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Tesla Model Y: Erste Testfahrt mit Elon Musks neuem Elektro-SUV

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Frank Ratering

Erste Testfahrt mit dem Tesla Model Y: Der kompakte SUV basiert auf dem Model 3 und wird ab 2020 die Modellpalette des Elektroauto-Herstellers ergänzen. Das Model Y wird auch in Deutschland gebaut. Preis: ab ca. 45.000 Euro. Testfahrt, Infos, Daten, Bilder.

  • Marktstart in Deutschland ist Anfang 2021

  • Elektroauto mit Reichweite von bis zu 505 Kilometern

  • Preis: rund 45.000 Euro für die Basisversion 

  • Sportliche Fahrleistungen mit Allradantrieb

Porsche Taycan, VW ID.3 oder BMW iX4? Wenn man Stefan Möller nach dem spannendsten Elektroauto der Saison fragt, dann kommt dem Nextmove-Chef ein anderes Auto in den Sinn. Denn für den Leihwagen-Anbieter aus Leipzig gibt es aktuell kein wichtigeres E-Fahrzeug als das Tesla Model Y. Schließlich will Tesla damit vollends zum Volumenhersteller werden.

Mit einem Kampfpreis von mittelfristig rund 45.000 Euro soll das Model Y genauso einschlagen wie das Model 3. Möller muss es wissen. Immerhin hat er für seinen Youtube-Kanal im ersten Exemplar gesessen, das es nach Europa geschafft hat. Und weil es bis zum offiziellen Verkaufsstart und klassischen Testfahrten hierzulande noch bis Mitte 2021 dauern dürfte, hat der Insider der Redaktion einen exklusiven ersten Eindruck ermöglicht.

Das Tesla Model Y ist 18 cm höher als das Model 3

Zunächst wirkt das Model Y vertraut – schließlich basiert es auf dem Model 3 und teilt sich mit der Schräghecklimousine zwei Drittel der Komponenten. Das gilt für Antrieb, Akkus und Ambiente. Das Model Y wird es deshalb genau wie den Dreier als Performance, Long Range und Standard geben; und hier wie dort blickt der Fahrer in ein cleanes Cockpit. Doch so bekannt einem die Form erscheint: Das Format ist neu. Mit rund 4,75 Metern ist das Model Y sechs Zentimeter länger als das Model 3, sieben breiter und vor allem 18 Zentimeter höher.

Auch wenn es nicht so bullig auftritt wie viele andere SUV und der kleine Karbonspoiler am Heck von Möllers Performance-Modell der einzige Zierrat ist, bietet das Model Y für nur rund 1500 Euro Aufpreis zum Model 3 spürbar mehr Platz. Bequemer einsteigen und besser rausschauen kann man dank der höheren Sitzposition auch.

Mehr Platz als im Model 3, dritte Sitzbank

Den Unterschied merkt man vor allem hinten: In der zweiten Reihe, weil es nun ausreichend Kopffreiheit gibt und man die dreigeteilte Lehne in der Neigung verstellen kann. Und im Kofferraum, weil die Klappe nun groß ist, bis ins Dach reicht und darunter bis zu 1900 Liter passen, wenn man die Sitze flach legt. Für die versprochene dritte Sitzreihe im Kofferraum dürfte es dennoch sehr eng werden.

Innen ist alles typisch Tesla. Bis auf die Fensterheber in den Türen, die zwei Bedienhebel hinter und die zwei Drehwalzen im Lenkrad gibt es keine Knöpfe. Alles, was es zu bedienen gibt, macht man über den Touchscreen, der größer ist als die meisten Tablet-Computer und zugleich als Fenster in eine umfassende Infotainment-Welt fungiert. Das sieht klasse aus und funktioniert leicht, wirkt manchmal aber ein wenig übertrieben. Denn es gibt gute Gründe, weshalb man das Handschuhfach seit über 100 Jahren mit einem Griff öffnet, die Lüfter von Hand einstellt und die Außenspiegel mit einem Schalter justieren kann.

Tolle Fahrleistungen: 3,7 s auf 100 km/h

Nur weil Tesla die Bedienelemente wegrationalisiert, sparen die Amerikaner aber nicht an Inhalten – selbst wenn die nicht immer mit Fahren zu tun haben oder sinnstiftend wären. Aber warum nicht mal ein Kaminfeuer anzünden oder ein Furzkissen programmieren?

Der Fahrer fühlt sich fast wie im Model 3. Zwar ist selbst die Performance-Version mit ihren zwei Motoren nicht ganz so flott wie das Schwestermodell. Doch mit einem Sprintwert von 3,7 Sekunden und einem Spitzentempo von 241 km/h lässt das Model Y sämtliche Stromer in diesem Segment und selbst die meisten Verbrenner lässig hinter sich. Aktuell wird diese Version mit einem Preis von 65.620 Euro geführt.

Wer stattdessen den Long Range bestellt, muss zwar mit 5,1 Sekunden für den Standardsprint und 217 km/h Spitze leben, spart aber 8000 Euro und kommt laut WLTP-Zyklus 505 statt 480 Kilometer weit. Beiden gemein: Sie haben zwei Elektromotoren ("Dualmotor") an Bord und daher Allradantrieb.

Preis für die Einstiegsversion: rund 45.000 Euro

Wie beim Model 3 dürfte es später auch eine Standard-Version geben – mit nur einem Motor an der Hinterachse, 200 km/h Spitze und knapp 400 Kilometer Reichweite. Dann wird der Preis mit rund 45.000 Euro in die Nähe des VW-Konkurrenten ID.4 rücken. Mit Elektroautoprämie wäre ein Model Y dann für unter 40.000 Euro zu haben. Das Model Y mag weniger gediegen dahingleiten als ein Audi e-tron oder ein Mercedes EQC. Doch wo die Konkurrenz vergleichsweise blutdrucksenkend abgestimmt sind, will der Tesla engagiert gefahren werden und dankt es einem mit einer Straßenlage, die trotz des hohen Schwerpunkts auch in engen Kurven nicht aus der Ruhe gerät.

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Das Model Y wird auch in Deutschland produziert

Zwar kommt Tesla mit dem Model Y in Europa zum ersten Mal nach der etablierten Konkurrenz und muss den Siegeszug gegen VW ID.4, Audi Q4, BMW iX3 und Skoda Enyaq als Schlusslicht antreten. Doch wie alle anderen Teslas dürfte das Model Y Kultstatus erreichen und weltweit womöglich dieselbe Rolle spielen wie heute der Golf in der alten Welt. Gebaut wird das Model Y ohnehin nur gut 200 Kilometer von Wolfsburg entfernt: Bei Berlin entsteht gerade Teslas erste Gigafactory auf deutschem Boden.

Text: Thomas Geiger