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18 Kindersitze im Test: Zwei Modelle fallen durch

Junge Mutter befestigt den Kindersitz ihres Babys auf der Rückbank des Autos vorschriftsmäßig
Gut, wenn der Kindersitz leicht zu befestigen ist ∙ © ADAC/Ralph Wagner

Im aktuellen Test wurden 20 neue Kindersitze auf Sicherheit, Bedienung, Ergonomie und Schadstoffgehalt geprüft. Beim Crash überzeugen alle, doch vier Modelle fallen wegen eines zu hohen Schadstoffgehalts durch. Die Ergebnisse.

  • 12 Modelle sind "gut", vier "befriedigend"

  • Keine Ausfälle beim Crashverhalten

  • Zwei Sitze mit zu hohem Schadstoffgehalt

Die Ergebnisse

Hersteller/ModellPreis (€)IsofixNote
bis ca. 1,5 Jahre
Swandoo Albert + i-Size Base450ja1,6
Swandoo Albert2501,7
Bugaboo Turtle + Base400ja1,8
Peg Perego Primo Viaggio i-Plus2291,8
Jané Koos i-Size R1 + iPlatform370ja1,9
Bugaboo Turtle2592,0
Jané Koos i-Size R12102,0
Jané iMatrix + iPlatform400ja2,3
Hauck iPro Baby1404,8
Hauck iPro Baby + iPro Base290ja4,8
bis ca. vier Jahre
Joie i-Spin 360350ja1,8
Hauck iPro Kids + iPro Base300ja2,8
bis ca. 12 Jahre
Joie Verso250ja3,1
ca. 1 bis 4 Jahre
Besafe iZi Kid X3 i-Size560ja1,8
ca. 1 bis 12 Jahre
GB Everna Fix270ja2,4
Nania Racer SP593,1
ca. 4 bis 12 Jahre
Renolux Renofix169ja1,9
Britax Römer Kidfix² S199ja3,1

Notenschlüssel: 0,5 - 1,5: "sehr gut"; 1,6 - 2,5: "gut"; 2,6 - 3,5: "befriedigend"; 3,6 - 4,5: "ausreichend"; 4,6 - 5,5: "mangelhaft".

Weil die Testprozedur und die Bewertung zwar regelmäßig an den Stand der Technik angepasst, die Ergebnisse aller seit 2015 getesteten Produkte aber direkt vergleichbar sind, finden Sie eine große Auswahl weiterer Kindersitze und deren Testergebnisse auf der Übersichtsseite der ADAC Kindersitztests.

Die Einzelprüfungen

Tetaufbau eines Kindersitztests
Test Frontalaufprall mit BeSafe iZI Kid X3 i-size ∙ © ADAC Test und Technik

Erfreulich: 16 Modelle übertreffen die gesetzlichen Vorschriften zum Teil deutlich und werden mit "befriedigend" oder besser bewertet. Es gab aber auch vier Ausreißer, die aufgrund ihres hohen Schadstoffgehalts abgewertet wurden. Der Schutz beim Frontal- und Seitenaufprall wird beim BeSafe iZi Kid X3 i-Size (für Kinder von ca. 1 bis 4 Jahren) jeweils mit "sehr gut" benotet; er erhält damit die beste Sicherheitsbewertung aller seit 2015 getesteten Sitze. Kein Sitz scheitert im Frontalaufpralltest, aber der Hauck iPro Baby mit iPro Base ist sehr nahe an seiner Belastungsgrenze. Er hält den Dummy zwar noch zurück, löst sich beim Test aber teilweise von seiner Isofix-Basis. Wenn er ohne Basis mit dem Fahrzeuggurt befestigt wird, bietet er einen besseren Schutz beim Unfall.

Auch bei den Seitenaufprall-Versuchen gab es keine bösen Überraschungen, denn keines der getesteten Modelle weist verdeckte Schwächen auf. Lediglich der Britax Römer Kidfix² S kann für Kinder über 1,25 Meter auch ohne Rückenstütze verwendet werden und bietet dann – für jeden erkennbar – keinen Seitenaufprallschutz. Eine Verwendung ohne Rückenstütze ist deshalb nicht zu empfehlen, zumal dieser Sitz für Kinder bis 1,50 Meter mit Lehne sogar einen sehr guten seitlichen Schutz bietet.

Vier Sitzmodelle werden in diesem Vergleichstest mit "mangelhaft" bewertet. Der Grund ist jeweils der hohe Schadstoffgehalt, der zur Abwertung des ADAC-Urteils führt. So enthalten die Bezugsstoffe des Uppababy Mesa i-Size und des Uppababy Mesa i-Size + i-Size Base das Flammschutzmittel TCPP in einer Menge, die den für Spielzeuge geltenden Grenzwert der Richtlinie 2014/79/EU überschreitet.

Und die Bezugsstoffe des Hauck iPro Baby und der des Hauck iPro Baby + iPro Base enthalten Naphthalin, das im Verdacht steht, eine krebserzeugende Wirkung zu haben. Der Messwert liegt dabei jeweils über dem im Dokument "AfPS GS 2014:01 PAK" für Spielzeug geltenden Grenzwert.

Tipps zum Kindersitz-Kauf

  • Wichtig ist, mit Kind und Auto beim Fachhandel vorzufahren, um die zur Auswahl stehenden Modelle vor dem Kauf auszuprobieren.

  • Der Kindersitz muss sich möglichst stramm und standsicher im Fahrzeug einbauen lassen. Vor allem bei älteren Fahrzeugen können z.B. lange Gurtschlossbefestigungen dazu führen, dass sich der Sitz nicht stabil anschnallen lässt.

  • Achten Sie darauf, dass Gurte möglichst geradlinig verlaufen und keine Falten werfen.

  • Besonders bei Babyschalen sollte geprüft werden, ob die Gurtlänge im Fahrzeug ausreicht, um den Sitz sicher anschnallen zu können. Ist der Gurt zu kurz für eine herkömmliche Babyschale, lässt sich eventuell eine Schale mit separater Basis montieren.

  • Bei Sitzerhöhungen mit Rückenstütze kann es vorkommen, dass sich der Gurt nicht mehr selbstständig aufrollt, wenn sich das Kind nach vorne beugt. Probieren Sie dann ein anderes Modell aus.

  • Kindersitzmodelle mit semi-universaler Zulassung (z.B. Kindersitze mit Stützfuß) können nicht in allen Autos montiert werden. Diesen Produkten liegt eine Typliste bei, mit der man überprüfen kann, ob das Produkt im eigenen Fahrzeug verwendet werden darf.

  • Beachten Sie auch immer die Hinweise und Angaben in der Bedienungsanleitung des Kindersitzes und im Handbuch des Fahrzeugs

Fachliche Beratung: ADAC Technik Zentrum/Andreas Ratzek