ADAC Autotest: Über gute und schlechte Kompromisse

Ein Golf GTD fährt auf einer Landstrasse
Eines von 19 Anfang 2021 getesteten Fahrzeugen: Der VW Golf GTD ∙ © VW

Zwischen Januar und März 2021 hat der ADAC 19 verschiedene Automodelle getestet. Neben reinen Verbrennern waren ein Elektroauto, ein Plug-in-Hybrid, ein Vollhybrid und mehrere Mildhybride vertreten. Die Highlights.

Ein Auto ist eigentlich immer ein rollender Kompromiss: Bei einem Sportwagen geht Fahrspaß ganz klar vor Nutzwert – bei einem Familienvan ist es dagegen genau umgekehrt. Ein Auto, das in allen Disziplinen gut abschneidet? Das ist dennoch gar nicht so selten, wie der ADAC Autotest beweist. Der getestete VW Golf GTD etwa erfreut mit seinem 200-PS-starken Dieselmotor nicht nur das Sportlerherz. Er bietet auch ordentliche Platzverhältnisse und ist sogar recht sparsam unterwegs: 5,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer im ADAC Test sind sehr erfreulich.

Škoda Octavia mit Traumnote 1,8 im ADAC Test

Ein Skoda Octavia G-Tec fährt auf einer Straße
Škoda Octavia mit Bestnoten im ADAC Test ∙ © Skoda

Wer auf ein paar Zehntel bei der Beschleunigung verzichten kann und noch mehr Nutzwert braucht: Auch der Škoda Octavia Combi machte im ADAC Test eine außerordentlich gute Figur. Als 2.0 TDI begnügt er sich mit 4,9 Litern im Schnitt, seine Abgase sind supersauber und der Kofferraum packt auch großes Urlaubsgepäck weg wie nichts. Der Lohn: Eine Top-Note von 1,8 im ADAC Autotest – auch wenn die Bedienung im Vergleich zum Vorgänger schlechter geworden ist. Letzteres betrifft aber auch den Golf und den Seat Leon. Beide Autos sind unnötig kompliziert geworden, Knöpfe gibt es kaum noch.

Wie es besser geht, zeigt der Raumriese Škoda Superb, mit dem jeder sofort klarkommen sollte. Er wurde als Plug-in-Hybrid getestet. Im Elektromodus lässt sich völlig stressfrei im Verkehr mitschwimmen, denn der Elektromotor hat auch ohne den Verbrenner genügend Kraft für den Alltag.

Ford Mustang mit V8: So muss ein US-Car sein

Ein Ford Mustang fährt auf einer Landstrasse, von hinten aufgenommen.
Viel Sportwagen fürs Geld: Der Ford Mustang ∙ © Ford

Auch ein Sportwagen war diesmal dabei: Der Ford Mustang Fastback 5.0 V8. Mehr Motor und mehr Leistung fürs Geld gibt es sonst so gut wie nirgends. Mehr Gänsehaut-Feeling auch nicht: Der 450-PS-starke V8 sorgt für typischen Motorsound eines US-Musclecars. Der Besitzer genießt – und schweigt am besten über den Verbrauch, der mit 10,5 Litern im Test alles andere als sportlich zu nehmen ist.

Der kleine Fiat Panda ist mit seinem neuen, mildhybridisierten Dreizylinder-Benziner dagegen angetreten, um möglichst wenig zu verbrauchen. Mit mäßigem Erfolg. Die rudimentäre 12-Volt-Hybridtechnik senkt den Verbrauch nur minimal, und es bleiben immer noch 5,5 Liter im ADAC Ecotest. Mit besserer Technik wäre sicher mehr drin gewesen. Zudem erscheint die karge passive und aktive Sicherheit des fraglos knuffig-praktischen Kleinstwagens mittlerweile überholt.

Der elektrische Mazda MX-30 enttäuscht

Das einzige Elektroauto war diesmal der Mazda MX-30. Seine edle Inneneinrichtung fällt sofort ins Auge, und das Auto ist ab Werk gut ausgestattet. Mit seinem hohen Verbrauch und der geringen Reichweite von rund 170 Kilometern im Test (im Winter noch deutlich weniger) erscheint der Japaner aber nicht wirklich konkurrenzfähig. Schade, denn auch sonst bringt er einige pfiffige Ideen mit, wie etwa die nach hinten öffnenden Fondtüren.

Zu den meist unterschätzen Autos gehört der Opel Insignia Sportstourer mit immensem Platzangebot und einem fairen Preis-Leistungs-Verhältnis. Und der VW Touran ist im Zuge des SUV-Booms fast schon in Vergessenheit geraten – schade, denn seine Qualitäten als braver Familienfreund sind unbestritten gut.

Toyota Yaris: Sparsam und sauber

Der Toyota Yaris in Fahrt
Der Toyota Yaris Hybrid hat volle fünf Sterne in der ADAC Umweltwertung bekommen ∙ © Toyota

Dass Toyota viele Jahre Erfahrung bei der Hybridtechnik hat, zeigt der Toyota Yaris Hybrid. 4,7 Liter Testverbrauch und gute Abgaswerte sorgen für volle fünf Sterne im ADAC Ecotest. Besonders lobenswert: Im Stadtverkehr nimmt sich der Vollhybrid gerade einmal 3,4 Liter auf 100 Kilometer. Da wirkt der Subaru Forester 2.0ie wie von gestern, der trotz Mildhybrid-Boxermotor unzeitgemäße 8,2 l Super schluckt. Der lange Bremsweg und der durchzugsschwache Saugmotor sorgten ebenfalls nicht für Begeisterung beim Testteam des ADAC – den richtigen Kompromiss zu finden, schafft offenbar nicht jeder Hersteller.

19 Modelle im ADAC Autotest

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Text: Jochen Wieler, Maximilian Bauer