Seat Ateca im ADAC Test: Gut und sicher

Kompakt, aber macht viel her: Der 2020 aufgefrischte Seat Ateca
Kompakt, aber macht viel her: Der 2020 aufgefrischte Seat Ateca© Seat

Der Seat Ateca ist zwar deutlich kleiner als der VW Tiguan, aber deswegen nicht weniger attraktiv. Im ADAC Test: Der Seat Ateca 1.5 TSI – die Benzinerversion mit 150 PS. Dazu alle Daten und Fakten

  • Gute Noten für Platz, Sicherheit und Antrieb

  • Minuspunkt für erhöhten Verbrauch

  • Prima Preis-Leistungs-Verhältnis

  • Modellpflege mit technischen Neuerungen

Manchmal ist es schwierig, den Überblick zu behalten im VW-Konzern. Denn die einzelnen Konzernmarken bieten auf einer gemeinsamen Konstruktions-Plattform mehrere fast baugleiche Modelle. Unterschiede bestehen vor allem in der optischen Gestaltung, in technischen Details bei der Ausstattung sowie bei der Preisgestaltung.

Der seit 2016 gebaute Seat Ateca hat im Konzern drei Brüder: Stammvater ist sozusagen der VW Tiguan, weil er zuerst auf den Markt kam. Erster Ableger war der Seat Ateca, es folgten Škoda Karoq und Audi Q3

Ateca 1.5 TSI: Benziner mit Zylinderabschaltung

Weltweit verkauft sich der Ateca über 100.000 mal pro Jahr © Seat

Der Seat Ateca trat zum Test in der Benziner-Version mit 1,5 Liter Hubraum und 150 PS an. Ein Motor, der sich dadurch auszeichnet, dass er kurzzeitig zwei Zylinder abschaltet, wenn der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt oder nur sachte Gas gibt – ein technisches Schmankerl, von dem die Insassen meist nichts spüren. Leistungsabgabe und Ansprechverhalten des 1.5 TSI sind einwandfrei. Das maximale Drehmoment von 250 Nm liegt über einen Drehzahlbereich von 1500 bis 3500 Umdrehungen an, sodass etwa Beschleunigungsvorgänge beim Einfädeln in den fließenden Verkehr mühelos und stressfrei vonstatten gehen.

Trotz Zylinderabschaltung (ACT) verbraucht der Seat Ateca 1.5 TSI jedoch etwas viel Kraftstoff. Mit 7,1 Litern Super pro 100 Kilometer liegt der Wagen etwas über dem Durchschnitt bei den ADAC Ecotest-Messungen. Das liegt auch daran, dass die Zylinderabschaltung nur selten zum Einsatz kommt: beim ruhigen Dahingleiten im Stadtverkehr nur gelegentlich, beim Gaswegnehmen auf Autobahnetappen etwas häufiger. Immerhin ist der Verbrauch des 1.5 TSI insgesamt niedriger als beim älteren 1.4 TSI-Triebwerk.

Noch größere Fortschritte zeigen sich beim Schadstoffausstoß; so wurde der CO-Ausstoß bei hoher Last (Autobahn) deutlich reduziert, aber vor allem konnten die Partikelemissionen erheblich verringert werden. Resultat: Note 1 in der Schadstoffwertung, wegen der Verbrauchswerte aber doch nur drei von fünf möglichen Ecotest-Sternen.

Will man sämtliche verfügbaren Assistenten wie Stauassistent oder ACC mit Stopp-and-Go nutzen, ist das Automatikgetriebe zwingend erforderlich. Wer das Schaltgetriebe vorzieht, muss auf diesen Komfort verzichten. Dafür lassen sich dessen Gänge recht präzise und schnell wechseln, die Kupplung fein dosieren. Die Gänge sind passend gestuft, beim Hochschalten ist stets genügend Durchzugskraft vorhanden. Das Getriebe ist nicht sonderlich lang übersetzt, so liegen bei Tempo 130 im sechsten Gang rund 2.700 U/min an.

Allradantrieb gibt es nur für die stärksten Motoren

Verbesserte LED-Scheinwerfer sind nun Serie © Seat

Positiv fällt das agil und sicher abgestimmte Fahrwerk auf. Der getestete Ateca war mit der aufpreispflichtigen adaptiven Fahrwerksregelung DCC mit straffer Grundnote ausgestattet, für das ein paar Abstriche beim Komfort gemacht werden müssen. So werden vor allem Unebenheiten wie abgesenkte Kanaldeckel bei niedrigen Geschwindigkeiten recht deutlich zu den Insassen durchgereicht. Ein Allradantrieb ist für den getesteten Ateca 1.5 TSI nicht erhältlich. Einen Anhänger darf der Ateca natürlich trotzdem ziehen – gebremst bis zu einem Gewicht von 1,8 Tonnen.

Der Seat Ateca bietet einen guten Geradeauslauf und zeigt sich spurstabil. Provoziert man einen Lastwechsel in einer Kurve, regelt das ESP effektiv und hilft, die Spur zu halten. Die
Aufbaubewegungen fallen für ein SUV eher gering aus. Im ADAC Ausweichtest verhält sich der Spanier unproblematisch und unter SUV-Aspekten durchaus souverän

Wer vier angetriebene Räder braucht, etwa weil der Ateca häufig als Zugfahrzeug eingesetzt werden soll, muss zum 190-PS-Benziner 2.0 TSI oder zum Diesel mit 150 PS greifen. 

Das Platzangebot im Seat Ateca ist für vier Erwachsene mitsamt Gepäck vollkommen ausreichend. Obwohl die Karosserie 13 Zentimeter kürzer ist als die des VW Tiguan, steht nur unwesentlich weniger Stauraum zur Verfügung. Mit den vom ADAC gemessenen 415 bis 1380 Liter Volumen beim Ateca kann man durchaus gut leben. Das Plus an Außenlänge des Tiguan zahlt sich erst aus, wenn hinten Personen mitreisen sollen, die größer als 1,95 Meter sind.

Wer mit Kindern unterwegs ist, kann auf den beiden äußeren hinteren Plätzen sowie auf dem Beifahrerplatz Kindersitze bequem und sicher befestigen. Die Gurtgeometrie passt gut, das ISOFIX-Kindersitz-Sicherungssystem für die zweite Sitzreihe links und rechts umfasst auch Top-Tether-Verankerungspunkte. Achtgeben sollte man bei hoch aufragenden Kindersitzen, da diese mit den nicht ausbaubaren Kopfstützen ins Gehege kommen können. So empfiehlt sich vor dem Kauf eines Kindersitzes die Anprobe im Ateca.

SUV: Gefahren und bewertet

Der ADAC hat noch viele weitere SUVs und Geländewagen unter die Lupe genommen:

Gute Ausstattung, einfache Bedienung

Jetzt mit digitalen Instrumenten und größerem Bildschirm © Seat

Nahezu alle Fahrzeugfunktionen können über den überarbeiteten Touchscreen in der Mittelkonsole bedient werden. Serienmäßig hat das Display eine Diagonale von 8,25 Zoll, der ADAC Testwagen war mit dem optionalen 9,2- Zoll-Display ausgestattet, das ohne Drehregler und Tasten auskommt. Beim Vorgänger konnte man noch mit den Direktwahltasten schnell und zielsicher auf die wichtigsten Funktionen wie Navigationssystem, Medienquellen oder Telefon zugreifen beziehungsweise über den Drehregler die Lautstärke anpassen. Der neue Ateca bietet die Funktionen lediglich in Form von Touchflächen am linken und unteren Bildschirmrand, sodass (zu) viele Bedienschritte erforderlich sind – die Ablenkung vom Verkehrsgeschehen ist dementsprechend groß. Hinzu kommt, dass die Bedienflächen (Icons) recht klein geraten sind.

Unterhalb des zentralen Bildschirms befindet sich die etwas tief angebrachte Klimabedieneinheit, die erfreulicherweise nicht durch das neue Bedienteil mit unpraktischen Slidern aus dem Volkswagen-Teileregal ersetzt wurde und daher nach wie vor übersichtlich gestaltet und einfach zu bedienen ist.

Erfreulich hoch zeigt sich das aktive wie passive Sicherheitsniveau des Ateca. So schneidet der Kompakt-SUV im Crashtest mit 93 Prozent der erreichbaren Punkte sehr gut ab und kommt auf die vollen fünf Sterne. Das Kompakt-SUV bringt einige elektronische Helfer schon serienmäßig mit, beispielsweise den Notbremsassistenten mit Abstands- und Kollisionswarnung sowie einen Tempomaten samt Geschwindigkeitsbegrenzer.

Auf langen Fahrten oder bei zunehmender Ermüdung appelliert die Müdigkeitserkennung an das Gewissen des Fahrers, eine Pause einzulegen. Der Spurhalteassistent kostet Aufpreis, ebenso der Spurwechselassistent samt Querverkehrerkennung beim Rückwärtsausparken, der Stauassistent und der Emergency Assist.

Zum Preis-Leistungs-Verhältnis des Ateca: Die getestete Variante gibt es für rund 32.000 Euro, ein angesichts der guten Serienausstattung akzeptabler Preis. Auch für weitere Extras ruft Seat faire Preise auf ­– selbst ein sehr gut ausstaffierter Ateca fällt hier nicht aus dem Rahmen.

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Seat Ateca 1.5 TSI ACT Xperience als PDF herunterladen
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Seat Ateca 1.5 TSI: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

SEAT Ateca 1.5 TSI ACT Xperience (ab 11/20)

Motorart

Otto

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

110

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

150

Drehmoment (Systemleistung)

250 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

5.000 U/min

Antriebsart

Front

Beschleunigung 0-100km/h

9,0 s

Höchstgeschwindigkeit

202 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

141 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,2 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

5,7 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

510 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.604 l

Leergewicht (EU)

1.413 kg

Zuladung

517 kg

Anhängelast ungebremst

700 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.800 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.381 mm x 1.841 mm x 1.601 mm

Grundpreis

33.460 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Seat Ateca 1.5 TSI Xperience

Überholvorgang 60-100 km/h

5,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

37,5 m

Wendekreis

10,9 m

Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC EcoTest

7,1 l Super/100 km, 199 g CO₂/km (well-to-wheel)

Reichweite

700 km

Innengeräusch bei 130 km/h

68,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1400 / 530 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

415 / 815 / 1380 l

ADAC Testzeugnis

ADAC Testergebnis

Seat Ateca 1.5 TSI Xperience

Karosserie/Kofferraum

2,5

Innenraum

2,2

Komfort

2,4

Motor/Antrieb

2,2

Fahreigenschaften

2,8

Sicherheit

2,1

Umwelt/EcoTest

2,7

Gesamtnote

2,4

Umwelt und Sicherheit werden doppelt gewertet

Test: Cupra Ateca – 300 PS im kompakten SUV

Cupra? Das sind doch die sportlichen Modelle von Seat. Früher war das auch so, doch "Cupra" wurde zur eigenen Marke mit eigenem Logo. So findet sich am Cupra Ateca kein Seat-Logo mehr, auch wenn es sich prinzipiell um das Top-Modell der Ateca-Baureihe handelt. Und das hat es in sich: Sein 2,0-Liter-Turbobenziner leistet satte 300 PS und sorgt für atemberaubende Fahrleistungen. Auf 100 km/h geht es in nur 5,2 Sekunden, die Spitze liegt bei knapp 250 km/h. Preis samt DSG und Allradantrieb: 47.020 Euro.

Hier lesen Sie den ADAC Test:

Hier können Sie den ausführlichen Test zum Cupra Ateca als PDF herunterladen
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