Ausstieg Verbrennungsmotor: Wann wird welcher Hersteller elektrisch?

Die neue BMW Klasse
Zukunft bei BMW: Elektroauto der "neuen Klasse" © BMW

Die Autohersteller dürfen ab 2035 keine Pkw mit Verbrennungsmotor mehr anbieten. Das Elektroauto ist gesetzt. So sehen die Zeitpläne des Ausstiegs von Audi, Volkswagen, Toyota und Co. aus.

Angesichts der verschärften Klimakrise plant die EU, den Pkw-Verkehr bis 2035 klimaneutral zu machen. Um dieses Ziel zu erreichen, setzen viele Autohersteller auf Elektromobilität. Und verabschieden sich von Motoren, die fossilen Kraftstoff verbrennen – mit kleinen Ausnahmen.

Die Strategien der Autobauer

Wann werden welche Modelle nur noch mit Elektroantrieb angeboten? Wie sehen die konkreten Ausstiegspläne der Hersteller aus? Bis wann kann man von welchem Hersteller noch einen Pkw mit Verbrennungsmotor kaufen? Ein Überblick.

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Alfa Romeo, Audi, BMW, Citroën, Cupra
Daimler, DS Automobiles, Fiat, Ford, Genesis
Honda, Hyundai, Jaguar, Kia, Mazda
Mercedes-Benz, MG, Mini, Nissan, Opel
Peugeot, Polestar, Porsche, Renault, Seat
Škoda, Tesla, Toyota, Volkswagen, Volvo

Alfa Romeo | Ab 2027 vollelektrisch

Alfa Romeo will nach eigenem Bekunden schon 2027 rein elektrisch werden. Ein überaus sportliches Ziel, denn bis heute gibt es kein einziges vollelektrisches Modell von Alfa. Der Alfa Romeo Tonale ist lediglich als Plug-in-Hybrid zu haben. Doch ab 2024 will die Marke die Aufholjagd beginnen. Den Anfang macht ein E-Auto im Kleinwagen-Segment. Ein größerer vollelektrischer Alfa folgt auf der STLA-Large-Plattform. Für die rein elektrische Version der Giulia Quadrifoglio ist ein E-Motor mit 1000 PS Leistung angekündigt – den sportlichen Fans der Marke sollte das entgegenkommen.

Audi | 2033 ist Schluss mit dem Verbrenner

Heckansicht des Audi Q4 e-tron
Audi Q4 e-tron: Produktion läuft auf Hochtouren© Audi

Audi legt den Schalter im Laufe des Jahres 2026 um und bringt ab diesem Moment für den Weltmarkt nur noch E-Modelle neu heraus. Bis 2025 sollen über 20 neue E-Modelle ins Angebot aufgenommen werden – darunter der Audi A6 e-tron. Bis 2027 soll in allen Kernsegmenten ein rein elektrisches Fahrzeug im Portfolio angeboten werden. In den Folgejahren bis 2033 lassen die Ingolstädter die Produktion der Verbrenner nach und nach auslaufen.

BMW | Bis 2030 zur Hälfte elektrisch

Seitenansicht eines fahrenden BMW i5
Neuester Elektro-BMW ist der i5, als Limousine (Foto) und auch als Kombi zu haben© BMW

Mit dem i3 waren die Münchner einer der ersten Anbieter eines reinen Elektroautos. Rund zehn Jahre dauerte es, bis das zweite rein elektrisch betriebene i-Fahrzeug folgte: das SUV iX3. Dann sind das Oberklasse-SUV BMW iX, der BMW i4, das erste E-Coupé der Bayern, der BMW iX1 und der BMW i7 dazugekommen.

Aktuell steht in allen wesentlichen Segmenten mindestens eine vollelektrische Alternative zur Verfügung. 2024 soll mindestens jeder fünfte Neuwagen des Unternehmens über einen vollelektrischen Antrieb verfügen, 2025 jeder vierte und 2026 jeder dritte. Spätestens 2030 will BMW etwa die Hälfte des weltweiten Absatzes mit vollelektrischen Fahrzeugen erzielen.

Ein Datum für einen kompletten Verbrennerausstieg möchte BMW trotzdem nicht nennen, sondern flexibel auf Marktentwicklungen reagieren. Darüber hinaus – und damit nimmt BMW momentan eine Sonderstellung unter den deutschen Herstellern ein – sehen die Münchner auch eine Zukunft des Pkw mit Wasserstoff-Brennstoffzelle.

Citroën | Die ganze Familie im Blick

Citroën hat seine E-Flotte mit derartig vielen ë ausgestattet, dass einem ganz schwindlig werden kann: Citroën ë-C4, Citroën ë-Berlingo, Citroën ë-Jumpy, Citroën ë-Spacetourer. Der SUV-artige ë-C4 aus der Kompaktklasse kommt besonders gut an. Schon lange erklärt die Marke DS – die edle Schwester von Citroën –, dass ab 2024 ausschließlich rein elektrische Modelle neu auf den Markt gebracht werden, wie DS 3 und DS 4.

Cupra | Elektrisch, aber vor allem sportlich

Mit dem Cupra Born hat die Seat-Tochter ihr erstes E-Mobil zur Welt gebracht. Ganz den sportlichen Ambitionen geschuldet, ist der Born ein kleines Kraftpaket mit Sportfahrwerk, 20-Zoll-Rädern, bis zu 231 PS und maximal 540 Kilometern Reichweite. Seit September 2021 wird der Wagen in Zwickau produziert. Der Produktionsstandort in Spanien wird mit Elektromodellen nachziehen. Nächstes E-Modell wird der supersportliche Tavascan.

DS Automobiles | Ab 2024 nur elektrifizierte Antriebe

DS Automobiles, mittlerweile als eine der drei Premiummarken im Stellantis-Konzern positioniert, agiert als Art elektrische Speerspitze im Konzern. Schon lange erklärt die Marke, dass ab 2024 ausschließlich rein elektrische Modelle neu auf den Markt gebracht werden, wie DS 3 und DS 4. Bereits Ende 2024 werden die reinen Verbrenner bei DS ausrangiert und nur noch vollelektrische Modelle und Plug-in-Hybride im Portfolio angeboten. DS hat für 2024 ein fünftes DS-Modell angekündigt: das erste auf der neuen STLA-Medium-Plattform, rein elektrisch und mit rund 700 Kilometern Reichweite.

Fiat | Ab 2030 reine Elektromarke

Der Fiat 500 stehend von vorne zu sehen
Verkauft sich wie geschnitten Brot: Fiat 500e© Fiat

Die Ziele, die sich die zum Stellantis-Konzern gehörende Marke Fiat gesteckt hat, sind hoch: Fiat soll bis 2030 zur reinen E-Marke werden. Fiat hat aktuell den Fiat 500e sowie den e-Doblo als Elektro-Pkw im Angebot. Dazu den Scudo, den Ducato und den Ulysse mit Elektroantrieb. Für 2023 planen die Italiener einen batteriebetriebenen Panda. Einen Ausblick auf dessen Optik dürfte die 2019 vorgestellte Studie Centoventi bieten.

Ford | Plug-in-Hybride bleiben wichtig

Front und Seitenansicht eines stehenden Ford Mustang Mach-E
Noch allein auf weiter Flur: Ford Mustang Mach-E© Ford

Aktuell bieten die Amerikaner nur den Mustang Mach-E an. Ende 2023 kommt der Explorer als vollelektrisches Pkw-Modell. 2024 folgt das nächste vollelektrische Pkw-Modell von Ford, außerdem wird 2024 auch eine vollelektrische Version des Puma kommen. Für Nutzfahrzeuginteressenten bietet Ford derzeit den E-Transit an. Alle Ford-Nutzfahrzeuge sollen ab 2024 entweder als vollelektrische Versionen oder mit Plug-in-Hybrid-Antrieb angeboten werden. Bis 2035 will das Unternehmen die Emissionen seiner in Europa neu zugelassenen Fahrzeuge auf null reduziert haben.

Genesis | Acht E-Modelle bis 2035

Aktuell bietet die Luxusmarke im Hyundai-Konzern drei Elektromodelle an: GV60, GV70 und G80 Electrified. Alle weiteren neuen Modelle werden ab dem Jahr 2025 über einen elektrischen Antrieb verfügen. Um den Übergang zur Elektrifizierung voranzutreiben, konzentriert sich Genesis auf eine duale Strategie, die Brennstoffzellen- und batterieelektrische Fahrzeuge umfasst.

Insgesamt acht verschiedene Genesis-Modelle mit Elektroantrieb sollen den Kundinnen und Kunden bis 2035 zur Verfügung stehen. Der Wandel zum klimaneutralen Hersteller umfasst die Erneuerung der kompletten Wertschöpfungskette, angefangen bei den Rohstoffen, den Fahrzeugen und Teilen bis hin zu den Arbeitsplätzen und den Produktionsstätten.

Honda | Der Spätzünder

Die Japaner haben sich lange geziert, ein rein batteriegetriebenes Fahrzeug auf den Markt zu bringen. Umso mutiger waren sie 2020 mit dem Honda-e – einem Kleinwagen in Retrodesign, der sich fast wie ein Gokart bewegen lässt. Das zweite Modell hört auf den sperrigen Namen Honda e:Ny1, ein SUV im Kleinwagen-Segment, das im Gegensatz zum Honda-e mit einem 69 kWh großen Akku und einer Reichweite von über 400 Kilometern aufwartet. Marktstart 2024.

Hyundai | Auf Erfolgskurs mit Elektroautos

Front und Seitenansicht eines fahrenden Hyundai Ioniq 5
Spitzentechnik in der Mittelklasse: Ioniq 5© Hyundai

Das bisher erfolgreichste BEV-Modell für Hyundai ist der Elektro-Kona, der im Herbst 2023 komplett neu aufgelegt wird. Dazu kommen die Modelle Ioniq 5 und Ioniq 6. Letztere verfügen über die 800-Volt-Technologie für besonders schnelle Ladevorgänge. In der Schublade liegt bereits das Modell Ioniq 7, ein großes SUV. Den Abschied vom Verbrenner hatten die Koreaner für Europa für das Jahr 2035 verkündet, in Deutschland werden ab 2026 alle Hyundai-Modellreihen nur noch mit alternativen Antrieben angeboten. Ab 2045 will der Konzern dann weltweit klimaneutral sein.

Jaguar Land Rover | Ab 2025 nur noch elektrisch

Schon 2018 feierte Jaguar seinen i-Pace, das erste E-SUV der Raubkatzenmarke mit Allradantrieb, 400 PS, 90-kWh-Lithium-Ionen-Batterie und einer Reichweite von 470 Kilometern. Bis heute wurden zahlreiche Verbesserungen umgesetzt, unter anderem eine höhere Ladegeschwindigkeit. Als erstes Modell von insgesamt drei neuen Luxus-Jaguars soll ein viertüriger GT auf den Markt kommen. Das wird aber erst 2025 der Fall sein – dem Ausstiegsdatum vom Verbrenner bei Jaguar. Land Rover hat als erstes BEV den neuen Range Rover für das Jahr 2024 bekannt gegeben.

Kia | Bis 2027 14 weitere E-Modelle

Draufsicht auf einen stehenden Kia EV6
Sehr extrovertierte Form und 800-Volt-Technik: Kia EV6 © Kia

Kia stellt seine Modellpalette beherzt auf Elektroantrieb um. Neben zahlreichen Hybridmodellen stehen auch drei reinrassige E-Autos im Schaufenster der Autohändler. Vorreiter ist der Kia e-Soul, der 2009 ursprünglich als Benzin- und Diesel-Soul das Licht der Welt erblickte. Daneben wird das Kompakt-SUV Niro EV ins Rennen geschickt. Der EV6 mit 800-Volt-Technik basiert auf der gleichen Plattform wie der Ioniq 5 der Schwestermarke Hyundai. Kia plant aktuell, seine EV-Palette bis 2027 auf 15 Modelle auszubauen. Dazu gehört das kürzlich vorgestellte Flaggschiff EV9 sowie ein EV5.

Mazda | Kommt langsam auf die Überholspur

MX-30 nennt Mazda sein erstes und bislang einziges batterieelektrisches Fahrzeug. Die vergleichsweise kleine Batterie des MX-30 erlaubt nur geringe Reichweiten, aber selbst die seien für den Alltagspendler völlig ausreichend, argumentieren die Japaner. Als zweite Variante gesellt sich beim MX-30 eine serielle Plug-in-Version mit Kreiskolbenmotor hinzu, die bis zu 680 Kilometer Gesamtreichweite bieten soll.

Ab 2025 wird Mazda weitere rein elektrische Modelle, ab 2027 auch auf Basis einer spezifischen Elektroplattform (Skyactiv EV Scalable Architecture), einführen. Im Jahr 2030 sollen so rund 40 Prozent der verkauften Mazda-Modelle in Europa rein elektrisch unterwegs sein, den Rest stellen Fahrzeuge mit elektrifizierten, hocheffizienten Verbrennungsmotoren, die perspektivisch mehr und mehr mit synthetischen Kraftstoffen aus grünem Wasserstoff oder aus nachhaltiger Biomasse betrieben werden sollen.

Mercedes-Benz | Schon reichlich Auswahl

Front und Seitenansicht eines fahrenden Mercedes EQA
Elektro-Bestseller von Mercedes ist aktuell der EQA© Mercedes

Derzeit gibt es zehn vollelektrische Fahrzeuge im Portfolio von Mercedes Benz (inklusive der AMG-Modelle). Damit hat Mercedes-Benz in jedem Segment, in dem die Marke vertreten ist, bereits eine vollelektrische Variante im Angebot. Dieses reicht von kompakten Fahrzeugen wie dem Mercedes EQA über SUVs bis hin zu konsequent auf Luxus ausgelegten Modellen wie dem Mercedes-Maybach EQS SUV. Auch bei den Vans hat Mercedes den Führungsanspruch bei Elektromobilität in seiner Strategie verankert, aktuell gibt es einen kompakten EQT, den luxuriösen EQV sowie die nutzwertigen e-Vito und e-Sprinter.

Ab Mitte des Jahrzehnts werden alle neuen Fahrzeug-Architekturen von Mercedes-Benz rein elektrisch sein. Dann wird die Marke drei neue Plattformen einführen: MB.EA deckt alle mittelgroßen und großen Pkw ab und wird als skalierbares modulares System die elektrische Basis des künftigen BEV-Portfolios. AMG.EA ist eine auf Spitzenleistung ausgelegte Elektro-Plattform, die sich an die Bedürfnisse der technologieaffinen und leistungsorientierten Kunden von Mercedes-AMG richtet.

Mit VAN.EA setzt Mercedes-Benz Vans die nächste Stufe seiner Elektrifizierungsstrategie um: Ab 2026 werden alle mittelgroßen und großen Vans, die auf der neuen modularen Architektur basieren, rein elektrisch sein.

Ziel von Mercedes ist es, bis Ende dieses Jahrzehnts vollständig auf Elektromobilität umzusteigen. Mit einer Einschränkung: Nämlich nur überall dort, wo es die Marktbedingungen erlauben.

MG | Das fünfte E-Modell wird ein Roadster

Die Marke MG Motor, die zum chinesischen SAIC-Konzern gehört, ist in Deutschland seit 2021 wieder vertreten und setzt seither überwiegend auf Elektromobilität. Die traditionsreiche, ehemals britische Marke hat derzeit vier rein elektrische Modelle im Programm: das City-SUV ZS EV, den etwas größeren Bruder Marvel R Electric, den MG5 Electric als ersten rein elektrischen Kombi weltweit sowie das kompakte Schrägheck-Modell MG4 Electric. 2024 kommt zudem der MG Cyberster auf den Markt, ein Roadster als elektrischer Zweisitzer.

Mini | Ab 2030 vollelektrisch

Heckansicht eines stehenden Mini E Electric
Wird in China gebaut: Elektro-Mini der zweiten Generation© Bernhard Filser

Ab 2030 will der Mutterkonzern die Marke Mini zur ausschließlich vollelektrischen Marke machen. Zugpferd ist der elektrische Mini Cooper SE. Der Elektro-Mini der zweiten Generation wird fortan in China gebaut. Dort läuft der neue Mini bei Great Wall Motors, dem Kooperationspartner von BMW, zusammen mit dem Ora Funky Cat vom Band. Der Funky Cat und der Mini sind eine Gemeinschaftsentwicklung.

Nissan | e-Power auch mit Verbrenner

Nissan gehört zu den Pionieren der Elektromobilität. 2010 gingen die Japaner mit dem elektrischen Leaf an den Start, vier Jahre später wurde der Minivan e-NV200 Evalia eingeführt, an dessen Erfolg nun der Townstar EV – erhältlich als Transporter und demnächst auch als Kombi – anknüpfen soll. Das seit letztem Jahr erhältliche vollelektrische Crossover-Coupé Ariya bietet Allradantrieb und bis zu 530 Kilometer Reichweite.

Nissan plant, bis zum Geschäftsjahr 2030 27 elektrifizierte Modelle einzuführen, darunter 19 reine Elektrofahrzeuge. Zusätzlich setzt der japanische Hersteller auf seine e-Power-Technologie: Diese verbindet einen Benzinmotor, der die Batterie lädt, mit einem Elektromotor, der die Räder antreibt.

Opel | Ab 2028 voll elektrisch

Front und Seitenansicht eines stehenden Opel Astra Electric Kombi
Neues elektrisches Standbein bei Opel wird der elektrische Astra© Opel

Opel hat früher als andere Hersteller mit der Elektrifizierung der Modellpalette begonnen. 2011 mit dem innovativen Ampera mit Range-Extender, 2017 mit dem rein batterieelektrischen Ampera. Opels Elektrooffensive ist inzwischen Teil der Gesamtstrategie des Stellantis-Konzerns. Aktuell hat Opel bereits 12 elektrifizierte oder rein elektrische Modelle im Angebot. Ende des Jahres werden es 15 sein.

Bestseller bei den batterieelektrischen Modellen (BEV) sind unter anderem der Corsa-e und Mokka-e. 2023 erweitern der Astra Electric und die Kombiversion Astra Electric Sports Tourer das Stromer-Portfolio. Mit Combo-e Cargo, Vivaro-e, Movano-e und der Wasserstoff-Brennstoffzellenvariante Vivaro-e Hydrogen offeriert Opel darüber hinaus ein breites Modellspektrum bei elektrifizierten leichten Nutzfahrzeugen. 2024 wird jede Baureihe der Rüsselsheimer mindestens ein elektrifiziertes Modell enthalten, ab 2028 setzt Opel in Europa ausschließlich auf batterieelektrische Fahrzeuge.

Peugeot | Bis 2024 alle Modelle auch vollelektrisch

Front und Seitenansicht eines fahrenden Peugeot e2008
Offensive aus Frankreich: Peugeot e-2008© Peugeot

Seit diesem Jahr bietet Peugeot für alle Modellreihen eine elektrifizierte Version an. Zusätzlich zu den reinen Elektromodellen Peugeot e-208 und e-2008 wird Peugeot in diesem Jahr den e-308 auf den Markt bringen. Dazu werden jetzt sukzessive alle Benzinmotoren auf eine 48V-Hybridvariante umgestellt. In 2024 rollt dann auch der Peugeot 408 als vollelektrische Version auf die Straße, und der neue Peugeot 3008 wird ebenfalls als Stromer mit 700 Kilometern Reichweite auf der neuen STLA-Plattform medium bestellbar sein. Bei den leichten Nutzfahrzeugen ist Peugeot nach eigenem Bekunden bereits seit Ende 2022 zu 100 Prozent elektrifiziert.

Polestar | Es gibt kein Zurück

Was als Autotuner der Firma Volvo begann, hat sich zur eigenständigen Marke entwickelt: Polestar. Seiner Mutter Volvo sind die rein elektrischen Modelle wie aus dem Gesicht geschnitten. War der 2017 vorgestellte Sportwagen Polestar 1 noch ein Plug-in-Hybrid-Modell und schmückte sich mit dem Zusatz "Limited Edition" – nur 1500 Stück wurden hergestellt –, ist der Polestar 2 seit 2020 das erste vollelektrische Auto.

Der Marktstart des Polestar 3 – des ersten E-SUVs von Polestar – ist ins zweite Quartal 2024 verschoben worden. Polestar 4, 5 und 6 in der Nomenklatur sind angekündigt. Ein Zurück zum Plug-in-Hybrid gibt es nicht mehr.

Porsche | 911 weiterhin mit Verbrenner

Porsche 911 Turbo fahrend auf einer Rennstrecke
Der Porsche 911 wird konstruktionsbedingt nur schwerlich zum E-Auto, könnte aber mit E-Fuels in die Zukunft brummen© Porsche

Taycan heißt der erste vollelektrische Porsche. Unter dem Namenszusatz Cross Turismo gibt es ihn auch mit großer Heckklappe und mehr Bodenfreiheit. Der Sport Turismo rundet die Modellpalette als jüngstes Familienmitglied ab. 2024 stößt das SUV Macan mit vollelektrischem Antrieb dazu. 2030 sollen dann bereits mehr als 80 Prozent der Neufahrzeuge vollelektrisch an Kunden ausgeliefert werden.

Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor könnten perspektivisch ebenso wie Bestandsfahrzeuge mit regenerativ erzeugten E-Fuels betrieben werden. Neben der Pilotanlage, die Porsche zusammen mit Partnern Ende 2022 in Chile in Betrieb genommen hat, sind in Patagonien und anderen globalen Standorten weitere Anlagen im industriellen Maßstab geplant.

Renault | Elektroautos für das urbane Publikum

Heckansicht eines fahrenden Renault Megane E-Tech Electric
MIt großem Akku ein echter Gewinn im Elektro-Segment: Renault Megane E-Tech© Renault

Erstes elektrisches Erfolgsmodell war der Kleinwagen Zoe. Noch etwas früher schickte Renault den Twizy auf die Straße, einen 1,20 Meter breiten und 2,30 Meter langen Zweisitzer – eine Mischung aus Pkw und Kabinenroller. Im Jahr 2022 kam der Renault Mégane E-Tech auf den Markt. Anfang 2023 folgte mit dem Kangoo E-Tech der erste vollelektrische Hochdachkombi. Im Nutzfahrzeugbereich geht Renault mit dem Citylieferwagen Kangoo Z.E. und dem E-Transporter Master Z.E. an den Start. Bis 2025 sollen mindestens sechs weitere rein elektrische Fahrzeuge hinzukommen, unter anderem zwei Auto-Legenden: Renault 5 und R4.

Seat | Ab 2025 voll dabei

Wer aktuell auf der Homepage von Seat nach einem Elektroauto sucht, wird mit dem Slogan "Zukunft ist jetzt" begrüßt und auf Hybridmodelle verwiesen. Ein reiner E-Seat steht aktuell nicht auf der Bestellliste. Der Seat Mii, der noch 2019 einen vollelektrischen Vortrieb ermöglichte, ist genauso wie sein Volkswagen-Zwilling e-Up aktuell nicht bestellbar. Für die Zukunft spricht Seat von einem "ambitionierten Elektrifizierungsplan". Für 2025 sind dafür kleine Elektro-Seats in Arbeit.

Škoda | Kein konkretes Ausstiegsdatum geplant

Der Skoda Enyaq fährt auf einer Strasse, von der Seite aufgenommen
Durch Chipmangel lange nur wenig produziert worden: Škoda Enyaq© Skoda

Škoda hat sein erstes Elektroauto 2012 auf den Markt gebracht: den Citigo. Der Kleinwagen stand immer im Schatten des deutlich beliebteren e-Up und natürlich des e-Golf aus dem VW-Mutterkonzern. Inzwischen sind der Citigo und der baugleiche Seat Mii Geschichte. Aktuell ist der Škoda Enyaq als Elektromodell im Programm. Mit dem Elroq steht das nächste BEV in den Startlöchern.

Insgesamt will der tschechische Autohersteller bis 2026 sechs neue batterieelektrische Modelle bringen. Ein Ausstiegsdatum für Verbrenner will Škoda nicht konkret benennen. Und trotzdem: Die Tschechen investieren bis 2027 rund 5,6 Milliarden Euro in die Elektromobilität und wollen den BEV-Anteil an den Auslieferungen in Europa bis 2030 auf über 70 Prozent steigern.

Tesla | Verbrenner war nie eine Option

Ein Verbrennungsmotor als Antrieb war für Tesla von Anfang an keine Option. Elon Musks Firma startete 2008 in den USA mit einem vollelektrischen exotischen Roadster als Versuchskaninchen. Heute sind vier Modelle auf Europas Straßen vertreten: Das Model S, das Model X, das Model 3 und das Model Y – längst absoluter Topseller der Marke. Geradezu futuristisch mutet das vielleicht bald fünfte Model an: ein Pick-up namens Cybertruck, der noch vor Ende des Jahres 2023 erstmals an Kunden in den USA ausgeliefert werden soll. Und dann wäre da noch der neue Roadster, der voraussichtlich 2024 an den Start geht.

Toyota | Dekarbonisierung peu à peu

"Eine neue Ära beginnt", hieß es auf der Homepage von Toyota bei Einführung der Submarke bZ, was so viel bedeutet wie "beyond zero". Das erste Elektromodell: ein SUV mit Allradantrieb, der Toyota bZ4X. Aber Toyota setzt nicht sofort alles auf die Karte Batteriefahrzeuge.

Die Japaner sehen den bestmöglichen Weg für eine schnelle Dekarbonisierung im technologieunabhängigen Ansatz mit einer Vielzahl von emissionsarmen Antriebssträngen. Die Strategie fußt auf der Überlegung, dass die Infrastruktur sowie die Energieversorgung sowohl weltweit als auch innerhalb Europas sehr unterschiedlich ist. Dort, wo es die Infrastruktur erlaubt (z.B. in Norwegen), will Toyota bereits früher als 2035 ausschließlich Zero Emission Vehicles anbieten. Außerdem sollen bis 2035 alle Produktionsstätten von Toyota klimaneutral sein.

Volkswagen | 75 neue E-Modelle bis 2029

Ein gelb-weißer VW ID Buzz seitlich zu sehen
Der Verkauf vom vollelektrischen VW Bus soll jetzt hochlaufen: ID. Buzz© Volkswagen

Die Liste an Neuwagen mit Elektroantrieb bei VW umfasst aktuell vier Baureihen: VW ID.3, ID.4, ID.5 und den ID. Buzz. Der ID.7 steht in den Startlöchern. Ab 2026 möchte Volkswagen nur noch E-Autos entwickeln, Verbrenner nicht mehr. Bis 2030 will man den Anteil der reinen E-Volkswagen in Europa auf mindestens 80 Prozent des Absatzes steigern. Dazu steht im Aufgabenheft des Gesamtkonzerns, bis 2029 die enorme Anzahl von 75 reinen E-Modellen auf den Markt zu bringen.

2025 steht ein kleiner elektrischer Volkswagen für das Einstiegssegment um 25.000 Euro auf dem Plan. Für 2028 arbeitet VW an einer neuen Generation von Elektroautos mit dem Projektnamen Trinity. Sie sollen neue Maßstäbe in den Bereichen Reichweite, Ladegeschwindigkeit, automatisierte Fahrfunktionen bis Level 4 und Digitalisierung setzen. Der Abschied vom Verbrenner wird bei der Marke Volkswagen aktuell auf das Jahr 2033 datiert.

Volvo | Startschuss in die elektrische Zukunft

Rendering des Volvo EX30
Volvos kleinstes E-Fahrzeug: neuer EX30© Christian Schulte/Schulte Design

Auf einen reinen Stromer mussten Volvo-Fans lange warten. Anfang 2021 kam der XC40 Recharge Pure Electric auf den Markt, dann folgte der C40 Recharge Pure Electric, ein Derivat mit schrägem Coupé-Heck. Die beiden SUVs EX90 (groß) und EX30 (kompakt) stehen nun in den Startlöchern. Bis 2030 soll der Umstieg auf Elektroantrieb bei allen Volvo-Modellen vollzogen sein. Auf dem Weg dahin soll jedes Jahr ein neues E-Modell hinzukommen.

Text: Jens Leichsenring/Journal International, Wolfgang Rudschies