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Der ADAC

Neuer Jeep Wrangler: So fährt die Offroad-Ikone

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Jeep

Die vierte Auflage des Jeep Wrangler hält an bewährten Stärken fest und bessert bei alten Schwächen nach. Dabei bleibt der Ami ein echter Offroader. Nur eines ist alarmierend: Das Crashtest-Resultat von Euro NCAP

  • Neuauflage der Offroad-Legende bietet kultige Optik und ist sehr variabel

  • Fahrgefühl auf Asphalt schwammig, begrenzter Komfort, laute Windgeräusche 

  • Im Euro NCAP-Crashtest erreicht der Wrangler nur einen von fünf Sternen

"Langsam. Nie gegen den Hang fahren. Jetzt mit Augenmaß." Die beiden Instruktoren der Geländewagenfreunde Gevenich haben alle Hände voll zu tun, uns im Jeep Wrangler durch den vereinseigenen Offroad-Parcours zu lotsen. Steile Hänge, Bachdurchfahrten, extreme Verschränkungen, schmale Waldwege und loses Terrain gehören zu den Aufgaben.

Modernes Cockpit, aktuelles Infotainment

Blick in das Cockpit des Jeep Wrangler
Armaturenbrett in Wagenfarbe, Lenkrad und Sitze sind beheizt ∙ © Jeep

Der Wrangler, mittlerweile in vierter Generation, fühlt sich mit seinem neuen, vollautomatischen Allradantrieb, der auf Wunsch eine starre 50:50-Verteilung sowie Geländeuntersetzung bietet, im Eifelwald spürbar heimisch. Traktion ist – besonders im Modell Rubicon mit Stollenreifen und Höherlegung – scheinbar unendlich vorhanden.

Selbst steilste Hänge kraxelt der Jeep problemlos hoch. Und geht es doch einmal verschränkter zur Sache, lassen sich die Querstabilisatoren elektrisch entkoppeln: Die Räder bleiben deutlich länger am Boden, bevor der Wrangler letztlich ein Bein hebt. 

Das neu gestaltete Cockpit ist Kommandozentrale und Wohlfühloase in einem. Neben diversen Schaltern für den Offroad-Betrieb sowie den Zusatzinstrumenten im Infotainment-System gibt es im Wrangler sehr bequeme, beheizbare Sitze und ein beheiztes Lenkrad – wichtig bei engen Walddurchfahrten, die wegen der besseren Übersicht auch im Herbst oder Winter mit offenem Fenster bewältigt werden können.

Jeep Wrangler: Plug-in-Version im Anmarsch 

Einsatz des Jeep Wranglers in unebenem Gelände
Der Wrangler hat einen neuem vollautomatischem Allradantrieb ∙ © Jeep

Dass der neue Jeep Wrangler ein echter Geländeprimus sein würde, daran hatte niemand Zweifel. Doch für die Neuauflage hatte sich der amerikanische Hersteller zusätzlich vorgenommen, die Straßen- und Alltagstauglichkeit deutlich zu verbessern. Und tatsächlich macht der Wrangler in Sachen Komfort zwar keinen so großen Sprung nach vorne wie etwa die G-Klasse von Mercedes, völlig untauglich für asphaltierte Straßen ist er aber nicht.

Wen die starken Windgeräusche schon bei niedrigen Autobahngeschwindigkeiten oder die lieblos gestaltete Dachverkleidung im Styropor-Look nicht stören, der wird auch die gefühllose und schwammige Lenkung sowie den trägen Antriebsstrang nicht allzu schlimm finden.

Den Wrangler gibt es mit einem 2,1 Liter großen Vierzylinder-Diesel mit Turboaufladung und 147 kW/200 PS sowie einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmeter und mit einem Zweiliter-Turbobenziner mit 200 kW/272 PS und 400 Nm. Beide Aggregate sind grundsätzlich an die gleiche 8-Gang-Automatik gekoppelt, die auch im Grand Cherokee zum Einsatz kommt.

Anfang 2021 kommt noch die analog zum Renegade und zum Compass mit Doppelherz 4xe genannte Plug-in-Hybrid-Version dazu. Sie soll es auf eine Systemleistung von 276 kW/375 PS und eine rein elektrische Reichweite von 40 Kilometern bringen. Das System-Drehmoment liegt laut US-Homologation bei 637 Newtonmetern.

Mäßige Fahrleistungen auf Asphalt

Frontansicht des Jeep Wrangler
Moderneres Design, schwammiges Handling: Der Wrangler auf Asphalt ∙ © Jeep

Beschleunigungs-Wunder darf man von dem bis zu 2,6 Tonnen schweren Geländewagen nicht erwarten und die Höchstgeschwindigkeit von 180 km/h (159 km/h beim Rubicon) will man wegen der enormen Windgeräusche und des schaukeligen Handlings (speziell mit Geländebereifung) ohnehin nicht austesten. Optisch bleibt der Wrangler seiner Historie treu und bringt die klassische Gestaltung durch moderne LED-Technik in den Leuchten oder schick gezeichnete Felgen auf modernen Stand. 

Was der Wrangler seinen Konkurrenten voraus hat? Man kann ihn komplett offen fahren. Egal, ob man sich für das modulare Hardtop, das Stofffaltdach oder das elektrische Faltdach entscheidet: Nimmt man das Dach weg, legt die Frontscheibe um und hängt dann noch die drei oder fünf Türen aus, wird er zum ultimativen Frischluft-Transporter. Ein Offroad-Cabrio mit bis zu fünf Sitzplätzen und ohne Scheibe oder Türen? Das gibt es sonst nirgends und trägt dazu bei, dass der Wrangler bei Fans wie den Gevenichern Geländewagenfreunden so beliebt ist.

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Miserables Ergebnis im Euro NCAP-Crashtest

Der Jeep Wrangler erreicht nur einen Stern von maximal fünf möglichen. Das Fahrzeug ist nur in der ersten Sitzreihe mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopf- und Seitenairbags ausgestattet. Für beide Sitzreihen sind optische und akustische Gurtwarner installiert.

Der Insassenschutz ist mangelhaft, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder teilweise hoch bis sehr hoch. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung, für den Beifahrersitz sind sie nicht erhältlich. Der mittlere Sitz hinten ist für einige gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist sicherheitskritisch, auch teilweise auf den äußeren, hinteren Sitzplätzen.

Zudem sind trotz i-Size-Kennzeichnung nur eine bedingte Anzahl von ISOFIX-Kindersitzmodellen ohne Sicherheitsrisiko montierbar. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der gecrashte Wrangler war noch ohne Sicherheitsassistenten ausgeliefert worden, die Unfälle verhindern oder abmildern könnten. Inzwischen bieten die Amerikaner eine Adaptive Cruise Control (ACC) sowie die Aufprallvermeidung mit Fußgänger-Notbremsassistent, Totwinkel-Warner und hintere Querbewegungs-Erkennung, Rückfahrkamera mit dynamischen Führungslinien, ESP mit Überschlagsvermeidung sowie vier Airbags.

Hier kommen Sie zum kompletten Crashtest-Ergebnis des Jeep Wrangler.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Euro NCAP

Jeep Wrangler: Technische Daten

Technische DatenJeep Wrangler 2.2 l CRDI DreitürerJeep Wrangler 2.0 l T-GDI Dreitürer

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel, 2,1 l, 147 kW/200 PS, 450 Nm bei 2000 U/min

Vierzylinder-Turbobenziner, 2,0 l, 200 kW/272 PS, 400 Nm bei3000 U/min

Fahrleistungen

0 – 100 km/h: 8,9 s / Rubicon 9,6 s, Spitze: 180 km/h / Rubicon 159 km/h

0 – 100 km/h: 7,3 s / Rubicon 8,6 s, Spitze: 180 km/h / Rubicon 159 km/h

Verbrauch

7,9 l Diesel/100 km, 209 g CO₂/km

9,0 l Super/100 km, 205 g CO₂/km

Maße

L 4,33 / B 1,89 / H 1,87 m

L 4,33 / B 1,89 / H 1,87 m

Kofferraum

203 – 508 l

203 – 508 l

Leergewicht

1995 kg

1883 kg

Preis

ab 47.000 €

ab 47.000 €

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Text: Max Friedhoff/SP-X