VW T-Cross: Neuer Mini-SUV im Fahrbericht

25.10.2018

Der VW T-Cross ist das erste Modell von Volkswagen für den Markt der Mini-SUV. Basis für den Crossover ist der VW Polo. Die erste Testfahrt, technische Daten & Preise

Der neue VW T-Cross in Fahrt
VW T-Cross: Markante Front mit dominantem Grill
  • Mit dem neuen T-Cross bietet VW erstmals einen Crossover für den Markt der Mini-SUV an
  • Konkurrenten: u.a. Renault Captur, Seat Arona, Opel Crossland X, Fiat 500 X und Peugeot 2008
  • Die Basisversion kostet 17.975 Euro, Marktstart ist Frühjahr 2019

Das Design: Bunt, frech & bullig

Zoom-In
Der neue VW T-Cross in Fahrt
Größer als der Polo: Der T-Cross ist 5 cm länger, 9 cm höher

Es ist wie so oft bei VW. Da gibt es seit Jahren einen großen Trend zu kleinen SUV, die Konkurrenz verdient sich eine goldene Nase und die Wolfsburger schauen tatenlos zu. Doch jetzt haben die Niedersachsen endlich eine Antwort auf Captur & Co. gefunden – den VW T-Cross.

Allerdings dauert es noch bis Frühjahr 2019, bis der ebenso modische wie abenteuerlustige Ableger des neuen Polo zu Preisen knapp unter 18.000 Euro in den Handel kommt. Um die Aufmerksamkeit aber bereits jetzt zu wecken, hat Volkswagen die jetzt die ersten Bilder veröffentlicht – und uns schon vorher zu einer ersten Ausfahrt mit einem damals noch getarntem Prototypen gebeten.

Der T-Cross steht auf der MQB A0-Plattform des Polo. Doch wenn der so aufregend wie ein Blutdrucksenker ist, will der T-Cross zum Pulsbeschleuniger werden und treibt es deshalb auch in der Serie bunt: ”Bunte Felgen, zwölf Farben, Kontrast-Lackierungen und auffällige Klebetattoos sollen den Nachzügler zum Blickfang machen”, sagt Designchef Klaus Bischoff.

Und auch die Form ist etwas frecher als beim Polo: Der T-Cross ist nicht nur fünf Zentimeter länger und deutlich bulliger als sein braver Bruder, sondern er hat einen stolzen Grill, der mit den Scheinwerfern verschmilzt, und auffällige Rückleuchten, die mit einem roten Reflektorband verbunden sind.

Tipp Icon

Mini-SUV: Wer gewinnt beim ADAC Vergleichstest?

Vier Mini SUVs im ADAC VergleichDie kleinen, schicken SUV von Hyundai, Kia, Seat und Opel machen mit frischem Design und quirligen Motoren großen Spaß. Wir haben sie gründlich getestet. Wer gewinnt den Vergleich?

Test: Hyundai Kona, Kia Stonic, Seat Arona, Opel Crossland X

Die Motoren leisten 95 bis 150 PS

Zoom-In
Der Kofferraum des neuen VW T-Cross
Gut nutzbarer Kofferraum von 385 bis 1281 Liter

Innen geht es mit der Farbenfreude munter weiter. Es gibt bunte Konsolen rund um das auf Wunsch digitale Cockpit mit dem großen Touchscreen und freche Sitzbezüge. Doch weil der T-Cross ein typischer VW ist, will er nicht nur peppig, sondern auch praktisch sein.

Zur ohnehin erhöhten Sitzposition gibt es deshalb eine gehörige Portion Variabilität: So lässt sich der Beifahrersitz serienmäßig flachlegen und die Rückbank zumindest gegen Aufpreis um 15 Zentimeter verschieben. Und bei 4,11 Metern Länge und 2,56 Metern Radstand können wahlweise auch zwei Erwachsene zumindest kurz hinten mitfahren, ohne Platzangst zu bekommen. Alternativ wird der T-Cross mit 385 oder 455 bis 1281 Litern Ladevolumen zu einer modischen Weiterentwicklung des Polo Variant.

So überraschend bunt und alltagstauglich der kleine Mini-SUV ist, so wenig Überraschungen erlebt man bei unserer Testfahrt. Schließlich hat sich gegenüber dem Polo außer dem Schwerpunkt, dem Gewicht und der Federung im Grunde nichts geändert. Achsen, Lenkung und Antriebe sind identisch und so fühlt sich der T-Cross auch an: Gutmütig, erwachsen und ein kleines bisschen langweilig.

Zumindest mit den aktuellen Motoren, die vom Dreizylinder mit 1,0 Litern Hubraum und 95 oder 115 PS bis zum Vierzylinder mit 1,5 Litern und 150 PS reichen und zunächst nur einen 1,6-Liter-Diesel mit 150 PS umfassen. Alle Motoren erfüllen die neueste Abgasnorm Euro 6d-Temp. Dazu gibt es später je nach Kundenwunsch und CO2-Vorgaben womöglich eine Erdgasvariante und mit etwas Glück vielleicht auch einen GTI.

Statt Allrad gibt's nur Frontantrieb

Zoom-In
Das Cockpit des neuen VW T-Cross
Kostet leider extra: Digitales Cockpit und 8-Zoll-Display

Eine Option werden die Niedersachsen allerdings für alles Geld der Welt nicht anbieten: den Allrad. Als erstes SUV aus Wolfsburg muss der T-Cross nur mit Frontantrieb auskommen. "Das ist auf der A0-Plattform nicht vorgesehen und wäre im gegebenen Preisrahmen nicht darstellbar gewesen", sagt Baugruppenleiter Andreas Krüger und hält das nicht für einen Nachteil.

Denn erstens fehlt der Allrad auch bei den meisten Konkurrenten wie dem Renault Captur, dem Peugeot 2008, dem Opel Crossland X, dem Ford EcoSport und dem spanischen Cousin Seat Arona. Und zweitens spielt sich das Abenteuer für SUV dieser Sorte ohnehin in der Stadt ab, wo die Straßen asphaltiert und im Winter auch geräumt sind.

 

Fazit unseres Fahrberichts

Natürlich wissen sie auch in Wolfsburg, dass sie spät dran sind. Aber wer zum ersten Mal im T-Cross unterwegs ist, der wird unschwer erkennen, dass sich das Warten gelohnt hat. Der aufgebockte Polo ist ein typischer VW: grundsolide, brav und wenig provozierend – und sein Fahrverhalten ist im besten Sinne unaufgeregt.

Und genau deshalb wird er vermutlich den gleichen Weg nehmen, wie die allermeisten VW-Modelle in ihrem Segment – direkt an die Spitze.

Technische Daten
VW T-Cross
Motor
3-Zylinder-Turbobenziner, 70  kW/95 PS, 175 Nm
Fahrleistungen
keine Angaben
Verbrauch keine Angaben
Maße L 4,11 / B k.A. / H 1,59 m; Kofferraumvolumen 385–1281 l
Preis ab 17.975 €

 

Text: Thomas Geiger/Thomas Kroher. Fotos: PR.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt

Kritik, Lob, Anregungen? Schreiben Sie uns: redaktion.motorwelt@adac.de