Stützlast: Was beim Fahren mit Anhänger zu beachten ist

Auf die Anhängerkupplung wirkt eine Kraft von oben: die Stützlast
Auf die Anhängerkupplung wirkt eine Kraft von oben: die Stützlast© ADAC/Ralph Wagner

Beim Fahren mit Anhänger oder Fahrradträger muss man auch die zulässige Stützlast beachten. Warum das so ist und worauf es ankommt.

  • Stützlast darf nicht überschritten werden

  • Angaben von Zugfahrzeug und Anhängerkupplung beachten

  • Was bei Heckträgern zu beachten ist

Stützlast für Wohnwagen und Anhänger

Wer mit seiner Anhängerkupplung einen Wohnwagen oder einen anderen Anhänger ziehen möchte, muss sich unter anderem auch mit dem Thema Stützlast beschäftigen. Die Stützlast beschreibt das maximale Gewicht, das von oben auf die Anhängerkupplung wirken darf.

Für sie darf weder die angegebene zulässige Stützlast für die Anhängerkupplung und die Zugeinrichtung des Zugfahrzeugs noch die des Herstellers selbst überschritten werden. Außerdem gibt es noch den Stützlast-Wert von Deichsel und Auflaufvorrichtung, den der Hersteller des Hängers vorschreibt. Sind diese Werte nicht identisch, ist der kleinere Wert einzuhalten.

Der zulässige Stützlastwert sollte unter keinen Umständen überschritten, aber möglichst voll ausgenutzt werden, da eine hohe Stützlast dazu dient, das Gespann zu stabilisieren. Die Stützlast muss mindestens 4 Prozent des tatsächlichen Gesamtgewichts des Anhängers betragen. Das sind bei einem kleinen Baumarktanhänger, der mit Beladung zum Beispiel 500 Kilogramm wiegt, bereits 20 Kilo.

Nach § 42 StVZO wird die Stützlast dem Zugfahrzeug zugeschlagen und vom tatsächlichen Anhängergewicht abgezogen. Das zulässige Gesamtgewicht des Anhängers darf aber dennoch nicht überschritten werden.

Stützlast messen: So funktioniert's

Die Stützlast lässt sich mit einer einfachen Badwaage ermitteln © ADAC/Test- und Technik

Um das Messen der Stützlast kommt man also nicht umhin. Wichtig: Sichern Sie zur Messung der Stützlast den Anhänger gut gegen Wegrollen, ziehen Sie die Bremse an oder legen Sie in beide Richtungen Keile unter. Die tatsächliche Stützlast lässt sich mit einer Stützlastwaage aus dem Zubehörhandel, aber auch mit einer Badezimmerwaage ermitteln.

So gehen Sie dabei vor: Legen Sie ein Brett flach auf die Badezimmerwaage und stellen ein passend langes, zweites Brett senkrecht quer zur Fahrtrichtung unter das Kupplungsmaul. Senken Sie die Deichsel mit dem Stützrad langsam ab, bis das Kupplungsmaul auf dem senkrechten Brett aufsteht und das Stützrad nur wenige Millimeter in der Luft hängt. Das senkrecht stehende Brett muss so hoch sein, dass das Kupplungsmaul etwa in derselben Höhe ist wie die Anhängerkupplung Ihres Fahrzeugs im belasteten Zustand.

Wenn Sie die Stützlast direkt unter dem Stützrad messen, ist der abgelesene Wert zu hoch und daher nicht aussagekräftig.

Stützlast Fahrradträger: Eigene Dynamik

Bremsen, beschleunigen, ausweichen: Mit Fahrradträger ändert sich das Fahrverhalten © Foto Ralph Wagner

Via Anhängerkupplung lassen sich aber nicht nur Anhänger ziehen. Viele nutzen sie auch als Basis für einen Fahrradträger oder eine Transportbox. Auch hier wirken Kräfte auf das System und belasten es. Anders als beim Ziehen eines Anhängers, ist die Last starr und unbeweglich mit der Anhängevorrichtung verbunden. In der Regel liegt der Schwerpunkt des Transportguts aber nicht genau über der Kupplungskugel, sondern einige zehn Zentimeter dahinter.

Was ist der D-Wert?

Dadurch entsteht eine Kraft, die die Anhängerkupplung nach hinten wegknicken möchte – was sich beim Beschleunigen noch verstärkt. Beim starken Bremsen wiederum wirkt die Kraft nach vorne. Wie hoch die Kräfte sein dürfen, die auf die Anhängevorrichtung wirken, besagt der sogenannte D-Wert. Auf diesen sollte man dringend achten, damit das System nicht zu sehr belastet bzw. beschädigt wird.

Der D-Wert findet sich auf dem Typenschild der Anhängerkupplung und wird in Kilonewton (kN) angegeben. Hersteller von Trägersystemen für die Anhängerkupplung (z.B. Fahrradträger oder Transportbox am Heck) geben in ihrer Gebrauchsanleitung wiederum an, welchen D-Wert die Anhängevorrichtung mindestens haben muss, um den Belastungen durch das Trägersystem standhalten zu können.

Wichtig: Mit Last am Heck werden die Fahreigenschaften eines Autos schlechter. Schwere E-Bikes verstärken den Effekt. Der ADAC empfiehlt deshalb, die Akkus während der Fahrt abzunehmen und im Fahrzeug zu verstauen. Auch sollten Taschen und Körbe demontiert werden. Die Fahrräder dürfen nicht mit Schutzhüllen abgedeckt werden, weil sie wie ein Bremsfallschirm wirken.

Stützlast im Fahrzeugschein: Wo steht sie?

Wie hoch die maximal zulässige Stützlast des Fahrzeugs ausfällt, ist in der Zulassungsbescheinigung Teil 1 ("Fahrzeugschein") unter dem Punkt 13 vermerkt. Auch in der Bedienungsanleitung des Autos sollte die Stützlast zu finden sein. Der Stützlast-Wert von Deichsel und Auflaufvorrichtung sowie der der (abnehmbaren) Anhängerkupplung ist auf dem jeweiligen Typenschild zu finden.

Weil die Unterschiede bei der Stützlast bei verschiedenen Fahrzeugmodellen groß sind, lohnt sich für Gespannfahrer aber schon vor dem Kauf ein Blick in die technischen Daten des Wunschmodells. Ein elektrischer Ford Mustang Mach-E kommt zum Beispiel auf maximal 25 Kilogramm Stützlast. Ein Range Rover packt dagegen 150 Kilogramm – vorausgesetzt die Anhängevorrichtung ist dafür ausgelegt. In dieser Tabelle finden Sie Stütz- und Anhängelasten relevanter Fahrzeugmodelle:

Lässt sich die Stützlast erhöhen?

Manchmal kann es notwendig sein, die Stützlast zu erhöhen. Ohne technische Änderungen geht das allerdings nicht. So kann etwa der Einbau einer anderen Auflaufeinrichtung die maximale Stützlast verändern. In jedem Fall ist eine technische Abnahme durch Prüfdienste wie TÜV, Dekra und Co. notwendig. Dort sollte man sich auch am besten im Vorfeld beraten lassen, welche Maßnahmen sinnvoll und möglich sind.

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Fachliche Beratung: Burkhard Böttcher, ADAC Technik Zentrum

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Jochen Wieler
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