Renault Arkana: Das französische SUV-Coupé im Test

Der Renault Arkana konkurriert als SUV-Coupé mit dem BMW X4 ∙ Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Renault

Nicht nur praktische SUVs werden immer beliebter. Auch die schickeren SUV-Coupés sind schwer im Kommen. Renault orientiert sich am Erfolg von Premium-Konkurrenten und hat nun mit dem Arkana ein SUV-Coupé im Angebot. ADAC Test, Daten, Bilder, Preis

  • Zwei Benziner und ein Hybrid verfügbar

  • Drei Ausstattungsversionen: Zen, Intens und R.S. Line

  • Preise: Ab 28.150 Euro

Hoher Aufbau, bullige Optik und ein coupéhaftes Heck: Mit dem Arkana stellt Renault erstmals ein SUV-Coupé zwischen Kompakt- und Mittelklasse auf die Räder. Das Konzept des Arkana mit seinen hohen Fensterlinien hat Renault allerdings nicht erfunden, sondern sich bei den deutschen Premium-Marken umgesehen.

SUV-Coupé im Stil von Audi & Co.

Rückansicht eines Renault Arkana der auf einer Straße fährt
Renault Arkana im Renault-Stil mit durchgehendem Leuchtenband ∙ © Renault

Optisch orientiert sich der Franzose daher an Fließheck-SUVs wie Audi Q3 Sportback, BMW X4 und Mercedes GLC Coupé. "Wir wollen das Fahrzeugkonzept SUV-Coupé demokratisieren und bringen mit dem Arkana ein günstiges Modell dieser Kategorie auf den Markt", sagt Alexander Albrecht, Leiter Produktmarketing Renault Pkw. Eine boomende Gattung: 40 Prozent der Neuwagenkäufer greifen in Europa zur Kompakt- oder Mittelklasse, davon über die Hälfte zu einem SUV.

Arkana leitet sich vom lateinischen "Arkanum" ab und bedeutet Geheimnis. Doch ganz so geheim ist der Wagen nicht: In Korea läuft seit 2020 der baugleiche Samsung XM3 vom Band, und in Russland gibt es den Arkana auf der Plattform des Dacia Duster schon seit 2019.

Optisch macht der 4,57 Meter lange Fünftürer jedenfalls was her: Mindestens 17-Zoll-Räder, schmale LED-Scheinwerfer, Powerdomes auf der Motorhaube und ein großer Kühlerschlund sorgen für einen stämmigen Auftritt. Die Bodenfreiheit von 20 Zentimetern suggeriert Geländegängigkeit (Allradantrieb gibt es aber nicht), die für einen SUV niedrige Höhe von 1,57 Metern eine gewisse Sportlichkeit.

360-Grad-Blick: Viel Platz, gute Ausstattung

Vorn haben Erwachsene bis 1,95 Meter Körpergröße auf allen Sitzen ausreichend Platz und im Fond reicht die Kniefreiheit bis 1,85 Meter, wenn die Vordersitze auf ebenso große Menschen eingestellt sind. Der Radstand von 2,72 Metern sorgt für ein angenehmes Raumgefühl. Fahrer und Beifahrer freuen sich über eine hohe Sitzposition und ein klar strukturiertes Cockpit.

Für einen Kompaktwagen bietet der Arkana einen recht großen Kofferraum. Unter der Kofferraumabdeckung fasst der Gepäckraum des Testwagens 455 Liter, wenn sich der variable Ladeboden in der unteren Position befindet. Entfernt man die Abdeckung und nutzt den Stauraum bis zum Dach hoch, erweitert sich das Volumen auf 550 Liter. Alternativ kann man im Kofferraum auch bis zu neun handelsübliche Getränkekisten unterbringen.

Klappt man die Rückbank um und beschränkt sich auf den Stauraum bis zur Fensterunterkante (aus Sicherheitsgründen empfohlen), lassen sich bis 845 Liter verstauen. Unter Ausnutzung des kompletten Raums hinter den Vordersitzen sind bis zu 1335 Liter Volumen verfügbar. Stellt man den variablen Ladeboden nach oben, findet man darunter einen 85 Liter großen Stauraum vor.

Während die Basisausstattung Zen die Infos auf einem mittig und zum Fahrer geneigten 7-Zoll-Touchscreen ausspielt, finden die Anzeigen in den Varianten Intens und R.S. Line auf einem 9,3-Zoll-Display Platz.

Das Bediensystem ist weitestgehend logisch aufgebaut. Der große Funktionsumfang und manche nicht auf Anhieb auffindbare Detaileinstellung erschweren allerdings den Umgang im Alltag. Außerdem fehlen praktische Schnellwahltasten für die gängigsten Funktionen und Drehregler für die Lautstärke beziehungsweise zum Scrollen und Zoomen. Positiv hervorzuheben ist, dass der Touchscreen gut zu erreichen und weit oben platziert ist. Smartphones kann man mit Android Auto oder Apple CarPlay verknüpfen.

Den Komfort übernehmen weiche Sitze mit ausreichend Seitenhalt. Der Fahrer greift in ein angenehm gepolstertes Lederlenkrad, muss aber die umständlich versteckte Fernbedienung für Lautstärke und Radio rechts hinter dem Lenkrad suchen.

Ab der getesteten Ausstattung Intens schaut der Pilot auf digitale Anzeigen hinter dem Lenkrad anstatt auf analoge. Gut: Zwei Tastenbefehle reichen, um die Anzeige nach persönlichen Vorlieben zu ändern, etwa die Navi-Strecke groß ins Sichtfeld auf das Kombiinstrument zu rücken.

Viele Assistenzsysteme

Für ausreichend Sicherheit sind zwölf Assistenzsysteme an Bord. Neun zählen zur Serienausstattung, darunter ein Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Abstands-Tempomat, automatisches Einparken und eine Spurhaltefunktion. Ein Toter-Winkel- mit Querverkehrswarner kostet für die Basis 390 Euro, 360-Grad-Kamera und automatischer Einparkassistent für den Intens 390 Euro. Einen Autobahn- und Stauassistenten gibt es ebenso optional, und zwar für 600 Euro. Wer beim Intens noch einmal 390 Euro investiert, bekommt dafür beheizbare Vordersitze und ein beheiztes Lenkrad.

Motoren: Zwei Benziner, ein Benzin-Hybrid

Ein Renault Arkana fährt auf einer Straße
Der Basisbenziner mit 140 PS ermöglicht flotte Fahrleistungen ∙ © Renault

Renault bietet den Arkana mit drei Motoren an, ausschließlich Benziner. Dieselvarianten oder Elektromotoren wird es in dem SUV-Coupé nicht geben. Als Basis dient ein 1,3-Liter-Vierzylinder mit 140 PS und serienmäßigem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, der für den ADAC Test zur Verfügung stand. Damit ist das SUV-Coupé recht ordentlich motorisiert. Im unteren und mittleren Drehzahlbereich fühlt sich der Motor wohl und bleibt dezent im Hintergrund. Dazu schalten die Gänge schnell und zugfrei. Beim Anfahren und rückwärts Einparken dauern die Doppelkupplungs-Gedenksekunden allerdings ein bisschen zu lange. Die Kupplungsvorgänge sind beispielsweise im dichten Stadtverkehr recht unharmonisch und deutlich spürbar.

6,9 Liter: Arkana mit hohem Testverbrauch

Bei starker Beschleunigung und hohen Drehzahlen klingt der Vierzylinder hingegen sehr angestrengt und wird laut. Von 0 auf 100 km/h rennt der Franzose in 9,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 200 km/h. Der durchschnittliche Kraftstoffverbrauch des Arkana TCe 140 EDC lag im ADAC Ecotest trotz des serienmäßigen Mild-Hybridsystems bei recht hohen 6,9 Liter Super pro 100 Kilometer. Damit verbunden ist eine CO₂-Bilanz von 191 g/km. Dagegen punktet das SUV-Coupé mit sehr geringen Schadstoffemissionen, auch dank des serienmäßigen Partikelfilters. Insgesamt sammelt der Arkana im Ecotest gerade so vier Sterne sowie das Prädikat empfehlenswert.

Gutes Fahrwerk, ausbaufähige Lenkung

Passend zum Motor stimmten die Entwickler das Fahrwerk ab. Über Schlaglöcher und Bodenwellen rollt der Arkana mühelos hinweg, ohne schwammig zu wirken. Selbst auf kurvigen Landstraßen federt er sportlich-straff und gibt ein gutes Gefühl für die Straße. Die Lenkung könnte aber einen Tick mehr Rückmeldung geben.

Den ADAC Ausweichtest absolviert er aufgrund seines untersteuernd ausgelegten Fahrverhaltens und der kräftigen ESP-Regelung zwar sicher, besonders dynamisch lässt er sich aber nicht um die Pylonen zirkeln. Das gleiche Bild zeigt sich auf öffentlichen Straßen. Der SUV überzeugt mit einem guten Geradeauslauf und lässt sich dabei auch von ausgeprägten Spurrinnen nicht aus der Ruhe bringen. Wer das Fahrprogramm von Eco auf Sport ändert merkt zumindest, dass dann der Widerstand der Lenkung etwas zunimmt, das Gaspedal schneller reagiert und die Gänge flotter gewechselt werden. Eine nette Spielerei – mehr aber nicht.

Preis ab 28.150 Euro mit solider Ausstattung

Die 140-PS-Basisversion Zen kostet mindestens 28.150 Euro, inklusive 17-Zoll-Rädern, Einparkhilfe mit Rückfahrkamera, 7-Zoll-Display, Klimaautomatik, LED-Scheinwerfern und Tempomat. Intens (ab 30.150 Euro) bietet unter anderem 18-Zoll-Räder, 9,3-Zoll-Display, adaptiven Tempomat, digitalen Tacho, Lederlenkrad, Toter-Winkel-Warner und Fernlichtassistent. Der Hybrid mit 143 PS ist ab 32.659 Euro zu haben. Wer es optisch sportlicher mag, greift zum Topmodell R.S. Line für mindestens 34.300 Euro, das nur in der 158-PS-Version angeboten wird – es bleibt für dieses Geld immer noch deutlich unter den SUV-Coupés der Premium-Hersteller.

Lesen Sie hier den ausführlichen Test des Renault Arkana TCe 140 Intens als PDF
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Renault Arkana: Technische Daten

Technische Daten (Herstellerangaben)

Renault Arkana TCe 140 EDC Intens

Motor / Antrieb

Vierzylinder-Turbobenziner, 1332 cm³, 103 kW/140 PS, 260 Nm bei 1750 U/min

Fahrleistungen

9,8 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze

Verbrauch (WLTP)

5,8 – 6,1 l Super/100 km, 132 – 138 g CO₂/km

Maße

L 4,56 / B 1,82 / H 1,57 m

Kofferraum

480 – 1296 l

Leergewicht / Zuladung

1411 / 465 kg

Anhängelast gebremst / ungebremst

900 / 705 kg

Garantie

2 Jahre

Preis

ab 30.150 €, Baureihe ab 28.150 €

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)

Renault Arkana TCe 140 Intens EDC

Überholvorgang 60 – 100 km/h

5,2 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,5 m

Wendekreis

11,6 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,9 l Super/100 km, 191 g CO₂/km (Well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

725 km

Innengeräusch bei 130 km/h

66,4 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1390 / 486 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

455 / 845 / 1335 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Renault Arkana TCe 140 Intens EDC

Karosserie/Kofferraum

2,8

Innenraum

2,6

Komfort

3,0

Motor/Antrieb

2,3

Fahreigenschaften

2,6

Sicherheit

2,1

Umwelt/Ecotest

2,5

Gesamtnote

2,5

Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet; Notengrenzen: 0,6 – 1,5 sehr gut; 1,6 – 2,5 gut; 2,6 – 3,5 befriedigend; 3,6 – 4,5 ausreichend; 4,6 – 5,5 mangelhaft

Text: Fabian Hoberg, Rudolf Huber

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