Neuer Mercedes GLC: Ein SUV für alle Fälle

Hier in der AMG-Line: Mercedes GLC in der dritten Modellgeneration
Hier in der AMG-Line: Mercedes GLC in der dritten Modellgeneration© Mercedes

Der GLC ist ein weltweiter Verkaufsschlager. Für die dritte Generation haben die Designer jetzt innen wie außen merklich Hand angelegt. Deutlich verbessert sind die Offroad-Eigenschaften. Die Preise steigen allerdings erheblich. Erste Testfahrt, Daten, Preise.

  • Mercedes GLC: Alle Motoren sind nun elektrifiziert

  • Plug-in-Hybride mit über 100 Kilometer elektrischer Reichweite

  • Günstigstes Modell kostet jetzt knapp 58.000 Euro

Ab sofort ist die dritte Generation des Mercedes GLC bei den Händlern bestellbar. Das Mittelklasse-SUV ist um sechs Zentimeter gewachsen und hebt sich mit einem neuem Frontgrill, neuen Heckleuchten und veränderten Karosseriefalzen sowie weiteren Details vom Vorgänger ab. Der Allradantrieb 4Matic bleibt Serie.

Zunächst wird der GLC mit drei Verbrennungsmotoren (GLC 200, GLC 300 und GLC 220 d) angeboten. Die Vierzylinder sind alle elektrifiziert: Mild-Hybride, versehen mit einem integrierten Startergenerator (ISG). Ende des Jahres 2022 komplettieren dann drei Plug-in-Hybride die Familie: zwei Benziner (GLC 300 e, 400 e) und ein Diesel (300 de). Und fast alle Motoren konnten wir bei der ersten Fahrpräsentation in den spanischen Pyrenäen schon ausprobieren.

Neuer GLC: Mehr Platz im Kofferraum

Von hinten zeigt der neue Mercedes GLC mit schmalen Leuchten Familienähnlichkeit zur C-Klasse © Mercedes-Benz AG

Das neue SUV mit den offroadtypischen Elementen wie optischem Chrom -Unterfahrschutz, Dachreling und optionalem Trittbrett hat sich weiter gestreckt, Höhe und Breite sind aber identisch geblieben. Von den insgesamt sechs Zentimetern mehr Länge kommen drei dem Kofferraum zugute, der damit auf 620 Liter anwächst – ein Plus von 70 Litern.
Mit umgeklappten Rücksitzen (Verhältnis 40:20:40) können maximal 1640 Liter zugeladen werden. Praktisch: Das leicht abnehmbare Kofferraumrollo kann im Mildhybrid bei Bedarf in eine dafür vorgesehene Aussparung im Kofferraumunterboden abgelegt werden. Bei den Plug-in-Versionen bleibt wegen der Batterie über der Hinterachse weniger Platz, der Gepäckraum fasst dann wohl noch 460 Liter.

Der Radstand wuchs um 1,5 Zentimeter, was theoretisch vor allem dem Platz im Fond zugutekommen müsste. Doch zumindest subjektiv merkt man davon nichts – was auch an höheren Gürtellinie liegen könnte. Gefühlt etwas beengt sitzt man mit einem mächtigen Mitteltunnel, einer verringerten Kopffreiheit (minus 1,6 Zentimeter) und der höheren Motorhaube auch vorne. Doch das sehen viele Autofahrerinnen und Autofahrer als "perfekte Integration" auch positiv.

Mercedes GLC: Avantgarde jetzt serienmäßig

Sieht gut aus: Klar ablesebare Displays im Cockpit © Mercedes-Benz AG

Auf Basis der neuen Luxusstrategie von Mercedes-Benz wurde der neue GLC aufgewertet. So ist die Line Avantgarde jetzt Serie mit den großen Displays, einer Smartphone- Integration, Wireless Charging sowie beheizten Sitzen für Fahrer und Beifahrer. Die AMG-Version startet ab 4000 Euro Aufpreis. Schon die Basisvariante des neuen GLC ist kein Schnäppchen: Der "günstigste" GLC ist rund 10.000 Euro teurer geworden: Es startet bei 57.632 Euro.

Der Preissprung sei durch mehr Serienausstattung zu erklären, heißt es bei den Schwaben. Vor allem habe man Dinge, die von den meisten Käufern sowieso bestellt würden, von der nun deutlich gekürzten Optionsliste in die Serie übernommen. Die am häufigsten gewählte Option wird übrigens die Farbe sein. Denn außer Schwarz kostet jede andere Lackierung bis zu 1500 Euro Aufpreis. Ein teurer Spaß war der GLC schon immer – und das ändert sich auch bei der dritten Generation nicht. Zu den Preisen der Plug-in-Hybride äußerte sich Mercedes noch nicht.

Das Infotainment MBUX ist nun noch intelligenter, heißt es seitens des Herstellers. Vorbei sind die Zeiten von Rundinstrumenten: Sie mussten einem hochauflösenden LCD-Bildschirm weichen. Das Zentraldisplay über der Mittelkonsole ist leicht zum Fahrer geneigt, elegant in die Mittelkonsole integriert und leicht steuerbar – entweder als Touchscreen oder – mit etwas Glück – mittels der bekannten Sprachsteuerung "Hey Mercedes".

Interessant: Das Fahrzeug erkennt nun die Art des Anhängers (bis zu 2500 Kilo) mit seiner Achslast (bis zu 100 Kilo) und empfiehlt davon abhängig die am besten geeignete Route. Neu und mehr Spielerei als sinnvoll sind die sage und schreibe 64 möglichen Farbvariationen der Ambiente-Beleuchtung.

Mercedes GLC: Drei Verbrenner mit 48-Volt-Technik

Teuer: Unter knapp 58.000 Euro ist der neue GLC nicht zu haben © Mercedes-Benz AG

Die drei Mild-Hybrid-Aggregate verfügen über einen integrierten Starter-Generator (ISG), der eine kraftvolle Unterstützung im niedrigen Drehzahlbereich bietet, aber auch Funktionen wie „Segeln“, Boost oder Rekuperieren und damit potenziell Verbrauchseinsparungen ermöglicht. Alle gefahrenen Verbrenner überzeugen durch ihre Laufruhe gepaart mit einem spontanen Ansprechverhalten, das vor allem der GLC 300 (ab 68.240 Euro) mit seinem maximalen Drehmoment von 400 Nm unterstreicht. Mit dem knackig abgestimmten Fahrwerk und der direkten Lenkung wurde die Fahrt auf den engen Pyrenäen-Sträßchen zum echten Vergnügen. Der "kleine" 220er-Diesel machte aber genauso viel Spaß – und kostet dafür 8000 Euro weniger.

Bei den hybridisierten Verbrennern und Plug-in-Hybriden hat Mercedes jetzt auch wieder die Bremse in den Griff bekommen, die ja für die elektrische Rekuperation sorgen muss. Störte bei der C-Klasse noch das teigige Ansprechverhalten mit einem undefinierten Druckpunkt, funktioniert das überarbeitete System wieder unauffällig.

Der Mercedes GLC im Video

Der Mercedes GLC im Video-Fahrbericht ∙ Bild: © news to do GmbH, Video: © ADAC e.V.

Plug-in-Hybride: 400 Kilo Mehrgewicht

Picke-packe-voll: Plug-in mit Verbrenner- und E-Motor © Mercedes-Benz AG

Etwas weniger Spaß machen die drei Plug-in-Motoren. Nicht, weil deren elektrische Höchstgeschwindigkeit bei 140 km/h abgeregelt wird – dafür kommen sie laut WLTP-Messung auch mindestens 112 Kilometer weit. Top für einen Plug-in-Hybrid. Auch das Zusammenspiel der identischen Verbrennermotoren (Benziner 150 und 185 kW, Diesel 197 kW) mit dem Elektromotor (100 kW) funktioniert bei entspannter Geräuschkulisse perfekt und unauffällig. Es sind die 400 Kilo Mehrgewicht, die bei den Plug-in-Varianten mit der Batterie (31,2 kWh) über der Hinterachse mitgeschleppt werden müssen.

Denn das höhere Gewicht ist immer irgendwie spürbar. Der Motor spricht nicht ganz so spontan an, in engen Kurven drängt der GLC etwas mehr nach außen, und längere Bodenwellen bringen den Aufbau schon mal etwas in Bewegung. Wohlgemerkt: Das ist Jammern auf hohem Niveau – und so richtig werden das die Kunden nur im direkten Vergleich monieren. Wenn überhaupt: Denn die dafür extrem alltagstaugliche elektrische Reichweite (optional mit 60-kW-DC-Lader) wird vielen wichtiger sein.

Mercedes GLC: Wendiger mit Hinterachslenkung

Auch grobes Gelände meistert der GLC problemlos. © Mercedes

Müheloser rangiert der GLC-Pilot künftig mit der optionalen Hinterachslenkung, die den Wendekreis an der Hinterachse dank eines Lenkwinkels von bis zu 4,5 Grad um rund 90 Zentimeter auf 10,90 Meter verringert. Die Hinterachslenkung ist immer an eine Luftfederung und die Niveauregulierung gekoppelt (2790 Euro Aufpreis) .
Wer mit dem GLC ins Gelände will, für den hält der Allrader als Novum eine "transparente Motorhaube" (460 Euro) bereit: Eine 360-Grad Kamera zeigt auf dem Zentraldisplay an, wohin das Fahrzeug gerade Kurs nimmt. Große Steine, tiefe Schlaglöcher oder auch bei steilen Steigungen die Vorausschau, wie es hinterm Horizont weitergeht, können bis 8 km/h im Voraus virtuell gesehen und die Fahrt entsprechend angepasst werden. Das neue Sicherheitsfeature zeigt auch die Vorderräder mit deren Lenkstellung.

Bei der ersten Testfahrt konnte noch ein weiteres Novum begeistern: Die rein elektrische Geländefahrt der Plug-in-Modelle. Da das volle Drehmoment der Elektromaschine von 440 Nm bereits ab der ersten Motorumdrehung zur Verfügung steht, ist ihre Kraft jederzeit sehr gut dosierbar. Das ermöglicht ein hochpräzises, kontrolliertes Fahren – selbst im anspruchsvollsten Gelände.

Natürlich soll es vom Mercedes-intern X254 genannten GLC später die elegantere Coupé-Variante und ein "richtiges" AMG-Modell geben und nicht nur die AMG-Ausstattungsversion.

Bis der neue Mercedes GLC in den Handel kommt, sind noch Restexemplare des alten Modells zu haben. Wie er im ADAC Autotest abgeschnitten hat, lesen Sie in dem folgenden PDFs:

Hier können Sie den ausführlichen Test des Mercedes GLC 220 d (Vorgängermodell) als PDF herunterladen
PDF, 875 KB
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Mercedes GLC: Technische Daten konventionelle Motoren

Technische Daten (Herstellerangaben)

Mercedes-Benz GLC 200 Avantgarde Advanced 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/22)

Mercedes-Benz GLC 300 AMG Line Advanced 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/22)

Mercedes-Benz GLC 220 d Avantgarde Advanced 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/22)

Motorart

Otto (Mild-Hybrid)
Otto (Mild-Hybrid)
Diesel (Mild-Hybrid)

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.999 ccm
1.999 ccm
1.993 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

167
207
162

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

227
281
220

Drehmoment (Systemleistung)

320 Nm
400 Nm
440 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.100 U/min
5.800 U/min
3.600 U/min

Antriebsart

Allrad
Allrad
Allrad

Beschleunigung 0-100km/h

7,8 s
6,2 s
8,0 s

Höchstgeschwindigkeit

221 km/h
240 km/h
219 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

167 g/km
168 g/km
136 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

7,3 l/100 km
7,4 l/100 km
5,2 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

620 l
620 l
620 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.680 l
1.680 l
1.680 l

Leergewicht (EU)

1.925 kg
1.925 kg
2.000 kg

Zuladung

585 kg
585 kg
550 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg
750 kg
750 kg

Anhängelast gebremst 12%

2.400 kg
2.400 kg
2.500 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.716 mm x 1.890 mm x 1.640 mm
4.716 mm x 1.890 mm x 1.640 mm
4.716 mm x 1.890 mm x 1.640 mm

Grundpreis

57.632 Euro
68.241 Euro
60.238 Euro

Mercedes GLC: Technische Daten Plug-in-Hybride

Technische Daten (Herstellerangaben)

Mercedes-Benz GLC 300 e Avantgarde Advanced 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/22)

Mercedes-Benz GLC 400 e Avantgarde Advanced 4MATIC 9G-TRONIC (ab 10/22)

Motorart

PlugIn-Hybrid
PlugIn-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.999 ccm
1.999 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

230
280

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

313
381

Drehmoment (Systemleistung)

550 Nm
650 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.100 U/min
5.800 U/min

Antriebsart

Allrad
Allrad

Beschleunigung 0-100km/h

6,7 s
5,6 s

Höchstgeschwindigkeit

218 km/h
237 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

130 km
130 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

12 g/km
12 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

0,5 l/100 km
0,5 l/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

31,2
31,2

Ladeleistung (kW)

DC:60,0
DC:60,0

Kofferraumvolumen normal

470 l
470 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.530 l
1.530 l

Leergewicht (EU)

2.355 kg
2.355 kg

Zuladung

535 kg
535 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg
750 kg

Anhängelast gebremst 12%

2.000 kg
2.000 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.716 mm x 1.890 mm x 1.640 mm
4.716 mm x 1.890 mm x 1.640 mm

Grundpreis

71.471 Euro
74.922 Euro

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