Menü
Rund ums Fahrzeug
Verkehr
Reise & Freizeit
Versicherungen & Finanzen
Mitgliedschaft
Services
Der ADAC

Ford Explorer: Testfahrt im Mega-SUV mit Plug-in-Antrieb

Ein Ford Explorer fährt auf einer Strasse
Solider Auftritt: Der Ford Explorer ist zurück in Deutschland ∙ © Ford

Seit gut 30 Jahren ist der Ford Explorer einer der beliebtesten SUV in den USA. Jetzt ist die sechste Generation als Hybrid-Version auch bei uns zu haben. Testfahrt, Bilder, technische Daten

  • Der Explorer soll die auslaufenden Modellreihen Galaxy und S-Max ersetzen

  • Der Monster-SUV ist über fünf Meter lang und fast 2,30 Meter breit

  • Nur eine Hybrid-Motorisierung: 3,0 Liter V6-Benziner plus 100 PS E-Maschine

  • Der Akku hat 13,1 kWh und bringt 42 Kilometer elektrische Reichweite 

Fast zehn Millionen Exemplare in rund 30 Jahren: Was für uns der VW Golf oder zumindest der VW Polo, das ist für die Amerikaner der Ford Explorer. Denn seit 1990 die erste Genration auf den Markt kam, steht der Geländegänger an der Spitze der Zulassungen und dominiert die nach den Pick-ups wichtigste Klasse des US-Marktes. Nach 20 Jahren Pause wird der Explorer jetzt auch in Europa wieder offiziell angeboten.

Kofferraum und Platzangebot sind riesig

Einen Blick in den Kofferraum des Ford Explorer
Ist die dritte Sitzreihe umgeklappt, schluckt das Gepäckabteil über 2270 Liter ∙ © Ford

Als serienmäßiger Siebensitzer soll er zugleich die Nachfolge von Galaxy und S-Max antreten, deren Tage gezählt sind. Während er in den USA mit einem Vierzylinder mit 2,3 Litern Hubraum und 300 PS schon ab 32.225 Dollar, also umgerechnet gut 26.000 Euro, sehr günstig ist, kostet der Explorer bei uns mit ambitioniertem Antrieb und standesgemäßer Ausstattung mindestens 72.190 Euro – im Rahmen der "Aktionspreisempfehlung", regulär werden exakt 76.000 Euro aufgerufen.

Ford Explorer: Die Riesen-Familienkutsche

Dafür gibt es aber buchstäblich ein Ding, das mit 5,05 mal 2,28 Metern alle von europäischen Ford-Modellen bekannten Dimensionen sprengt. In Gegenden mit viel Platz erlebt man den Geländewagen als ideale Familienkutsche, die fit ist für den Alltag wie für den Urlaub. Das liegt vor allem am unglaublichen Platzangebot: In der ersten Reihe thront man in fetten Ledersesseln, in der zweiten nimmt es der Explorer bei Kopf- und Kniefreiheit locker mit einer Mercedes E-Klasse auf. Wer sich die Kletterei auf die überraschend bequemen Klappsessel in der dritten Reihe sparen will, der lässt die Möbel auf Knopfdruck im Boden verschwinden. 

Wenn dann mit einem angedeuteten Fußtritt die Heckklappe aufschwingt, blickt man in ein Gepäckabteil, das eher an einen Cargo-Flieger als an einen Ferienclipper erinnert – schließlich fasst es bis zu 2274 Liter.

Der Innenraum ist sehr komfortabel

Blick in den Fahrerraum des Ford Explorer
Eher konventionell: Das Cockpit des Ford Explorer ∙ © Ford

Dazu gibt es noch ein Dutzend Becherhalter, Ablagen mit zusammen 123 Litern Fassungsvermögen wohin man auch schaut, für jeden Handgriff einen elektrischen Helfer sowie Gadgets und Gimmicks wie besonders schnell ladende USB-Buchsen, einen Wifi-Hotspot und natürlich eine kabellose Ladeschale. Optisch macht der Explorer eine auffallend gute Figur – mit seinem wahlweise sportlich schwarzen oder vornehm chromglänzenden Grill, den klaren Linien und dem knackigen Heck. Innen wurde er ausstaffiert wie ein Boutique-Hotel. Nur der Bildschirm fürs Infotainment ist ein bisschen klein geraten und das Cockpit mit einem Rest von analogen Instrumenten reichlich konventionell.

Power-Hybrid und trotzdem gemächlich

In den USA gibt es neben dem EcoBoost-Vierzylinder an der Basis noch zwei 3,0 Liter große V6-Motoren mit 365 oder 400 PS und zum ersten Mal einen Hybriden, bei dem ein 3,3 Liter großer Sechszylinder und eine E-Maschine zusammen auf 318 PS kommen. 

Doch so sparsam dieser Doppelpack sein mag, so gemächlich will er bewegt werden. Zwar ist das ohnehin die bevorzugte Gangart des eher gutmütig und komfortabel abgestimmten Explorers, selbst wenn unter dem knappen Dutzend Fahrprogrammen für Antrieb, 10-Gang-Automatik und Allrad auch ein paar sportlichere sind. 

In Ermangelung eines Diesels, mit dem technologischen Anspruch als Flaggschiff und mit Rücksicht auf die wachsenden Klimasorgen der Kundschaft, gibt es den Explorer bei uns ausschließlich als Plug-in-Hybriden – als erstes Modell von Ford in Europa. 

Dafür kombiniert Ford einen 3,0 Liter großen V6-Benziner mit 350 PS mit einer 100 PS starken E-Maschine und einem 13,1 kWh großen Akku für nominell 42 Kilometer elektrische Reichweite. Zusammen 336 kW/457 PS und 840 Nm stark, soll dieses Tandem rein rechnerisch dann nur 2,9 Liter pro 100 Kilometer verbrauchen (NEFZ-Wert). Eher zurückhaltend gibt sich der Mega-SUV an der Stromtankstelle: Mehr als 2,3 (Haushaltssteckdose) und 3,6 kW (Wallbox) sind nicht drin, das sorgt für Ladezeiten von sechs und 3,3 Stunden.

Je länger man mit dem neuen Explorer unterwegs ist, desto stimmiger wird dessen Gesamtkonzept. Klar fehlt Ford das Image und dem Auto am Ende vielleicht doch die Finesse, als dass der Geländegigant gegen den Mercedes GLE, den BMW X5 oder den Range Rover Sport konkurrieren könnte. 

Aber wer statt Kia Sorento, Hyundai Santa Fe, Skoda Kodiaq oder Seat Taracco lieber ein "heimisches" Auto fahren will, kommt in dieser Klasse am Ford kaum vorbei. Denn Opel hat kein entsprechendes Modell im Programm, und der VW Touareg ist viel zu abgehoben. Mal sehen, ob sich der Riese bald auch auf deutschen Straßen "heimisch" fühlt.

Ford Explorer: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Ford Explorer

Motor/Antrieb

Sechszylinder-Turbobenziner, Plug-in-Hybrid, 2956 cm³, 257 kW/350 PS, E-Motor 74 kW/100 PS, Systemleistung 336 kW/457 PS und 840 Nm, 10-Gang-Automatik, Allradantrieb

Batterie

13,1 kWh, elektrische Reichweite 42 km

Fahrleistungen

6,0 s auf 100 km/h, 230 km/h Spitze

Verbrauch (NEFZ)

2,9 l Super und 20,5 kWh/100 km, 66 g CO₂/km

Maße

L 5,05 / B 2,28 (inkl. Spiegel) / H 1,78 m

Kofferraum

330 - 2274 l

Leergewicht

2466 kg, Anhängergewicht max. 2500 kg

Preis

76.000 €

Das hat uns gefallen: Viel Platz. Sehr komfortabel. Nur als Hybrid-Motorisierung erhältlich.  

Das hat uns nicht gefallen: Hohes Gewicht. Für europäische Städte ungeeignet.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Tests.

Text: Thomas Geiger