VW T-Cross: Testfahrt im neuen Mini-SUV

15.5.2019

Der VW T-Cross ist der erste Mini-SUV von Volkswagen. Basis ist der VW Polo. Testfahrt, technische Daten, Bilder & Preise.

VW T-Cross schräg von vorne fahrend
VW T-Cross: Markante Front im Stil des Tiguan
  • Mit einer Länge von 4,11 Metern liegt der VW T-Cross genau zwischen Polo und Golf
  • Aktuell gibt es zwei Benziner mit 95 und 115 PS
  • Preise: Zwischen 17.975 Euro und 25.275 Euro 

 

VW T-Cross? Da hat man sich gerade an den VW T-Roc gewöhnt, der unterhalb des VW Tiguan angesiedelt ist, und nun kommt schon wieder ein neuer SUV von Volkswagen. Der T-Cross ist nochmal eine Nummer kleiner und im Prinzip ein VW Polo im Kleid eines Abenteurers.

Zwar ist der T-Cross nur sechs Zentimeter länger als ein Polo, aber rund 13 Zentimeter höher. Dadurch wirkt er wesentlich stämmiger als sein technischer Bruder, was bei der Konkurrenz im Grunde ähnlich ist. Ein Renault Captur ist schließlich nichts anderes als ein abgewandelter Clio und ein Ford EcoSport ein in die Höhe geschossener Fiesta.

Variabler Innenraum, verschiebbare Rückbank

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Seitenansicht des VW T-Cross fahrend
Größer als der Polo: Der T-Cross ist 6 cm länger, 13 cm höher

Für einen VW kommt der T-Cross schon recht mutig daher: Zwölf teils recht auffällige Außenfarben, bunte Dekorelemente innen, ein selbstbewusster Grill im Stil der größeren SUV und ein durchgehendes Leuchtenband am Heck zeigen, das hier kein Mauerblümchen um die Gunst der Käufer buhlt.

Auch mit inneren Werten will der Wolfsburger überzeugen. Schon beim Einsteigen ist nichts von Kleinwagenflair zu spüren: Im Innenraum geht es für die Fahrzeugklasse erstaunlich luftig zu. Und in Reihe zwei können selbst große Mitfahrer gut sitzen –  vorausgesetzt die um 14 Zentimeter verschiebbare Rückbank ist ganz nach hinten gefahren. Die ist lobenswerterweise bei allen Versionen serienmäßig an Bord und ermöglicht entweder mehr Beinraum für die Mitfahrer oder einen größeren Kofferraum.

Dessen Fassungsvermögen variiert dadurch laut VW von 385 bis 455 Liter, und wer die serienmäßig asymmetrisch geteilte Rücksitzlehne umlegt, soll sogar bis zu 1281 Liter transportieren können. Ab der zweiten Ausstattungsstufe kann auch der Beifahrersitz wie bei einem kleinen Van nach vorn geklappt werden.

Die Kunststoffe sind billig, aber farbenfroh

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Cockpit des VW T-Cross
Gute Bedienbarkeit, aber schlichte Materialien im Kleinwagen-SUV

Eigenartig und so gar nicht VW-like: Ist die Rückbank nach vorn geschoben, klafft eine Lücke zwischen Bank und Kofferraum, so dass man nicht nur bis zur Reserveradmulde durchgucken kann – kleinere Gegenstände können hier sogar hineinfallen.

Typisch VW ist aber die gute Sitzposition und die schnell durchschaubare Bedienlogik, auch der Touchscreen erschließt sich schnell. Wie bei anderen Modellen gibt es gegen 400 Euro Aufpreis ein Display statt konventioneller Rundinstrumente hinter dem Lenkrad. Das sieht modern aus und dessen Darstellung lässt sich auch je nach Gusto verändern, doch wirklich nötig ist die Investition nicht.

Elementarer ist da schon eine simple Klimaanlage, die VW leider erst ab der zweiten Ausstattungsstufe "Life" spendiert. Für die Basis kostet sie 560 Euro extra. Eine Smartphoneanbindung via Android Auto oder Apple CarPlay kostet samt USB-Buchsen ebenfalls 225 Euro extra.

Kritik müssen sich die billigen Kunststoffe im Innenraum gefallen lassen. Ein wenig zu viel Hartplastik am Armaturenträger und an den Seitenverkleidungen – das hinterlässt keinen hochwertigen Eindruck. Bunte Dekors mit verschiedenen Mustern können das nicht wirklich ausgleichen. Und dass VW wie beim Polo sämtliche Haltegriffe am Dachhimmel weggespart hat, bringt die Wolfsburger gerade bei der älteren Kundschaft in Erklärungsnot. 

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Die dürfte allerdings den sehr bequemen Einstieg schätzen und die gute Übersicht nach vorn – hier macht sich die im Vergleich zum Polo zehn Zentimeter höhere Sitzposition bemerkbar. Ein Vorteil im Vergleich zum Konzernbruder Seat Arona, der merklich niedriger gebaut ist. Nach hinten schränkt – ebenfalls VW-typisch – die breite C-Säule die Sicht ein.

VW T-Cross-Motoren: Zwei Benziner, ein Diesel

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Heckansicht des VW T-Cross fahrend
VW T-Cross: Sieht aus wie ein Großer, Allradantrieb gibt es aber nicht

Beim Fahren wirkt der T-Cross überraschend erwachsen. Er federt gut, die Lenkung arbeitet direkt und macht den Mini-SUV recht handlich. Allzu laut geht es selbst bei flotter Fahrt nicht zu und nach ein paar Stunden Fahrt fragt man sich unwillkürlich, wozu es eigentlich den etwas größeren T-Roc überhaupt braucht. So viel kann er nicht besser als sein kleiner Bruder.

Die Auswahl an Motoren ist noch recht eingeschränkt. Es steht ein 1,0-Liter-Dreizylinder mit wahlweise 95 oder 115 PS zur Verfügung. Dazu kommt ein 1.6 TDI mit 95 PS (ab 20.425 Euro, Verbrauch: 4,3 Liter/100 km) und Ende 2019 ein 1,5-Liter-Benziner mit 150 PS. Denkbar ist auch eine Erdgasversion. Doch dazu hat sich VW noch nicht durchgerungen.

Schon die beiden Dreizylinder-Benziner passen ganz gut zum T-Cross. Die meisten Käufer werden zum 95-PS-Motor greifen, der einen lebhaften Eindruck macht und bis Autobahn-Richtgeschwindigkeit passabel durchzieht. Für die meisten dürfte dieser Motor allemal ausreichen, es sei denn man ist sehr häufig auf langen Autobahnetappen unterwegs.

Dann zahlt sich der größere Motor mit 115 PS aus und die 1425 Euro Aufpreis sind gut investiert, auch weil er mit sechs statt fünf Gängen kommt und die Anschlüsse beim Schalten besser passen. Beiden Motoren gemein ist das typische Dreizylinder-Surren bei höheren Drehzahlen und der nicht gänzlich vibrationsfreie Lauf. Verbrauch: rund sechs Liter Super nach der neuen WLTP-Norm. 

 
Technische Daten
VW T-Cross 1.0 TSI (70 kW)
VW T-Cross 1.0 TSI (85 kW)
VW T-Cross 1.6 TDI SCR (70 kW) 
Motor
3-Zylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 70 kW/95 PS, 175 Nm bei 2000 U/min 3-Zylinder-Turbobenziner, 999 cm3, 85 kW/115 PS, 200 Nm bei 2000 U/min
4-Zylinder-Turbodiesel, 1598 cm3, 70 kW/95 PS, 250 Nm bei 1500 U/min
Fahrleistungen
11,5 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze
10,2 s auf 100 km/h, 193 km/h Spitze
11,9 s auf 100 km/h, 180 km/h Spitze
Verbrauch nach WLTP 5,4 – 6,0 l Super/100 km, 124 – 137 g CO2/km 5,3 – 6,3 l Super/100 km, 122 – 141 g CO2/km
4,3 l Diesel/100 km, 110 – 113 g CO2/km
Maße L 4,11 / B 1,78 / H 1,58 m L 4,11 / B 1,78 / H 1,58 m
L 4,11 / B 1,78 / H 1,58 m
Kofferraum 385 – 1281 l 385 – 1281 l
385 – 1281 l
Preis ab 17.975 €
 ab 19.400 € ab 20.425 €

 

Preis: Die Basisversion kostet 17.975 Euro

Wer in einem SUV stets einen Allradler sieht, muss umdenken. Wie in der Kleinwagen-SUV-Klasse üblich, gibt es auch den T-Cross ausschließlich mit Frontantrieb. Sollen es dennoch vier angetrieben Räder sein, muss dann eben doch der T-Roc herhalten: Bei ihm sind manchen Versionen auch mit Allradantrieb zu haben. Doch als Schlecht-Wege-Fahrzeug ist der T-Cross ohnehin nicht gedacht, sondern eher als variables Alltagsfahrzeug, das meist in der Stadt unterwegs ist und einen Klein- bzw. Kompaktwagen ersetzt.

Zum Preis. Der T-Cross ist ab 17.975 Euro in der Basisversion zu haben. Weil der aber wichtige Ausstattungsdetails fehlen, sollte man lieber zur darüberliegenden Ausstattung "Life" für 20.075 Euro greifen. Dann erhält man ein solides Fahrzeug mit gutem Fahrkomfort, hoher Variabilität und jenem Schuss Esprit, der einem Polo oder Golf fehlt.

Ganz so leicht wie ein Golf dürfte es der T-Cross allerdings nicht haben – die Konkurrenz ist schließlich groß. Nicht nur die aus eigenem Haus in Form des Seat Arona (etwas kleiner als der T-Cross) oder des brandneuen Škoda Kamiq (einen Hauch größer als der T-Cross). Renault Captur, Peugeot 2008, Kia Stonic, Opel Crossland X und Citroën C3 Aircross sind schon lange auf dem Markt.

 

Text: Jochen Wieler. Fotos: Uli Sonntag/Volkswagen AG (8), Ingo Barenschee/Volkswagen AG (2).

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