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Jeep Compass: Als Plug-in-Hybrid in die Zukunft

Jeep Compass Plug-In Hybrid fährt durch Wasser
Jeep Compass: Bei einem Jeep schwingt immer ein Hauch von Abenteuer mit ∙ © Jeep

Jeep bringt den Compass als Plug-in-Hybrid namens 4xe in den Handel. Als erster Stromer mit Stecker im Fiat-/Chrysler-Konzern ist der kompakte SUV in Deutschland Anfang September 2020 zu haben. Preis: ab 41.136 Euro. Erste Testfahrt, Daten, Bilder

  • Jeep Compass als Plug-in-Hybrid 4xe mit 50 km elektrischer Reichweite

  • Wer Allrad möchte, muss ab sofort zum Plug-in-Hybrid greifen

  • Offizieller Normverbrauch: 1,9 Liter Super/100 km + Strom

Auch in Italien sieht man langsam ein: Der CO₂-Ausstoß muss runter. Das klappt natürlich künftig mit einem reinen Elektroauto wie dem elektrischen Fiat 500 sehr gut, der mit 0 g CO₂ in die Bilanz eingeht. Aber auch mit Plug-in-Hybriden wie dem neuen Jeep Compass. Er soll auf unter 50 Gramm je Kilometer kommen.

Die Italiener kombinieren einen 1,3-Liter großen Turbo-Benziner mit wahlweise 130 oder 180 PS und einen 44 kW starken E-Motor im Heck. Zusätzlich ist ein Pufferakku mit 11,4 kWh an Bord. Der ist platzsparend im Kardantunnel sowie unter der Rückbank anstelle des geschrumpften Benzintanks montiert.

Viel Platz, leicht geschrumpfter Kofferraum

An der bei 2,64 Metern Radstand und 4,40 Metern Länge soliden Beinfreiheit für die Hinterbänkler ändert sich deshalb nichts und auch das Kofferraum-Volumen wird nur durch die Leistungselektronik beschnitten, die etwa 20 Liter Platz benötigt. So bleiben bei dem Konkurrenten für VW T-Roc, Ford Puma und Peugeot 2008 noch immer 420 Liter Stauraum – doppelter Ladeboden und auf Wunsch auch das vollwertige Ersatzrad inklusive.

Zwar reagiert der Antrieb zumindest im standardmäßigen Hybrid-Modus ein wenig träge, doch mangelt es dem Compass nicht an Elan. Mit vereinten Kräften kommen die Motoren auf 190 oder 240 PS Systemleistung und wer mit einem Knopfdruck in den Sportbetrieb wechselt, ist tatsächlich flott unterwegs. Dann reagiert der Compass schnell auf jeden Gasstoß, die Automatik wechselt in eine aggressivere Kennlinie und die Mundwinkel gehen nach oben. Dann ist nach 7,3 Sekunden Tempo 100 erreicht, Schluss ist bei 200 km/h.

Jeep Compass 4xe mit 1,9 Liter Normverbrauch

Anders als bei reinen Elektroautos ist von der Rekuperation (Energierückgewinnung) und damit von der Bremswirkung, wenn man vom Gas geht, wenig zu spüren. Anders als der BMW i3 etwa bietet der Jeep Compass daher kein "One-Pedal-Feeling", bei dem das Bremspedal kaum zum Einsatz kommt und fast alles mit dem Gaspedal geregelt wird.

In erster Linie soll der PHEV sparen – die 1,9 Liter Verbrauch für die 190 PS-Version und die 2,1 Liter für den 240 PS-Antrieb klingen auch sehr gut, sind aber wie immer bei Plug-in-Hybriden nur graue Norm-Theorie. Nicht nur, weil der zusätzliche Stromverbrauch dabei außen vor gelassen wird, sondern auch weil es stark auf das persönliche Fahrprofil ankommt.

Bis zu 50 km fährt der Compass 4xe elektrisch

Ganz ohne den Verbrenner ist der Compass auf einem guten Kurs. Denn wenn die Akkus binnen fünf Stunden an der Haushaltssteckdose oder in knapp zwei Stunden an der Wallbox vollgeladen sind, schafft der Jeep bis zu 50 Kilometer ohne den Benziner und erreicht rein elektrisch alltagstaugliche 130 km/h.

Verfolgen kann man das Zusammenspiel der Motoren auf einem großen Touchscreen oder auf den Anzeigen hinter dem Lenkrad: Dort gibt es links einen anlogen Drehzahlmesser für den Verbrenner und rechts eine ebenfalls analoge Skala, mit der die Leistung der E-Maschine angezeigt wird. Das mag nicht der neueste Schrei der Infotainment-Technik sein, ist aber übersichtlich und passt gut zum Gesamtbild des Wagens. Schließlich ist der Compass nicht mehr der Jüngste, wurde aber bei Ambiente und Ausstattung aufgefrischt und schlägt sich mit Online-Infotainment, adaptivem Tempomat und Spurhalte-Hilfe wacker im Kampf mit der Konkurrenz.

Der Elektromotor im Heck sorgt für Allradantrieb

Spätestens abseits der Straße sticht er Konkurrenten wie Opel Grandland oder Hyundai Kona aus. Der Allrad-Tradition verpflichtet haben sich die Amerikaner etwas mehr Mühe mit der elektrischen Hinterachse gegeben als etwa Mini beim Countryman: So gibt es nicht nur die üblichen Offroad-Fahrprogramme und beim Trailhawk sogar eine Untersetzung, sondern auch den „Powerloop“. So nennt sich die Funktion, bei der ein mit 32 kW besonders starker Riemenstarter am Benzinmotor auch dann genügend Strom für die E-Maschine im Heck erzeugt, wenn der Pufferakku leer ist. „So stellen wir sicher, dass wir unter allen Bedingungen auf allen vieren unterwegs sein können“, sagt Antriebschef Francesco Cimmino.

Das ist eine Sicherheit, auf die Compass-Fahrer ohne Plug-In-Hybrid bald nicht mehr vertrauen können. Denn die 4xe-Technik wird zum neuen Allrad-Standard. Wer den 1,3-Liter dagegen ohne elektrische Hinterachse wahlweise mit 130 oder 150 PS bestellt, bekommt ihn nur mit Frontantrieb.

Technische Daten (Herstellerangaben) Jeep Compass 4xe

Motor/Antrieb

1,3-Liter-Turbobenziner mit 96 kW/132 PS oder 132 kW/180, Elektromotor mit 44 kW/60 PS (hinten), Systemleistung: 140 kW/190 PS bzw. 177 kW/240 PS

Fahrleistungen

7,9 (7,3) s auf 100 km/h, 183 (200) km/h Spitze

Batteriekapazität

11,4 kWh

Verbrauch (WLTP)

1,9 (2,1) l Super/100 km, 47 - 49 g CO₂/km

Maße

L 4,39 / B 1,82 / H 1,63 m

Kofferraum

438 – 1387 l

Preis

ab 41.136 €

Text: Thomas Geiger