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Der ADAC

Mercedes V-Klasse im Test: Der elegantere Bulli

roter Mercedes V-Klasse faehrt auf Strasse
Mercedes V-Klasse: In drei Längen und zwei Radständen erhältlich ∙ © Daimler

Die Mercedes V-Klasse wurde leicht überarbeitet, was vor allem für die Dieselmotoren gilt. Die sollen nun sauberer als je zuvor sein. Ob das stimmt und wie es um die sonstigen Qualitäten bestellt ist, klärt der ADAC Test.

  • Neue Motoren und Assistenzsysteme, Schminke für innen und außen

  • 120 kW/163 PS starker Basismotor und Neungang-Automatik

  • Basisversion ab 50.242 Euro

Egal ob Großfamilie oder Shuttleservice: Ein Kleinbus ist für Leute mit Platzbedarf meist die beste Wahl. Ganz oben auf der Wunschliste steht da oft der VW T6, aber es gibt auch einige Alternativen wie Ford Tourneo/Transit, Opel Zafira Life oder Citroën Space Tourer, um nur einige zu nennen. Oder eben die Mercedes V-Klasse.

Die gilt als Edel-Bus und ist auch nach dem kleinen Facelift von 2019 wie gehabt in drei Längen von 4,90 bis 5,37 Meter und mit zwei Radständen, 3,20 und 3,43 Meter, erhältlich. Zudem kann man fünf, sechs oder acht Sitze und ein oder zwei seitliche Schiebetüren wählen. Geblieben ist auch das typische Mercedes-Interieur, das sehr hochwertig verarbeitet ist und mit viel Holz und gepolsterten Oberflächen alles andere als Nutzfahrzeug-Flair verströmt. Das hat der V so manchem Konkurrenten voraus.

V-Klasse: Edles Interieur, angestaubte Bedienung

Nur die Lüftungsdüsen wurden optisch überarbeitet, und es gab neue Lederpolster. Die Bedienelemente haben sich nicht verändert: Das Cockpit wirkt durch die wenigen Tasten und Schalter wie gewohnt übersichtlich. Die meisten Funktionen werden über den gut erreichbaren Comand Controller, der weit oben und mittig angeordnet ist, gesteuert – dargestellt werden sie im feststehenden Hauptdisplay. Ein Touchscreen ist das allerdings nicht – was heute schon ein wenig angestaubt wirkt. Zudem ist die Menüstruktur nicht so simpel aufgebaut, dass man sie auf Anhieb verstehen würde. Hier braucht es reichlich Eingewöhnungszeit.

Platzangebot und Kofferraumvolumen sind immens

Das Platzangebot ist bei der getesteten Langversion immens, was vor allem für den Fond gilt. Die V-Klasse zeigt sich hier sehr variabel: Beine ausstrecken, Sitze verschieben, Vis-à-vis-Stellung, damit man seinen Mitfahrern in die Augen schauen kann – all das ist möglich. Allerdings bringen die massigen Sitze auch ein ordentliches Gewicht mit, so dass man sich jegliche Umbauten im Innenraum sehr genau überlegen dürfte. Erhältlich ist darüber hinaus das Liege-Paket mit Dreier-Sitzbank zum Flachliegen sowie ein klapp- und verschiebbarer Tisch.

Der Fahrer sollte jedoch kein Riese sein – was aber nicht für die Kopffreiheit gilt, die in dem Bus so gut wie kein Limit kennt. Vielmehr lassen sich die Vordersitze nur für Personen bis 1,90 Meter Körpergröße weit genug zurückschieben.

Dass bei voller Besetzung das Gepäck zu Hause bleiben muss, ist bei der getesteten Langversion auszuschließen. Hinter der dritten Sitzreihe passen bis zur Fensterunterkante stolze 755 Liter in den Bus, bis zum Dach sind es 1330. Und werden alle Sitze bis auf die erste Reihe ausgebaut, lassen sich sogar mit gemessenen 4785 Litern Fassungsvermögen kleine Umzüge stemmen.

Wichtigste Neuerung sind die Motoren 

Als Antrieb dient ein Zweiliter-Vierzylinder-Diesel, der in drei Leistungsstufen als 220d, 250d und 300d mit 163, 190 und 239 PS angeboten wird. Die elektrische V-Klasse EQV ergänzt das Antriebsportfolio. Bei den Dieseln soll der Verbrauch laut Hersteller um bis zu 13 Prozent sinken. Doch wie sparsam ist die V-Klasse wirklich? Im ADAC Test musste sich der stärkste Diesel, der 300d, beweisen.

Motorisiert ist die V-Klasse damit jedenfalls bestens. Die 239 PS setzen sich sehr gut in Szene und bringen den 2,5-Tonner zügig in Schwung. Weil das maximale Drehmoment von 500 Nm bereits bei 1600 Touren anliegt, braucht der Motor keine hohen Drehzahlen, was einer entspannten Fahrweise entgegenkommt.

Der simulierte Überholvorgang (Beschleunigung von 60 auf 100 km/h) wird so in flotten 5,6 Sekunden absolviert – damit braucht sich die V-Klasse wirklich nicht zu verstecken und kann mit flacheren Pkw sehr gut mithalten. Angesichts einer Beschleunigung von unter acht Sekunden auf Tempo 100 und einer Spitze von 220 km/h stellt sich allerdings schon die Frage, ob so viel Leistung bei einem Van überhaupt sein muss oder ob es nicht die schwächere Variante 250d auch tut.

Testverbrauch: 8,2 l Diesel/100 km

Beim Verbrauch kann der Diesel keine Wunder vollbringen. Im ADAC Ecotest konnten die Testingenieure 8,2 Liter Diesel auf 100 Kilometer messen, was einer Well-to-wheel-CO₂-Bilanz (also mit den Emissionen bei der Kraftstoffherstellung) von 258 g/km entspricht. Ein eher schlechter Wert, der sich aber angesichts des hohen Nutzwerts der V-Klasse wieder ein wenig relativiert. Sehr gut: Die Schadstoffbilanz fällt wegen der umfangreichen Abgasreinigung sehr gut aus. Beides zusammengenommen, also CO₂ und Schadstoffe, ergibt drei von fünf Sternen im ADAC Ecotest.

Schon gefahren und bewertet

ADAC Ausweichtest: Ein Bus ist kein Sportwagen

Für einen Bus ist die V-Klasse ziemlich wendig und man hat nicht das Gefühl mit einem unhandlichen Transporter unterwegs zu sein. Die Größe merkt man am ehesten in engen Parkhäusern und das hohe Gewicht beim Handling. Denn auch wenn der starke Motor zum sportlichen Fahren verleitet: Ein Sportwagen wird aus der kastigen V-Klasse nicht. Das zeigt sich insbesondere beim ADAC Ausweichtest, der ein plötzliches Ausscheren vor einem Hindernis simuliert. Das Heck drängt beim ersten Anlenken nach außen und beim Gegenlenken schiebt die V-Klasse deutlich über die Vorderräder. Insgesamt ist der Van dadurch sehr behäbig und kurzzeitig kaum lenkbar. Kipp- oder Schleudergefahr besteht zwar nicht. Aber eine allzu flotte Fahrweise führt schnell zur Überforderung des Fahrwerks – zu Lasten der Fahrstabilität und Sicherheit.

Fazit: Kein Schnäppchen, aber hoher Nutzwert

Bleibt noch der Preis. Billig ist die V-Klasse mit einem Einstiegspreis von über 50.000 Euro nicht. Die getestete Version kommt als Avantgarde sogar auf gut 66.000 Euro, nach oben ist die Preisskala durch viele nette Extras ohnehin offen. Doch auch ein VW Bus ist schließlich kein Schnäppchen. Abgesehen davon erhält man mit der Mercedes V-Klasse ein sehr solides Familienfahrzeug mit immens viel Platz.

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Neuer Opel Zafira Life: Kleinbus statt Van

Der neue Opel Zafira trägt nun die Zusatzbezeichnung "Life" und hat sich vom klassischen Van-Konzept verabschiedet. Als kastiger Kleinbus konkurriert er nun mit dem VW Bus und der Mercedes V-Klasse.

Alle Infos zum Opel Zafira Life

Technische Daten Mercedes V-Klasse

Mercedes V 220dMercedes V  250dIm Test: Mercedes V 300d
MotorVierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 120 kW/163 PS, 380 Nm bei 1200 U/min, Neungang-AutomatikVierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 140 kW/190 PS, 440 Nm bei 1350 U/min, Neungang-AutomatikVierzylinder-Turbodiesel, 1950 cm³, 176 kW/239 PS, 500 Nm bei 1600 U/min, Neungang-Automatik
Fahrleistungen11,0 s auf 100 km/h, 195 km/h Spitze9,4 s auf 100 km/h, 205 km/h Spitze7,8 s auf 100 km/h, 220 km/h Spitze
Verbrauch (nach WLTP)7,4 l Diesel/100 km, CO₂ -Ausstoß: 157 g/km7,4 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 156 g/km7,4 l Diesel/100 km, CO₂-Ausstoß: 156 g/km
MaßeL 4,90 (5,14; 5,37) / B 2,25 (inkl. Außenspiegel) / H 1,88 mL 4,90 (5,14; 5,37) / B 2,25 (inkl. Außenspiegel) / H 1,88 mL 4,90 (5,14; 5,37) / B 2,25 (inkl. Außenspiegel) / H 1,88 m
Kofferraum610–1410 l610–1410 l610–1410 l
Preisab 50.242 €ab 52.134 €ab 54.514 €
ADAC Messwerte (Auszug)Mercedes V 300d lang Avantgarde Edition
Überholvorgang 60-100 km/h5,6 s
Bremsweg aus 100 km/h35,5 m
Wendekreis12,2 m
Verbrauch / CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest8,2 l Diesel/100 km , 258 g CO₂/km (well-to-wheel)
Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)***
Reichweite695 km
Innengeräusch bei 130 km/h69,4 dB (A)
Leergewicht / Zuladung2440 / 760 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch1220 / 2620 / 4785 l

ADAC Testergebnis

Mercedes V 300d lang Avantgarde Edition
Karosserie/Kofferraum2,0
Innenraum1,7
Komfort2,3
Motor/Antrieb1,9
Fahreigenschaften3,0
Sicherheit1,8
Umwelt/Ecotest3,3
Gesamtnote2,3
Die Kapitel Sicherheit und Umwelt werden doppel gewertet

Das hat uns gefallen: Großer und variabler Innenraum, hohe Zuladung und Anhängelast, gute LED-Scheinwerfer, Platz für bis zu acht Personen, kräftiger Motor

Das hat uns nicht gefallen: Große und unübersichtliche Karosserie, eingeschränkte Fahrstabilität, hoher Anschaffungspreis, optionales Notrad am Unterboden

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