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Der ADAC

Suzuki Jimny: ADAC Test, Crashtest, Daten, Preise

Front des Suzuki Jimny
Der Suzuki Jimny ist noch ein richtiger Geländewagen ∙ © Suzuki

Der Suzuki Jimny ist kurz, kantig und kompakt. Und hat sich damit nicht nur bei Jägern und Förstern beliebt gemacht. Aber: Im ADAC Autotest und Crashtest offenbart der Kleine Schwächen. Daten, Testergebnisse, Crash-Video

  • Der neue Suzuki Jimny ist zu Preisen ab 20.373 Euro erhältlich

  • Mit 3,65 Metern Länge ist der Offroader wendig, hat aber wenig Platz

  • Allradantrieb Serie: Im Gelände trumpft der Jimny auf

  • Ergebnis im Euro NCAP Crashtest: Nur 3 Sterne von 5 möglichen

Gut, dass es sie noch gibt: Autos, die man auf Anhieb sympathisch findet. Der Suzuki Jimny ist so ein Modell, das einen mit kleinen Kulleraugen so unschuldig anschaut und dem man jede Schwäche verzeihen möchte. Mit seiner selbstbewussten Front im Jeep-Stil markiert er zwar den Halbstarken – doch das täuscht.

Der Jimny macht den aktuellen Größenwahn, der in der Autobranche um sich greift, nicht mit und ist bescheiden geblieben. Gerade mal 3,65 Meter lang (etwa wie ein VW up!) mimt er nach wie vor den Bonsai unter den Geländewagen.

Großer Vorteil: Der Jimny kommt mit gemessenen 10,6 Metern Wendekreis aus, wuselt wie von selbst in kleinste Lücken, Parkplatzprobleme gibt es da nicht. Und durch die erhöhte Sitzposition ist die kastige Form des Japaners noch besser zu überblicken. Einparkhilfen wie Piepser oder Kameras sind nicht vorhanden – man vermisst sie aber auch nicht.

Suzuki Jimny: Kleiner Kofferraum, wenig Platz

Dass er kein Raumwunder ist, liegt auf der Hand. Vorn sitzt man zwar eng beieinander, doch überraschend kommod mit ausreichend Platz vor einer steilen Frontscheibe. Hinten geht dem Suzuki aber die Luft aus: Die beiden Mitfahrer sollten schon mal ziemlich gelenkig sein, wollen sie die zweite Reihe erklimmen. Um dort dünn gepolsterte Sitzchen mit kaum vorhandener Beinfreiheit vorzufinden. Wer nicht größer als 1,70 Meter ist, fühlt sich aber noch halbwegs wohl.

Besser, man klappt die Rücksitze gleich um und nutzt den Raum für eine größere Ladefläche. Der nur zwei Hand breite Kofferraum (85 Liter laut Werksangabe, 45 nach Messungen des ADAC) hinter der nach rechts klappenden Hecktür ist sonst eh kaum nutzbar: Mit viel Glück fasst er zwei kleine Handgepäckköfferchen stehend – mehr ist nicht drin.

Wozu eine Kofferraumabdeckung?

Nach dem Umklappen hat der Jimny immerhin laut ADAC Messung 350 Liter Ladevolumen, dachhoch passen 775 rein. Schon besser, wäre nicht die glatte Kunststoffoberfläche des Laderaums, die zwar robust und abwaschbar ist, das Gepäck aber in jeder Kurve von links nach rechts rutschen lässt. Eine Kofferraumabdeckung hat man sich gleich ganz gespart.

Der Jimny ist ein Auto mit viel Bodenfreiheit, dementsprechend muss erst ein hoher Schweller überwunden werden, um einzusteigen. Ansonsten aber gelangt man durch die recht großen Türöffnungen einfach in das Auto, die Sitzhöhe liegt 66 Zentimeter über der Straße. Auf die Rücksitzbank muss man etwas mehr klettern, die Einstiegshilfe des Beifahrersitzes ist da zumindest ein bisschen hilfreich.

Gute Fahrleistungen im Gelände dank Allrad

Auf unwegsamem Terrain ist der Kleine in seinem Element. Mit 21 Zentimetern Bodenfreiheit, sehr knappen Karosserieüberhängen, serienmäßig zuschaltbarem Allradantrieb und Untersetzungsgetriebe fährt der nur 1,1 Tonnen leichte Geländewagen den meisten großen SUVs im Gelände auf und davon.

Starrachsen vorn und hinten sorgen für eine ordentliche Verschränkbarkeit – natürlich sind diese an einem robusten Leiterrahmen aufgehängt. Der Böschungswinkel vorn beträgt 36 Grad, der hintere gar 48 Grad. Der Rampenwinkel liegt bei sehr ordentlichen 27 Grad.

Vor steilen Hängen, tiefen Löchern und buckligen Waldwegen braucht man also keine Angst zu haben. Völlig problemlos wühlt sich der Jimny durchs Unterholz, bleibt auch nicht zwischen den Bäumen hängen. Da zahlt sich die nur 1,65 Meter schmale Karosserie aus. Wie anno dazumal wird der Allradantrieb mit einem zweiten "Schalthebel" aktiviert.

Komfort? Im Rahmen des Möglichen

Und ja: Jimny-Fahren macht Spaß! Weil der Kleine super einfach zu bedienen ist. Weil es keine Einweisung braucht und man sich einfach reinsetzt und losfährt. Auch weil die Federung erstaunlich gut die Bandscheiben schont – Wunder kann der Jimny wegen seines kurzen Radstands und der altmodischen Starrachse aber nicht vollbringen. Bodenwellen auf der Landstraße quittiert der Suzuki mit einem missmutigen Schaukeln.

Einziger Motor: Ein trinkfester 102-PS-Benziner

Der einzig verfügbare Motor, ein 1,5-Liter-Benziner, läuft rau und laut und macht sich besonders auf der Autobahn deutlich bemerkbar. Weil ein sechster Gang fehlt, nerven hohe Drehzahlen und eine entsprechende Geräuschkulisse.

Zudem ist der turbolose Benziner mit 102 PS kein Kraftprotz, selbst wenn er verzögerungsfrei anspricht und den Geländefloh tapfer und unaufgeregt bis zur Spitze bei 145 km/h beschleunigt. Den Sprintwert auf 100 km/h gibt Suzuki gar nicht erst an. Für 1180 Euro extra ist ein Automatikgetriebe im Angebot, das mit seinen vier Gängen im Vergleich zu den High-Tech-Getrieben teurerer Autos mit bis zu neun Gängen recht archaisch wirkt. Aber immerhin gibt es eins.

Testverbrauch: acht Liter Super auf 100 Kilometer im Durchschnitt. Auf der Autobahn genehmigt sich der Suzuki sogar knapp zehn. Für einen gut 100 PS starken Kleinwagen ist das zu viel. Immerhin hat Suzuki die Schadstoffwerte gut Griff, so dass es insgesamt für drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest reicht.

Moderne Assistenzsysteme, miserabler Bremsweg

Hausmeisterdienste, Jäger und Förster können aufatmen: Der Jimny ist sich treu geblieben und macht seinem Ruf als robustes Arbeitstier alle Ehre. Und obwohl es jetzt sogar moderne Assistenzsysteme wie eine Notbremsfunktion und Verkehrszeichenerkennung gibt, ist der Japaner wohltuend einfach gestrickt.

Aber: 45,2 Meter Bremsweg aus 100 km/h sind leider von vorgestern. Nicht nur deshalb empfiehlt sich eine defensive und vorausschauende Fahrweise. Auch die Fahrstabilität lässt zu wünschen übrig. Der Jimny wankt bei jeglichem Lenkmanöver deutlich und taumelt durch zügig durchfahrende Kurven.

Entspanntes Fahren auf der Autobahn ist nicht die Sache des kleinen Kraxlers, hier belässt man es schnell freiwillig bei Geschwindigkeiten deutlich unter der Spitze von 145 km/h. Auch beim ADAC Ausweichtest müht er sich mit heftigen ESP-Eingriffen durch den Parcours, ist stark untersteuernd unterwegs. Zumindest besteht keinerlei Kippgefahr mit den Reifen des Testwagens.

Der Jimny ist gut ausgestattet

Er ist nach wie vor eines der preiswertesten Allradfahrzeuge überhaupt, auch wenn die Preise seit Marktstart angezogen haben. Was unter anderem daran liegt, dass die Basisversion Comfort für ehemals 17.915 Euro gestrichen wurde und der Jimny nur noch als Comfort+ zu haben ist. Dann sind aber schon für 20.373 Euro Klimaautomatik, Sitzheizung, Tempomat und LED-Scheinwerfer an Bord.

Testfazit

Ein rundes Angebot für alle, die die Geländetauglichkeit schätzen. Alle andere müssen wissen: Der Kleine hat Schwächen. Wer ihn aber nicht in Förstergrün nimmt, sondern im auffälligen "Kinetic Yellow" (Foto ganz oben), bekommt ein kleines Lifestyle-Mobil mit hohem Kultfaktor.

  • Das hat uns gefallen: Umfangreiche Serienausstattung. Akzeptabler Preis. Niedrige Emissionen.

  • Das hat uns nicht gefallen: Hoher Verbrauch. Indiskutabler Bremsweg. Mäßiger Komfort.

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Suzuki Jimny als PDF herunterladen
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Suzuki Jimny: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)Suzuki Jimny 1.5 Comfort+ Allgrip

Motor

Vierzylinder-Benziner, 1462 cm³, 75 kW/102 PS, 130 Nm bei 4000 U/min

Fahrleistungen

0-100 km/h: k.A., Spitze 145 km/h

Verbrauch

6,8 l Super/100 km, 154 g CO₂/km

Maße

L 3,65 / B 1,65 / H 1,71 m

Kofferraum

85 / 377 / 830 l

Leergewicht / Zuladung

1165 kg / 270 kg

Preis

20.373 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Überholvorgang 60-100 km/h

7,7 s

Bremsweg aus 100 km/h

45,2 m

Wendekreis

10,6 m

Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest

8,0 l Super/100 km, 220 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

500 km

Innengeräusch bei 130 km/h

73,8 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1100 / 335 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

45 / 350 / 775 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Karosserie/Kofferraum

3,5

Innenraum

3,2

Komfort

4,0

Motor/Antrieb

3,5

Fahreigenschaften

4,8

Sicherheit

2,8

Umwelt/EcoTest

3,2

Gesamtnote

3,5

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Schlechtes Ergebnis im Euro NCAP Crashtest

Suzuki Jimny: Keine guten Ergebnisse beim Crashtest ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Der Suzuki Jimny erreicht nur 3 Sterne von maximal erreichbaren 5. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern und Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern vorn und hinten ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut.

Der Insassenschutz ist grenzwertig, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene teilweise hoch, nur für Kinder ist die Verletzungsgefahr gering bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter hinten montiert, für den Beifahrersitz sind sie nicht erhältlich. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar. Der Jimny ist mit einem einfachen Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten und Spurverlassenswarner serienmäßig ausgestattet.