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Mercedes GLB: Der knuffige Familien-SUV

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC

Mit kantigem Offroad-Design, optionalem Allradantrieb und bis zu sieben Sitzen tritt der Mercedes GLB im kompakten SUV-Segment an. Im ADAC Test: Der GLB 220d mit 190-PS-Dieselmotor.

  • Praktischer SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen und verschiebbarer Rückbank

  • Sehr ausgewogenes Fahrwerk mit feinfühliger Lenkung

  • GLB bestellbar ab 37.318 Euro

Allen Diskussionen zum Trotz: Der SUV-Markt boomt noch immer – und eine Trendwende ist noch lange nicht in Sicht. Gut, wer möglichst viele dieser Modelle im Programm hat. Und bei Mercedes passte zwischen den kompakten GLA und den Mittelklasse-SUV GLC noch ein GLB. Doch was kann die Zwischengröße?

Mercedes GLB: SUV zwischen Kompakt- und Mittelklasse

Der GLB sieht aus, wie Kinder einen Geländewagen zeichnen würden: kantig, mit großem Kühler, steilem Heck und kurzen Überhängen. Die Front ragt gerade auf, und die Seitenlinie wird durch eine kräftige Schulter dominiert. Der GLB wirkt ungewohnt eigenständig und hebt sich damit deutlich ab von den weichgespülten Schwestermodellen im eigenen Haus, aber auch vom Einheitsbrei der VW-Konzern-SUV vom Seat Ateca über VW Tiguan bis zum Škoda Karoq. Die Stuttgarter haben aber auch die Käufer der Premium-SUV wie Audi Q5, Volvo XC60 und BMW X3 im Visier.  

Man sieht es dem GLB an: Er will ein robuster Pragmatiker und kein reiner Lifestyle-SUV sein, der nur den Weg von der Kita zum Gourmet-Restaurant kennt. Gerade im Gelände sind die kurzen Überhänge tatsächlich auch von Vorteil – so setzt das Fahrzeug nicht so schnell auf.

Technisch basiert der GLB zwar auf der Kompaktwagen-Plattform von Mercedes, auf der auch A-KlasseMercedes CLA und B-Klasse stehen. Doch wirklich kompakt ist er nicht: Mit einer Länge von 4,63 Metern, 1,83 Meter Breite und 1,66 Meter Höhe liegt er näher am Mercedes GLC (4,66 Meter Länge) als am kleinen GLA (4,41 Meter Länge).

Variabler Innenraum mit bis zu sieben Sitzen

Der große Radstand von 2,83 Metern (zehn Zentimeter mehr als die B-Klasse!) sorgt für ein sehr großzügiges Platzangebot vorn und hinten. So lassen sich die Vordersitze nach den Messungen des ADAC auch für Zwei-Meter-Riesen zurückschieben, hinten kommen 1,95 Meter große Mitfahrer unter, wenn vor ihnen ein 1,85-Meter-Mensch sitzt. Für drei Personen im Fond wird es dennoch eng, schließlich ist der GLB nicht übermäßig breit.

In den Kofferraum passen laut Hersteller 570 bis 1805 Liter, nach ADAC Messung (ohne Hohlräume und doppelte Böden) sind es immer noch sehr gute 465 bis 1505 Liter – der große Urlaub kann kommen. Optional gibt es im Kofferraumboden versenkbare Einzelsitzen für zwei weitere Mitfahrer, die offiziell bis 1,68 Meter groß sein dürfen. Und tatsächlich sitzen Mitfahrer dort für kürzere Distanzen überraschend bequem – wenn sie es etwas mühsam in die dritte Sitzreihe geschafft haben. Der GLB funktioniert dabei als perfektes Elterntaxi: Bis zu vier Kindersitze können beim Siebensitzer an den Isofix-Vorrüstungen in der zweiten und dritten Sitzreihe befestigt werden.

Ohnehin präsentiert sich der GLB fast so variabel wie ein Van: Die zweite Sitzreihe kann um 14 Zentimeter für mehr Beinfreiheit oder mehr Platz im Kofferraum verschoben werden, und die Lehnen sind dreigeteilt im Verhältnis 40:20:40 umklappbar sowie in acht Stufen in der Neigung verstellbar.

Großes Kino im Cockpit

Beim Armaturenbrett gibt es keine großen Überraschungen: Der GLB hat das große Widescreen-Cockpit aus der B-Klasse und das Bediensystem MBUX (Mercedes-Benz User Experience) geerbt, das auch auf Sprachbefehle und Gesten reagiert. Zwei 7-Zoll-Displays für das Kombi-Instrument und das Mediasystem mit Touchscreen sind serienmäßig, die 10,25-Zoll-­Displays kosten zusätzlich. An die vielfältigen Bedienmöglichkeiten mit Touchscreen, Touchpad, berührungsempfindlichen Tasten am Lenkrad, Sprach- und Gestensteuerung muss man sich allerdings erst gewöhnen. Das kann anfangs ziemlich ablenken.

Optisch sieht das spannend aus: Auf der einen Seite die klare Grafik der edlen Widescreens, auf der anderen Seite auch im Fahrzeuginneren Offroad-Look, z. B. auf der Beifahrerseite ein Rohr mit Lüftungsdüsen, die ­wirken, als wären sie aus ­einem Alu-Zylinder herausgefräst. Klingt martialisch, sieht aber richtig edel aus.

Allradantrieb nicht immer Serie

Trotz offroad-orientiertem Design gibt es den Allradantrieb 4Matic nur gegen Aufpreis, aber nicht für alle Varianten. Dabei kann der Fahrer per Knopfdruck die Kraftverteilung zwischen Vorder- und Hinterachse wählen. Die Bandbreite reicht von 80:20 (vorn/hinten) bis zu einer gleichmäßigen 50:50 Kraftverteilung. Wer den GLB öfter abseits befestigter Straßen bewegt, sollte sich auch für das optionale Offroad-Paket entscheiden – das funktionierte bei unseren ersten Testfahrten im Gelände bestens. Neben dem speziellen Offroad-Licht, das eine breite und helle Lichtverteilung vor dem Fahrzeug erzeugt, passt sich die Leistungsentfaltung des Motors, die Charakteristik des Allradantriebs und die ABS-Regelung für leichtes Gelände abseits geteerter Straßen an. 

Die Bergabfahrhilfe Downhill-Speed-Regulation (DSR) hält automatisch eine vorgewählte, langsame Geschwindigkeit zwischen ca. 2 und 18 km/h, ablesbar im Instrumenten-Display und im optionalen Head-up-Display. 

Sieben Motoren samt sportlichem AMG

Drei Benziner mit 136,163 und 224 PS sowie drei Diesel (von 116 bis 190 PS) bilden das Standardrepertoire – fast alle mit Achtgang-Doppelkupplungs-Getriebe (DCT). Nur die kleinen Benziner GLB 180 und 200 schalten mit einem Siebengang-DCT – und das hat etwas Mühe, den Mercedes auf Trab zu bringen. Gibt man dann etwas beherzter Gas, heult der 1,3-Liter-Motor – eine Gemeinschaftsentwicklung mit Renault – schon mal richtig unangenehm auf. Hier ist der 250er klar die bessere Wahl. 

Bei den Dieseln kann man zwar auch mit dem 150 PS starken 200d gut leben, doch richtig Spaß macht der GLB als 220d mit 190 Diesel-PS. Der trat als Allradversion 4Matic zum ADAC Test an. Mit 400 Nm Drehmoment gesegnet, beschleunigt er den GLB vehement. Gerade auch die Zwischenspurts sind beeindruckend. Mercedes verspricht den Sprint von 0 auf 100 km/h in 7,6 Sekunden und eine Spitze von immerhin 217 km/h.

GLB 220d mit sehr sauberen Abgasen

Besonders leise ist der Motor nicht, besonders sparsam leider auch nicht. Im ADAC Ecotest kam der Diesel auf 6,7 Liter Testverbrauch im Schnitt, auf der Autobahn sogar auf über acht. Das zieht einen relativ hohen CO₂-Ausstoß nach sich. Immerhin: Die Schadstoffe werden mit hohem Aufwand vorbildlich gereinigt. Selbst bei Volllast auf der Autobahn kommen so gut wie keine Stickoxide mehr aus dem Auspuff. Es geht also, wenn man will.

Natürlich hat es sich auch AMG nicht nehmen lassen, einen GLB 35 aufzulegen, der mit 306 PS und einer Beschleunigung in rund fünf Sekunden auf Tempo 100 die pure Unvernunft darstellt. 2021 soll aus dem GLB ein vollelektrischer Mercedes EQB abgeleitet werden und die Elektro-Flotte mit Mercedes EQC und Mercedes EQV verstärken.

Fazit

Markant von außen, hochwertig im Innenraum und technisch bestens ausgestattet: Der neue GLB bereichert das Mercedes-Angebot mit mehr Persönlichkeit und Stil als die x-te Coupé- oder Shooting-Brake-Variante, die noch für den kleinsten Nischenmarkt entwickelt wird. Und was er von außen verspricht, löst er mit einem perfekten Fahrwerk, der feinfühligen Lenkung und gutem Platzangebot ehrlich ein. Also alles perfekt? Nicht wirklich, denn fast 38.000 Euro muss die Zielgruppe Familie beim Kauf des GLB mindestens stemmen – und da sind die Sitze der dritten Reihe sowie viele andere Extras noch gar nicht dabei.

Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Mercedes GLB 220d 4Matic als PDF herunterladen
PDF, 854 KB
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Daten, Fakten, Preise: Mercedes GLB

Technische Daten (Herstellerangaben)Mercedes GLB 220d 4Matic

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 140 kW/190 PS, 400 Nm bei 1600 U/min

Fahrleistungen

7,6 s auf 100 km/h, 217 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,1 l Diesel/100 km, 142 g CO₂/km

Maße

L 4,63 / B 1,83 / H 1,66 m

Kofferraum (Fünfsitzer)

560 – 1755 l

Anhängelast ungebremst / gebremst

750 / 2000 kg

Leergewicht / Zuladung

1735 / 515 kg

Preis

45.363 Euro (Modellreihe ab 37.318 Euro)

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Mercedes GLB 220d AMG Line 4Matic 8G-DCT

Überholvorgang 60-100 km/h

5,0 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,0 m

Wendekreis

11,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,7 l Diesel/100 km, 211 g CO₂/km (well-to-wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

***

Reichweite

895 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,4 dB (A)

Leergewicht / Zuladung

1805 / 445 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

465 / 820 / 1505 l

ADAC Testzeugnis

ADAC TestergebnisMercedes GLB 220d AMG Line 4Matic 8G-DCT

Karosserie/Kofferraum

2,3

Innenraum

2,2

Komfort

2,1

Motor/Antrieb

1,8

Fahreigenschaften

2,2

Sicherheit

1,3

Umwelt/Ecotest

3,0

Gesamtnote

2,1

Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet