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Byton M-Byte: Das Elektroauto aus China geht in Serie

Ein M-Byte von Byton fahren von vorne
Die ersten Vorserienautos des Byton M-Byte sind unterwegs ∙ © Byton

Der M-Byte ist das erste Serienauto des chinesischen Herstellers Byton. Erste Fotos, Daten zu Motoren und Batterien sowie Preise.

  • Marktstart des M-Byte in Europa verschoben auf 2021

  • Batterien mit 72 und 95 kWh; wahlweise 200 oder 300 kW Leistung

  • Der Riesen-Bildschirm ist eine Herausforderung

Als Byton 2018 auf der CES in Las Vegas sein Messedebüt gab, staunten die Gäste. Das Auto-Start-Up aus China versprach, alles besser zu machen als die etablierten Hersteller. Autonom und elektrisch fahren, die Bedienung revolutionieren, keine Schlüssel mehr dank Gesichtserkennung.

Wie autonom der Byton M-Byte fahren kann, muss sich noch zeigen. Doch inzwischen laufen die letzten technischen Feinabstimmungen für den M-Byte als Mischung aus SUV und Van mit zukunftsträchtigem elektrischen Antrieb. Weitere Modelle sind schon in der Pipeline. Es wird langsam ernst für Byton und die chinesischen Investoren.

"Ein Elektroauto muss bequem sein"

Entwicklungschef David Twohig verfolgt dabei eine Philosophie, die ganz anders ist als die von Tesla & Co. Seine Überzeugung: "Ein Elektroauto muss bequem sein." Nur, weil jedes Elektroauto dank unmittelbarer Kraftübersetzung beschleunigen könne wie ein Sportwagen, müssten die Ingenieure es noch lange nicht so auslegen. "Sonst machen die Autos am Ende nur dem Fahrer Spaß", so Twohig.

Und weil der M-Byte (Europastart: vermutlich 2021) zunächst vor allem in chinesischen Stauhochburgen wie Shanghai oder Peking unterwegs sein werde, verliere Fahrdynamik noch mehr an Bedeutung. Die Entwickler legten deshalb viel Wert auf Komfort und sanftes Dahingleiten. Das führt dazu, dass sich die Insassen bei der Fahrt im Prototyp eher wie in einer traditionellen Oberklasse-Limousine fühlen – und nicht wie in einem Elektro-Renner.

460 Kilometer Reichweite nach WLTP

Völlig verzichten müssen die künftigen Käufer trotzdem nicht auf den Elektroauto-typischen Vorwärtsdrang. Der M-Byte ist entweder mit Heckantrieb und 200 kW oder mit Allrad und 300 kW ausgestattet. Das reicht, um den 2,5 Tonnen schweren Wagen mit gehörigem Nachdruck zu beschleunigen. 5,5 Sekunden gibt der Hersteller für die stärkere Allradversion für den Spurt von null auf 100 km/h an. Und erst bei 190 km/h ist Schluss.

Die leistungschwächere Version mit Heckantrieb (RWD) und 72-kWh-Akku soll gemächlich gefahren bis zu 360, mit 95-kWh-Akku 460 Kilometer weit kommen. Die Topvariante mit Allrad schafft es auf 435 Kilometer. Aber man weiß ja inzwischen, dass die Reichweite im Alltag je nach Fahrprofil stark variieren kann. Die maximale Ladeleistung beträgt an der DC-Schnellladesäule (Gleichstrom) je nach Ausführung des M-Byte entweder 120 oder 150 Kilowatt. Durchaus konkurrenzfähige Werte verglichen mit Audi e-tron, Jaguar i-Pace und Mercedes EQC.

Zusätzlich verspricht Byton Zugang zu diversen Schnellladesäulen unterschiedlicher Betreiber, darunter auch die von EnBW und Ionity. Und selbstverständlich befindet sich ein intelligenter Routenplaner mit den besten Lademöglichkeiten auf Reisen an Bord.

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Der Riesen-Bildschirm lenkt ab

Herausragend ist das futuristische Ambiente mit der riesigen Bildschirmlandschaft. Sie besteht aus Touchscreens in der Armlehne zwischen den Sitzen, im Lenkrad und am Armaturenbrett. Dort erstreckt sich das Display über die komplette Fahrzeugbreite.

Allerdings ist das Geflimmer arg gewöhnungsbedürftig: Während sich das Tablet in der feststehenden Nabe des Lenkrads überraschend gut bedienen lässt, bindet der riesige Screen unter der Scheibe gefährlich viel Aufmerksamkeit. Außerdem behindert er den Blick auf die Straße, speziell direkt vor die Haube.

Der Hersteller entgegnet auf die Kritik, dass sich jeder Fahrer den Schirm so konfigurieren könne, wie er es haben möchte. Außerdem seien die Anzeigen auch reduzierbar und die Helligkeit individuell dimmbar. Wir werden uns das bald im Detail ansehen und ausprobieren können.

Made in China heißt auch China first

Zumindest vorn ist der Byton mit reichlich Platz ausgestattet. Fahrer und Beifahrer können sich am völlig ebenen und geräumigen Fußraum und entsprechend großer Beinfreiheit erfreuen. In der zweiten Reihe hat der M-Byte trotz seines stattlichen Formats allerdings weniger Knieraum als man es von einem fast fünf Meter langen Auto erwartet. Obendrein fällt das Dach ungemütlich früh ab.

Von der Digitalisierung bekommen die Insassen hinten nicht viel mit: An den Rücklehnen gibt es nämlich keine Bildschirme, stattdessen kann man sich mit Smartphone oder Tablet ins lokale Wifi-Netzwerk des Byton einklinken.

So darf man gespannt sein, wie der Elektroauto-Neuling hierzulande ankommen wird. Denn den Nimbus eines Tesla Model 3 oder Model S hat der chinesische Hersteller nicht. Ende 2020 werden erste Exemplare in China an Kunden ausgeliefert, erklärt die Firma. Der Marktstart in Europa folgt im nächsten Schritt.

Als Preis für den Byton M-Byte in Basisausführung werden 53.550 Euro aufgerufen. Die Verhandlungen mit möglichen Vertriebspartnern in Deutschland sind weit gediehen. Der erste europäische Showroom soll in Zürich eröffnet werden.

Byton M-Byte RWDByon M-Byte AWD

Motor

Elektromotor, 200 kW/272 PS, 410 Nm

Elektromotor, 300 kW/408 PS, 325 Nm Vorderachse + 410 Nm Hinterachse


Batteriekapazität / DC-Ladeleistung max.

72 oder 95 kWh / 120 oder 150 kW

95 kWh / 150 kW

Fahrleistungen

7,5 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze

5,5 s auf 100 km/h, 190 km/h Spitze

Reichweite nach WLTP

360 km oder 460 km

435 km

Maße

L 4,88 / B 1,97 / H 1,67 m

L 4,88 / B 1,97 / H 1,67 m

Kofferraum

550 - 1450 l

550 - 1450 l

Preis

53.550 € (incl. MwSt.)

k. A.

Alle Daten Angaben des Herstellers

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Text: Thomas Geiger, Wolfgang Rudschies