ADAC Autotest: Ein E-Auto ist neuer Spitzenreiter

Ein blauer Toyota Mirai während der Fahrt durch die Stadt
Eines von derzeit zwei kaufbaren Brennstoffzellenautos: Toyota Mirai ∙ © Toyota

Zwischen Juli und September 2021 hat der ADAC 28 verschiedene Automodelle von 22.490 Euro bis 71.800 Euro getestet. Dabei waren sechs Elektroautos, fünf Plug-in-Hybride, ein Brennstoffzellenauto und ein Vollhybrid. Die Highlights im Quartalsrückblick.

Toyota Mirai: 550 Kilometer Reichweite im Test

Ein Brennstoffzellenfahrzeug ist nicht nur auf Deutschlands Straßen, sondern auch im ADAC Autotest nach wie vor eine Seltenheit. Grund: Es gibt nur zwei Fahrzeuge auf dem Markt. Den Hyundai Nexo und den Toyota Mirai. Letzterer trat nun in der zweiten Generation zum ADAC Test an.

Der aktuelle Mirai ist nicht nur optisch gelungen, er kann besonders mit seinem Antrieb überzeugen und erhält als Saubermann volle fünf Sterne im ADAC Ecotest. Mit einer ermittelten Reichweite von mehr als 550 Kilometern ist die mit Wasserstoff betriebene Stufenhecklimousine zumindest in dieser Hinsicht voll alltagstauglich. Von der viel zu geringen Zuladung und den fehlenden Dach-, Stütz- und Anhängelasten lässt sich dies jedoch nicht behaupten. Gut: Im Vergleich zum Vorgänger haben die Japaner den Grundpreis um rund 14.000 Euro auf 63.900 Euro (Grundpreis abzüglich E-Auto-Förderung) gesenkt.

Fiat 500 Elektro: Gut, aber teuer

Frontansicht des Fiat 500e fahrend auf einer Straße
Der Fiat 500 ist ein gutes Elektroauto geworden ∙ © Fiat

Zu einem massentauglichen Elektrofahrzeug könnte der neue Fiat 500 werden, der in der neuesten Generation ausschließlich als E-Auto angeboten wird. Technisch und fahrerisch kann der kleine Italiener überzeugen, die Reichweite geht mit gemessenen 250 Kilometern für ein Stadtauto ebenfalls in Ordnung. Der stattliche Preis der getesteten Cabrioversion von gut 32.000 Euro mit der großen 42-kWh-Batterie lässt sich zumindest dank staatlicher Förderprämie noch um gut 9000 Euro drücken.

Sein Elektro-Konkurrent Renault Twingo Electric wurde ebenfalls getestet. Der Franzose kann aber nicht mit dem Fiat mithalten: Zu lückenhaft die Ausstattung mit Assistenzsystemen, zu mager die Reichweite von nur 150 Kilometern im Test. Eine Schnelllademöglichkeit gibt es nicht – flottes Weiterkommen auf der Autobahn fällt mit maximal 22 kW Ladeleistung also flach.

Bestnote im Test für den elektrischen BMW iX3

Ein neuer schwarzer BMW iX3 von hinten, während der Fahrt durch die Stadt
BMW iX3: Schnitt mit der Bestnote 1,7 im ADAC Test ab ∙ © BMW

Mit BMW iX3, Hyundai Kona Elektro, Mercedes EQA und Škoda Enyaq waren vier derzeit besonders populäre Elektro-SUV im dritten Quartal im Autotest vertreten. Der auf dem X3 basierende BMW iX3 fährt mit der Gesamtnote 1,7 ein hervorragendes Gesamtergebnis ein – markenübergreifend sogar das beste im ADAC Autotest seit fünf Jahren. Der iX3 überzeugt auf nahezu ganzer Linie, lediglich die Reichweite könnte mit ermittelten 400 Kilometern noch etwas besser sein.

Auch der Škoda Enyaq schneidet im ADAC Autotest mit der Gesamtnote 1,9 recht gut ab und macht seine Sache im Vergleich zum technisch eng verwandten VW ID.4 zum Beispiel bei der Bedienung sogar noch etwas besser.

Der Mercedes EQA kommt ebenfalls auf eine 1,9. Der Kompakt-SUV punktet mit einem markentypisch hohen Fahrkomfort und Sicherheitsniveau, das von Mercedes-Benz gewohnt hohe Preislevel findet man allerdings auch hier vor.

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Respektabel: Elektro-Kona mit 435 Kilometern Reichweite

Der Hyundai Kona Elektro war schon immer sehr sparsam. Das überarbeitete Modell ist nun noch effizienter unterwegs, was dem kleinen E-Auto eine respektable Reichweite von 435 Kilometern beschert. Der brauchbare Aktionsradius würde manch deutlich größerem und teurem Elektro-SUV gut zu Gesicht stehen. Mit dem ebenfalls getesteten Hyundai Kona Hybrid hat der Elektro-Kona eine Gemeinsamkeit: Beide sind erstaunlich erwachsene Kleinwagen-SUV, könnten bei der Geräuschdämmung und den verwendeten Materialien aber noch deutlich zulegen.

Zwei Erdgas-Autos haben ebenfalls ihren Weg zum ADAC gefunden. VW Golf 1.5 TGI und Seat Leon 1.5 TGI teilen sich den Großteil der Technik, auch antriebsseitig. Beide Kompaktwagen fahren ausgewogen und erreichen hervorragende fünf Sterne im ADAC Ecotest. Leider herrscht allerdings auch beim ablenkungsintensiven Bediensystem und der nicht sehr üppigen Erdgas-Reichweite von rund 400 Kilometern Einigkeit.

ADAC Autotest: Das steckt hinter den Ergebnissen

Die ADAC Autotest-Ergebnisse beruhen auf akribischen Messungen: Mehr als 300 Prüfpunkte untersuchen die Testingenieure des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech. Vom Platzangebot über die Sicherheit bis hin zum Schadstoff und CO₂-Ausstoß reicht die Bandbreite.

Isuzu D-Max: Riesen-Pick-up mit Schwächen

ein blauer Isuzu D Max Pick-up während der Fahrt von vorne
Isuzu D-Max: Monströser Pick-up mit hohem Verbrauch ∙ © Tom Salt / AUTO BILD

Unter den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor haben besonders der BMW 530d Touring und der Isuzu D-Max einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Letzterer vor allem wegen seiner Erscheinung. Der knapp 5,30 Meter lange und grimmig dreinblickende Pick-up wirkt imposant, die Gesamtnote von 2,9 kann jedoch weniger beeindrucken. Stärken wie der immensen Zuglast oder der hohen Zuladung stehen Schwächen wie hoher Verbrauch oder schwammige Fahreigenschaften gegenüber.

Im Vergleich dazu erscheint der BMW 530d Touring perfekt. Schwachstellen hat der große Kombi bis auf den hohen Preis keine. Der Sechszylinder ist mit 286 PS bärenstark, gleichzeitig sehr effizient und sparsam. Dem Fahrwerk gelingt ein beeindruckender Spagat aus Komfort und Agilität, die Verarbeitungs- und Materialqualität ist tadellos, und das Bediensystem setzt klassenübergreifend Maßstäbe.

28 Modelle im ADAC Autotest

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Text: Jochen Wieler, Alexander Werner