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Mercedes EQC: Wie gut ist der Elektro-SUV?

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. ∙ Bild: © ADAC

Der neue Mercedes EQC ist als erster rein elektrischer SUV von Daimler zum Grundpreis von 71.281 Euro bestellbar. Fahrbericht, technische Daten, Infos zu Batterie und Reichweite.

  • Ab sofort ist der rein elektrische Luxus-SUV EQC bestellbar

  • Die Reichweite beträgt 390 Kilometer nach WLTP, die Systemleistung 408 PS

  • Sonderedition "1886" mit umfangreicher Ausstattung für 84.930 € 

Lange haben die Premiumhersteller dem Neuling Tesla das Feld bei Elektroautos überlassen. Doch nun sind endlich konkurrenzfähige Fahrzeuge zu haben: Jaguar i-Pace und Audi e-tron quattro, Porsche Taycan und der hier vorgestellte Mercedes EQC warten bereits auf Kundschaft.

Die Preise des Mercedes-SUV beginnen bei 71.281 Euro. Da wurde also mit spitzer Feder gerechnet. Denn so lautet der Netto-Listenpreis 59.900 €, und das ist knapp unter der Fördergrenze von 60.000 €. Wer sich die Sonderedition 1886 mit umfangreicher Ausstattung sichern möchte, zahlt 84.930 € brutto.

Mercedes EQC: Stylischer Innenraum

Die technische Plattform des EQC ist mit der des GLC eng verwandt. Beide Modelle laufen in Bremen parallel vom Band. Erstaunlicherweise ist die Karosserie des EQC zehn Zentimeter länger. Außen erkennbar am individuellen Grill, einem blauem Strich in den LED-Scheinwerfern und blauen Speichen in den Felgen. Innen unterscheidet er sich vom GLC durch kupferfarbene Luftausströmer am Armaturenbrett und technoid wirkende Zierblenden, die sich von dort bis in die vorderen Türen herüberziehen.

Der Fahrer blickt auf zwei in Blau gehaltene Bildschirme, die als miteinander verwobene Einheit erscheinen: Hinter dem Lenkrad individuell konfigurierbare klassische Anzeigen für Geschwindigkeit und Reichweite, rechts über der Mittelkonsole das Infotainment, die Navigation und was es sonst noch an moderneren Features gibt. Wer beide Hände lieber am Steuer behält, kann alternativ die Sprachbedienung oder die kleinen Stellknöpfe am Volant bemühen.

Elektro-SUV mit beeindruckenden Fahrleistungen

Jetzt aber Gurt festziehen, Startknopf drücken, Wählhebel auf Drive und los geht's. Schon ab den ersten Metern stellt sich das typische Mercedes-Fahrgefühl ein, das wir von den großen und luxuriösen Daimler Baureihen kennen. Extrem komfortabel und gediegen fühlt sich das alles an: Das Antriebsgeräusch flüsterleise, die Federung wolkenweichEin Auto wie eine Trutzburg. Und dennoch: Wenn's drauf ankommt, kehrt der EQC auch seine sportliche Seite heraus. Kein Wunder bei einer Systemleistung von 300 kW (408 PS) beziehungsweise einem Drehmoment von satten 760 Nm. Fast ansatzlos entfaltet der EQC seine ganze Kraft, sprintet wie ein Weltklasse-Zehnkämpfer davon und wird quasi genauso schnell von den Tempobegrenzungen des öffentlichen Straßenverkehrs wieder eingefangen wie der Athlet von der 100-Meter-Ziellinie.    

Zu hören ist dabei dank aufwendiger Maßnahmen zur Geräuschreduzierung kaum etwas. So finden sich vielerorts in Hohl- und Zwischenräumen zusätzliche Dämmmaterialien, dazu Verstärkungen an Blechen und Konstruktionsteilen, die Vibrationen auf ein Minimum reduzieren.

Natürlich treibt der 650 Kilogramm schwere Akku das Gewicht des EQC auf 2,5 Tonnen. Das ist trotz feinfühliger entkoppelter Lenkung auch stets zu spüren, wird aber nie unangenehm. Denn der Akku drückt den Schwerpunkt des Fahrzeugs tief nach unten. Es ist beeindruckend, wie stabil der SUV durch Kurven fährt.

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Realistische Reichweite: 320 bis 390 km

Die 80 kWh Akkukapazität sollen den Mercedes EQC nach NEFZ-Norm 445 – 471 Kilometer, nach WLTP-Norm 390 Kilometer weit fahren lassen. In der Praxis wird es wohl eher auf den bei unserer Testfahrt ausgewiesenen Bordcomputer-Wert hinauslaufen: Die rund 25 kWh (pro 100 km) bei gemäßigter Fahrweise würden für 320 Kilometer pro Akkufüllung reichen.

Helfen soll auf längeren Strecken eine intelligente Routennavigation, wie wir sie von Tesla und dem Netz von Superchargern kennen. Heißt hier: Der Mercedes berechnet die Route mit Zwischenstopps an DC-Schnelladesäulen, wo mit 50 kW geladen werden kann oder an einer Ionity-Station. Dort kann der Mercedes mit bis zu 110 kW laden.

An 22-kW-Säulen lädt der EQC nur mit 7,4 kW

Eine spannende Frage wird sein, ob der Mercedes auch AC-Ladesäulen, die 22 Kilowatt Ladeleistung abgeben können, auf längeren Reiserouten ansteuert. Denn das macht im Grunde wenig Sinn. Der EQC kann an der AC-Säule nämlich aufgrund eines dafür fehlenden Ladegerätes nur mit 7.4 kW aufladen. Das würde eine zähe  Angelegenheit. 

Helfen beim Sparen könnte zudem das "haptische Gaspedal". Wer das entsprechende Fahrprogramm namens "Max Range" vorwählt, wird beim Gasgeben immer wieder durch einen spürbaren Widerstand daran erinnert, nicht weiter als bis hierher durchzutreten. Das reduziere die Leistung und verlängere auf der anderen Seite die Energiereserven im Akku, erklärt Mercedes. Bei den ersten Testfahrten hatten wir allerdings den Eindruck, den vermeintlichen Widerstand kaum oder gar nicht zu spüren. An dieser Stelle sollte Mercedes vielleicht noch mal fein nachjustieren. 

Die Extraliste ist ellenlang

Mercedes wäre aber auch nicht Mercedes, wenn die Extraliste nicht ellenlang wäre. Dass man für ein Burmester-Soundsystem lediglich 595 € zahlen soll, ist super. Eine Wallbox für knapp 800 € (plus Montage) liegt absolut im Rahmen des Üblichen. Dass die Lackfarbe Designo-Grau über 2300 € kostet? Na schön, muss man ja nicht unbedingt nehmen. Dass aber die Sitzheizung 387 € extra kostet, die Smartphone-Anbindung (Apple CarPlay/Android Auto) 417 € und ein Head-up-Display 1178 €, erscheint überzogen.

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5 Sterne für den Mercedes EQC

Der Mercedes-Benz EQC erreicht volle 5 Sterne und überschreitet die dafür erforderlichen Punktzahlen erheblich. Das Fahrzeug ist mit Gurtkraftbegrenzern, Gurtstraffern, Kopfairbags sowie optischen und akustischen Gurtwarnern in der ersten und zweiten Sitzreihe ausgestattet. Für die vorderen Plätze sind zusätzlich Seitenairbags verbaut (für die zweite Sitzreihe optional verfügbar), der Fahrer wird zusätzlich mit einem Knieairbag geschützt.

Der Insassenschutz ist gut, das Verletzungsrisiko ist für Erwachsene und Kinder mittel bis sehr gering. Es sind ISOFIX-Halter an den äußeren hinteren Sitzplätzen montiert mit i-Size-Kennzeichnung. Der mittlere Sitz hinten ist für gegurtete Kindersitze geeignet, die gegurtete Montage auf dem Beifahrersitz ist unkritisch. Der Frontairbag auf der Beifahrerseite ist deaktivierbar.

Der EQC ist mit einem umfassenden Assistenzpaket mit automatischem Notbremsassistenten, aktivem Spurhaltesystem und systemintegriertem Speedlimiter serienmäßig ausgestattet.

Technische Daten (Herstellerangaben)Mercedes EQC
Motor/Antrieb2 Asynchron-Elektromotoren, 300 kW/408 PS, Allrad,760 Nm Drehmoment
FahrleistungenSpitze 180 km/h (abgeregelt), 0 – 100 km/h in 5,1 s, 471 km Reichweite (NEFZ)
Verbrauch19,7 kWh/100 km
MaßeL 4,76 / B 1,88 / H 1,62 m
BatterieLithium-Ionen, 80 kWh
Leergewicht2495 kg
Batteriegewicht652 kg
Ladeleistung110 kW (DC), 7,4 kW (AC)
zul. Anhängelast1800 kg
Preisab 71.281 €

Das hat uns gefallen: Viel Platz. Guter Geräusch- und Fahrkomfort. Moderne Bedienung. Hohe Sicherheit. Gute Reichweite. Intelligente Fahrprogramme/Navigation.  

Das hat uns nicht gefallen: Hoher Anschaffungspreis. Teure Extras. AC-Laden nur mit 7,4 kW.       

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