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Škoda Octavia Testfahrt: Der beste Octavia aller Zeiten?

Skoda Octavia fahrend auf einer Straße
Neuer Škoda Octavia mit markanter Front ∙ © Skoda

Mit dem neuen Škoda Octavia auf Testfahrt: Der beliebte Kombi ist noch größer und hochwertiger geworden und kommt auch mit sparsamen Hybridmotoren. Technische Daten, Preise, Fotos

  • Üppig: Noch besseres Raumgefühl im Innenraum

  • Neu: Digitales Cockpit mit Head-up-Display

  • Elektrisch: Auch als Plug-in- und Mild-Hybrid

  • Preis: ab 21.590 Euro für die Limousine, der Kombi kostet 22.290 Euro

Was der Golf für VW ist, ist der Octavia für Škoda: Der Bestseller der Marke. Und wenn es ihm gut geht, geht es auch der Marke gut: Allein der Octavia fährt fast die Hälfte des Gewinns des tschechischen Autoherstellers ein. In Europa liegt er bei den Verkaufszahlen auf dem hervorragenden achten Rang – und in Tschechien, Österreich, Schweiz, Finnland, Ungarn, Polen, Serbien und Weißrussland ist er sogar das meistverkaufte Fahrzeug.

Dabei spielt die Kombi-Version ("Combi") eine tragende Rolle: Knapp zwei Drittel der verkauften Octavia entfallen auf diese Karosserieform, womit der Combi zum meistverkauften Kombi Europas avanciert.

Der neue Octavia ist etwas länger und breiter

Die aktuell vierte Generation konnten wir bereits ausgiebig fahren – mit dem Škoda-Vorstandsvorsitzenden Bernhard Maier als Co-Pilot auf dem Beifahrersitz. Schon beim Einsteigen lässt Bernhard Maier keine Zweifel aufkommen: "Das ist der beste Octavia aller Zeiten – noch geräumiger, praktischer und sicherer als je zuvor."
Tatsächlich war noch kein Combi größer: Mit 4,69 Metern ist die vierte Generation zwei Zentimeter länger als sein Vorgänger und auch in der Breite legt er um 1,5 Zentimeter zu.

Allerdings: Der Radstand blieb mit 2,69 Metern gegenüber dem Vorgänger identisch. Wie es Škoda dann aber trotzdem schafft, dass der ohnehin große Knieraum der Fondpassagiere jetzt noch acht Zentimeter üppiger ausfällt? Und der größte Kofferraum der Fahrzeugklasse nochmal 30 Liter mehr, nämlich 640 Liter fasst?

Edel gemacht: Der neu gestaltete Innenraum

"Es sind viele kleine Maßnahmen", weicht Bernhard Maier freundlich aus. Und wenn man dann genauer hinsieht, bemerkt man sie: Die neugestaltete Mittelkonsole, die schmaleren Türverkleidungen oder die schlankere Instrumententafel. Passt!
Die neu gestaltete Instrumententafel ist modular in verschiedenen Ebenen aufgebaut. Die Direktwahltasten für wichtige Fahrzeugfunktionen wie die Fahrprofilauswahl Driving Mode Select oder den Parkassistenten sind nach oben unter das zentrale Display gerückt. Im unteren Bereich schließt sich die neue Mittelkonsole mit Chromelementen an, die für einen edlen Touch sorgen.

An den vorderen Türen sind die Verkleidungen jetzt zum Teil perforiert und der Bedienknopf der elektrisch einstellbaren Außenspiegel ist auf der Armlehne direkt neben die Tasten für die elektrisch bedienbaren Fenster gerückt. Sowohl an den Türen als auch an der Instrumententafel sorgen neue und weiche Materialien für einen hochwertigeren Eindruck.

Vor dem Fahrer informiert das klar gestaltete Virtual Cockpit, dessen Inhalte (z.B. die Navikarte) über die Bedientasten des erstmals zweispeichigen Lenkrads gewählt werden. Im zentralen Display über der Mittelkonsole lässt sich das Infotainmentsystem ansteuern und – über eine integrierte Leiste im unteren Displaybereich – die Klimaanlage bedienen. 

Als erstes Modell von Škoda bietet der Octavia ein Head-up-Display, das wichtige Informationen wie die Geschwindigkeit oder Navigationshinweise direkt auf die Windschutzscheibe ins unmittelbare Sichtfeld des Fahrers projiziert.

Zielgenaue Lenkung, gutes Fahrwerk

"Der fährt wie ein typischer Octavia – nur noch viel besser". Škoda-Chef Bernhard Maier hat das schon beim Losfahren versprochen – und nach den ersten schneller gefahren Kurven muss man ihm uneingeschränkt recht geben. Kaum Wankbewegungen der Karosserie, eine zielgenaue Lenkung mit gutem Rückstellmoment und dazu ein Fahrwerk, das angenehm straff, aber keineswegs unkomfortabel abgestimmt ist. Passt! 

Das DSG-Getriebe schaltet – typisch für den VW-Konzern – mit sanften Übergängen. Im neuen Octavia fühlt sich das DSG allerdings einen Tick agiler an als in den neuesten VW-Modellen, wo die Gänge doch sehr früh gewechselt werden. 

Das Umschalten funktioniert übrigens nicht mehr über den bekannten DSG-Wählhebel, sondern über eine kleine Wippe in der Mittelkonsole: Škoda nutzt fürs DSG im Octavia erstmals die Shift-by-Wire-Technologie, die vor allem bei den Elektrovarianten Vorteile hat.

Škoda Octavia in mehreren Hybrid-Varianten

Denn tatsächlich wird der Octavia auch als Plug-in angeboten – in Verbindung mit dem 1,4-TSI-Benziner in zwei Leistungsstufen mit 204 und 245 PS. Die stärkere Variante stellt dann gleichzeitig den Antrieb des neuen Octavia RS dar – und das ist ein revolutionäres Novum. Einen Plug-in-Hybrid als Sportversion hat es bisher noch nirgends gegeben! Eine 13 kWh Batterie unter der Rückbank soll für rund 60 Kilometer rein elektrische Reichweite sorgen. Auf 100 km/h sprintet der RS in sportlichen 7,3 Sekunden, die Spitze liegt bei 225 km/h.

Bei den Benzinern mit 110 und 150 PS kommen bei der Ausrüstung mit dem 7-Gang-DSG ein 48-V-Riemen-Startergenerator und eine 48-V-Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz. Damit ist es möglich, mit komplett abgeschaltetem Verbrennungsmotor zu "segeln" und den Motor mit einem elektrischen Boost zu unterstützen. Ausschließlich mit Allradantrieb und 7-Gang-DSG ist der 2,0-TSI mit 190 PS erhältlich. Zunächst sind aber noch nicht alle Versionen zu haben.

Die Diesel sollen mit Zweifach-Kats sehr sauber sein

Die drei neuen Diesel (von 115 bis 200 PS) stammen aus der neu entwickelten Evo-Generation: Im "Twindosing"-Verfahren wird AdBlue gezielt vor zwei hintereinander angeordneten SCR-Katalysatoren eingespritzt. Durch diese Methode und den zusätzlichen zweiten Katalysator wird der Ausstoß von Stickoxiden (NOx) gegenüber der Vorgängergeneration der jeweiligen Triebwerke um rund 80 Prozent reduziert. Dazu passt auch der neue Komforteinfüllstutzen für AdBlue, der das Nachtanken auch mit Lkw-Zapfpistolen ermöglicht.

Auch die vierte Generation des Octavia gibt es wieder als G-TEC mit besonders umweltschonendem Erdgasantrieb. Die CO₂-Emissionen sind damit nochmals um rund 25 Prozent niedriger als im Benzinbetrieb und es fallen zudem deutlich weniger Stickoxide (NOx) und keine Rußpartikel an. Der 1,5-TSI-Motor hat 130 PS und ist auf den CNG-Betrieb ausgelegt. Die Kapazität der insgesamt drei CNG-Tanks beträgt 17,7 Kilogramm, für den Notfall steht ein 9-Liter-Benzintank zur Verfügung. In beiden Karosserievarianten des Octavia G-TEC kommen entweder eine 6-Gang-Handschaltung oder 7-Gang-DSG zum Einsatz.

Bildergalerie: Der 245 PS starke Octavia RS

Mit diesen Motoren, dem feinen Fahrwerk und den nochmals gewachsenen Abmessungen: Die vierte Generation des Škoda Octavia wird mindestens so erfolgreich wie der Vorgänger. Vor allem im Vergleich zu den "offiziellen" Konkurrenten, die Škoda-Vorstand Maier mit Opel Astra, Ford FocusKia Ceed, Hyundai i30 oder Peugeot 308 definiert. Da legt der Octavia – egal ob als Kombi oder Limousine – zumindest platzmäßig doch noch eine ganze Schippe drauf. Und das ist für viele Kunden ein wichtiges Argument, vielleicht auch für welche, die bisher einen VW Passat gekauft haben.

Alle Motoren im ÜberblIckLeistung (kW/PS)Max. Drehmoment (Nm)Komb. Verbrauch (WLTP)Preis
1,0 TSI EVO81/110200n. b.21.590 Euro
1,5 TSI EVO110/1502505,2-6,1ab 27.360 Euro
2,0 TSI140/190320n. b.n. b.
2,0 TDI85/115300 (6-M)4,0-4,7ab 28.380 Euro
2,0 TDI110/150340 (6-M)4,3-5,4ab 31.680 Euro
2,0 TDI147/200400 (7-DSG)n. b.n. b.
1,5 TSI G-TEC96/130200n. b.n. b.
1,0 TSI EVO e-TEC81/110200n. b.n. b.
1,5 TSI EVO e-TEC110/150250n. b.n. b.
1,4 TSI iV150/204350n. b.n. b.
Aufpreis für Kombiversion: 700 Euro