Sehenswürdigkeiten in Hamburg: Die besten Tipps

Hier spielt die Musik: Die Elbphilharmonie am Hafen ist ein Wahrzeichen Hamburgs
Hier spielt die Musik: Die Elbphilharmonie am Hafen ist ein Wahrzeichen Hamburgs© imago images/blickwinkel

Von der Elbphilharmonie über die Reeperbahn bis zum Miniatur-Wunderland: Tipps für die perfekte Tour durch die Hansestadt. Plus Karte.

  • Hamburgs Klassiker: Speicherstadt, Hafen und Co.

  • Grüne Oasen inmitten der Großstadt

  • Kulinarik: Fischmarkt und mehr

Hamburg, die Metropole an Elbe und Alster, hat viel zu bieten. Die Mischung aus traditionellem hanseatischem Flair, maritimer Weltoffenheit und künstlerischer Kreativität ist einzigartig. Elbphilharmonie und Speicherstadt gehören zu den Must-Sees. Es gibt aber auch weniger bekannte Ecken zu entdecken.

Mobil in Hamburg: Tipps, wie man in der Stadt am besten unterwegs ist.

Reeperbahn: Verruchte Meile mit Glanz

Leuchtende Neonschriften, Bars und Feierwütige: Die Reeperbahn in Hamburg © Shutterstock/Lunghammer

Als Hans Albers 1943 seine berühmte Hymne "Auf der Reeperbahn nachts um halb eins" sang, gehörte die Amüsiermeile noch nicht zu den touristischen Hotspots von Hamburg. Das hat sich längst gewandelt. Die Reeperbahn ist hip, vom ehemaligen Rotlichtviertel ist wenig geblieben. Aber immerhin noch so viel, dass der glamouröse Charakter der knapp einen Kilometer langen Straße am südöstlichen Rand der Innenstadt gewahrt ist.

Szene-Bars und Clubs, Kleinkunsttheater und Schauspielhäuser reihen sich aneinander, darunter das renommierte Operettenhaus. Am besten besucht man die Reeperbahn nach Einbruch der Dunkelheit. Dann erwacht die Glitzerwelt mit ihren Neonschriften. Weil die Meile bis Mitternacht gut frequentiert ist, können sich auch Familien mit größeren Kindern unters Publikum mischen. Die dunklen Seitenstraßen sollte man aber meiden. Pflichtstopps auf der Reeperbahn sind Deutschlands bekannteste Polizeiwache, die Davidwache, aber auch der Beatles-Platz.

Tipp: Den besten Ausblick über Hamburg bei Nacht hat man vom Turm der St. Michaelis-Kirche aus, der an vielen Abenden unter dem Claim "Nachtmichel" zugänglich ist (Öffnungszeiten prüfen).

St.-Pauli-Landungsbrücken: Tor zur Welt

Direkt von den Landungsbrücken aus starten Katamarane nach Helgoland © Copyright 2018 engel.ac/Shutterstock. No use without permission.

Die Landungsbrücken von St. Pauli bilden eine Art Balkon mit Blick auf das geschäftige Treiben des Hamburger Hafens. Sie entstanden vor über 100 Jahren und bestehen aus schwimmenden Pontons. Mit diesen wird der Tidenhub ausgeglichen, der in Hamburg trotz 100 Kilometer Entfernung zur Nordsee immer noch bemerkbar ist. Die Fahrgastschifffahrt hat durch die Landungsbrücken eine konstante Höhe beim Einsteigen.

Die zugehörigen Bauten am Festland stehen heute unter Denkmalschutz. Interessant ist ein Besuch der beiden Museumsschiffe, die direkt an den Landungsbrücken liegen: Die Cap San Diego ist ein Frachter aus den 1960er-Jahren, die Rickmer Rickmers ein Passagiersegler von 1896.

Elbphilharmonie: Spektakuläre Architektur am Wasser

Bühnenreif: Die Elbphilharmonie in Hamburg © TA CAPS/Thorsten Ahlf

Die Elbphilharmonie, ein 110 Meter hohes Konzerthaus, das an Segel, Wasserwellen und Eisberge erinnert, ist eines der Wahrzeichen der Hansestadt. Das liebevoll "Elphi" genannte Gebäude liegt am Rande der alten Speicherstadt. Es ist an drei Seiten von Wasser umgeben, was es noch imposanter und zum begehrten Fotospot macht. Seit sechs Jahren finden hier Konzerte von Spitzenkünstlern statt. Kurzfristige Kartenangebote gibt es aber kaum.

Wer die Elbphilharmonie trotzdem von innen besichtigen will, kann eine Führung buchen – interessant für Musik- und Architekturfans. Mindestens genauso spektakulär ist der Besuch der Plaza, einer kostenpflichtigen Aussichtsplattform in 37 Metern Höhe, die einen grandiosen Ausblick auf den Hafen und die Innenstadt bietet.

Speicherstadt: Historisches Logistikzentrum

Eines der beliebtesten Fotomotive Hamburgs ist das Wasserschloss am Ende des Holländischen Brooks © Shutterstock/Outi Maijanen

Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Speicherstadt. In dem rund 26 Hektar großen Areal lagerten einst kostbare Importwaren wie etwa Tee, Kaffee und Gewürze. Die hohen, backsteingemauerten Speicher mit ihren Erkern, Giebeln und Türmchen sind von unzähligen Kanälen und Brücken durchzogen. Baulich ist der Komplex so einzigartig, dass er 2015 zum Weltkulturerbe ernannt wurde.

Wer tiefer in die alte Welt eintauchen will, sollte einen Abstecher ins Gewürzmuseum machen, das in einem historischen Lagerspeicher untergebracht ist. Mehr als 900 Exponate aus den vergangenen fünf Jahrhunderten sind dort ausgestellt. Außerdem können Besucher diverse Gewürze anfassen, riechen und die eigenen Sinne schulen.

Schanzenviertel: Hamburgs alternatives Herz

Die Rote Flora ist ein autonomes Kulturzentrum in Hamburgs Schanzenviertel © imago images/foto-leipzig.de

Das Schanzenviertel liegt zwischen Innenstadt und Altona und ist Hamburgs Szenedistrikt schlechthin. Bereits in den 1970er-Jahren entwickelte es sich als günstiges Studentenviertel. Es folgten der Ruf, Drogenumschlagsplatz zu sein, Heimat der linksalternativen Szene, aber auch das Zuhause der aufblühenden New Economy der frühen 2000er. Geblieben ist von allem etwas. Der Altersdurchschnitt ist niedrig, das Nachtleben lang und intensiv.

Um "die Schanze" zu erleben, sollte man sich nicht mehr viel Zeit lassen. Wegen der zentrumsnahen Lage werden zunehmend die alten Gebäude saniert. Die Folge: Die Mieten steigen, die Bewohnerinnen und Bewohner ziehen weg, und das Viertel wird bürgerlich.

Fischmarkt: Frisch wie an der Küste

In Hamburg ist die Samstagnacht erst wirklich vorbei, wenn der Fischmarkt gegen fünf Uhr seine Stände öffnet © imago images/Hoch Zwei Stock/Angerer

Unter allen Hamburg-Sehenswürdigkeiten zählt er zu den bekanntesten: der Hamburger Fischmarkt. Das Spektakel um die alte Fischauktionshalle am Elbufer im östlichen Altona findet immer sonntags von 5 bis 9.30 Uhr morgens statt. Hier bekommt man, lautstark von Marktschreiern feilgeboten, Fischbrötchen und Co. zum Sofortverzehr, aber auch Spezialitäten zum Mitnehmen – Frische garantiert.

Fisch gibt es in Hamburg natürlich nicht nur am Fischmarkt. Unzählige Restaurants, teils mit Sternen dekoriert, buhlen um die Gunst der Gäste. Wer klassisch hamburgisch essen will, sollte den Old Commercial Room* direkt an der Sankt-Michaelis-Kirche („Michel“) besuchen. Dort gibt es Klassiker wie Labskaus, Aalsuppe oder Grünkohl, aber auch Fisch in regionaler Zubereitung. Die Wände sind gespickt mit Fotos prominenter Gäste wie Hans Albers, Helmut Schmidt oder Mario Adorf.

Hamburger Hafen: Wo die dicken Pötte liegen

Der Hamburger Hafen macht jährlich einen Umschlag von rund neun Millionen Standardcontainern © Shutterstock/sweasy

Auf der Südseite der Elbe, gut von den Landungsbrücken und vom Altonaer Ufer zu sehen, befindet sich der Hamburger Hafen. Von den Landungsbrücken legen Barkassen zur Hafenrundfahrt ab. Neben viel Seemannsgarn erfährt man bei den rund einstündigen Touren Wissenswertes rund um Schiffe und Hafen. Die eigentlichen Umschlagplätze sind als Gefahrenzonen nicht zugänglich.

Eine noch junge Alternative ist die Hafenrundfahrt per Bus durch das Containerterminal. Dort werden die 400 Meter langen Container-Riesen mit atemberaubender Geschwindigkeit entladen.

Alter Elbtunnel: Der Weg der Werftarbeiter

Seit 1994 laufen die Bauarbeiten am Alten Elbtunnel. Die sanierte Oströhre kann man seit 2019 wieder besichtigen © Shutterstock/high fliers

Von den St.-Pauli-Landungsbrücken führt ein vor über 100 Jahren eröffneter Tunnel auf die andere Elbseite. Einst nutzten ihn Hafen- und Werftarbeiter, um zur Arbeit zu gelangen. Verkehrspolitisch spielt der Alte Elbtunnel heute keine Rolle mehr. Eine Attraktion für Jung und Alt ist das Bauwerk aber allemal.

Ein Aufzug bringt die Passanten 24 Meter tief unter die Erde. Die Kabinen sind so groß, dass zwei Autos hineinpassen. Der Tunnel selbst hat zwei Röhren, für jede Fahrtrichtung eine. Nach 430 Metern Geradeausfahrt im taghell erleuchteten Tunnel geht es wieder per Aufzug nach oben. Derzeit kann das Bauwerk allerdings nur zu Fuß oder per Rad durchquert werden.

Planten un Blomen: Blühende Pracht

Kleine Seen, prachtvolle Blumenbeete und weite Grünflächen prägen den Park Planten un Blomen © Shutterstock/Oscity

Auf Hochdeutsch bedeutet der Name Pflanzen und Blumen, und genau darum dreht sich alles hier: Planten un Blomen ist das Gebiet des ehemaligen botanischen Gartens, der historischen Wallanlagen und des Geländes der Internationalen Gartenbauausstellung von 1973. Die Gesamtanlage misst 47 Hektar. Zu den beliebtesten Bereichen gehören der Rosengarten mit 300 verschiedenen Arten, die Tropengewächshäuser und der Japanische Garten.

Praktisch: Planten un Blomen ist sehr zentral gelegen. Aus der westlichen Innenstadt sind es kaum 500 Meter. Der Eintritt ist frei.

Miniatur-Wunderland: Die ganze Welt in klein

Die Welt ist klein: Im Miniatur-Wunderland kann man Sehenswürdigkeiten im durchschnittlichen Maßstab von 1:87 bestaunen © Shutterstock/Ritu Manoj Jethani

Das Miniatur-Wunderland in der Hafencity beherbergt die weltgrößte Modelleisenbahnanlage der Welt. Sie ist über 1,5 Quadratkilometer groß und hat über 16 Kilometer Gleisanlagen. Mehr als 1100 Züge sind hier unterwegs. Die extrem realistischen Landschaftsbauten ziehen selbst Menschen ohne Bahn-Begeisterung in den Bann. Dazu ist die Anlage aktuell in 14 Regionen unterteilt – darunter Abschnitte wie "Hamburg Hafencity und Elbphilharmonie", "Italien" oder "Südamerika". Auch Echtwasser, Flugzeuge, fahrende Schiffe und bewegliche Autos gehören dazu.

Nicht weit entfernt warten noch zwei andere Museums-Highlights auf Technikfans: Im Maritimen Museum Hamburg dreht sich alles um Schifffahrt und Schiffsbau. Deutlich kleiner, aber hochkarätig bestückt und sorgfältig kuratiert ist das Museum Prototyp*. Hier stehen seltene Sport- und Rennwagen und deren Erschaffer im Mittelpunkt.

Außenalster: Als wäre man woanders

Ein beliebter Treffpunkt an der Außenalster ist die denkmalgeschützte Krugkoppelbrücke © imago images/imagebroker

Hamburg liegt bekanntlich an der Elbe. Für die Menschen, die dort leben, hat ein anderes Gewässer aber mindestens die gleiche Bedeutung: die Alster. Eigentlich ein Fluss, staut er sich im Herzen Hamburgs zum über 180 Hektar großen See auf. Die kleinere Binnenalster wird direkt von den Geschäftshäusern und Luxushotels des Jungfernstiegs der Innenstadt eingefasst. Getrennt durch eine breite Brückenkonstruktion, schließt sich daran im Norden die viel größere Außenalster an. Sie ist eine Art Naherholungsgebiet.

Denn die Außenalster ist nahezu vollständig von Parks und Grünanlagen mit Rad- und Spazierwegen umgeben. Freiluftcafés unter hohen Bäumen geben dem Ganzen das Ambiente, als wäre man irgendwo – nur nicht in Hamburg. Fast acht Kilometer misst eine Umrundung der Außenalster. Wer will, kann in den Alsterdampfer steigen oder ein Tretboot mieten. Auch Segeln ist erlaubt.

Elbchaussee: Luxus und Aussicht

Perfekter Ort zum Villen-Watching: Hamburgs Elbchaussee © Copyright 2020 Andreas Rose/Shutterstock. No use without permission.

Die Elbchaussee schenkt Reisenden gleich zwei Ausblicke. Zum einen ist die nach Blankenese führende Straße von großen, hanseatisch-distinguierten Villen gesäumt – unterbrochen von architektonischen Meisterwerken der Neuzeit. Wer hier entlangfährt, fühlt sich angesichts der parkähnlichen Anwesen wie in der Welt der Schönen und Reichen. Warum sich wohlhabende Hamburger hier gerne niederlassen, ist klar: Es ist der zweite Ausblick, der von oben herab auf die Elbe. Besser geht es nicht. Ihn gibt es immerhin umsonst.

Aber auch viele Jugendliche zieht es inzwischen in Richtung Elbchaussee. Am Elbufer zwischen Övelgönne und Hindenburgpark hat sich der Elbstrand zur Partymeile entwickelt. An schönen Tagen ist hier bis spät in die Nacht viel los.

Tipp: Der über zwölf Kilometer lange Sandstrand lohnt zu jeder Jahreszeit einen Besuch. Nicht verpassen: die Strandperle*. An dem kultigen Kiosk gibt's Drinks und Snacks.

Text: Hans Schloemer

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