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Der ADAC

Ford Fiesta im ADAC Test: Klein, aber oho

roter Ford Fiesta Titanium faehrt auf Strasse
Ford Fiesta: Stimmiger Kleinwagen mit gutem Preis-Leistungs-Verhältnis ∙ © Ford

Der Ford Fiesta 1.0 EcoBoost zeigt im ADAC Test viele Stärken und nur wenige Schwächen. Der kleine Bestseller mit allen technischen Daten, Bildern, Preisen – sowie einem technischen Update zum Sommer

  • Der Fiesta glänzt mit einem sicheren und agilen Fahrwerk

  • Für die Kleinwagen-Klasse ungewöhnlich viele Assistenten erhältlich 

  • Gute aktive und passive Sicherheit

  • Plus die Details zum technischen Update 2020

Einsteigen und sich wohlfühlen – so soll es sein. Der Ford Fiesta ist eines dieser Autos, mit dem das auf Anhieb funktioniert. "Menschen entscheiden innerhalb von nur drei Minuten, ob sie ein Produkt mögen oder nicht, das gilt natürlich auch für Autos. Der Moment, in dem man Gerüche wahrnimmt, die Ansicht auf eine bestimmten Oberfläche oder das Geräusch beim Schließen einer Tür – das alles sind wichtige Eindrücke", sagt der verantwortliche Ford-Innendesigner Amko Leenarts. Und betont, wie gründlich sich sein Arbeitgeber mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat.

Dreizylinder mit hoher Durchzugskraft

roter Ford Fiesta Titanium fährt auf Strasse
Sichere Kurvenlage, geschmeidige Federung ∙ © Ford

Tatsächlich ist im Fiesta eine gute Sitzposition sowohl für große als auch kleine Leute schnell gefunden. Vor allem weil sich auch das Lenkrad weit in der Höhe verstellen lässt. Im Extremfall finden Menschen bis 2,05 Meter Körpergröße Platz auf den Vordersitzen. Nur die Drehräder für die Lehneneinstellung sind nicht gut erreichbar und ein wenig schwergängig, wie die ADAC Testingenieure protokollieren. Anschnallen, ein Druck auf den Startknopf, Gang einlegen, losfahren. Schon nach wenigen Metern ist die mühselige Lehneneinstellung verziehen. Das EcoBoost-Aggregat entwickelt immerhin 100 PS Leistung aus nur einem Liter Hubraum. Die vollen 170 Newtonmeter Schubkraft stehen schon bei 1400 Umdrehungen pro Minute zur Verfügung und haben keine Mühe mit den 1170 Kilogramm Leergewicht des Fahrzeuges. Zudem dreht die Maschine leicht und locker hoch. Erfreulich auch, wie fahrstabil das Auto durch Kurven eilt und wie geschmeidig das Fahrwerk federt. Damit bietet sich der kleine Fiesta sogar für lange Strecken an.

Der Kraftstoffverbrauch liegt im ADAC EcoTest bei insgesamt 5,4 Litern Super pro 100 Kilometer. Damit verbunden ist eine CO2-well-to-wheel-Bilanz (heißt: inklusive der Emissionen der Raffinerie) von 147 Gramm pro Kilometer. Die Werksangabe von 4,3 Liter auf 100 km wird damit deutlich überschritten. Grund: Die Zyklen der ADAC Messungen sind anspruchsvoller und realitätsnäher als der Zulassungszyklus. Außerdem wird im Test mit 200 Kilogramm Zuladung gefahren – angesichts der Größe und des Leergewichts des Fiesta ist das relativ viel. Im Konkurrenzvergleich liegt der Kraftstoffverbrauch trotzdem deutlich unter dem Durchschnittswert für Benziner von 6,5 Liter in dieser Fahrzeugklasse.

Vorn viel Platz, hinten wird's eng

Kofferraum eines roten roter Ford Fiesta Titanium
Der Kofferraum fasst 225 bis maximal 940 Liter ∙ © Ford

Während die Platzverhältnisse vorn ausgesprochen gut ausfallen, wird es für hinten Sitzende schon ab einer Körpergröße von 1,75 Meter unbequem eng. Auch der Kofferraum hat mit 225 Liter Kleinwagen-typisch wenig Fassungsvermögen. Nach dem Umklappen der Rücksitzlehnen lassen sich bis zur Fensterunterkante immerhin 545 Liter verstauen. Dieser Wert ist deshalb so wichtig, weil das Transportgut – im Gegensatz zur dachhohen Beladung – bei einem kräftigen Tritt aufs Bremspedal nicht ungehindert nach vorn schießt, sondern weitgehend durch die Vordersitze abgefangen wird.

Wer allerdings versucht, möglichst viel Sprit zu sparen und permanent schon unter 2000 Touren in den nächst höheren Gang schaltet, nimmt ein störendes Motorbrummen wahr. Nichtsdestotrotz wurde das Triebwerk bei seiner Serieneinführung 2012 sowie bis 2017 in Folge mit dem Titel "engine of the year"ausgezeichnet. Erst im letzten Jahr hat es VW geschafft, den 1,0-Liter-EcoBoost-Motor von Ford vom Thron zu stoßen.

Gute Ausstattung mit vielen Assistenzsystemen  

Cockpit des Ford Fiesta Titanium Ruby Red
Aufgeräumtes Cockpit, weitgehend verständliche Bedienung ∙ © Ford

Zur Bedienung, die in modernen Autos immer umfangreicher, damit aber häufig auch kompliziert wird: Ford verbaut im Fiesta serienmäßig ein Radio mit Bluetooth-Freisprecheinrichtung, AUX- und mehreren USB-Anschlüssen. Ebenso Serie ist die Anbindungsmöglichkeit eines Handys über Apple CarPlay oder Android Auto. Optional gibt es ein CD-Laufwerk, einen DAB-Tuner, ein B&O Sound-System und ein Navigationssystem mit Festplatte, das über ein gekoppeltes Handy Echtzeit-Verkehrsinformationen abrufen oder im Notfall automatisch einen Notruf absetzen kann; diese Services sind die ersten drei Jahre inklusive – danach kosten sie extra.

Im Testwagen mit der höchsten Ausstattungsstufe Titanium ist das Infotainmentsystem Ford SYNC 3 verbaut. Damit lassen sich beispielsweise Audio und Telefonfunktion via Sprache steuern. Die umfangreichen Einstellungsmöglichkeiten sowie zahlreiche Menüebenen benötigen zumindest eine gewisse Eingewöhnungszeit. Manche Funktionen, wie die Wahl der DAB+ Senders, sind allerdings unnötig kompliziert.

An Assistenzsystemen bietet der Fiesta vieles an, was man sonst nur in höheren Klassen bekommt – von der automatischen Abstandsregelung über den Spurhalte- und den Spurwechsel- bis hin zum Fernlichtassistenten. Das Meiste davon kostet allerdings trotz Titanium-Ausstattung noch Aufpreis.

Hier gelangen Sie zum ausführlichen Testbericht Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Titanium.

Testbericht Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Titanium
PDF, 786 KB
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Weitere Infos zum neuen Ford Fiesta

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Ford Fiesta 1.0 EcoBoost Titanium 5-Türer

Motor

3-Zylinder-Turbobenziner, 998 cm³, 74 kW/100 PS, 170 Nm bei 1400 U/min

Fahrleistungen

10,5 s auf 100 km/h, 183 km/h Spitze

Verbrauch (NEFZ) / CO₂-Ausstoß

4,3 l Super/100 km, 97 g CO₂/km

Maße

L 4,04 / B 1,76 / H 1,48 m

Kofferraum

292 – 1093 l

Preis

ab 19.150 Euro, Baureihe ab 17.250 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

6,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,8 m

Wendekreis

10,8 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

5,4 l Super/100 km , 147 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

775 km

Innengeräusch bei 130 km/h

67,8 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1170 / 500 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

225 / 545 / 940 l

ADAC Testergebnis

ADAC TestergebnisGesamtnote: 2,7

Karosserie/Kofferraum

3,0

Innenraum

2,7

Komfort

3,2

Motor/Antrieb

2,6

Fahreigenschaften

2,4

Sicherheit

2,5

Umwelt/EcoTest

2,5

Neu 2020: Mildhybrid und Doppelkupplung

Seit Juni kann der Ford Fiesta in einer Version mit elektrifiziertem Antrieb bestellt werden. Der "EcoBoost Hybrid" verknüpft den Dreizylinder-Turbobenziner von einem Liter Hubraum mit einem 48-Volt-Mild-Hybrid-System. Das bedeutet: Bei niedrigen Drehzahlen wird der Benziner von einem Elektromotor mit einer Leistung von 11,5 kW/16 PS unterstützt. Das spart Kraftstoff und steigert das Durchzugsvermögen.

Der Mildhybrid-Antrieb wird wahlweise mit einer Leistung von 92 kW/125 PS oder mit 114 kW/155 PS angeboten. Die Kraftübertragung übernimmt serienmäßig ein 6-Gang-Schaltgetriebe. Die Preise für den EcoBoost Hybrid beginnen bei 21.250 Euro.

Weitere Updates für den Fiesta: Es gibt jetzt eine Kamera mit Notbremsfunktion bei rückwärtig querendem Verkehr sowie eine Smartphone-App mit Fahrzeugortung und Fernentriegelung. Außerdem wurde der optionale Subwoofer anders untergebracht, sodass jetzt mehr Stauraum im Kofferraum übrig bleibt, wenn man das Premium-Soundsystem bestellt. Gegen Aufpreis ist für den 125-PS-Motor ohne Hybridisierung ein Doppelkupplungsgetriebe erhältlich.

Viele weitere Fahrberichte und Autotests finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt.