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Der ADAC

Škoda Octavia Combi: Gute Noten im ADAC Test

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Skoda

Der Škoda Octavia ist noch größer und hochwertiger geworden und rollt auch mit sparsamen Hybridmotoren an. Der Octavia Combi im ADAC Test, technische Daten, Preise, Fotos.

  • Üppig: Noch besseres Raumgefühl im Innenraum

  • Neu: Digitales Cockpit mit Head-up-Display

  • Elektrisch: Auch als Plug-in- und Mild-Hybrid

  • Preise: Limousine ab 20.990 Euro, Kombi ab 22.290 Euro

Was der Golf für VW ist, ist der Octavia für Škoda: Der Bestseller der Marke. Und wenn es ihm gut geht, geht es auch der Marke gut. Allein der Octavia fährt fast die Hälfte des Gewinns des tschechischen Autoherstellers ein. In Europa liegt er bei den Verkaufszahlen auf dem hervorragenden achten Rang – und in Tschechien, Österreich, Schweiz, Finnland, Ungarn, Polen, Serbien und Weißrussland ist er sogar das meistverkaufte Fahrzeug.

Dabei spielt die Kombi-Version ("Combi") eine tragende Rolle: Knapp zwei Drittel der verkauften Octavia entfallen auf diese Karosserieform, womit der Combi zum meistverkauften Kombi Europas avanciert.

Der neue Octavia ist etwas länger und breiter

Seitenansicht des Skoda Octavia
Langestreckte Silhoulette mit optionalen 19-Zoll-Rädern ∙ © Skoda

Die aktuell vierte Combi-Generation ist die bisher größte. Mit 4,69 Metern ist sie zwei Zentimeter länger als der Vorgänger und auch in der Breite legte der Tscheche um 1,5 Zentimeter zu. Allerdings: Der Radstand blieb mit 2,69 Metern gegenüber dem Vorgänger identisch. Trotzdem hat es Škoda durch eine Vielzahl kleiner Einzelmaßnahmen wie die neu gestaltete Mittelkonsole, die schmaleren Türverkleidungen oder die schlankere Instrumententafel geschafft, dass der ohnehin große Knieraum der Fondpassagiere jetzt noch acht Zentimeter üppiger ausfällt. Und der größte Kofferraum der Fahrzeugklasse laut Hersteller nochmal 30 Liter mehr fasst, nämlich 640 Liter.

Edel gemacht: Der neu gestaltete Innenraum

Skoda Octavia Cockpit
Virtuelles Cockpit hinter dem zweispeichigen Lenkrad ∙ © Skoda

Die Beinfreiheit reicht vorne nach den Messungen des ADAC jedenfalls für knapp 1,95 Meter große Personen, die Kopffreiheit sogar bis etwa 2,10 Meter Körpergröße. Ganz so üppig wie vorn sind die Platzverhältnisse hinten nicht, aber tatsächlich kommen nur sehr große Menschen im Fond an ihre Grenzen. Sind die Vordersitze für 1,85-Meter-Passagiere eingestellt, berühren die Knie der Hintensitzenden ab etwa 1,95 Meter Körpergröße die vorderen Lehnen. Die Kopffreiheit ist für etwa die gleiche Körpergröße ausreichend.

Die neu gestaltete Instrumententafel ist modular in verschiedenen Ebenen aufgebaut. Die Direktwahltasten für wichtige Fahrzeugfunktionen wie die Fahrprofilauswahl Driving Mode Select oder den Parkassistenten sind nach oben unter das zentrale Display gerückt. Im unteren Bereich schließt sich die neue Mittelkonsole mit Chromelementen an, die für einen edlen Touch sorgen. Sowohl an den Türen als auch an der Instrumententafel sorgen weiche Materialien für einen hochwertigeren Eindruck.

Gewöhnungsbedürftige Bedienung

Hinter dem Lenkrad informiert das klar gestaltete Virtual Cockpit, dessen Inhalte (z. B. die Navikarte) über die Bedientasten des erstmals zweispeichigen Lenkrads gewählt werden. Das zentrale Display an der Mittelkonsole kennt man in ähnlicher Form auch vom Golf und Seat Leon. Auch wenn es sich etwas besser bedienen lässt als bei den Konzernbrüdern (die Heizungseinstellung ist zum Beispiel besser gelöst), reagiert es manchmal zu träge und der Fahrer braucht eine ganze Weile, bis er die vielfältigen Menüs und Bedienstruktur an sich durchschaut hat.

Die Smartphone-Anbindung über Bluetooth ist Serie, ebenso zwei USB-C-Anschlüsse vorn. Zwei weitere mit reiner Ladefunktion für die hinteren Plätze kosten Aufpreis, dann gibt es auch eine 230 Volt-Steckdose an den Rücksitzen und einen weiteren USB-C-Anschluss am Innenspiegel – das ist praktisch für Dashcams. Sogar eine induktive Ladeschale ist im Octavia Style Standard. MirrorLink, Android Auto und Apple CarPlay haben die Ausstattungen Ambition und Style immer an Bord – und das kabellos angebunden.

Škoda Octavia: Viele Assistenzsysteme

Der Skoda Octavia Modell 2019 2020
Die meisten greifen zum Kombi, doch auch die Limousine (li.) kann sich sehen lassen ∙ © Skoda

Als erstes Modell von Škoda bietet der Octavia ein Head-up-Display, das wichtige Informationen wie die Geschwindigkeit oder Navigationshinweise direkt auf die Windschutzscheibe ins Sichtfeld des Fahrers projiziert. In der getesteten Version Style ist der Octavia serienmäßig mit allerhand Assistenten ausgestattet. Er bremst bis 30 km/h bei erkannter Kollisionsgefahr sofort selbsttätig, bei höheren Geschwindigkeiten warnt er zuvor, um den Fahrer aufmerksam zu machen.

Wie die Müdigkeitserkennung und das Head-up-Display kostet der prädiktive Abstandshalte-Tempomat Aufpreis. Dieser passt die Geschwindigkeit nicht nur wegen des vorausfahrenden Verkehrs an, sondern lässt auch per Kamera erkannte Geschwindigkeitsbeschränkungen und den Straßenverlauf mit einfließen.

Zielgenaue Lenkung, gutes Fahrwerk

Der Geradeauslauf ist einwandfrei, Spurrinnen und Ähnliches interessieren den Škoda nur am Rande. Die Seitenneigung und Karosseriebewegungen auf Bodenwellen rangieren, abhängig von der gewählten Dämpfereinstellung, zwischen merklich und deutlich unterdrückt: Hier findet jeder seine Präferenz. Dabei wird der Octavia aber selbst in der weichsten Einstellung nicht taumelig, sondern bleibt immer spurstabil. Dazu kommt eine zielgenaue Lenkung mit gutem Rückstellmoment. Passt! 

Das Siebengang-DSG-Getriebe wurde weiter verbessert und bietet nun ein weiches Anfahren und einen hohen Schaltkomfort. Nur selten spürt man die Gangwechsel, hauptsächlich der Drehzahlmesser verrät sie. Wenn man im Stand von der Bremse geht, setzt die Kriechfunktion der Automatik schnell und sanft ein, zügiges Anfahren ist meist kein Problem, präzises Einparken gelingt ebenso ohne Herausforderungen.

Das Umschalten funktioniert übrigens nicht mehr über den bekannten DSG-Wählhebel, sondern über eine kleine Wippe in der Mittelkonsole: Škoda nutzt fürs DSG im Octavia erstmals die Shift-by-Wire-Technologie, die vor allem bei den Elektrovarianten Vorteile hat. Das ist im ersten Moment gewöhnungsbedürftig, in der Praxis aber praktisch und alltagstauglich.

Škoda Octavia in mehreren Hybrid-Varianten

Der Skoda Octavia Modell 2019 2020
Sportlich und komfortabel zugleich: Das Fahrverhalten des Octavia Combi ∙ © Skoda

Apropos Elektro-Varianten: Der Octavia wird auch als Plug-in angeboten – in Verbindung mit dem 1,4-TSI-Benziner in zwei Leistungsstufen mit 204 und 245 PS. Die stärkere Variante stellt dann gleichzeitig einen der Antriebe des neuen Octavia RS dar – und das ist revolutionär. Einen Plug-in-Hybrid als Sportversion hat es bisher noch nicht gegeben! Eine 13 kWh Batterie unter der Rückbank soll für rund 60 Kilometer rein elektrische Reichweite sorgen. Auf 100 km/h sprintet der RS in sportlichen 7,3 Sekunden, die Spitze liegt bei 225 km/h.

Bei den Benzinern mit 110 und 150 PS kommen bei der Ausrüstung mit dem 7-Gang-DSG ein 48-V-Riemen-Startergenerator und eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Damit ist es möglich, mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor zu "segeln" und den Motor mit einem elektrischen Boost zu unterstützen.

Der Diesel im Test ist sehr sauber

Heck des stehenden Skoda Octavia
Die Limousine hat wieder eine große Heckklappe ∙ © Skoda

Die zwei derzeit angebotenen Diesel (115 und 150 PS) stammen aus der neu entwickelten Evo-Generation: Im "Twindosing"-Verfahren wird AdBlue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt. Durch diese Methode und den zusätzlichen zweiten Katalysator soll der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) gegenüber der Vorgängergeneration der jeweiligen Triebwerke um rund 80 Prozent reduziert werden.

Testverbrauch: 4,9 l Diesel/100 km

Beim ADAC Test der stärkeren Version wurden dann auch alle Grenzwerte deutlich unterschritten. Selbst wenn viel Leistung gefordert wird, wie im Autobahnzyklus und bei zusätzlicher Beladung, ergeben sich keine nennenswerten Verschlechterungen. So liegen die Stickoxid-Emissionen in allen Zyklen weit unter den Grenzwerten und auch die Partikelemissionen fallen sehr gering aus. Zusammen mit der Bewertung für den niedrigen Durchschnittsverbrauch von 4,9 Liter Diesel pro 100 Kilometer schafft der Octavia entspannt vier von fünf möglichen Sternen im ADAC Ecotest.

Mit diesem Motor ist der Škoda Kombi völlig angemessen motorisiert, das Aggregat spricht gut an und zieht sehr sauber durch, ohne die geringsten Ruckler oder Zugkraft-Schwankungen. In Kombination mit dem DSG liefert er gute Fahrleistungen ab, denn die Automatik schaltet bei Bedarf schnell zurück, hält den Turbodiesel aber auch bei mittleren Drehzahlen, um auf der Drehmomentwelle zu surfen.

Der Überholvorgang mit einer Beschleunigung von 60 auf 100 km/h gelingt bei Vollgas in fünf Sekunden. Auch das Einfädeln beim Abbiegen in den fließenden Verkehr klappt gut, von 15 auf 30 km/h geht's in weniger als eineinhalb Sekunden. Der TDI ist also ein durchaus kräftiger Motor, mit dem man zudem Fahrspaß haben kann.

G-TEC: Die Erdgas-Version des Octavia

Auch die vierte Generation des Octavia gibt es wieder als G-TEC mit besonders umweltschonendem Erdgasantrieb. Die CO₂-Emissionen sind damit nochmals um rund 25 Prozent niedriger als im Benzinbetrieb und es fallen zudem deutlich weniger Stickoxide (NOx) und keine Rußpartikel an. Der 1,5-TSI-Motor hat 130 PS und ist auf den CNG-Betrieb ausgelegt. Die Kapazität der insgesamt drei CNG-Tanks beträgt 17,7 Kilogramm, für den Notfall steht ein 9-Liter-Benzintank zur Verfügung. In beiden Karosserievarianten des Octavia G-TEC kommen entweder eine 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-DSG zum Einsatz.

Schließlich steht auch noch die robuste Variante des Octavia parat, der Scout. Er rollt mit 15 Millimeter mehr Bodenfreiheit, optionalem Allradantrieb, Unterfahrschutz und dunkel beplankten Radläufen zu den Händlern.

Octavia RS und Octavia Scout

Die Konkurrenz hat weniger Platz

Der Skoda Octavia Modell 2019 2020
Viel Platz für die große Reise in Limousine und Kombi ∙ © Skoda

Mit diesen Motoren, dem feinen Fahrwerk und den nochmals gewachsenen Abmessungen dürfte die vierte Generation des Škoda Octavia mindestens so erfolgreich werden wie der Vorgänger. Vor allem im Vergleich zu Konkurrenten wie Opel Astra, Ford FocusKia Ceed, Hyundai i30 oder Peugeot 308 legt der Octavia – egal ob als Kombi oder Limousine – in Sachen Platz noch eine ganze Schippe drauf.
Der Octavia Combi etwa schluckt laut ADAC Messmethode zwischen 505 und 1475 Liter Gepäck. Und das ist für viele Kunden ein wichtiges Argument, vielleicht auch für welche, die bisher einen VW Passat gekauft haben. Zudem ist das Gepäckabteil auch noch prima nutzbar. Die Ladekante ist mit 63 Zentimeter angenehm niedrig. Wenn der Kofferraumboden in der oberen Position ist, steht innen überhaupt keine Kante im Weg. Und unter der geöffneten Klappe kann man auch mit fast zwei Metern Körpergröße noch stehen.

Fazit: Ein sehr empfehlenswertes Auto

Alles in allem ist der Octavia im Vergleich zum Vorgänger noch einmal gereift – ernsthafte Schwächen leistet er sich nicht. Der Lohn im ADAC Autotest ist daher ein Note von 1,8. Chapeau, damit ist der Octavia im Kreis der besten jemals beim ADAC getesteten Fahrzeuge.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Škoda Octavia Combi 2.0 TDI SCR Style als PDF
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Škoda Octavia: Technische Daten

HerstellerangabenŠkoda Octavia Combi 2.0 TDI SCR Style DSG

Motor/Antrieb

Vier-Zylinder-Turbodiesel, 1968 cm³, 110 kW/150 PS, 360 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

8,8 s auf 100 km/h, 222 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

4,7 l Diesel/100 km, 123 g CO₂/km

Maße

L 4,69 / B 1,83 / H 1,47 m

Kofferraum

640 – 1700 l

Leergewicht / Zuladung

1487 / 503 kg

Anhängelast (ungebremst / gebremst)

730 / 1600 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 34.770 €

ADAC Messwerte

AuszugŠkoda Octavia Combi 2.0 TDI SCR Style DSG

Überholvorgang 60-100 km/h

5,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

35,8 m

Wendekreis

11,2 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

4,9 l Diesel/100 km, 154 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

915 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,0 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1525 / 465 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

505 / 875 / 1475 l

ADAC Testergebnis

Škoda Octavia Combi 2.0 TDI SCR Style DSG

Karosserie/Kofferraum

2,2

Innenraum

2,1

Komfort

1,8

Motor/Antrieb

1,8

Fahreigenschaften

2,3

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

1,9

Gesamtnote

1,8

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

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