20 Autos im Test: Das Beste ist ein Familienauto

Frontansicht des weissen SUV Volvo EX 30 während der Fahrt
Schnitt mit Note 2,0 im ADAC Autotest ebenfalls gut ab: Der elektrische Volvo EX30© Volvo

20 verschiedene Autos hat der ADAC zwischen Januar und März 2024 getestet: neun Elektroautos, sieben Hybrid-Benziner, zwei Benziner, ein Autogas-Fahrzeug und einen Diesel in allen Größen- und Preisklassen. Die Highlights im Quartalsrückblick.

  • Top getestet: Škoda Enyaq mit Note 1,6

  • Faszinierend und selten: Lucid Air

  • Sparsam: Toyota Prius Plug-in-Hybrid

Was war das beste Auto, das der ADAC in den letzten drei Monaten getestet hat? Es war kein Porsche, kein Mercedes und auch kein Rolls Royce. Sondern ein ganz normales Familienauto von Škoda. Der elektrische Škoda Enyaq hat die Bestnote 1,6 im ADAC Autotest bekommen – und liegt damit in diesem Quartal noch vor dem spektakulären Lucid Air (1,8) oder dem beliebten Tesla Model 3 (2,0).

Mit seinem sehr guten Ergebnis liegt der Enyaq in diesem Quartal jetzt auf einem Niveau mit den erheblich teureren Elektroautos BMW iX xDrive50 und Mercedes EQS 450+, die bisher mit der Bestnote 1,6 notiert wurden.

Škoda Enyaq mit Bestnoten

Front und Seitenansicht eines fahrenden Skoda Enyaq#
Der elektrische Enyaq ist ein guter Allrounder. Zum Facelift wurden alle Schwächen ausgemerzt© Skoda

Was macht den Tschechen so gut? Er ist einfach sehr ausgewogen und leistet sich so gut wie keine Schwäche. Auf die Allround-Eigenschaften kommt es beim ADAC Autotest schließlich an. Nach drei Jahren Bauzeit wurde der Enyaq überarbeitet und hat unter anderem einen neuen Antrieb bekommen mit nunmehr 210 kW/286 PS. Damit beschleunigt er nun 2 Sekunden schneller auf 100 km/h und darf jetzt 180 statt auf vorher begrenzte 160 km/h fahren.

Wichtiger im Alltag – und auch für die Note im Autotest – ist jedoch die Verbrauchsersparnis und der damit verbundene Reichweitengewinn. Mit einem Testverbrauch von 20,2 kWh/100 km im ADAC Ecotest fährt der Stromer nun 435 Kilometer ohne Ladestopp und damit 40 Kilometer weiter als vor dem Facelift.

Neben dem Antrieb wurde auch das Infotainmentsystem überarbeitet, das nun Ladestopps in die Routenführung integrieren und den Akku für das schnelle Laden vorkonditionieren kann. Die Ladeleistung stieg ebenfalls und beträgt jetzt bis zu 175 kW (zuvor 135 kW). Škoda hat also an genau den entscheidenden Punkten angesetzt, die vor der Überarbeitung noch nicht ideal waren. Geblieben sind das großzügige Platzangebot, der hohe Komfort und die sicheren Fahreigenschaften.

Volvo EX30: Vorbild Tesla?

Rückansicht des weissen SUV Volvo EX 30 während der Fahrt
Derzeit das kleinste E-Auto von Volvo: Der EX30© Volvo

Zu den interessantesten Neuheiten zählte der neue Volvo EX30. Mit dem kompakten Stromer haben die Schweden ihr Angebot nach unten erweitert, der Einstiegspreis liegt bei passablen 37.990 Euro – mit kleinem Akku und Grundausstattung. Der Testwagen kam mit dem größeren 69-kWh-Akku in der umfangreichen Ultra-Ausstattung allerdings schon auf happige 50.490 Euro. Ganz schön viel für ein Auto dieser Größe.

Im Test hinterließ der Schwede mit chinesischen Genen – der EX30 wird ich China gefertigt und greift auf Technik von Geely zurück – gemischte Gefühle. Er überzeugt mit seinem gut verarbeiteten, stylischen Interieur, komfortablen und sicheren Fahreigenschaften, sehr guten Fahrleistungen sowie einem hohen Sicherheitsniveau. Reichweite: 360 Kilometer im Test.

Doch der EX30 hat auch Schwächen. Das Cockpit wirkt zwar übersichtlich, allerdings finden sich wie bei Tesla nahezu alle Funktionen im zentralen Touchscreen wieder. Ideal ist das nicht. Selbst wichtige Funktionen wie das Fahrlicht oder die Spiegelverstellung lassen sich nur über das Zentraldisplay vornehmen. Zudem fehlt ein Kombiinstrument hinter dem Lenkrad.

Folglich fällt der Blick dann oft auf den Touchscreen, was dem Aufmerksamkeitsassistenten wiederum nicht passt – dessen Ermahnung klingt dann wie Hohn. Auch bei der Software ist noch Luft nach oben – und im Test gab es sogar Ladeabbrüche.

ADAC Autotest: Das steckt hinter den Ergebnissen

Die ADAC Autotest-Ergebnisse beruhen auf akribischen Messungen: Mehr als 300 Prüfpunkte untersuchen die Testingenieure des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech. Vom Platzangebot über die Sicherheit bis hin zum Schadstoff- und CO₂-Ausstoß reicht die Bandbreite.

MG4: Günstig und reichweitenstark

Konkurrent MG4 kommt offenbar bei den Deutschen gut an. Der chinesische Stromer mit dem bekannten Firmennamen zählt hierzulande zu den beliebtesten E-Autos. Grund dürfte wohl sein vergleichsweise günstiger Preis ab 34.990 Euro sein. Was bekommt man dafür? Knapp 400 Kilometer Reichweite, eine hohe Ladeleistung von rund 150 kW, eine gute Ausstattung sowie umfangreiche Garantien (7 Jahre bis 150.000 Kilometer). Dass die Assistenzsysteme schlecht abgestimmt sind und man mit einer mäßigen Heizung leben muss, sollte man aber wissen.

Mercedes E-Klasse und BMW 5er: Top und teuer

Frontansicht einer fahrenden Mercedes E-Klasse
Feiner Auftritt: Die neue Mercedes E-Klasse© Mercedes

Mercedes E-Klasse oder Fünfer BMW? Im Duell der Business-Limousinen wird die Luft ganz schön dünn, wie die beiden Testnoten zeigen. BMW 520d und Mercedes E 200 liegen mit einer 1,9 im ADAC Autotest gleichauf. Falsch machen kann man also grundsätzlich mit keinem der beiden Fahrzeuge etwas, doch im Detail gibt es natürlich Unterschiede.

So haben sich die Stuttgarter vor allem beim Fahrwerk ihrer knapp 5 Meter langen Limousine ins Zeug gelegt. Sie besticht mit einer beispiellosen Kombination aus Komfort, Agilität und Fahrsicherheit. Hier macht der E-Klasse aktuell keiner etwas vor. Zumindest, wenn wie im Falle des Testwagens Optionen wie Luftfederung und Allradlenkung an Bord sind.

Der 227 PS starke Vierzylinder-Basisbenziner sorgt für gute Fahrleistungen und verblüfft mit einem bemerkenswert niedrigen Verbrauch von lediglich 6,5 l/100 km. Leider läuft der Turbobenziner sehr rau.

Verbesserungswürdig sind die unpräzisen Touchflächen am Lenkrad und die unpraktischen Türgriffe, die automatisch aus- und einfahren – oftmals allerdings nicht wie gewünscht. Die Preise sind inzwischen jenseits des für viele Erreichbaren. Der im Falle des Testwagens mit enorm viel Sonderausstattung versehene Basisbenziner E 200 kostete über 105.000 Euro.

Frontansicht eines fahrenden BMW 5er
Größe gut kaschiert: Neuer BMW 5er© BMW

Nahezu zeitgleich mit der E-Klasse kam der aktuelle BMW Fünfer auf den Markt. Die Neuauflage ist im Vergleich zum Vorgänger stark gewachsen und mit 5,06 Metern Länge nur vier Zentimeter kürzer als die letzte Siebener-Generation – viel Spaß bei der Parkplatzsuche. Der 465 Liter große Kofferraum profitiert dabei nicht vom Größenwachstum und ist zudem ziemlich zerklüftet, was die Nutzbarkeit mindert.

Die Bedienung gestaltet sich nicht nur durch immense Einstellmöglichkeiten, sondern auch durch den Wegfall der separaten Klimabedieneinheit und den neu gestalteten, aber nun unpräziseren Dreh-Drück-Steller unnötig kompliziert und umständlich.

Auf der Habenseite des getesteten 520d stehen der sparsame Dieselmotor (5,3 Liter Testverbrauch), die souveräne Achtstufen-Automatik sowie die komfortablen und sicheren Fahreigenschaften. Ab Werk erhellen adaptive LED-Scheinwerfer die Fahrbahn. Verkehrte Welt: Bei der Lenkung zeigt sich der BMW 5er ungewohnt schwammig (Detailnote Lenkung 2,6), die Mercedes E-Klasse merklich präziser (Detailnote 1,7).

Toyota Prius: Sportlich und sparsam

Heckansicht eines fahrenden Toyota Prius
Die schönste und sportlichste Prius-Generation ist die aktuelle© Toyota

Der Toyota Prius war 1997 eines der ersten Spritsparmodelle und verhalf der Hybridtechnologie zum Durchbruch. Im Lauf der Jahre gingen die Verkaufszahlen jedoch stetig bergab. Die aktuell vierte Generation soll den Prius wieder auf die Erfolgsspur bringen. Das Design ist deutlich gefälliger und geradezu sportiv geraten, der Antrieb wurde von Vollhybrid- auf Plug-in-Hybrid-Technik umgestellt.

Nichts geändert hat sich an der vorbildlichen Effizienz, sowohl im Elektro- als auch im Hybridmodus. Mit vollem Akku stromert der Prius im ADAC Ecotest 65 Kilometer weit, viele Alltagsstrecken lassen sich damit elektrisch zurücklegen. Leider fällt die Ladeleistung mit 3,3 kW so gering aus, dass der leere 13,6-kWh-Akku erst nach 3,5 Stunden voll wird. Auch die fehlenden Stütz- und Anhängelasten, das eingeschränkte Platzangebot im Fond sowie die teils dürftige Materialqualität monierten die Tester, die dem Prius Plug-in-Hybrid mit der Gesamtnote 2,1 nichtsdestotrotz ein gutes Zeugnis ausstellten.

Aktuelle Fahrberichte und Autotests. Kostenlos vom ADAC

1. Quartal 2024: 20 Modelle im ADAC Autotest

Von diesen und allen anderen von Januar bis März 2024 getesteten Modellen können Sie die ausführlichen Testergebnisse samt mehrseitigen PDFs im ADAC Autokatalog nachlesen. Klicken Sie einfach auf die unten stehenden Links:

Benziner (inkl. Mild-Hybrid):

Diesel (inkl. Mild-Hybrid):

Hybrid (inkl. Plug-in-Hybrid):

Elektroautos:

Autogas (LPG):

Hier finden Sie viele weitere Neuvorstellungen, Fahrberichte und Tests.

Text: Alexander Werner, Jochen Wieler