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Im Nachtzug durch Europa: Die besten Routen

Mutter mit ihren beiden Kindern im Nachtzug
Eine Fahrt mit dem Nachtzug ist für Kinder und Erwachsene ein Erlebnis ∙ © iStock.com/Joel Carillet

Nach dem coronabedingten Stillstand nehmen viele Nachtzüge wieder Fahrt auf. Gut so, denn die Reise mit einem Nachtzug ist ein außergewöhnliches Erlebnis. Diese Nachtzugrouten durch Europa sind besonders interessant.

  • Informieren Sie sich vorab über länderspezifische Regeln für Bahnreisen

  • Falls vorgeschrieben, tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz

  • Erkundigen Sie sich nach möglichen Quarantäne-Auflagen

Für Nachtzugfans hatte die Deutsche Bahn zum Fahrplanwechsel 2016/17 eine schlechte Nachricht, denn das ehemals reichhaltige Angebot an Nachtzugverbindungen wurde komplett eingestellt. Die gute Nachricht: Zahlreiche wichtige innerdeutsche und europäische Strecken (sowie auch den DB-Fuhrpark) haben die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) übernommen.

1. Nightjet: Nachtzug auf österreichisch

Viele ÖBB-Nachtzüge kommen Ende Juni wieder ins Rollen. Das ohnehin breite Angebot wollen die Österreicher künftig weiter ausbauen. Der "Nightjet der Zukunft" soll 2022 auf die Schiene. Dann werden die Wagen mit USB und Wireless Charging, loungeähnlichen Sitzgelegenheiten, moderner Lichtgestaltung und noch bequemeren Betten ausgestattet sein. Das ÖBB-Nachtnetz* ist dicht gewoben und geht weit über Österreich hinaus. Berlin – Wien, München – Rom oder auch Hamburg – Zürich etwa sind gut frequentierte Verbindungen.

Eine Reservierung ist erforderlich, ganz gleich, welche Schlafoption Sie buchen wollen. Das Angebot reicht vom einfachen Sitzplatz über den 6er-Liegewagen bis zum Deluxe-Schlafwagen. Für die Verbindungen von und nach Rom und Livorno sind derzeit nur ganze Abteile buchbar. Für alle anderen Verbindungen können Reisende auf Wunsch ebenfalls ein Privatabteil buchen. Je nach Gültigkeit lässt sich der Nightjet auch mit einem Eurail- oder Interrail-Pass nutzen.

2. Alpen-Sylt-Nachtexpress: Von den Bergen ans Meer

Ein neuer Nachtzug verbindet von Juli an Österreich und den Süden Deutschlands mit der Nordseeinsel Sylt. Bis September soll der Zug des privaten Bahnunternehmens RDC zweimal wöchentlich von Sylt nach Salzburg und zurück fahren – u.a. über Husum, Hamburg, Frankfurt am Main, Nürnberg und München. Großes Plus zu Pandemie-Zeiten: Einzelsitze werden nicht angeboten, buchbar sind nur ganze Abteile – ob Sie allein oder als Familie unterwegs sind. In den Abteilen des Alpen-Sylt-Nachtexpress* besteht deshalb auch keine Maskenpflicht. Aus Gründen der Hygiene bleiben einmal benutzte Abteile nach Ausstieg der Reisenden für den Rest der Fahrt leer.

3. Intercités de nuit: Vom Eiffelturm in die Alpen

Mit knapp 644.000 Quadratkilometern ist Frankreich das größte EU-Land mit einer Ost-West- und Nord-Süd-Ausdehnung von etwa 1000 Kilometern. Die Nachtzüge Intercités de nuit* führen vom Ausgangspunkt Paris entweder nach Toulouse, nach Briançon in den französischen Alpen oder auch in die Pyrenäen. Reisende können wählen zwischen Liegesitz, einer Koje im 6er-Liegewagen oder einem Bett im 4er-Schlafwagen der 1. Klasse. Eine Reservierung ist erforderlich. Zudem wichtig: In Frankreich gilt momentan an sämtlichen Bahnhöfen sowie in den Zügen eine Maskenpflicht.

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Immer mehr Länder öffnen ihre Grenzen, das Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für die meisten europäischen Staaten aufgehoben. Bei der Rückkehr nach Deutschland kann es dennoch unangenehme Überraschungen geben.

4. Berlin-Night-Express: Mit dem Nachtzug nach Schweden

Von Berlin ohne Umwege mit dem Nachtzug nach Schweden? Der Berlin-Night-Express* macht's normalerweise möglich. Zwischen Juni und August verließ dieser Nachtzug die deutsche Hauptstadt gewöhnlich einmal wöchentlich und erreichte nach etwa zehn Stunden das südschwedische Malmö. 2020 ist alles anders: Aufgrund der Coronavirus-Pandemie ist die Zugverbindung ausgesetzt.

2021 soll der Betrieb mit veränderter Streckenführung wieder aufgenommen werden. Die geplante Route verläuft dann über Hamburg, Kopenhagen und Malmö. In Berlin startet der Zug um 21 Uhr und wird Stockholm um 14.25 Uhr erreichen. In entgegengesetzter Richtung verlässt der Zug die schwedische Hauptstadt um 16.20 Uhr und kommt in Berlin um 8.25 Uhr an. Eine Reservierung ist notwendig. Übernachtet wird im 6er-Liegewagen; Laken, Kissen und Decken sind inklusive.

5. Sofia-Istanbul-Express: Auf den Spuren des Orient-Express

Von Bulgariens Hauptstadt Sofia fährt der Sofia-Istanbul-Express* zu normalen Zeiten täglich in etwa zehn Stunden in die Außenbezirke von Istanbul in der Türkei. Weiter geht es mit dem Bus ins Zentrum der Metropole. Wegen der Covid-19-Pandemie verkehrt der Sofia-Istanbul-Express derzeit nicht. Wenn die Verbindung wieder aufgenommen wird, ist Reservieren geboten, entweder im Liege- oder im Schlafwagen. Online gibt es dazu allerdings keine Möglichkeit, Plätze können nur direkt am Bahnhof Sofia reserviert werden. Dieses analoge Verfahren erinnert ein wenig an die alte Zeit des Orient-Express, dessen letzte Teiletappe der Sofia-Istanbul-Express zurücklegt – wenn auch ohne den exorbitanten Luxus früherer Tage.

Wichtig zu wissen: Beim Grenzübergang Kapıkule müssen die Passagiere den Zug verlassen, um ihren Reisepass stempeln zu lassen. Außerdem sollten Sie sich für die Fahrt mit Getränken und Essen eindecken, da es an Bord des Zuges kein Verpflegungsangebot gibt.

6. Santa-Claus-Express: Auf zum Weihnachtsmann

Ein Trip durch Finnland, der sich vor allem in den Wintermonaten so richtig lohnt: Von der Hauptstadt Helsinki im Süden fährt dieser Nachtzug über die Stationen Tampere und Oulu direkt ins Herz Lapplands, an sein Ziel Kemijärvi, nördlich des Polarkreises. Aber auch in Rovaniemi, der offiziellen Heimat des Weihnachtsmanns, macht der Santa-Claus-Express* Station.

In diesem Nachtzug, der für die Strecke zwischen neun und zwölf Stunden benötigt, kann man aus einer ganzen Palette an Angeboten wählen – vom einfachen Sitzplatz bis zum Deluxe-Schlafwagen mit Einzel-WC. Wlan und Klimaanlage stehen allen Reisenden zur Verfügung. Im Bordrestaurant können sich die Passagiere auch kulinarisch verwöhnen lassen, während draußen die finnische Landschaft vorüberzieht. Reservierungen sollten rechtzeitig vorgenommen werden.

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Text: Jörg Peter Urbach, Kati Thielitz

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