Sehenswürdigkeiten in Dresden: Die besten Tipps

Dresden mit Blick auf die Elbe
Dresden mit Blick auf die Elbe© Shutterstock/Oleksiy Mark

Semperoper, Frauenkirche, Grünes Gewölbe: Die Stadt an der Elbe begeistert durch ihre vielen Kulturschätze. Tipps für eine Tour zu den schönsten Dresden-Sehenswürdigkeiten.

  • Dresdens Klassiker: Zwinger, Residenzschloss & Co.

  • Nachtleben in der Äußeren Neustadt

  • Erholung im Elbtal

In einem wichtigen Punkt unterscheidet sich Dresden von anderen deutschen Städten – und genau der macht es so attraktiv: Während viele andere Metropolen nach ihrer Zerstörung modern aufgebaut wurden, bewahrte sich Dresden seinen Ruf, das "Florenz an der Elbe" zu sein. Dresden-Reisende können eintauchen in eine andere, eine barocke Welt, die von zahlreichen Kulturschätzen geprägt ist. Aber die Stadt hat noch mehr zu bieten.

Karte: Alle Sehenswürdigkeiten auf einen Blick
Frauenkirche: Gigantisches Friedenssymbol
Neumarkt: Hier muss man einfach hin
Fürstenzug: Das größte Porzellanwandbild der Welt
Brühlsche Terrasse: Der europäische Balkon
Residenzschloss: Patchwork der Stile
Grünes Gewölbe: Dresdens größter Schatz
Zwinger: Dresden in seiner ganzen Pracht
Altmarkt: Nicht nur zur Weihnachtszeit ein Magnet
Semperoper: Stars und Sternchen
Äußere Neustadt: Dresdens bunte Seite
Blaues Wunder: Echte Ingenieurskunst
Elbtal: Traumlandschaft entlang des Wassers

Karte: Alle Sehenswürdigkeiten auf einen Blick

Frauenkirche: Gigantisches Friedenssymbol

Durch das Schicksal von Zerstörung und Wiederaufbau ist die Dresdner Frauenkirche weltweit zu einem Symbol für Toleranz und Frieden geworden © Shutterstock/V_E

Kein anderes Bauwerk ist so sehr mit Zerstörung und Wiederaufbau verbunden wie die Dresdner Frauenkirche. Auf fast 300 Jahre Geschichte blickt das Gotteshaus zurück – und auch darauf, nach Ende des Zweiten Weltkriegs nur noch ein Haufen Schutt und Asche gewesen zu sein. Fünf Jahrzehnte lang diente die Ruine danach als Mahnmal gegen Krieg und Zerstörung.

Erst nach der Wiedervereinigung entstand sie aus den Trümmern neu – überwiegend finanziert durch Spenden. Die originalgetreue Restaurierung hat sich gelohnt, denn inzwischen zählt die Frauenkirche zu den meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Dresdens. Aus gutem Grund, denn sie gehört zu den größten Sandsteinbauten der Welt. Die gigantische Kuppel mit ihren acht Deckengemälden sollte unbedingt auch von innen bestaunt werden.

Auch der anstrengende Aufstieg zur Kuppel lohnt: Dort befindet sich auf 67 Metern Höhe eine Aussichtsplattform, die einen großartigen Rundumblick auf Dresden freigibt.

Neumarkt: Hier muss man einfach hin

Der historische Neumarkt ist berühmt für seine barocke Stadtbaukunst © Shutterstock/Leoks

Der Neumarkt ist das Herz des Dresdner Zentrums. Hier befindet sich auch die Frauenkirche. Zwischen Altmarkt und Elbe gelegen, ist der Neumarkt die Flaniermeile der Stadt. Hier reihen sich exklusive Boutiquen, erlesene Restaurants und viele Straßencafés aneinander.

Am und um den Dresdner Neumarkt herum ist immer etwas los. Wenn sich abends die großen Touristenströme zurückziehen, erwacht eine vielfältige Restaurant- und Kneipenszene, in der auch Familien willkommen sind.

Fürstenzug: Das größte Porzellanwandbild der Welt

Da die Farbe über die Jahre verwitterte, ersetzte man die Malereien am Fürstenzug mit Fliesen aus Meißner Porzellan © Shutterstock/Soysam

Selten sind Kunstwerke gleich 100 Meter lang. Der frei zugängliche Fürstenzug in der Augustusstraße, unweit der Frauenkirche, misst sogar 102 Meter. Er besteht aus 23.000 Fliesen aus Meißner Porzellan. Damit ist er das größte Kunstwerk dieser Art weltweit.

Das gigantische Mosaik entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts und zeigt die zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige. Das Ganze ist einem Wandteppich nachempfunden, verhält sich aber wesentlich stabiler. Selbst die Luftangriffe im Zweiten Weltkrieg überstanden die Fliesen nahezu unbeschadet.

Hobbyfotografen werden ihre Not haben, den gesamten Reiterzug einzufangen. Tipp: ein starkes Weitwinkelobjektiv einpacken und es am Morgen oder frühen Vormittag versuchen.

Brühlsche Terrasse: Der europäische Balkon

Bester Platz für einen kleinen Panorama-Spaziergang entlang der Elbe ist die 500 Meter lange Brühlsche Terrasse © Shutterstock/clearlens

Wahrzeichen von Dresden und Motiv zahlloser Ansichtskarten: das Elbufer zwischen Carola- und Augustusbrücke. Es ist eine Mischung aus ehemaliger Stadtbefestigung und großem Palais. Der Begriff Terrasse trifft es jedenfalls ganz gut. Die breite Promenade lädt auf mehreren Ebenen zum Bummeln ein. In die eine Richtung hat man einen wundervollen Blick über die Elbe zur Dresdner Neustadt, in der anderen reihen sich Prunkbauten wie Kunstakademie, Sekundogenitur und Albertinum aneinander.

Tipp: Um die Brühlsche Terrasse in voller Pracht auf sich wirken zu lassen, sollte man unbedingt die Elbe überqueren und die Stadt vom anderen Ufer aus betrachten. Erst dann wird so richtig deutlich, warum Dresden als Elbflorenz bezeichnet wird. Die Skyline der Stadt scheint von dort aus nur aus unzähligen Kuppeln und Türmen zu bestehen.

Residenzschloss: Patchwork der Stile

Das Residenzschloss ist baugeschichtlich so bedeutsam, da sich alle Stilrichtungen von Romanik bis Historismus hier zusammenfinden © Shutterstock/Olena Znak

Diesen Stilmix sollte man sich nicht entgehen lassen: Die Ursprünge des Residenzschlosses reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Zuerst war es nur eine Burg. Daraus wurde eine Vierflügelanlage, die schließlich zum Schloss wurde, das in der Renaissance und im Barock jeweils zeitgemäß umgestaltet wurde.

Geblieben ist von allem etwas – etwa der alte Hausmannsturm oder die Schlosskapelle. Genau das macht das Residenzschloss so interessant. Darüber hinaus beherbergt das Bauwerk mehrere bedeutende Sammlungen und Ausstellungen. Die bekannteste ist das Grüne Gewölbe, aber auch Kupferstich-Kabinett, Rüstkammer und Münzkabinett sind hier zu Hause.

Es lohnt sich, einmal ganz um das Residenzschloss herumzugehen. Erst dann fallen die vielen unterschiedlichen Baustile so richtig auf. Von der Schlossstraße aus wirkt es zum Beispiel ganz anders als vom Zwinger aus gesehen.

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Grünes Gewölbe: Dresdens größter Schatz

Die Anfänge der heutigen Ausstellung der Staatlichen Kunststammlungen Dresden reichen zurück bis in die Zeit der späten Renaissance © Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Foto: Hans Christian Krass

Der Name ist Programm, denn die bekannte Schatzkammer im Residenzschloss ist in weiten Teilen in Grün gehalten – vor allem mit grün bemalten Säulen und Säulenkapitellen. Schon das erzeugt einen Wow-Effekt, der angesichts der Exponate nur größer wird. Im Grünen Gewölbe* schlummern Schätze von ungeahntem Wert und von allerhöchster Handwerkskunst. Die gut 450 Jahre alte, immer wieder erweiterte Schatzkammer erhielt wegen der Kostbarkeiten von August dem Starken einst den Beinamen "Wunderkammer".

Heute ist die Ausstellung in das Historische Grüne Gewölbe und das Neue Grüne Gewölbe unterteilt. Der Besuch ist für Dresden-Reisende ein Muss – aber alles andere als ein Geheimtipp. Darum ist es wichtig, Tickets im Voraus zu buchen. Denn wegen umfangreicher Schutzmaßnahmen zum Erhalt der Kostbarkeiten ist die Anzahl der Besucher pro Stunde limitiert.

Zwinger: Dresden in seiner ganzen Pracht

Ursprünglich wurde der Zwinger als Orangerie genutzt, dann als Festplatz und heute für Theateraufführungen © Shutterstock/leoks

An pompösen Bauwerken fehlt es in Dresden wirklich nicht, doch der Zwinger übertrifft alles. Immerhin wurde die gesamte Anlage von August dem Starken als Repräsentationsort in Auftrag gegeben. Direkt in der Nachbarschaft des Residenzschlosses gelegen, wollte August hier Herrscher aus ganz Europa beeindrucken. Wer durch die Portale in den Zwinger hineinspaziert, steht vor einer großen Garten- und Wasseranlage, die mit Pavillons und Galerien verziert sind.

Das zugehörige Gebäudeensemble ist üppig mit Ornamenten und Statuen geschmückt, die überdeutlich von der alten Pracht Sachsens zeugen. Im Innern des Bauwerks entstanden im Laufe der Zeit drei wirklich sehenswerte Museen: die Gemäldegalerie Alte Meister, der Mathematisch-Physikalische Salon und die Porzellansammlung.

Obwohl der Zwinger zu den Top-Sehenswürdigkeiten zählt, ist seine Parkanlage vergleichsweise dünn frequentiert. Wegen der zentralen Lage und der Nähe zu den anderen Sehenswürdigkeiten ist der Zwinger damit der perfekte Ort, um beim Sightseeing zwischendurch mal auszuspannen.

Altmarkt: Nicht nur zur Weihnachtszeit ein Magnet

Der Altmarkt ist das heimliche Zentrum Dresdens © Copyright 2015 marekusz/Shutterstock. No use without permission.

Der zweite große Platz Dresdens ist noch viel älter als der Neumarkt und wurde wie dieser im Zweiten Weltkrieg ein Raub der Flammen. Zu DDR-Zeiten wurden die hohen Stadthäuser rund um den Platz pragmatisch im klassischen Stil wieder aufgebaut – nicht aber rekonstruiert. Trotzdem wirken die drei Gebäudezeilen stimmig.

Damals wie heute ist der Altmarkt von Kaufhäusern, Hotels und Restaurants eingefasst. Um Kulinarisches geht es bei ihm traditionell, denn alljährlich findet hier in der Adventszeit der Striezelmarkt statt. Er ist bereits seit 1434 urkundlich dokumentiert und damit einer der ältesten Weihnachtsmärkte der Welt.

Semperoper: Stars und Sternchen

Bei den sechs Figuren an der Fassade der Semperoper handelt es sich um Schiller, Goethe, Shakespeare, Sophokles, Molière und Euripides © Copyright 2019 TTstudio/Shutterstock. No use without permission.

Auch dieses Gebäude ist ein beliebtes Fotomotiv – allein schon deshalb, weil sich die Semperoper unmittelbar neben Residenzschloss und Zwinger am Theaterplatz befindet und ein weiteres Beispiel für die hiesige Prachtarchitektur ist. Doch bereits zweimal – 1869 und 1945 – brannte das Opernhaus vollständig ab. Darum wird heute oft von der dritten Semperoper gesprochen.

Musikalisch ist Dresden mit Berlin und München fast in einem Atemzug zu nennen. Jede Spielzeit verzaubern hochkarätige Kunstschaffende das Publikum und festigen den Ruf der Semperoper. Informativer und wohl auch lustiger als ein Opernbesuch sind die Führungen durch die Semperoper in der spielfreien Zeit. Guides erklären mit der richtigen Mischung aus Tiefgang und Unterhaltung Wissenswertes über Gebäude und Betrieb – und sparen dabei auch nicht mit lustigen Anekdoten.

Äußere Neustadt: Dresdens bunte Seite

Charmanter Mix: Klassische Architektur trifft in der Äußeren Neustadt auf Clubs und die junge Szene © Shutterstock/Tupungato

Wem nach so viel Kultur und klassischer Architektur der Kopf schwirrt, sollte abends auf das rechte Elbufer wechseln. In der Inneren Neustadt erinnert vieles zunächst an den pompösen Baustil der DDR. Ein paar Schritte weiter läuten große Wohnhäuser aus der Gründerzeit die Äußere Neustadt ein. Und dort steppt der Bär, vor allem bei Nacht.

Bis zum Alaunpark reiht sich Kneipe an Kneipe – unterbrochen von Restaurants und Imbissbuden, Clubs und Szenegeschäften. Der Altersdurchschnitt sinkt dabei rapide. Ungezwungen geht es zu, aber keineswegs dogmatisch oder aggressiv. Genau das lockt auch "ältere Semester" an. Bei Tageslicht lohnt ein Abstecher in Pfunds Molkerei. Das altertümliche Geschäft gilt mit seinen handbemalten Fliesen als der schönste Milchladen der Welt. 1880 gegründet, können hier bis heute handgefertigte Milchprodukte erworben werden.

Blaues Wunder: Echte Ingenieurskunst

Nach einer Sage soll sich die einst grüne Brücke über Nacht blau gefärbt haben – daher der Name Blaues Wunder © Shutterstock/FooTToo

In Dresden kann man tatsächlich ein blaues Wunder erleben: Das Blaue Wunder ist die umgangssprachliche Bezeichnung für die Loschwitzer Brücke. Sie verbindet die östlichen Dresdner Viertel Loschwitz und Blasewitz. Als das 280 Meter lange Bauwerk 1893 als fünfte der insgesamt sieben Elbbrücken errichtet wurde, galt es als technische Meisterleistung. Anders als damals üblich benötigte die Brücke keine Stützpfeiler im Fluss. Markant – und namensgebend – war überdies der blaue Anstrich. Das Blaue Wunder kann per Auto, mit dem Fahrrad oder zu Fuß überquert werden.

Weil die Loschwitzer Brücke abseits der Innenstadt liegt, ist es sinnvoll, den Besuch zum Beispiel mit einem Spaziergang im romantischen Elbtal zu verbinden.

Elbtal: Traumlandschaft entlang des Wassers

Fünf Jahre gehörte das Dresdner Elbtal zum UNESCO-Welterbe. Aus Denkmalschutzgründen wurde es von der Liste genommen © iStock.com/artefacti

Natürlich ist Dresden mit mehr als 550.000 Einwohnerinnen und Einwohnern eine große Stadt – sogar die zwölftgrößte Deutschlands. Was man aber trotzdem nicht vergessen darf, ist seine beschauliche Lage im Elbtal. Bis vor gut zehn Jahren stand es sogar auf der Welterbeliste der UNESCO.

Allein schon der rund 20 Kilometer lange Flusslauf durch das erweiterte Stadtgebiet von Dresden bietet abwechslungsreichen Wanderspaß. Denn während der Weg nicht ansteigt, passiert man unzählige Paläste – etwa Schloss Albrechtsberg, das Lingnerschloss (Villa Stockhausen) und Schloss Eckberg. Oder das Blaue Wunder, die Loschwitzer Brücke. Vorbei geht es auch am Elbhang, an dem tatsächlich Wein angebaut wird.

Wer noch mehr spektakuläre Landschaft sehen will, sollte mit dem Auto über Pirna ins gut 40 Kilometer entfernte Elbsandsteingebirge fahren. Hier türmen sich Felsbastionen auf, wie man sie sonst nur von nordamerikanischen Canyons geht.

Text: Wolfgang Hörner

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