheit:
  • Ist die Bewertung im Frontal- oder Seitenaufprall schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Sicherheit.
  • Eine mangelhafte Bewertung im Frontal- oder Seitenaufprall schlägt direkt auf die Note Sicherheit durch.
  • Ist die Bewertung der Sitzkonstruktion schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Sicherheit.
Abwertungseffekte Bedienung:
  • Ist die Bewertung der Fehlbedienungsgefahr, des Anschnallens des Kindes oder des Sitzeinbaus schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung der Note Bedienung.
  • Eine mangelhafte Bewertung der Fehlbedienungsgefahr, des Anschnallen des Kindes oder des Sitzeinbaus schlägt direkt auf die Note Bedienung durch.
Abwertungseffekte Gesamturteil:
  • Ist die Bewertung der Sicherheit oder der Bedienung schlechter als „gut“, führt dies zu einer graduellen Abwertung des Gesamturteils.
  • Ist die Bewertung des Schadstoffgehalts schlechter als „befriedigend“, führt dies zu einer graduellen Abwertung des Gesamturteils.
  • Eine mangelhafte Bewertung der Sicherheit, der Bedienung, oder des Schadstoffgehalts schlägt direkt auf das Gesamturteil durch.

Deckt ein Sitz mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ab, so werden diese getrennt getestet. Für die Bewertung wird das schlechteste Ergebnis, das in einem einzelnen Test erzielt wurde, herangezogen. Ein Sitz, der für mehrere Gewichtsklassen, Körpergrößen oder Einbauarten ausgelegt ist, muss dem größer werdenden Kind während der gesamten Gebrauchszeit maximale Sicherheit bieten.

Warum dürfen Kindersitze, die das Urteil „mangelhaft“ haben, verkauft werden?

Höhere Anforderungen beim ADAC Kindersitztest als bei der amtlichen Zulassung

Die amtliche Zulassung von Kindersitzen sind in der UN ECE Reg. 44 und der 129 geregelt. Sitze nach UN ECE Reg. 44/01 und /02 dürfen nicht mehr eingesetzt werden.

Während die amtliche Zulassung eine Mindestanforderung darstellt, werden beim ADAC Kindersitztest schon seit Jahren deutlich höhere Anforderungen gestellt. So werden z.B. beim Front- und Seitencrash die Bedingungen wie bei einem Fahrzeugcrash nach Euro NCAP gesetzt. Demgegenüber erfolgt bei der Zulassungsprüfung nach UN ECE Reg. 44/04 bis heute noch kein Seitencrashtest, den der ADAC aufgrund hoher Verletzungsrisiken schon seit dem Jahr 2001 zusätzlich durchführt und immer wieder auch für die amtliche Zulassung gefordert hat. Aus diesem Grund ist bei einer Abwertung beim ADAC Kindersitztest die Zulassung für den Kindersitz dennoch gültig, und er darf weiterhin verkauft und verwendet werden. Für die neue UN ECE Reg. 129 "i-Size" ist das Bestehen des Seitencrashs Zulassungsvoraussetzung. Die Erfahrung hat aber gezeigt, dass Kindersitze mit dem ADAC Urteil "mangelhaft" sehr schnell vom Markt verschwinden und die Hersteller umgehend verbesserte Produkte anbieten. Das ist ein Erfolg des ADAC Verbraucherschutzes.

Die wichtigsten Unterschiede beim ADAC Kindersitztest gegenüber der Zulassung nach UN ECE Reg. 44 und 129 (Werte in Klammern) sind:

  • Frontcrash in Fahrzeugkarosserie mit 64 km/h (auf Prüfsitzbank mit 50 km/h)
  • Seitencrash auf Prüfsitzbank mit 50 km/h (für Kindersitze nach der neuen i-Size Norm UN ECE Reg. 129 Zulassungsvoraussetzung)
  • neueste Q-Dummygeneration (bisher P-Dummies, bei "i-Size" Q-Dummies)
  • Strengere Prüfung der Schadstoffbelastung des Bezuges

Der ADAC Kindersitztest hat sich bei Verbrauchern und auch bei den Herstellern international etabliert - nicht zuletzt durch die hohen Anforderungen. Der Seitencrashtest ist deshalb so wichtig, da im Seitenbereich nur eine geringe Knautschzone zur Verfügung steht und das Verletzungsrisiko dadurch deutlich höher ist als bei den häufigeren Frontalkollisionen.

Hersteller-Adressen für Kindersitze

Hersteller-Adressen, 155,91 KB

Qualitätssicherung

Qualitätssicherung im Kindersitztest, 27,43 KB

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