Beim Fahren mit Anhänger oder Fahrradträger muss man die zulässige Stützlast beachten. Warum das so ist und worauf es ankommt. Tipps des ADAC plus Stützlasten-Tabelle. Stützlast darf nicht überschritten werden Angaben von Zugfahrzeug und Anhängerkupplung beachten Was bei Heckträgern zu beachten ist Stützlast: Wohnwagen, Anhänger, Bootstrailer Wer mit seiner Anhängerkupplung einen Wohnwagen oder einen anderen Anhänger ziehen möchte, muss sich unter anderem auch mit dem Thema Stützlast beschäftigen. Die Stützlast ist das maximale Gewicht, das von oben auf die Anhängerkupplung wirken darf. Für sie darf weder die angegebene zulässige Stützlast für die Anhängerkupplung und die Zugeinrichtung des Zugfahrzeugs noch die des Herstellers selbst überschritten werden. Außerdem gibt es noch den Stützlast-Wert von Deichsel und Auflaufvorrichtung, den der Hersteller des Hängers vorschreibt. Sind diese Werte nicht identisch, ist der kleinere Wert einzuhalten. Der zulässige Stützlastwert sollte unter keinen Umständen überschritten, aber möglichst voll ausgenutzt werden, da eine hohe Stützlast dazu dient, das Gespann zu stabilisieren. Die Stützlast muss mindestens 4 Prozent des tatsächlichen Gesamtgewichts des Anhängers betragen. Das sind bei einem kleinen Baumarktanhänger, der mit Beladung zum Beispiel 500 Kilogramm wiegt, bereits 20 Kilogramm. Gemäß § 42 StVZO wird die Stützlast dem Zugfahrzeug zugeschlagen und vom tatsächlichen Anhängergewicht abgezogen. Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf aber dennoch nicht überschritten werden. Stützlast messen: So funktioniert's Um das Messen der Stützlast kommt man also nicht herum. Wie es richtig geht, zeigt das Video ganz oben. Wichtig: Sichern Sie zur Messung der Stützlast den Anhänger gut gegen Wegrollen, ziehen Sie die Bremse an oder legen Sie in beide Richtungen Keile unter. Die tatsächliche Stützlast lässt sich mit einer Stützlastwaage aus dem Zubehörhandel, aber auch mit einer Badezimmerwaage ermitteln. So gehen Sie dabei vor: Legen Sie ein Brett flach auf die Badezimmerwaage und stellen Sie ein passend langes zweites Brett senkrecht quer zur Fahrtrichtung unter das Kupplungsmaul. Senken Sie die Deichsel mit dem Stützrad langsam ab, bis das Kupplungsmaul auf dem senkrechten Brett aufsteht und das Stützrad nur wenige Millimeter in der Luft hängt. Das senkrecht stehende Brett muss so hoch sein, dass das Kupplungsmaul etwa in derselben Höhe ist wie die Anhängerkupplung Ihres Fahrzeugs im belasteten Zustand. Die Stützlast zu über- oder zu unterschreiten ist keine gute Idee – nicht nur weil sich die Fahreigenschaften ändern können (siehe unten), sondern auch weil man mit einem Bußgeld rechnen muss. Ist die Stützlast etwa um mehr als 50 Prozent überschritten, drohen 60 Euro Strafe und ein Punkt in Flensburg. Gleiches gilt, wenn die Stützlast entsprechend unterschritten wird. Bei einer weniger großen Über- bzw. Unterschreitung sind nur 25 Euro fällig, etwa wenn sie bei einem Fahrradträger auf der Anhängerkupplung um 5 oder 10 Kilogramm überschritten ist. Stützlast berechnen – so geht's Wer die Stützlast direkt unter dem Stützrad misst, erhält einen zu hohen und daher nicht aussagekräftigen Wert. Schließlich fällt die Stützlast ja am Kugelkopf an, also viel weiter vorn. Dennoch lässt sich auf diese Weise die Stützlast ermitteln. So geht's: Über eine Messung am Stützrad lässt sich die Stützlast zumindest berechnen. Dafür sind aber noch weitere Messungen nötig. Ermittelt werden müssen noch der Abstand von der Achse des Anhängers bis zum Stützrad und der Abstand der Achse bis zur Kupplung. Danach einfach die obige Formel aus dem Schaubild verwenden. Diese Methode ist komplexer und nicht so genau wie die Messung unter dem Kugelkopf mit der Badwaage (siehe oben). Letzteres ist deshalb vorzuziehen. Die beste Lösung, um die Stützlast zu ermitteln, ist aber die Messung mithilfe einer speziellen Stützlastwaage, die für wenig Geld im Zubehörhandel zu haben ist. Stützlast Fahrradträger: Eigene Dynamik Via Anhängerkupplung lassen sich aber nicht nur Anhänger ziehen. Viele nutzen sie auch als Basis für einen Fahrradträger oder eine Transportbox. Auch hier wirken Kräfte auf das System und belasten es. Anders als beim Ziehen eines Anhängers ist die Last starr und unbeweglich mit der Anhängevorrichtung verbunden. In der Regel liegt der Schwerpunkt des Transportguts aber nicht genau über der Kupplungskugel, sondern einige Zehn Zentimeter dahinter. Was ist der D-Wert? Dadurch entsteht eine Kraft, die die Anhängerkupplung nach hinten wegknicken möchte – was sich beim Beschleunigen noch verstärkt. Beim starken Bremsen wiederum wirkt die Kraft nach vorne. Wie hoch die Kräfte sein dürfen, die auf die Anhängevorrichtung wirken, besagt der sogenannte D-Wert. Auf diesen sollte man dringend achten, damit das System nicht zu sehr belastet bzw. damit es nicht beschädigt wird. Der D-Wert findet sich auf dem Typenschild der Anhängerkupplung und wird in Kilonewton (kN) angegeben. Hersteller von Trägersystemen für die Anhängerkupplung (z.B. Fahrradträger oder Transportbox am Heck) geben in ihrer Gebrauchsanleitung wiederum an, welchen D-Wert die Anhängevorrichtung mindestens haben muss, um den Belastungen durch das Trägersystem standhalten zu können. Wichtig: Mit Last am Heck werden die Fahreigenschaften eines Autos schlechter. Schwere E-Bikes verstärken den Effekt. Der ADAC empfiehlt deshalb, die Akkus während der Fahrt abzunehmen und im Fahrzeug zu verstauen. Auch sollten Taschen und Körbe demontiert werden. Die Fahrräder dürfen nicht mit Schutzhüllen abgedeckt werden, weil sie wie ein Bremsfallschirm wirken. Stützlast im Fahrzeugschein: Wo steht sie? Wie hoch die maximal zulässige Stützlast des Fahrzeugs ausfällt, ist in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 ("Fahrzeugschein") unter dem Punkt 13 vermerkt. Auch in der Bedienungsanleitung des Autos sollte die Stützlast zu finden sein. Die Stützlast-Werte von Deichsel und Auflaufvorrichtung sowie der (abnehmbaren) Anhängerkupplung sind auf dem jeweiligen Typenschild zu finden. Weil die Unterschiede bei der Stützlast bei verschiedenen Fahrzeugmodellen groß sind, lohnt sich für Gespannfahrer aber schon vor dem Kauf ein Blick in die technischen Daten des Wunschmodells. Ein elektrischer Ford Mustang Mach-E kommt zum Beispiel je nach Version auf maximal 30 bis 60 Kilogramm Stützlast. Ein Range Rover packt dagegen bis zu 150 Kilogramm – vorausgesetzt, die Anhängevorrichtung ist dafür ausgelegt. In der folgenden Tabelle finden Sie die Stützlasten relevanter Fahrzeugmodelle: Tabelle Stützlast: Auto-Modelle im Überblick Hier lesen Sie alles zur Anhängelast und zur Dachlast. Lässt sich die Stützlast erhöhen? Manchmal kann es notwendig sein, die Stützlast zu erhöhen. Ohne technische Änderungen geht das allerdings nicht. So kann etwa der Einbau einer anderen Auflaufbremse (Fachjargon: Auflaufeinrichtung) die maximale Stützlast verändern. In jedem Fall ist eine technische Abnahme durch Prüfdienste wie TÜV, Dekra und Co. notwendig. Dort sollte man sich auch am besten im Vorfeld beraten lassen, welche Maßnahmen sinnvoll und möglich sind. Video: Richtig beladen gegen Schlingern Den Anhänger geschickt zu beladen, um die maximale Stützlast auszunutzen, ist für die Fahrstabilität wichtig. Man sollte aber zudem darauf achten, dass die Ladung im Anhänger nicht kopf- oder hecklastig erfolgt. Beides kann negative Auswirkungen auf die Fahrstabilität und damit die Fahrsicherheit haben, wie dieses Video zeigt: Fachliche Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technik Zentrum