Die günstigsten Zugfahrzeuge: Hohe Anhängelast zum niedrigen Preis

Ein kleiner weisser Fiat mit einem kleinen Caravan-Anhänger
Große Zugkraft, kleiner Preis: Fiat 500 X als Zugfahrzeug für einen Wohnwagen (Tiny Traveller von Mink) ∙ © stock.adobe.com/wkbilder

Zugfahrzeuge, etwa zum Ziehen eines Wohnanhängers, brauchen eine hohe Anhängelast. Doch gibt es die Kraftpakete auch zum niedrigen Preis? Ein Überblick über zugkräftige Autos, die alle unter 30.000 Euro kosten.

  • Überraschend viele Kleinwagen können (kleine) Wohnanhänger ziehen

  • Gute Zugfahrzeuge gibt es schon für weniger als 20.000 Euro

  • Kauftipp: Auf Anhängelast, Stützlast, zulässiges Gesamtgewicht achten

Campingreisen haben zuletzt immer mehr Freunde gewonnen. Die Verkäufe von Wohnmobilen und Wohnwagen sind – auch unterstützt durch die Corona-Krise – sprunghaft angestiegen. Wer sich einen Wohnanhänger zulegen möchte, braucht auch ein geeignetes Zugfahrzeug – und das sollte natürlich möglichst wenig kosten.

Anhängelast, Stützlast, zulässiges Gesamtgewicht

Bei der Anschaffung des Zugfahrzeugs ist einiges zu beachten. So darf die zulässige Anhängelast nicht überschritten werden, und auch die Stützlast sowie das zulässige Gesamtgewicht des Zugfahrzeugs sind zu beachten.

Ideale Zugfahrzeuge sind große Autos mit kräftigen Dieselmotoren, Wandlerautomatik und Allradantrieb – doch die fordern einen hohen Preis. Denn gerade bei schweren Anhängern über 2,5 t zulässigem Gesamtgewicht kommen fast nur noch Autos der oberen Mittelklasse und Oberklasse als Zugfahrzeug in Frage.

Es gibt allerdings auch Wohnwagen, die bei unter 1,5 t zulässiger Gesamtmasse genügend Platz für vier Personen und damit für die Durchschnittsfamilie bieten. Und da sich eine Durchschnittsfamilie nur selten einen teuren SUV leisten kann, werden hier – gefiltert nach speziellen Auswahlkriterien – geeignete Zugfahrzeuge im niedrigeren Preisbereich bis maximal 30.000 Euro vorgestellt. Positiv: Selbst rund um 20.000 Euro gibt es viele Autos, die 1,2 bis 1,5 t schwere Anhänger ziehen dürfen und damit prinzipiell auch für einen Campingurlaub mit vier Personen geeignet sind.

Zugfahrzeuge zwischen 20.000 und 30.000 Euro

Zugwagen bis 20.000 Euro: Dacia Duster, Nissan Micra & Co.

ein neuer Dacia Duster während einer Testfahrt auf Sandboden
Für rund 15.000 Euro zu haben: Der Dacia Duster ∙ © Dacia

Der Dacia Duster und der Fiat Tipo sind für Anhängelasten von bis zu 1500 kg zugelassen – und das bei einem Einstiegspreis von teils deutlich unter 20.000 Euro für einen Neuwagen. Weitere sehr günstige Autos mit einer Anhängelast von mindestens 1200 kg sind der Nissan Micra und der Dacia Lodgy. Der zuletzt Genannte bietet zusätzlich einen riesigen Kofferraum und ist daher für den Familienurlaub hervorragend geeignet.

Interessant sind in der günstigsten Preisklasse auch der Opel Corsa und der Peugeot 208, denn die zwei gewöhnlichen Kleinwagen gibt es gegenüber fast allen anderen Kleinwagen sowohl mit einem kräftigen Dieselmotor als auch mit einer Achtgang-Wandlerautomatik (nur Benziner). Bei den meisten hier genannten Modellen dürfte der Einstiegspreis inklusive Anhängerkupplung und weiterer empfehlenswerter Extras auf knapp über 20.000 Euro steigen.

Zugwagen bis 25.000 Euro: Suzuki Jimny, Renault Captur & Co.

Ein blauer Renault Capture R.S. Line während der Fahrt
Renault Captur: Den Kleinwagen-SUV gibt es schon für weniger als 25.000 Euro ∙ © Renault

Deutlich mehr Auswahl an Zugwagen bietet der Preisbereich bis 25.000 Euro. In der Auswahl findet sich sogar ein waschechter Geländewagen – der Suzuki Jimny: das ideale Auto, wenn man abseits befestigter Wege wohnt, nebenbei als Jäger tätig ist oder einfach aus reiner Freude im Gelände unterwegs ist. Die Rücksitzbank taugt allerdings eher als Notsitz und ist für längere Reisen nicht geeignet.

Dafür bieten sich eher komfortorientierte Autos der unteren Mittelklasse an, wie Renault Mégane (bis zu 1650 kg Anhängelast!), Hyundai i30, Opel Astra, Ford Focus oder Seat Leon – die sind gegen Aufpreis auch als geräumige Kombis zu haben. Wird deutlich mehr Frachtraum gebraucht, empfehlen sich die Hochdachkombis wie Citroën Berlingo oder Peugeot Rifter, die bis zu 1500 kg ziehen dürfen.

Zugwagen bis 30.000 Euro: VW T-Roc, Kia Ceed & Co.

Ein neuer orangefarbener VW T-ROC R während der Fahrt
VW T-Roc: Der Volkswagen ist ab ca. 26.000 Euro zu haben ∙ © Volkswagen

Je höher der finanzielle Spielraum, desto größer die Auswahl: Im Preisbereich bis 30.000 Euro Einstiegspreis finden sich diverse Karosserievarianten und Autos aus verschiedenen Fahrzeugklassen. Mit dem Jeep Renegade ist sogar ein Kleinwagen vertreten. Der italienische Amerikaner darf immerhin 1500 kg an den Haken nehmen, was für ein Auto dieser Fahrzeugklasse einen hohen Wert darstellt.

Alles Übungssache: Fahren mit Gespann

Gerade Anfänger fühlen sich mit einem Gespann häufig unsicher. Sicherheit und Souveränität beim Fahren mit einem Anhänger lassen sich beim ADAC Fahrsicherheitstraining für Wohnanhänger üben.

Neben "normalen" Autos der unteren Mittelklasse wie dem VW Golf oder dem Kia Ceed finden sich zahlreiche SUVs und sogar ein Van. Der Renault Scénic bietet als Van viel Stauplatz und ein angenehmes Raumgefühl – eine gute Kombination für eine Urlaubsreise. Handelt es sich um einen richtig schweren Anhänger, sind der Isuzu D-Max und der Toyota Hilux die richtigen Zugfahrzeuge für weniger als 30.000 Euro.

Soll es dagegen etwas nobler zugehen, so empfiehlt sich der Škoda Superb. Die Limousine der oberen Mittelklasse ist gut für einen stilvollen Auftritt und stellt obendrein erstaunlich viel Platz zur Verfügung. Noch mehr Platz zu einem ähnlich günstigen Preis gibt es im Technikbruder Škoda Kodiaq.

Zugfahrzeuge: So kam die Auswahl zustande

Es werden nur aktuell neu bestellbare Autos der ADAC Autodatenbank aufgelistet, die zumindest optional eine Anhängerkupplung bieten und mindestens 1200 kg zulässige Anhängelast aufweisen. Die angegebenen Preise sind jeweilig die Bruttolistenpreise.

Da Anhängerkupplungen in der Regel eine Sonderausstattung darstellen, müssen dafür zu den angegebenen Preisen noch mindestens etwa 1000 Euro einberechnet werden. Weiterhin empfehlen sich Extras wie ein Automatikgetriebe und idealerweise sogar Allradantrieb.

Elektroautos mit relevanter Anhängelast in der Preisklasse bis 30.000 Euro gibt es leider noch nicht – und sind wohl auch in näherer Zukunft nicht in Sicht.

Fachliche Beratung: Maximilian Bauer

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