Welches Elektroauto zu Ihnen passt

2.1.2019

Welches Elektroauto passt zu mir am besten? Worauf sollte ich bei den von den Herstellern angegebenen Reichweiten achten? Bei den für die nächsten Monate angekündigten Modellen tut sich einiges – von deutlich größerer Reichweite über nützliche Assistenzsysteme bis zu attraktivem Design.

Junge, flippige Frau hält Ladestecker in der Hand.
© Shutterstock/SunCity 

Skeptische Verbraucher kritisieren an rein elektrisch betriebenen Pkw vor allem zwei Dinge - den Preis und eine mangelnde Alltagstauglichkeit. Besonders im Fokus steht dabei die geringe Reichweite im Vergleich zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Dabei sind mittlerweile einige e-Modelle auf dem Markt, die hier durchaus punkten können. Wie bei Kraftfahrzeugen mit Verbrennungsmotor gibt es auch für die Stromer spezifische Zielgruppen – die punktgenau bedient werden möchten.

Und so passt nicht jedes Elektroauto gleichermaßen für jeden Fahrertyp. Denn eine Familie mit Kindern hat andere Anforderungen als etwa Berufspendler. Auch für junge Leute muss das Elektroauto spezielle Kriterien erfüllen. Unsere Experten aus der Fahrzeugtechnik haben deshalb, überwiegend basierend auf ADAC Testergebnissen, aus dem Angebot an Elektroautos Musterbeispiele herausgesucht, die sich aufgrund ihrer fahrzeugtechnischen Spezifika für unterschiedliche Zielgruppen wie Pendler, Familien und junge Leute besonders gut eignen könnten.

 

e-Autos für Pendler

Pendler sind täglich unterwegs, in der Regel stets auf der gleichen Strecke - von Zuhause zur Arbeitsstelle und zurück. Sie sind deshalb auf ein einwandfrei funktionierendes und verlässliches Fahrzeug angewiesen. Wer also regelmäßig pendelt, braucht nicht unbedingt einen reichweitenstarken Stromer.

Wichtiger ist: Pendler sollten eine Reichweitenreserve von mindestens 1/3 einplanen, damit sie den Weg zur Arbeit und nach Hause auch noch nach einigen Jahren mit gealterter Batterie oder im Winter schaffen. Die derzeitigen Reichweiten sind vorwiegend für den Einsatz im Stadt-, Kurzstrecken- und Pendelverkehr geeignet. Mit dem Kauf eines dieser beispielhaft genannten Fahrzeuge als Pendlerauto machen Sie keinen Fehler.

 

  • Nissan Leaf – als Modell der ersten Generation der Dauerbrenner im ADAC Test, mit inzwischen über 100.000 Kilometer Laufleistung. Die Praxis-Reichweite fällt mit 100 Kilometer jedoch dürftig aus. Etwa doppelt so weit kommt der Leaf (seit Anfang 2018) in zweiter Modellgeneration mit einem 40 kWh großen Akku (ab 31.950 Euro). Ein Leaf mit 60 kWh folgt noch in diesem Jahr.
  • VW e-Golf – hohes Sicherheitsniveau und sehr niedrige Betriebskosten stehen einem hohen Anschaffungspreis (ab 35.900 Euro) gegenüber.
  • Renault Zoe – im Angebot sind zwei Batteriegrößen: 22 kWh und 41 kWh. Die Höchstgeschwindigkeit ist in beiden Fällen auf 135 km/h beschränkt. Bei Batteriemiete ab 21.900 Euro erhältlich.
  • BMW i3 – komfortabler Antrieb und günstiger Unterhalt sind positiv, mit einem Einstiegspreis von 37.550 Euro muss man ihn sich leisten können. Karbonkarosserie: Rost ist deshalb auch nach vielen Jahren der Nutzung kein Thema. 

 

 

 

e-Autos für Familien

Familien brauchen für den Alltag und natürlich für die Urlaubszeit vor allem eines: Platz. Jede Menge Platz – auf der Rückbank und im Kofferraum. Diese Anforderungen erfüllen nicht wirklich viele der momentan angebotenen Elektroautos. Eines davon ist der Opel Ampera-e, der im Juni 2017 nicht nur stolze 342 Kilometer Reichweite im ADAC EcoTest erzielte, sondern darüber hinaus eben mit einem ordentlichen Platz- und Kofferraumangebot in dieser Klasse überzeugte. Dank großer Fensterflächen stellt sich bei Fahrer und Mitfahrern ein sehr gutes Raumgefühl ein.

Auch der sehr bedienerfreundliche Hyundai Ioniq Elektro fällt in die Kategorie „familientauglich“. Er ist der Sieger im aktuellen ADAC EcoTest und fährt bis zu 210 Kilometer mit einer Batterieladung. Sein Platzangebot: Bei normaler Sitzkonfiguration lassen sich bis Fensterhöhe 260 Liter Gepäck im Kofferraum stauen, bis unter das Dach passen 400 Liter oder acht handelsübliche Getränkekisten in den Kofferraum. Bei umgeklappter Rückbank finden 600 bis 1060 Liter (dachhoch) Platz.

e-Autos für junge Leute

Das erste eigene Auto soll elektrisch unterwegs sein? Für junge Leute in urbanen Räumen ist dies keinesfalls eine abwegige Vorstellung. Für diese Zielgruppe muss das passende Elektroauto jede Menge Fahrspaß bieten, ein möglichst stylishes Design haben und natürlich einen Preis, der auch für Berufseinsteiger oder Studenten bezahlbar ist. 

  • Smart EQ – der elektrische Smart, als Zwei- oder Viersitzer, ab ca. 21.000 Euro.
  • e.Go Life – voraussichtlich ab April/Mai 2019 auf dem Markt. Ein von der RWTH Aachen entwickelter leichtgewichtiger Stadtflitzer mit einer Fahrgastzelle aus Aluminium, drei Modellvarianten, ab ca. 15.900 Euro.
  • Renault Twizy – nur zwei Sitze und weder Seitenfenster noch Heizung, das Quad für die Stadt. Schon für unter 7000 Euro plus Batteriemiete erhältlich. Der Twizy fährt zwar elektrisch, ist aber eben nur fast ein Auto.

Bekannte Modelle mit verbesserter Reichweite

Einige Hersteller haben für das Jahr 2019 verbesserte Neuauflagen bereits bewährter Modelle in Aussicht gestellt. Sie sollen vor allem in puncto Reichweite noch einmal zulegen. Beispiele:

  • Nissan Leaf 
  • Renault Zoe
  • Kia E-Soul
  • BMW i3
  • VW e-Up

Unser digitaler ADAC Autoberater hilft Ihnen bei der Suche nach dem passenden e-Auto. Einfach in der rechten Spalte bei „Motorart“ den Haken bei e-Auto setzen. 

Sie möchten wissen, wie sich ein Renault Zoe im Pendler-Alltag schlägt? Hier lesen Sie den Erfahrungsbericht.