Jeep Compass: Testfahrt im Plug-in-Hybrid

Der Jeep Compass bei der Fahrt
Jeep Compass: Bei einem Jeep schwingt immer ein Hauch von Abenteuer mit ∙ © Jeep

Mit dem Compass hat Jeep einen Topseller im Programm. Jetzt wird der kompakte SUV überarbeitet. Testfahrt im Plug-in-Hybrid 4xe mit allen Infos zum Facelift. Preis, Daten, Bilder.

  • Als Plug-in-Hybrid mit 46 Kilometern elektrischer Reichweite

  • Wer Allrad möchte, muss zum Plug-in-Hybrid greifen

  • Offizieller Normverbrauch: 1,9 Liter Super/100 km + Strom

Auch in Italien weiß man: Der CO₂-Ausstoß muss runter. Das klappt natürlich mit einem reinen Elektroauto wie dem elektrischen Fiat 500 sehr gut, der mit null Gramm CO₂ in die Bilanz eingeht. Aber auch mit Plug-in-Hybriden wie dem neuen Jeep Compass mit rund 50 Gramm je Kilometer. 2020 hat der Compass die neue Antriebsvariante erhalten, 2021 ist jetzt noch ein optisches und technisches Facelift dazugekommen.

Rund 40 Prozent aller Jeep-Kunden griffen bisher zum Compass, der mit VW Tiguan, Ford Kuga und Hyundai Tucson konkurriert. Optisch hat sich zum neuen Modelljahr zumindest außen nicht viel getan: Es bleibt bei dem typischen Jeep-Grill (leicht modifiziert) und den trapezförmigen Radhäusern. Nur die Scheinwerfer befinden sich etwas weiter unten und gehen mehr in die Breite.

Bessere Smartphone-Integration

der Innenraum des SUV
Modelljahr 2021: Größerer Bildschirm, digitale Instrumente ∙ © Jeep

Im Innenraum war der Handlungsbedarf größer. Statt auf einen kleinen Monitor im Cockpit blicken Compass-Insassen nun auf eine zeitgemäße 8,4-Zoll-Infotafel, freistehend auf dem Armaturenbrett. Ab Ausstattung Limited (34.000 Euro) hilft ein 10,1 Zoll großer Touchscreen bei der Bedienung des Uconnect5-Entertainmentsystems. Damit lassen sich Smartphones über Android Auto oder Apple Car Play verbinden, es arbeitet fünfmal schneller als bisher. Wie bei SUV dieser Größe (fast 4,40 Meter Länge und 1,66 Meter Höhe) üblich, fällt den Passagieren das Ein- und Aussteigen leicht. Die Sitze sind bequem und straff gepolstert, bieten einen guten Reisekomfort.

"Alexa" lässt sich jetzt mit dem Compass verbinden

Jeep Compass Plug-In Hybrid von innen
Vorn wie hinten gute Platzverhältnisse im Jeep Compass ∙ © Jeep

Die eher robuste Materialauswahl und Verarbeitung an Türen und der Mittelkonsole passt zum Jeep-Image. Jeep teilt den Compass in die beiden Kategorien Urban und Trailhawk ein. Während der Urban für Städter gedacht ist, soll der Trailhawk Outdoor-Fans ansprechen. Über den Sprachbefehl „Hey Jeep“ lässt sich Alexa bedienen, über eine Jeep-App Infos zum Auto aus der Ferne abrufen. Neu ist das digitale Kombiinstrument in Full-HD-Auflösung mit 10,25 Zoll Größe hinter dem Lenkrad mit kleinerem Pralltopf (ab Ausstattung Limited). Und: Alles sieht innen wesentlich hochwertiger aus als vorher.

Das könnte Sie auch interessieren: Mini-SUV im ADAC Vergleich

Die kleinen, schicken SUV von Hyundai, Kia, Seat und Opel machen mit frischem Design und quirligen Motoren großen Spaß. Wir haben sie gründlich getestet. Wer gewinnt den Vergleich?

Test: Hyundai Kona, Kia Stonic, Seat Arona, Opel Crossland X

Auch die Assistenzsysteme wurden auf den aktuellen Stand gebracht. Der optionale Highway Assist kann künftig Geschwindigkeit sowie Abstand halten und bleibt automatisch in der Fahrspur. Für mehr Sicherheit sorgen serienmäßig Verkehrszeichen-Erkennung, intelligenter Geschwindigkeits-Assistent, Müdigkeitserkennung und automatische Notbremsung mit Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung.

Den Plug-in-Hybrid 4xe gibt es mit zwei Leistungen

Jeep Compass Plug-In Hybrid fährt auf einer Strasse
Mit 4,40 Metern Länge ist der Compass gar nicht so groß wie es scheint ∙ © Jeep

Jeep stellt für den Compass einen 1,3-Liter-Turbo-Benziner mit 130 und 150 PS sowie einen 130-PS-Diesel bereit. Bei diesen Varianten sorgen die Vorderräder für den Antrieb. Dazu kommt ein Plug-in-Hybrid namens 4xe in zwei Varianten, die als einzige Versionen Allradantrieb mitbringen. Die schwächere Version kombiniert den 1,3-Benziner mit 130 PS mit einer 60-PS-E-Maschine. Die größere Version schöpft aus dem Verbrenner 180 PS sowie ebenfalls 60 PS aus dem E-Motor und wird als Limited (44.100 Euro) verkauft.

Bei beiden Varianten treibt die E-Maschine ausschließlich die Hinterräder an. Einen reinen mechanischen Allradantrieb mit Untersetzung oder gar gesperrten Differentialen gibt es nicht. Die geländegängige Version Trailhawk mit Unterbodenschutz, Wattiefe von 48,3 Zentimetern, größeren Böschungswinkeln und wasserdicht versiegelten Elektro-Komponenten verkauft Jeep ausschließlich als Plug-in-Hybrid.

Bis zu 46 Kilometer fährt der Compass 4xe elektrisch

das Heck des Jeep Compass
Nur noch die elektrifizierten Jeep Compass-Modelle haben Allradantrieb ∙ © Jeep

Bei aufgeladener 11,4-kWh-Batterie rollt der Compass immer im Electric-Modus leise los, die Batterieanzeige verspricht 46 Kilometer Reichweite. Gasbefehle nimmt der Compass im Elektromodus etwas träge an, die zwei Tonnen Gewicht machen spürbar Mühe. Aber im dichten Verkehr schwimmt der Jeep locker mit, fährt auf der Autobahn bis zu 130 km/h ohne Zutun des Verbrenners. Auch wenn von den versprochenen 46 Kilometern elektrischer Reichweite im Alltag nur knapp 40 Kilometer realistisch sind: Für überschaubare Pendel-Strecken dürfte das reichen.

Im Hybrid-Modus fehlt dagegen der Feinschliff. Das System kann sich manchmal nicht so recht entscheiden, ob es den E-Motor oder den Verbrenner zuschalten soll – und zeigt das mit einer Gedenksekunde und einem leicht ruppigen Start zwischen den beiden Antrieben. Vor allem in der Stadt mit kurzen Beschleunigungsphasen wird das deutlich. Wer es eilig hat, beschleunigt dennoch von 0 auf 100 km/h in 7,3 Sekunden und fährt bis zu 200 km/h schnell. Doch die gemächliche Gangart steht dem Jeep besser, auch wenn die Lenkung schön direkt ist und das Fahrwerk straff abfedert. Bodenwellen quittiert der Jeep mit kurzen Stößen, erholt sich davon aber schnell wieder.

Jeep Compass ab 28.000 Euro

Zum Preis: Als Plug-in-Hybrid ist der Compass ab 41.600 Euro abzüglich der aktuellen Förderung für Plug-in-Hybride zu haben, die Einstiegsversion mit 130-PS-Benziner startet bei 28.000 Euro. Für einen Jeep ist das gar nicht so viel.

Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Jeep Compass 4xe (Klammer: 240 PS)

Motor/Antrieb

1,3-Liter-Turbobenziner mit 96 kW/132 PS oder 132 kW/180, Elektromotor mit 44 kW/60 PS (hinten), Systemleistung: 140 kW/190 PS bzw. 177 kW/240 PS

Fahrleistungen

7,9 (7,3) s auf 100 km/h, 183 (200) km/h Spitze

Batteriekapazität

11,4 kWh

Verbrauch (WLTP)

1,9 (2,1) l Super/100 km, 47 - 49 g CO₂/km

Maße

L 4,39 / B 1,87 / H 1,66 m

Kofferraum

420 – 1230 l

Preis

ab 41.600 € (44.100 €)

Text: Fabian Hoberg